Adobe-Illustrator-Alternativen: Welche kostenlosen Alternativen zu Illustrator gibt es?

In der Designwelt hat der Adobe Illustrator (auch einfach „Illustrator“ oder kurz „AI“ genannt) seinen festen Platz – er zählt zu den meistgenutzten Grafikprogrammen und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für Computerillustrationen. Logos, Zeichnungen und Designs für Werbekampagnen oder Webprojekte lassen sich mit der Anwendung genauso umsetzen wie künstlerische Arbeiten.

Bei Adobe Illustrator handelt es sich bei um eine Vektorgrafik-Software: Im Gegensatz zu Pixel- bzw. Rastergrafiken, die mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Adobe Photoshop oder GIMP erstellt bzw. editiert werden können, lassen sich mit Illustrator Vektorgrafiken ohne Einbußen in der Qualität vergrößern oder verkleinern (in einem weiteren Artikel gehen wir näher auf die Unterschiede zwischen Vektor- und Pixelgrafik. Deshalb eignet sich die Anwendung auch sehr gut für die Produktion bildlicher Inhalte, die als Druckvorlage für verschiedene Printformate dienen oder innerhalb von Webseiten und anderen digitalen Dokumenten Verwendung finden.

Das für Windows und macOS erhältliche Programm ist allerdings relativ teuer. Es gibt auch einige kostenlose Alternativen zu Illustrator, die sich genauso für die Anfertigung von Computergrafiken anbieten, die ohne Qualitätsverluste skalierbar sind. Wir stellen die besten Illustrator-Alternativen vor, die Sie allesamt gratis herunterladen können. Sie alle unterstützen die Ausgabe der erstellten Designs als SVG-Dateien. SVG (Scalable Vector Graphics) bildet den vom W3C empfohlenen Standard für Vektorgrafiken. Bei diesem Format wird eine Grafik als XML-Code gespeichert, wodurch sie sich ideal auf Webseiten implementieren und darstellen lässt.

Inkscape

Bei Inkscape handelt es sich um eine relativ weitverbreitete Illustrator-Alternative auf Open-Source-Basis. Das freie vektorbasierte Grafikprogramm für Windows, macOS und Linux hat einen ähnlich großen Funktionsumfang wie die Konkurrenz-Software von Adobe – allein eine Palette an digitalen Pinseln werden viele Adobe-Illustrator-Nutzer bei Inkscape vermissen. Ansonsten bietet Inkscape alle grundlegenden und weitverbreiteten Gestaltungsmöglichkeiten für die Illustration. Zudem gibt es auch speziellere Features wie die Unterstützung eines Grafiktabletts oder den Export von Grafiken als HTML5-Canvas-Elemente, eine Alternative zu SVG für Grafiken in Webseiten.

Inkscape muss sich demnach in Bezug auf die Gestaltungsmöglichkeiten dem Illustrator nur knapp geschlagen geben – was für eine kostenfreie Vektorgrafik-Software äußerst bemerkenswert ist. Sie können sogar Erweiterungen für die Open-Source-Anwendung herunterladen (wenn auch nicht so viele wie für Adobe Illustrator). Neben dem Fehlen der Pinsel gibt es nur noch ein größeres Manko gegenüber dem Illustrator von Adobe: Inkscape kann nicht von Haus aus Grafiken im CMYK-Farbmodell ausgeben. Diesem Farbmodell kommt in der Drucktechnik eine große Bedeutung zu; es bildet den Standard für den im Farbdruck gebräuchlichen Vierfarbdruck. Allerdings gibt es bei Inkscape verschiedene Workarounds, mit denen sich der Export von Grafiken im CMYK-Farbmodell bewerkstelligen lässt. Deren Einrichtung ist jedoch umständlicher als bei anderen Vektorgrafikprogrammen und kann bei falscher Anwendung zu schlechten Ergebnissen führen. Für die professionelle Herstellung von Druckvorlagen eignet sich Inkscape demnach nur bedingt.

Inkscape unterstützt alle gängigen Dateiformate (SVG, PNG, PDF u. v. a. m.) – u. a. auch die Formate anderer gebührenpflichtiger Vektorgrafik-Software wie Adobe Illustrator (AI) und CorelDRAW (CDR). Somit können auch die Dateien anderer Grafikprogramme mit der Open-Source-Anwendung weiterbearbeitet bzw. in Inkscape begonnene Designs mit Programmen wie dem Illustrator vollendet werden.

An der Bedienung und Usability des Programms scheiden sich die Geister. Einige Nutzer halten Inkscape für eines der benutzerfreundlichsten Grafikprogramme, das auf dem Markt ist. Andere hingegen bemängeln, dass die Bedienung im Vergleich zu anderen bekannten vektorbasierten Grafikprogrammen häufig zu kompliziert bzw. andersartig umgesetzt wurde. Die Kritik vieler User hat aber in erster Linie damit zu tun, dass diese an andere Programme wie Illustrator, Sketch oder CorelDRAW gewöhnt sind und sich deshalb bei der Bedienung von Inkscape umstellen müssen. Nicht umsonst gibt es auf dem Wiki von Inkscape eine Seite, in dem die Anwendung des Programms für Nutzer erklärt wird, die bisher hauptsächlich mit Adobe Illustrator gearbeitet haben.

Insgesamt präsentiert sich Inkscape als eine professionelle und umfangreiche kostenlose Vektorgrafik-Software. Wer schon einmal an vektorbasierten Bildern gearbeitet hat oder zumindest mit der Bildbearbeitung im Allgemeinen grundlegend vertraut ist, dürfte sich relativ schnell in die Software einarbeiten – auch wenn die Navigation und manche Befehle anders umgesetzt sind als bei vielen anderen Grafikprogrammen. Einsteiger in diesem Feld können jedoch schnell mit der Funktionsvielfalt und den Abläufen der einzelnen Design-Vorgänge überfordert sein.

Vorteile Nachteile
Großer Funktionsumfang Grafiken können nur über einen Workaround im CMYK-Farbmodell exportiert werden
Export und Import vieler Dateiformate möglich Wer Adobe Illustrator oder manch andere Vektorgrafikprogramme gewohnt ist, muss sich bei der Bedienung von Inkscape in mancherlei Hinsicht umstellen
Anwendung eines Grafiktabletts ist möglich  
Auch für Linux und macOS erhältlich  

Gravit

Es existieren auch verschiedene Online-Grafikprogramme, mit denen sich vektorbasierte Computerzeichnungen erstellen lassen. Gravit  ist eine von ihnen – für die Nutzung benötigen Sie nur einen Rechner mit Internetverbindung: Die Web-App kann vollständig über einen Browser bedient werden. Allein eine Registrierung auf der Website des Dienstes ist hierfür vonnöten.

Nach der Anmeldung bei Gravit wird Ihnen ein persönlicher Online-Speicher bereitgestellt – ähnlich wie bei Dropbox, Google Drive und anderen Cloud-Speicher-Diensten. Hierüber können Sie innerhalb der Webanwendung Ihre Illustrationen speichern und bereits vorhandene Grafiken hochladen und so in Ihre Designs einfügen. Neben der unkomplizierten Bedienung punktet Gravit vor allem mit einer Teamfunktion, über die verschiedene Nutzer zusammen an Grafiken arbeiten können. Darüber hinaus bietet die Web-App sogar die Ausgabe von Designs im CMYK-Farbmodell an.

Die Anwendung bietet darüber hinaus verschiedene Blanko-Vorlagen für YouTube, Facebook und Twitter, die eine optimale Abmessung für Banner und Posts innerhalb der sozialen Netzwerke aufweisen. Auch für diverse Druckformate (z. B. DIN A4, Postkarte, Flyer, Visitenkarte), Präsentationen, Webseiten, E-Books sowie verschiedene Smartphone- und Tablet-Displaygrößen werden solche Schablonen angeboten. Des Weiteren bietet Gravit auch einige Templates, die bereits über ein Design verfügen und zur freien Verfügung stehen. Außerdem ist es möglich, auf über 29.000 Icons, mehr als 1.000 Fotografien und eine Sammlung von Google Fonts (Web-Schriftarten von Google) zurückzugreifen und die eigenen Designs damit auszugestalten.

Gravit ist sehr einsteigerfreundlich. Die Website führt bereits kurz in die elementaren Features des Vektorgrafik-Tools ein. Zudem erklären diverse englischsprachige Video-Tutorials die verschiedenen Funktionen und die Arbeitsweise mit dem Programm. Insgesamt ist der Funktionsumfang gegenüber Inkscape allerdings kleiner. Für die Anfertigung von Logos, Bannern und Layouts – vor allem für das Web – ist Gravit aber eine äußerst nützliche Web-App, mit der Sie schnell Ergebnisse von hoher Qualität erzielen können. Fraglich ist bei dem Tool allerdings, womit die Entwickler auf Dauer Geld verdienen möchten. Denkbar wäre, dass verschiedene Funktionen in Zukunft nur mit einem kostenpflichtigen Premium-Account verfügbar sind.

Vorteile Nachteile
Plattformunabhängig (Anwendung wird über den Browser bedient) Registrierung erforderlich
Zusammenarbeit mehrere Nutzer an einer Grafik möglich Bietet nur Basis-Tools für die Anfertigung und Bearbeitung von Grafiken
Einfache Bedienung und ausgesprochen einsteigerfreundlich Nur auf Englisch verfügbar
Vorlagen und Templates sowie optionale Ausgabe im CMYK-Farbmodell vorhanden  

SVG-Edit

Die Open-Source-Software SVG-Edit zählt zu den Pionieren unter den Vektorgrafik-Webanwendungen und existiert bereits seit 2009. Die Applikation können Sie in jedem modernen Browser bedienen – hierfür gehen Sie einfach auf die entsprechende SVG-Edit-Webseite auf der Plattform GitHub und klicken unter dem Pfad „releases“ auf den angegebenen Link. Alternativ können Sie aber auch den Quellcode herunterladen und die Anwendung auf einer Website einbetten. Außerdem gibt es verschiedene Browser-Add-ons von SVG-Edit.

Die bereitgestellten Funktionen sind vergleichbar mit denen von Gravit. Jedoch werden keine Vorlagen und Templates angeboten und die Auswahl an Symbolen und Icons ist wesentlich kleiner. Das Einbinden externer Grafiken ist aber auch mit SVG-Edit möglich. Ein klarer Vorteil gegenüber Gravit ist, dass Sie sich für die Nutzung der Web-Applikation nicht anmelden müssen, sondern diese einfach im Browser aufrufen und die erstellte Grafik auf Ihren Rechner herunterladen können. Auch die Tatsache, dass es sich bei SVG-Edit um eine Open-Source-Anwendung handelt, stellt für viele User einen Pluspunkt dar. So können Sie sich die Software auf Ihrem Rechner installieren und auf dem localhost starten (die Speicherung erfolgt lokal).

Die Benutzeroberfläche des Tools ist sicherlich nicht die modernste, dennoch bietet sie alle wesentlichen Funktionen. Allerdings werden die Funktionen von SVG-Edit an keiner Stelle explizit erklärt. Dies macht die Web-App eher für Nutzer mit einem gewissen Know-how in der Bedienung von Vektoreditoren interessant. Aufgrund des Fehlens von vorgefertigten Templates, frei verfügbaren Bildern etc. empfiehlt sich die Nutzung von SVG-Edit für User, die selbständig und ohne vorgefertigte Vorlagen ihre eigenen Designs umsetzen möchten.

Vorteile Nachteile
Als plattformunabhängige Web-App oder als Installation nutzbar Bietet nur Standardfunktionen für die Erstellung von Grafiken
Keine Anmeldung erforderlich Enthält nur wenige Symbole

Vectr

Mit Vectr steht Ihnen ein weiteres Designprogramm zur Verfügung, das sich auf die essenziellen Funktionen einer Vektorgrafik-Software beschränkt. Die Anwendung kann für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, macOS, Linux und sogar Chrome OS) heruntergeladen, aber auch als Webanwendung genutzt werden (wenn eine Internetverbindung besteht, werden die Dateien dabei automatisch synchronisiert). Um die mit Vectr erstellten Designs speichern zu können, ist eine Registrierung bzw. Anmeldung bei Facebook, Twitter oder Google erforderlich.

Die grundsätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten von Grafiken entsprechen in vielerlei Hinsicht dem Angebot von Gravit – allerdings verfügt Vectr über keine Vorlagen, Templates oder frei verfügbare Fotos und nur über eine Handvoll Symbole, die Sie in Ihre Designs einfügen können. Das Onlinetool besitzt weitere Ähnlichkeiten zu Gravit: So ist auch Vectr für Einsteiger in das Grafikdesign geeignet und bietet zudem viele Tutorials und Gebrauchsanleitungen für das Tool (in Form von Artikeln auf der Website des Dienstes). Des Weiteren unterstützt es ebenso die Zusammenarbeit mehrerer Personen an einem Design. Bisher können zwar andere Nutzer nur beim Designen von Grafiken zuschauen (indem der Link einer Vectr-Sitzung an andere Nutzer verschickt wird, bei dem die Benutzeroberfläche des Designers gespiegelt und im Browser übertragen wird); allerdings soll bald eine echte Teamfunktion angeboten werden, bei der mehrere Personen an ein und demselben Design Veränderungen vornehmen können.

Vorteile Nachteile
Sowohl als Download für Windows, macOS, Linux und Chrome OS sowie als Web-App verfügbar Bietet nur Basis-Tools für die Anfertigung und Bearbeitung von Grafiken
Link-Sharing ermöglicht es anderen Nutzern, die Umsetzung eines Designs in Echtzeit zu verfolgen (Teamfunktion für gemeinsames Arbeiten an Designs ist in Planung) Nur auf Englisch verfügbar
Dank einfacher Bedienung und ausführlichen Gebrauchsanweisungen für Anfänger geeignet Sehr kleine Auswahl an Icons

Überblick: direkter Vergleich der Vektorgrafik-Software

  Unterstützte Plattformen Funktionsumfang, verfügbare Erweiterungen Benutzerfreundlichkeit Einsteigerfreundlichkeit Umwandlung von Rastergrafik in Vektorgrafik möglich? Unterstützt Ausgabe von Grafiken im CMYK-Farbmodell? Deutschsprachig? Kostenlos?
Adobe Illustrator Windows und macOS -
Inkscape Windows, macOS und Linux -
Gravit Plattformunabhängige Web-App - -
SVG-Edit Plattformunabhängige Web-App, lokale Installation möglich - -
Vectr Download für Windows, macOS, Linux und Chrome OS; plattformunabhängige Web-App - - -

Große Auswahl an kostenlosen Adobe-Illustrator-Alternativen

Für eine vektorbasierte Grafik-Software müssen sie nicht zwangsläufig Geld ausgeben. Insbesondere wenn Sie nur gelegentlich Bilder, Logos oder Icons für Webprojekte benötigen, bieten sich alle in diesem Artikel präsentierten Anwendungen an. Wer professionelle Druckvorlagen erstellen möchte, hat hingegen schon eine kleinere Auswahl: Inkscape eignet sich aufgrund der umständlichen Herstellung von Grafiken im CMYK-Farbmodell nur bedingt dafür; bei SVG-Edit und Vectr fehlt die CMYK-Ausgabe komplett. Allerdings haben die beiden letztgenannten Anwendungen den Vorteil, dass Sie als Web-App angeboten werden, wodurch Sie diese ganz einfach im Browser nutzen können und keine eigene Software auf Ihrem Rechner installieren müssen. Dasselbe gilt für das Online-Grafik-Tool Gravit; allerdings ist hierbei eine Registrierung beim Anbieter vonnöten. Im Gegenzug bekommen Sie dafür aber auch Cloud-Speicher für Ihre Projekte, viele Extras (Symbole, Fotos, Templates, Vorlagen etc.) und die Möglichkeit, im Team an Grafiken zu arbeiten.

Verglichen mit den meisten kostenpflichtigen Vektorgrafikprogrammen besitzt keines der Gratis-Programme ein ähnlich umfangreiches Leistungsspektrum. Allein eine kostenlose Grafik-Software kann annähernd mit Anwendungen wie Adobe Illustrator, CorelDRAW oder Sketch mithalten: Inkscape. Das Programm genügt als einzige der in diesem Artikel vorgestellten Anwendungen professionellen Ansprüchen und ist mit Abstand die leistungsfähigste aller kostenlosen Adobe-Illustrator-Alternativen.

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