Kostenlose Microsoft-Access-Alternativen: Die besten Tools im Überblick
Im Geschäftsleben ist es wichtig, Datensätze möglichst schnell, flexibel und übersichtlich zu ordnen und zu verwalten. Dies gelingt über ein Datenbank-Management-System (DBMS), mit dem sich Daten in Bezug auf bestimmte Merkmale sortieren und anzeigen lassen. Ein weit verbreitetes DBMS ist Microsoft Access, das allerdings kostenpflichtig ist. Wir stellen Ihnen drei der besten Microsoft-Access-Alternativen vor, die Sie gratis herunterladen können.
Kostenlose Microsoft-Access-Alternativen im Überblick
| Betriebssystem(e) | Simplizität in der Bedienung | Funktionsumfang | Import-/Exportoptionen anderer Dateiformate | Besonderheiten | deutschsprachig | Mehrbenutzerzugriff | Gratis | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Microsoft Access | Windows | ↗ | ↑ | ↑ | Ausgereifter Allrounder unter den Desktop-DBMS mit vielen Funktionen, Formularen, Berichten, VBA und zahlreichen Schnittstellen | Ja | Ja (mit Einschränkungen) | Nein |
| LibreOffice Base | Windows, macOS, Linux | → | ↗ | ↑ | Kostenlose, plattformübergreifende Desktop-Lösung; kann auch als Frontend für externe Datenbank-Server dienen | Ja | Nur in Kombination mit einem Datenbank-Server | Ja |
| DB Browser for SQLite | Windows, macOS, Linux | ↑ | → | → | Visueller SQLite-Editor ohne Serverinfrastruktur; kein vollständiges DBMS – keine Formulare, Berichte oder Makros | Ja | Nein | Ja |
| Baserow | Browserbasiert (plattformunabhängig) | ↑ | ↗ | ↗ | Open Source, kostenloser Cloud-Tarif und kostenlose Self-Hosted-Version; besonders stark bei Zusammenarbeit in Echtzeit | Ja | Ja | Ja |
Alle Angaben befinden sich auf dem Stand von April 2026
Warum soll man MS-Access-Alternativen nutzen?
Doch warum sollte man sich überhaupt um eine Alternative zu Microsoft Access bemühen? Immerhin deutet die starke Verbreitung der Software darauf hin, dass es sich um ein ausgereiftes DBMS handelt. In der Tat besitzt MS Access viele Vorzüge – es eignet sich ebenso gut für Anfängerinnen und Anfänger wie Fortgeschrittene im Umgang mit Datenbanken. Allerdings ist es zum einen bloß für Windows und zum anderen nur kostenpflichtig erhältlich.
Eigenschaften von MS Access
Microsoft Access ist ein relationales Datenbank-Management-System (RDBMS), das der Eingabe, Speicherung, Bearbeitung, Auswertung und Präsentation von Daten dient. Das von der Software genutzte relationale Datenbankmodell bildet die am meisten verwendete Form für Datenbank-Management-Systeme – mit einem RDBMS lassen sich die Datensätze unterschiedlicher Tabellen zueinander in Beziehung setzen.
Für die Verwaltung der Datenbanken bietet die Software eine grafische Benutzeroberfläche. Über dieses Frontend können Sie nicht nur die Daten abfragen, sondern auch direkt verändern oder neu anlegen. Voreingestellt speichert MS Access die Datensätze in seinem Backend unter Verwendung der Access Database Engine (auch bekannt als Access Connectivity Engine; kurz: ACE). Microsoft Access kann aber auch mit einer SQL-Server-Datenbank verbunden werden – Access fungiert in diesem Fall nur als Frontend/GUI.
Im Gegensatz zu vielen Datenbank-Management-Systemen, die nach dem Client-Server-Prinzip arbeiten (wie MySQL bzw. dessen Abspaltung MariaDB, PostgreSQL, Microsoft SQL Server, Oracle Database etc.), handelt es sich bei Microsoft Access um ein Desktop-Datenbank-Management-System. Dies bedeutet, dass Sie für die Arbeit an einer Datenbank mit MS Access nicht zwangsläufig einen an das Netzwerk angeschlossenen Server benötigen.
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Eine MS-Access-Datenbank speichern Sie standardmäßig in einer einzigen Datei (im mdb- oder im neueren accdb-Dateiformat). Hierin besteht der Unterschied zwischen Desktop-Datenbank-Management-Systemen (wie MS Access) und Server-Datenbank-Management-Systemen (wie MySQL oder MS SQL Server): Ein Server-DBMS legt typischerweise für jede Datenbank nicht nur eine Datei, sondern einen ganzen Ordner an, in dem die Inhalte und die Form einer Datenbank auf mehrere Dateien verteilt gesichert werden.
Vor- und Nachteile von Microsoft Access
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Dank der grafischen Oberfläche ist MS Access gut für die schnelle Erstellung, Verwaltung und Auswertung von Desktop-Datenbanken geeignet. | Gegenüber Client-Server-Datenbanken ist MS Access weniger skalierbar und für größere, komplexe Anwendungen nur bedingt geeignet. |
| Der Einstieg fällt leicht: Auch ohne Programmierkenntnisse lassen sich einfache Datenbanken mit Formularen, Assistenten und Vorlagen umsetzen. | Die maximale Größe einer Access-Datenbank liegt bei 2 GB. Bei größeren Datenmengen oder vielen Anhängen stößt das System daher schneller an Grenzen. |
| MS Access eignet sich für unterschiedliche Kenntnisstände; für komplexere Anwendungen stehen Makros und VBA zur Verfügung. | Im Mehrbenutzerbetrieb ist Access nur eingeschränkt geeignet; bei vielen gleichzeitigen Zugriffen sind serverbasierte DBMS meist die bessere Wahl. |
| Abfragen, Filterungen und Berichte lassen sich mit den integrierten Funktionen vergleichsweise einfach erstellen. | Die Performance kann spürbar sinken, wenn Datenbestand und gleichzeitige Nutzung zunehmen. |
| Viele Import-, Export- und Verknüpfungsoptionen erleichtern den Austausch mit anderen Datenquellen, etwa über ODBC oder mit Office-Dateien. | MS Access ist nur für Windows erhältlich. |
| Die enge Anbindung an Microsoft-Programme wie Excel erleichtert den Einsatz in bestehenden Office-Umgebungen. | Access ist nicht in jeder Office-/Microsoft-365-Variante enthalten und je nach Lizenz separat bzw. nur in bestimmten Paketen verfügbar. |
Welche kostenlosen Microsoft-Access-Alternativen gibt es?
Die nachfolgend aufgeführten Access-Alternativen können Sie nicht nur unentgeltlich nutzen, sondern auch ohne SQL-Kenntnisse bedienen. Das unterscheidet sie von ebenfalls gratis erhältlichen Open-Source-Systemen wie MySQL, MariaDB oder PostgreSQL. Für alle drei vorgestellten Datenbank-Management-Systeme gilt – genauso wie für MS Access –, dass sie nicht für die Arbeit mit sehr großen Datenmengen ausgelegt sind.
LibreOffice Base

LibreOffice Base ist ein Datenbankprogramm, das in vielen Bereichen seinem Vorbild MS Access ähnelt: Es arbeitet mit einer grafischen Benutzeroberfläche und bietet die elementaren Funktionen für die Erstellung und Verwaltung von Datenbanken. Integrierte Assistenten unterstützen bei verschiedenen Arbeitsschritten.
Allerdings fällt der Funktionsumfang in einigen Bereichen geringer aus als bei MS Access, und auch die Bedienung gestaltet sich häufig komplizierter. Vor allem Nutzerinnen und Nutzer, die die Arbeit mit Microsoft Access gewohnt sind, müssen sich an manchen Stellen umgewöhnen – etwa bei der Erstellung von Berichten oder beim Einsatz von Makros.
Base arbeitet standardmäßig mit der eingebetteten Datenbank-Engine HSQLDB; Firebird ist als Alternative verfügbar. Darüber hinaus lassen sich auch externe Datenbanken einbinden. Bei eingebetteten Datenbanken ist die gleichzeitige Bearbeitung durch mehrere Anwendende standardmäßig nicht vorgesehen; für den Mehrbenutzerbetrieb empfiehlt sich daher die Anbindung eines externen Datenbank-Servers. Gerade diese Kompatibilität ist einer der größten Vorteile des Programms. Denn dank der ODBC- und JDBC-Datenbankschnittstellen können Sie Base mit vielen anderen Datenbanken verbinden. Ein weiterer großer Pluspunkt gegenüber Access ist die Verfügbarkeit: Base ist für Windows, macOS und Linux erhältlich.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Erhältlich für Windows, macOS, Linux | Enthält weniger Funktionen als MS Access |
| Unterstützt die Standard-Datenbankschnittstellen ODBC und JDBC, über die man eine Verbindung zu diversen anderen Datenbanken einrichten kann | Berichte und Makros sind umständlicher zu erstellen als bei MS Access |
| Unterstützt viele Datenbanksysteme wie PostgreSQL, dBASE, Microsoft Access, MySQL oder Oracle | Als eingebettete Desktop-Datenbank ist Base nur eingeschränkt mehrbenutzerfähig – parallele Zugriffe erfordern in der Regel die Anbindung eines externen Datenbank-Servers |
DB Browser for SQLite

DB Browser for SQLite ist ein visuelles Datenbankwerkzeug, das die Erstellung und Verwaltung von SQLite-Datenbanken ohne SQL-Kenntnisse ermöglicht. Die Software richtet sich an Anwenderinnen und Anwender, die strukturierte Daten in einer einfachen, dateibasierten Datenbank pflegen möchten – ohne Server, ohne Installation eines Datenbank-Systems und ohne Programmierkenntnisse.
Die Benutzeroberfläche erlaubt das visuelle Anlegen von Tabellen, das Bearbeiten von Datensätzen sowie das Ausführen von Abfragen. Im Vergleich zu MS Access fällt der Funktionsumfang jedoch deutlich schlanker aus: Formulare, Berichte und Makros sind nicht vorgesehen. DB Browser for SQLite versteht sich daher eher als visueller Datenbank-Editor denn als vollständiges Datenbank-Management-System. Für einfache Anwendungsfälle wie Adressverwaltung, Produktlisten oder kleine Datenkataloge eignet sich das Programm dennoch gut.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Erhältlich für Windows, macOS und Linux | keine Formulare, Berichte oder Makros |
| Aktiv gepflegte Open-Source-Software | Beschränkt auf SQLite als Datenbankformat; keine Anbindung an externe Datenbank-Server |
| Tabellenansicht und grundlegende Abfragen ohne SQL-Kenntnisse bedienbar | Für komplexere Datenbankanwendungen nicht geeignet |
| Dateibasiert und serverlos | Kein Mehrbenutzerzugriff |
Baserow

Baserow ist eine Open-Source-Datenbankplattform, die sich vor allem an Anwenderinnen und Anwender richtet, die ohne Programmierkenntnisse mit Tabellen, Formularen und relationalen Daten arbeiten möchten. Anders als klassische Desktop-DBMS wie MS Access läuft Baserow in erster Linie webbasiert und ist sowohl als gehosteter Cloud-Dienst als auch zur Selbstinstallation erhältlich. Durch die tabellenähnliche Oberfläche fällt der Einstieg vergleichsweise leicht.
Im Arbeitsalltag bietet Baserow verschiedene Ansichten für dieselben Daten, darunter Grid-, Gallery- und Form-Ansichten. Auf diese Weise lassen sich nicht nur einfache Datenbanken, sondern auch kleinere Anwendungen und kollaborative Workflows umsetzen. Ein großer Vorteil ist außerdem das Preismodell: Die Cloud-Version ist dauerhaft in einem kostenlosen Tarif verfügbar, während die selbst gehostete Version mit den Kernfunktionen sogar ohne Zeilen-, Speicher- oder API-Limits genutzt werden kann.
Allerdings unterscheidet sich Baserow deutlich von Microsoft Access. Es handelt sich nicht um eine klassische lokale Desktop-Datenbank, sondern eher um eine moderne Web- und Teamlösung. Zudem sind im kostenlosen Cloud-Tarif nicht alle Ansichten enthalten und der Umfang eines Workspaces ist auf 3.000 Zeilen und 2 GB beschränkt. Als vollwertiger Ersatz für Access ist Baserow daher nur dann geeignet, wenn eine webbasierte Arbeitsweise gewünscht ist.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Tabellen, Formulare und verschiedene Ansichten erleichtern die Erstellung einfacher Datenbanken und Workflows | Keine klassische Desktop-Anwendung wie MS Access |
| Geeignet für die Zusammenarbeit im Browser und für den Einsatz ohne Programmierkenntnisse | Einige weiterführende Ansichten und Funktionen sind nur in kostenpflichtigen Tarifen enthalten |
| Kostenfreie Cloud-Version hat eine Workspace-Beschränkung von 3.000 Zeilen und 2 GB Speicher |
Fazit: Können kostenlose Microsoft-Access-Alternativen das Original ersetzen?
Kostenlose Alternativen können Microsoft Access heute nur teilweise ersetzen. Unter den klassischen Desktop-Lösungen kommt LibreOffice Base dem Original noch am nächsten. DB Browser for SQLite eignet sich vor allem für einfachere Datenbankprojekte ohne Formulare oder Berichte.
Wer eine kostenlose Lösung sucht, muss außerdem zwischen Desktop- und Web-Anwendungen unterscheiden: Während Base und DB Browser for SQLite eher klassische Desktop-Ansätze verfolgen, ist Baserow eine moderne, webbasierte Alternative mit kostenlosem Cloud-Tarif und kostenloser Self-Hosted-Version. Für lokale Datenbanken mit möglichst großem Funktionsumfang bleibt Base damit die naheliegendste Gratis-Option.
MS Access bleibt dennoch die ausgereiftere Lösung, wenn ein besonders leistungsfähiges und etabliertes Windows-DBMS gefragt ist.
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