Das Domain Name System (DNS) hat als zentraler Ver­zeich­nis­dienst für Netz­werk­adres­sen einen ent­schei­den­den Anteil am Erfolg von Internet und World Wide Web: Das Netz aus weltweit ver­teil­ten DNS-Servern (auch: Name­ser­ver) sorgt un­er­läss­lich dafür, dass die Namen der ver­schie­de­nen Netz­werk­teil­neh­mer und -an­wen­dun­gen wie example.org in die zah­len­ba­sier­ten und ma­schi­nen­les­ba­ren IP-Adressen aufgelöst werden (und umgekehrt) – und stellt so sicher, dass jederzeit auch ohne Wissen über die tat­säch­li­che IP der richtige Rechner bzw. die ge­wünsch­te Website erreicht wird.

In be­stimm­ten Si­tua­tio­nen (bei­spiels­wei­se bei Problemen bei der Na­mens­auf­lö­sung) kann es jedoch durchaus sinnvoll sein, hinter die Kulissen zu schauen und die IP-Adresse zu einem Domain-Namen bzw. den Domain-Namen zu einer IP-Adresse zu re­cher­chie­ren. Ein nütz­li­ches Werkzeug dafür ist das Programm nslookup, das unter Windows, macOS und Linux stan­dard­mä­ßig in­stal­liert ist.

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Was ist nslookup?

nslookup ist ein einfaches, aber sehr prak­ti­sches Kom­man­do­zei­len­tool, das in erster Linie dazu verwendet wird, die IP-Adresse zu einem be­stimm­ten Hostname oder den Domain-Namen zu einer be­stimm­ten IP-Adresse zu finden (Reverse DNS Lookup). nslookup lässt sich in der Kom­man­do­zei­le des je­wei­li­gen Be­triebs­sys­tems ausführen: Windows-User starten den Service also über die Ein­ga­be­auf­for­de­rung, Unix-Benutzer über das Terminal. Zudem existiert heute eine Reihe von Web­ser­vices, die es er­mög­li­chen, nslookup online zu nutzen.

Hinweis

Der Name nslookup steht für „name server look up“, was sich mit „beim Name­ser­ver nach­schau­en“ über­set­zen lässt.

nslookup holt sich die ent­spre­chen­den Adress­in­for­ma­tio­nen direkt aus dem DNS-Cache von Name­ser­vern, wobei dem Nutzer zwei ver­schie­de­ne Modi zur Verfügung stehen: Im nicht­in­ter­ak­ti­ven Modus in­spi­ziert das Tool stan­dard­mä­ßig die Resource Records – wie die Adress­ein­trä­ge im DNS-Zwi­schen­spei­cher heißen –, die im lokalen Name­ser­ver ge­spei­chert sind. Dieser Modus eignet sich ins­be­son­de­re für einfache Abfragen, bei denen ein einzelner Eintrag für eine Domain nach­ge­schaut werden soll. Wenn man einen anderen DNS-Server für die Recherche einsetzen und kom­ple­xe­re Such­pro­zes­se erledigen möchte, benötigt man den in­ter­ak­ti­ven Modus, bei dem das Kom­man­do­zei­len­pro­gramm zunächst separat gestartet wird.

Hinweis

Im Gegensatz zu diversen anderen Kom­man­do­zei­len­pro­gram­men von Windows/DOS hat nslookup mit -q einen „case-sensitive“-Parameter, also einen Parameter, bei dem Groß- und Klein­schrei­bung Relevanz besitzt.

Wofür kann man nslookup nutzen?

Es gibt ver­schie­de­ne Szenarios, in denen sich der Einsatz von nslookup als sinnvoll erweist. So ist das Be­fehls­zei­len­pro­gramm ins­be­son­de­re bei der Lösung von DNS-Fehlern ein wichtiges Werkzeug. Eine Abfrage der In­for­ma­tio­nen hilft dabei in erster Linie, die Ursache für das jeweilige Problem zu finden. Wer bei­spiels­wei­se Windows-Server nutzt und ein Problem mit dem nativen Ver­zeich­nis­dienst Active Directory hat, kann mit nslookup schnell und un­kom­pli­ziert über­prü­fen, ob alle be­tei­lig­ten Server wie geplant im Domain Name System aufgelöst werden. Generell spielt das Programm seine Stärken immer dort aus, wo ver­schie­de­ne Sub­do­mains exis­tie­ren – sowohl, wenn es lediglich darum geht, diese zu über­prü­fen, als auch, wenn tat­säch­lich Ver­bin­dungs­pro­ble­me bestehen.

Ein anderes typisches Nut­zungs­sze­na­rio ist die Suche nach den optimalen Mail­ser­vern (SMTP, POP, IMAP) für die ge­wünsch­te Domain. In diesem Fall ermittelt nslookup die in Frage kommenden Server anhand der MX-Records (Mail Exchanger), die zur Domain des E-Mail-Providers gehören. Diese Einträge enthalten die IP-Adressen und Namen der Anbieter-Server, die im Anschluss bei der Kon­fi­gu­ra­ti­on des Mail-Clients nur noch angegeben werden müssen, um das Routing des elek­tro­ni­schen Post­ver­kehrs zu per­fek­tio­nie­ren.

So funk­tio­niert nslookup unter Linux, Windows und macOS

Um nslookup auf Mac-, Windows- oder Linux-Computern zu nutzen, öffnet man im ersten Schritt die Kom­man­do­zei­le des je­wei­li­gen Be­triebs­sys­tems. An­schlie­ßend gibt es die zwei bereits kurz auf­ge­führ­ten Modi, um das DNS-Werkzeug für die eigenen Zwecke ein­zu­set­zen:

  • In­ter­ak­ti­ver Modus: nslookup über den gleich­na­mi­gen Befehl starten und Parameter an­schlie­ßend separat hin­zu­fü­gen
  • Nicht­in­ter­ak­ti­ver Modus: nslookup-Command sowie die ge­wünsch­ten Parameter direkt eingeben

Welche Vor­ge­hens­wei­se an­ge­wen­det werden sollte, hängt auch vom vor­han­de­nen Know-how ab. Wenn die be­nö­tig­ten Parameter bekannt sind, spricht nichts dagegen, die ge­wünsch­te Abfrage des DNS-Servers in einem einzigen Schritt zu erledigen (insofern nicht der DNS-Server ge­wech­selt werden soll). Neulinge, die sich mit dem Service zunächst vertraut machen müssen, er­leich­tern sich den Einstieg, indem sie nslookup zunächst einmal starten und sich Syntax und Parameter an­schlie­ßend Schritt für Schritt aneignen. Dabei hilft der in diesem Modus mögliche Aufruf ver­füg­ba­rer Optionen über den Befehl „help“.

Um nslookup im Anschluss an die Abfrage zu beenden, muss lediglich der Befehl „exit“ aus­ge­führt oder die Kom­man­do­zei­le ge­schlos­sen werden. Al­ter­na­tiv funk­tio­niert die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [STRG] + [C].

nslookup: Beispiele für die Nutzung des Ab­fra­ge­diens­tes

Hat man nslookup zunächst in einem einzelnen Schritt gestartet, wartet die Kom­man­do­zei­le auf die Eingabe weiterer Befehle. Dabei haben Nutzer die Mög­lich­keit, Abfragen mit dem Stan­dard­set­up aus­zu­füh­ren oder in­di­vi­du­el­le Optionen fest­zu­le­gen. Für erstere Methode gibt man also lediglich den Domain-Namen, zu dem die IP-Adresse re­cher­chiert werden soll (bzw. umgekehrt) in die Be­fehls­zei­le ein und bestätigt die Auswahl mit der Ein­ga­be­tas­te. Für die ex­em­pla­ri­sche Suche nach der Adresse zu der Domain example.org prä­sen­tiert nslookup zum Beispiel folgendes Ergebnis:

In diesem Fall wurde eine „nicht au­to­ri­sie­ren­de Antwort“ zu­rück­ge­ge­ben, da der lokale DNS-Server die Anfrage nicht selbst be­ant­wor­ten konnte, sondern einen bzw. mehrere weitere Name­ser­ver kon­tak­tie­ren musste. Inhalt der nslookup-Antwort sind die IPv4- (vier­stel­lig) und IPv6-Adressen (länger, durch Dop­pel­punk­te getrennt) zu der Beispiel-Domain. Für in­di­vi­du­ell kon­fi­gu­rier­te nslookup-Abfragen im in­ter­ak­ti­ven Modus gibt es nach­fol­gen­de zwei Beispiele.

Bestimmte Adress­ty­pen aus den Resource Records abrufen

Grund­sätz­lich ist nslookup auf die Abfrage von IPv4- und IPv6-Adressen aus­ge­rich­tet. Al­ler­dings kann das Kom­man­do­zei­len­tool wie erwähnt durch seine Zu­griffs­mög­lich­keit auf die DNS-Einträge auch In­for­ma­tio­nen zu anderen Adress­ty­pen einer Domain abrufen. Zu diesem Zweck muss der Nutzer zunächst den ge­wünsch­ten Typ („type“) de­fi­nie­ren („set“), bevor er den Domain-Namen in die Kom­man­do­zei­le einträgt. Die Syntax des ent­spre­chen­den nslookup-Commands sieht fol­gen­der­ma­ßen aus:

set type=ADRESSTYP

Als „ADRESSTYP“ wird der ge­wünsch­te Ab­fra­ge­typ ein­ge­tra­gen, wobei u. a. folgende Typen zur Auswahl stehen:

nslookup-Parameter Ab­fra­ge­typ
A IPv4-Adresse
AAAA IPv6-Adresse
MX Domain-Name(n) Mail­ser­ver (Mail Exchanger)
NS Domain-Name Name­ser­ver
PTR „Pointer“-Eintrag (zeigt Host-Name(n) zu einer IP-Adresse)
SOA „Start of Authority“-Eintrag (Angaben zur Ver­wal­tung der DNS-Zone)

DNS-Server für akkurate Resultate wechseln

Stan­dard­mä­ßig kon­tak­tiert nslookup den lokalen DNS-Server, der für ge­wöhn­lich vom Router bzw. In­ter­net­pro­vi­der vor­ge­ge­ben wird. Nutzt man diesen für die Abfrage, kann es jedoch sein, dass die Er­geb­nis­se nicht immer akkurat sind – weil z. B. der gesuchte Server nicht im Cache des lokalen Name­ser­vers ver­zeich­net ist. Das Kom­man­do­zei­len­tool bietet jedoch die Mög­lich­keit, den DNS-Server, über den die Abfrage laufen soll, selbst aus­zu­wäh­len. Nimmt man den Server, der an die ent­spre­chen­de Domain geknüpft ist, erhält man sogar au­to­ri­sie­ren­de Antworten. Dazu gilt es im ersten Schritt, den bzw. die zu­ge­ord­ne­ten Name­ser­ver her­aus­zu­fin­den, indem man den Ab­fra­ge­typ „NS“ definiert und sich diesen DNS-Eintrag an­schlie­ßend durch Eingabe des Domain-Namens anzeigen lässt:

set type=NS
    example.org

nslookup liefert für dieses Beispiel zwei mögliche Name­ser­ver („a.iana-servers.net“ und „b.iana-servers.net“), wie der folgende Screen­shot zeigt:

Einer der beiden prä­sen­tier­ten Name­ser­ver muss nun als Stan­dard­ser­ver definiert werden, damit die Anfragen künftig über diesen laufen. Der ent­spre­chen­de Befehl setzt sich aus dem Parameter „server“ und dem je­wei­li­gen Namen des ge­wünsch­ten Servers zusammen. Für das gewählte nslookup-Beispiel sind dem­entspre­chend diese beiden Kommandos möglich:

server a.iana-servers.net
server b.iana-servers.net

Im letzten Schritt ändert der Nutzer den Ab­fra­ge­typ, der noch auf Name­ser­ver-Suche ein­ge­stellt ist, auf die ge­wünsch­te Adress­ab­fra­ge wie „A“ für die Domain, „MX“ für die Mail­ser­ver-IP-Über­prü­fung oder „ANY“ für einen Kom­plett­check (hier genutzt):

set type=ANY

Gibt man nun erneut example.org ein, um die Abfrage zu starten, liefert nsklookup aus­führ­li­che DNS-In­for­ma­tio­nen zu der Beispiel-Domain, wobei der als Stan­dard­ser­ver gewählte Name­ser­ver (hier: a.iana-servers.net) als In­for­ma­ti­ons­quel­le dient:

Die diesmal au­to­ri­sie­ren­de und akkurate Antwort zeigt u. a. die beiden bereits bekannten Name­ser­ver und den Haupt-Name­ser­ver (primary name server), von dem die DNS-In­for­ma­tio­nen tat­säch­lich bezogen werden.

DNS-Server-Abfrage im Browser mit nslookup-Online-Tools

Für die Abfrage von DNS-Servern mit nslookup muss das Tool nicht zwangs­läu­fig auf dem eigenen System aus­ge­führt werden. Im World Wide Web exis­tie­ren ver­schie­de­ne An­wen­dun­gen, die ent­spre­chen­de Res­sour­cen zur Verfügung stellen: Der IP-Adressen- bzw. Domain-Namen-Check findet in diesem Fall also auf einem anderen Computer statt – vom eigenen Browser aus. Zwei Beispiele für solche nslookup-Web­an­wen­dun­gen sind ping.eu und cen­tra­lops.net. ping.eu be­schränkt sich dabei auf die ele­men­ta­re Funktion von nslookup. Nach der Eingabe einer IP-Adresse bzw. eines Host-Namens liefert das Tool das ent­spre­chen­de Pendant:

Mit dem Tool von cen­tra­lops.net lässt sich nslookup darüber hinaus auch im in­ter­ak­ti­ven Modus online nutzen. So können Benutzer anstelle des Standard-DNS-Servers des Anbieters den Name­ser­ver ihrer Wahl eintragen, den Port wechseln oder den Ab­fra­ge­typ bestimmen. Dadurch ist es also bei­spiels­wei­se auch möglich, au­to­ri­sie­ren­de Antworten wie im zuvor auf­ge­führ­ten nslookup-Beispiel zu erhalten.

Hinweis

Sowohl ping.eu als auch cen­tra­lops.net bieten zu­sätz­lich weitere Netz­werk­tools wie Tra­ce­rou­te oder WHOIS an.

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