Targeting ist im On­line­mar­ke­ting ver­wur­zelt. Im deutschen Sprach­ge­biet wird dafür manchmal der Begriff „Ziel­grup­pen­an­spra­che“ verwendet. Un­ter­neh­men geben oft große Summen für Marketing-Kampagnen aus. Das Ziel: ein Produkt so publik wie möglich zu machen, um den Umsatz zu steigern. Das beworbene Produkt ist jedoch nicht für alle Menschen von gleichem Interesse. Durch Targeting sollen möglichst nur po­ten­zi­el­le Kunden Wer­be­ban­ner, Videos oder Such­ma­schi­nen­an­zei­gen sehen. Unter allen Nutzern einer Website findet Targeting diejenige Ziel­grup­pe, die sich für das jeweilige Produkt oder die Dienst­leis­tung in­ter­es­sie­ren könnte. Je genauer die Fil­ter­ein­gren­zung, desto weniger Streu­ver­lus­te ver­zeich­net die Kampagne.

Je nachdem, was Sie bewerben, eignen sich ver­schie­de­ne Targeting-Methoden. Kom­bi­nie­ren und ana­ly­sie­ren Sie ver­schie­de­ne Methoden, um Ihre Marketing-Maßnahmen optimal an zu­künf­ti­ge oder be­stehen­de Kunden an­zu­pas­sen. Eine re­gu­lier­te Häu­fig­keit von Wer­be­ein­blen­dun­gen (Frequency Capping) kann dabei den Un­ter­schied zwischen einer Kauf­ent­schei­dung und einer Ablehnung oder gar Banner Blindness ausmachen.

De­fi­ni­ti­on Targeting

Targeting (engl. to target = ins Visier nehmen, zielen) ist ein Verfahren im On­line­mar­ke­ting und meint die ziel­ge­rich­te­te Schaltung von Wer­be­ele­men­ten auf Websites oder in Such­ma­schi­nen. Dabei werden ent­spre­chen­de Ziel­grup­pen so direkt wie möglich an­ge­spro­chen. Die in­di­vi­dua­li­sier­te Werbung soll Streu­ver­lus­te vermeiden und den Absatz steigern sowie Kunden binden. Keyword-Targeting ist eine ver­brei­te­te Taktik. Es gibt diverse tech­ni­sche und text­ba­sier­te Targeting-Methoden.

Kurze Be­griffs­er­klä­rung: Streu­ver­lus­te

Wenn Sie mit der Streuung (Ver­brei­tung) von Werbung in ver­schie­de­nen Medien ein größeres Feld erreichen als die an­ge­streb­te Ziel­grup­pe, läuft Ihre Kampagne ver­mut­lich zu großen Teilen ins Leere. Da sich nur ein Teil der an­ge­spro­che­nen Nutzer für Ihr Produkt in­ter­es­siert, kor­re­lie­ren Streuung und po­ten­zi­el­ler Absatz nicht mit­ein­an­der. Die Differenz von Absatz und Streuung ist der Streu­ver­lust. Er sorgt für unnötige Wer­be­aus­ga­ben. Legen Sie daher eine Ziel­grup­pe fest und ana­ly­sie­ren Sie deren Daten über besuchte Seiten, the­men­über­grei­fen­de Vorlieben und kon­kur­renz­fä­hi­ge Keywords. Setzen Sie Ihren Streuplan gezielt um.

So funk­tio­niert Target-Marketing

Innerhalb eines Ad­ver­ti­sing Networks tauschen Websites mit­ein­an­der Daten aus, um ein möglichst genaues Kun­den­pro­fil der User zu erhalten. Dies geschieht häufig über Browser-Cookies. In den kleinen Dateien werden nicht nur die be­vor­zug­ten Ein­stel­lun­gen einer Website im je­wei­li­gen Browser hin­ter­legt, sondern auch ziel­grup­pen­re­le­van­te Nut­zer­da­ten wie Alter, Ge­schlecht, Region, Kauf­ent­schei­dun­gen und Such­ver­lauf. Netz­werk­part­ner nutzen die Daten der Cookies, um auf anderen Seiten des Networks ziel­grup­pen­ori­en­tier­te Werbung zu schalten. Bevor Sie eine Kampagne starten, ana­ly­sie­ren Sie Ihre Kun­den­da­ten genau und de­fi­nie­ren Sie Ihre Ziel­grup­pe.

Wer­be­netz­wer­ke wie Google AdSense, Amazon Part­ner­Net oder Facebook Audience Network punkten mit einer Vielzahl sta­tis­ti­scher Daten, da deren Anbieter in ihren Bereichen (Such­ma­schi­ne, On­line­han­del, Social Media) jeweils Markt­füh­rer sind. Millionen von Nutzern weltweit geben per­sön­li­che Daten an, verwenden die Such­funk­ti­on und geben ihre In­ter­es­sen durch Likes preis. Wer­be­trei­ben­de kon­fi­gu­rie­ren Ihre Streu­pla­nung anhand dieser Kriterien. Nutzer sehen dann idea­ler­wei­se nur Werbung, für die sie sich in­ter­es­sie­ren. Suchen sie z. B. nach Ba­de­mög­lich­kei­ten in der Umgebung und haben bei Facebook ihren Be­zie­hungs­sta­tus und Kinder angegeben, erhalten sie viel­leicht wenig später Angebote für fa­mi­li­en­freund­li­che Un­ter­künf­te am nächsten See oder Strand­spiel­zeug. Warum und wie welcher User ein spe­zi­fi­sches Banner sieht, hängt von der je­wei­li­gen Targeting-Methode ab.

Durch die richtige Ziel­grup­pen­an­spra­che versorgen Sie User theo­re­tisch rundum mit allem, was sie brauchen oder wollen könnten. Wenn Sie zudem im direkten Dialog mit Ihren Kunden stehen, etwa über News­let­ter oder Social Media, fühlen sich diese direkt an­ge­spro­chen und wert­ge­schätzt. So bauen Sie sich einen treuen Kun­den­stamm auf. Zudem wächst der In­for­ma­ti­ons­pool, was Ihnen hilft, Ziel­grup­pen­wün­sche zu an­ti­zi­pie­ren.

Tipp

Sie wollen ziel­grup­pen­ge­naue Werbung schalten? Lesen Sie bei uns mehr über Ad­ver­ti­sing Networks wie Google AdSense und dessen Al­ter­na­ti­ven für kleinere Shops.

Die Nutzung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten hat aber auch Kritiker. Zum einen sind Digital Citizens immer mehr auf Da­ten­schutz sen­si­bi­li­siert. Die Vor­stel­lung vom „gläsernen Kunden“, über den eine ungeheure Fülle an per­sön­li­chen Daten existiert, die ana­ly­siert und aus­ge­wer­tet oder zweck­ent­frem­det werden, ist längst keine Zu­kunfts­mu­sik mehr. Deshalb ist bei allem Eifer für per­so­na­li­sier­te Werbung der Si­cher­heits­aspekt nicht aus den Augen zu lassen, wenn Sie mit Kun­den­da­ten arbeiten.

Zum anderen bewirken Sie einen ge­gen­tei­li­gen Effekt, wenn Sie Ihren Kunden ohne Unterlass bis in jede Ecke des Netzes folgen. Po­ten­zi­el­le Kunden sind womöglich irritiert, wenn sie bei jeder neu an­ge­klick­ten Seite mit per­so­na­li­sier­ter Werbung an­ge­spro­chen werden. Einige löschen dann ihre Cookies. Mit Frequency Capping sorgen Sie dem vor, also indem Sie die Häu­fig­keit der Anzeigen re­gu­lie­ren.

Targeting-Methoden kurz erklärt

Wenn Gärtner Steck­rü­ben an­pflan­zen, ver­streu­en sie das Saatgut nicht einfach auf dem Beet, sondern ziehen gerade Furchen, halten genau Abstand zwischen den Pflanzen und setzen sie ein bis zwei Zen­ti­me­ter tief in einen humosen Boden. Grassaat hingegen werfen Sie locker auf die Erde und wässern an­schlie­ßend gut. Würden sie die An­bau­me­tho­den ver­tau­schen, wüchsen weder Rüben noch Gras. Analog zu diesem einfachen Beispiel hängt das Ergebnis einer Marketing-Kampagne von den Kun­den­an­sprü­chen und der Wahl der Targeting-Methode ab. Bedenken Sie daher genau Ihre Ziel­grup­pe und kom­bi­nie­ren Sie die dazu passenden Targeting-Taktiken. Die Methoden ordnen wir in zwei Ka­te­go­rien: tech­ni­sches Targeting sowie Benutzer- und Umgebungs-Targeting.

Bei den tech­ni­schen Methoden ana­ly­sie­ren Sie, zu welchen Zeiten Ihre Ziel­grup­pe das Internet nutzt. Sie ermitteln den Standort und die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen. Mit diesen Methoden erreichen Sie Ihre Ziel­grup­pe, wenn sie emp­fäng­lich für Werbung ist. Zudem stellen Sie sicher, dass Endgeräte und Browser Ihre Wer­be­mit­tel optimal dar­stel­len. Die Stra­te­gien, die sich mit den Nutzern und dem Umfeld Ihres Contents be­schäf­ti­gen, setzen auf eine genaue Analyse von Such­an­fra­gen und der Wege, die Ihre Kunden im Netz gehen. An den Schnitt­punk­ten schalten Sie Werbung, die die User im besten Fall als hilfreich oder in­ter­es­sant empfinden.

Tech­ni­sche Targeting-Methoden Nutzer- und Umgebungs- Targeting-Methoden
Zeitlich Nach Keyword
Örtlich (Geo-Targeting) Se­man­tisch
Band­brei­te Kon­tex­tu­ell
Kom­pa­ti­bi­li­tät mit Be­triebs­sys­tem und Browser (Com­pa­ti­bi­li­ty) So­zio­de­mo­gra­fisch
Kun­den­ver­hal­ten (Be­ha­vi­oral)
Auf einem Channel
Auf sozialen Medien

Zeit­li­ches Targeting

Zu dieser Methode gehören das Frequency Capping und die zeitlich li­mi­tier­te Schaltung. Beim Frequency Capping (engl. = „Fre­quenz­de­cke­lung“) erscheint Ihre Werbung innerhalb eines Ad-Netzwerks einem Nutzer nur in einer be­grenz­ten Häu­fig­keit. Auch die absolute Zahl der Ein­blen­dun­gen pro User können Sie ein­schrän­ken. So vermeiden Sie über­sät­tig­te Nutzer, die Ihre Inhalte ablehnen oder kaum noch wahr­neh­men. Zu­sätz­lich lässt sich die Schaltung von Anzeigen zeitlich li­mi­tie­ren, idea­ler­wei­se auf bestimmte Tage oder Uhrzeiten, zu denen Ihre Ziel­grup­pe in größerer Zahl das Internet nutzt. So schöpfen Sie das Potenzial einer Kampagne effektiv aus.

Örtliches Targeting

Geo-Targeting (auch Regio-Targeting) be­rück­sich­tigt den Standort des Users in Relation zu Ihrem Angebot. Regionale Dienst­leis­ter wie Hand­wer­ker oder Events wie Messen pro­fi­tie­ren von einer orts­spe­zi­fi­schen Strategie. Wer bei­spiels­wei­se nach einem Schlüs­sel­dienst sucht, wird in den Er­geb­nis­sen Dienste in der Nähe zum eigenen Standort vor­ge­schla­gen bekommen. Regionale Anbieter vermeiden so Streu­ver­lus­te, da sie sich nur auf ihren rea­lis­ti­schen Kun­den­kreis be­schrän­ken. Regional ein­ge­grenz­te Werbung ist zudem bei Me­di­en­an­ge­bo­ten sinnvoll, deren Ur­he­ber­recht von Land zu Land un­ter­schied­lich geregelt ist. Sie können das Ein­zugs­ge­biet auf Kon­ti­nen­te, Länder, einzelne Städte oder gar Stadt­tei­le festlegen.

Band­brei­ten-Targeting

Mit dieser Strategie legen Sie fest, bei welcher Band­brei­te Ihre Werbung angezeigt wird. Auf Smart­phones oder auf Geräten, die nur über einen langsamen In­ter­net­zu­gang verfügen, treiben üppig aus­ge­ar­bei­te­te Banner oder Videos die La­de­zei­ten in die Höhe. Teilweise brechen Browser sogar den La­de­vor­gang ab. Das würde User verärgern, die beim Surfen gestört werden. Außerdem käme Ihr Wer­be­mit­tel nicht beim Publikum an. Bei Breitband-Surfern können Sie hingegen mit einem witzig ge­stal­te­ten Video oder einem äs­the­ti­schen Banner punkten.

Com­pa­ti­bi­li­ty-Targeting

Die Dar­stel­lung von Websites weicht je nach Browser und Be­triebs­sys­tem ab. Außerdem un­ter­schei­den sich die Endgeräte wie PC, Tablet oder Smart­phone von­ein­an­der in Größe und Format. Passen Sie Ihre Ad-Banner für die ver­brei­te­ten Formate und Browser an, damit sie überall gut aussehen. Für manche Anbieter ist das Be­triebs­sys­tem, das eine Ziel­grup­pe mehr­heit­lich verwendet, von Interesse, weil sie das Wer­be­ban­ner-Design darauf aus­rich­ten müssen. Andere, etwa Software-Ent­wick­ler, passen den Inhalt von Anzeigen an das be­tref­fen­de Be­triebs­sys­tem an. Nutzen die po­ten­zi­el­len Kunden Windows, Mac oder Linux? Darauf ab­ge­stimm­te Werbung bietet Produkte, die mit dem je­wei­li­gen Be­triebs­sys­tem kom­pa­ti­bel sind oder weist auf Updates hin. Surft Ihre Ziel­grup­pe nur mit Chrome oder Firefox, reicht es aus, die Anzeigen in diesen Browsern zu streuen.

Keyword-Targeting

Keyword-Targeting ist eine Marketing-Methode, die Nutzern basierend auf ihren Such­ein­ga­ben wer­be­wirk­sa­me Inhalte prä­sen­tiert und somit zur Such­ma­schi­nen­wer­bung (SEA) zählt. Zuvor wählen Sie einzelne Keywords aus, die einen Bezug zum be­wor­be­nen Produkt haben. Diese legen Sie als Target-Keywords fest, wenn Sie Ihre Kampagne im Ad-Network buchen. Sobald In­ter­net­nut­zer diese Wörter in die Such­ma­schi­ne eingeben, erscheint Ihre Werbung bei den Er­geb­nis­sen. Bewerben Sie z. B. ein Rei­se­pa­ket inklusive Flug und Hotel am Strand von Teneriffa, wählen Sie verwandte Keywords wie „Strand­ur­laub“, „Schnor­cheln in Teneriffa“ oder „Teneriffa Flug“. Wenn Nutzer nach „Schnor­cheln“ und „Teneriffa“ suchen, erhalten sie Ihr Angebot als Sponsored Content oder Ad in der Er­geb­nis­lis­te – vor­aus­ge­setzt, es ist gut genug darauf zu­ge­schnit­ten und es gibt nicht zu viel Kon­kur­renz, die Ihnen die vor­han­de­nen Plätze streitig macht.

Con­tex­tu­al Targeting

Das Con­tex­tu­al Targeting („Kontext-Targeting“) schaltet Anzeigen nicht auf einzelne Such­wör­ter oder -phrasen. Die Methode setzt statt­des­sen auf das Interesse an einem Thema, mit dem sich mögliche Kunden gerade be­schäf­ti­gen. Deshalb plat­zie­ren Sie Wer­b­e­inhal­te in Textform auf Websites mit passender The­men­aus­rich­tung. Dabei zählt auch, welche the­men­re­le­van­ten Schlag­wör­ter der Content der je­wei­li­gen Seite abdeckt. Der Screen­shot von der Website Eat­S­mar­ter! zeigt Banner und Text­wer­bung unter einem Artikel, der sich mit gesunder Ernährung bei kleinem Budget be­schäf­tigt.

Die Keywords der Seite bewegen sich um die Themen „Essen“, „Ge­sund­heit“ und „günstig einkaufen“. Dem­entspre­chend be­schäf­ti­gen sich drei der vier Wer­be­mit­tel direkt mit Essen und Ge­sund­heit:

  • „5 Le­bens­mit­tel, die man beim Abnehmen vermeiden sollte“
  • „Kämpfe gegen den Ü-40-Bauch­speck“
  • „Die 5 schlimms­ten Le­bens­mit­tel bei Arthritis“

Das Banner in der rechten unteren Ecke („Entdecke dein Ide­al­ge­wicht“) bewirbt eine BMI-Be­rech­nungs-App. Es zählt damit in die Kategorie „Ge­sund­heit/Abnehmen“.

Con­tex­tu­al Targeting kon­zen­triert sich somit ähnlich wie Keyword-Targeting auf Schlüs­sel­be­grif­fe. Es be­trach­tet sie aber in Ver­bin­dung mit weiteren, the­ma­tisch passenden Keywords im Text. Am Thema in­ter­es­sier­te Leser, so die Annahme, können die Anzeigen als relevant empfinden. Damit ver­bes­sern sich die Chancen, dass sie darauf klicken.

So­zio­de­mo­gra­fi­sches Targeting

Die Markt­for­schung liefert sta­tis­ti­sche Ziel­grup­pen­da­ten, die Marketing-Analysten für ihre Belange auswerten und einsetzen können. Der Kun­den­kreis gibt z. B. frei­wil­lig Alter, Ge­schlecht oder aka­de­mi­schen Grad an. Die Wer­be­trei­ben­den richten Ihre Inhalte nach diesen Kriterien aus und setzen ent­spre­chen­de Targeting-Filter.

Channel-Targeting

Channel-Targeting ordnet Wer­be­mit­tel be­stimm­ten The­men­ka­nä­len zu. Ein Channel umfasst eine Anzahl the­ma­tisch ein­ge­grenz­ter Websites oder passende Un­ter­sei­ten von größeren Domains. Werbung für Ei­gen­hei­me z. B. erscheint auf Haus-und-Garten-Portalen, Websites zur Bau­pla­nung oder im Im­mo­bi­li­en-Teil eines größeren News-Netzwerks. Das Target-Marketing auf einem Channel eignet sich besonders, wenn Sie die eigene Marke bekannt machen wollen. Denn damit grenzen Sie die Ver­brei­tung auf Kanäle ein, die ein Grund­in­ter­es­se an Ihren Produkten oder Inhalten vor­aus­set­zen.

Se­man­ti­sches Targeting

Se­man­ti­sches Targeting ist ein Marketing-Tool, das sich in ständiger Ver­än­de­rung befindet. Statt einzelner Keywords ent­schlüs­selt diese Methode den voll­stän­di­gen Text­in­halt einer Website. Dabei werden synonyme Be­deu­tun­gen genauso erkannt wie Sprich­wör­ter. Da sich Sprache ständig verändert, werden die vor­han­de­nen Da­ten­ban­ken fort­lau­fend erweitert. Ge­schäfts­schä­di­gen­de False Drops (fälsch­lich plat­zier­te Anzeigen, die mit dem Thema einer Seite nichts zu tun haben) sollen so vermieden werden. Das Tool ver­bes­sert auch das Targeting. Es erkennt passende Un­ter­sei­ten auf Domains, die sonst außerhalb der the­ma­tisch re­le­van­ten Ka­te­go­rien an­ge­sie­delt wären.

Be­ha­vi­oral Targeting

Be­ha­vi­oral Targeting begleitet po­ten­zi­el­le Kunden durch das Netz. Anhand von Cookies und Such­ein­ga­ben erstellt das Tool ein Kun­den­pro­fil. Wenn Nutzer sich z. B. mit Urlaub befassen, erhalten Sie danach Angebote für Reisen. Zeigen Nutzer kon­ti­nu­ier­lich Interesse, indem sie wie­der­holt Such­an­fra­ge zum The­men­be­reich stellen, auf Wer­be­ban­ner klicken oder sich lange auf the­men­re­le­van­ten Seiten aufhalten, re­gis­triert das Tool diese In­for­ma­tio­nen in einer Al­go­rith­mus­ket­te. Die ge­sam­mel­ten Daten bilden die Grundlage für ein Kun­den­pro­fil, auf das das Netzwerk alle vor­han­de­nen Wer­be­kam­pa­gnen abstimmen kann. Das Re­tar­ge­ting funk­tio­niert ähnlich – dessen Fokus liegt aber auf Kunden, die Sie zu­rück­ge­win­nen wollen.

Tipp

Sie wollen mehr über die ver­hal­tens­ori­en­tier­te Targeting-Methode erfahren? Lesen Sie unseren Artikel über Be­ha­vi­oral Targeting.

Social-Media-Targeting

Facebook und Co. verfügen über ein enormes Reservoir an Nut­zer­da­ten. Kunden vertrauen sozialen Medien Ihre per­sön­li­chen Vorlieben an, kom­mu­ni­zie­ren mit Anbietern und bringen Freunde in den Kun­den­kreis. Mithilfe von Social-Media-Targeting-Tools schalten Sie auf den Platt­for­men per­so­na­li­sier­te Werbung. Aus­führ­li­che In­for­ma­tio­nen zu den Wer­be­mög­lich­kei­ten in sozialen Netz­wer­ken erhalten Sie in unserem Artikel zum Social-Media-Ad­ver­ti­sing.

Feh­ler­quel­len und Grenzen des Tar­ge­tings

Beim Targeting treten teilweise False Drops (auch: „False Hits“, also fälsch­lich plat­zier­te Inhalte) auf. Häufige Auslöser sind mehr­deu­ti­ge Begriffe (Homonyme). Wenn ein Keyword mehr als eine Bedeutung aufweist, taucht die Anzeige mög­li­cher­wei­se an falscher Stelle auf. Suchen Nutzer etwa nach der Kom­bi­na­ti­on „Teneriffa“ und „Pass“, schlägt die Such­ma­schi­ne sowohl beliebte Passwege in Te­ne­rif­fas Gebirgen vor als auch In­for­ma­tio­nen zu amtlichen Pässen, Visa und Impf­schutz. Beide Be­griffs­fel­der gehören zum Thema „Reisen“, wecken aber un­ter­schied­li­che As­so­zia­tio­nen bei Usern. Ge­birgs­päs­se lassen an Berg­wan­de­run­gen, sich schlän­geln­de Wege und weite Aus­sich­ten denken. Der Reisepass hingegen steht oft in Ver­bin­dung mit zeit­rau­ben­den Be­hör­den­gän­gen und drin­gen­den Rei­se­vor­be­rei­tun­gen.

Eine Werbung für Rad­wan­de­run­gen, wenn ein User sich gerade mit Visa-Vor­schrif­ten be­schäf­tigt, zielt knapp daneben. Größere Probleme stellen völlig ir­rele­van­te oder ab­träg­li­che Keywords dar. Solche False Drops schaden der Kampagne, weil das Keyword entweder in einem negativ besetzten Kontext erscheint oder Personen außerhalb der Ziel­grup­pe anspricht. Diese Streu­ver­lus­te wirken sich auf Ihr Budget aus. Prüfen Sie daher vorher, ob Ihre Werbung durch die gewählten Keywords in einen un­pas­sen­den Kontext geraten könnte.

Tipp

Bei Google AdWords erstellen Sie einfach ziel­grup­pen­spe­zi­fi­sche Display-Netzwerk-Kampagnen. Der AdWords-Support erklärt, wie Sie die Fein­ab­stim­mung beim Targeting vornehmen.

Auch beim Con­tex­tu­al Targeting er­schei­nen Banner teilweise an un­pas­sen­der Stelle. Nehmen wir als Beispiel wieder das Teneriffa-Rei­se­pa­ket: Geben Sie als Keywords „Teneriffa“, „Flug“ und „Reise“ an, erscheint Ihre Anzeige mög­li­cher­wei­se in einem Artikel über den Zu­sam­men­stoß zweier Jumbo-Jets auf dem Flughafen von Teneriffa im Jahr 1977 – denn die Keywords er­schei­nen im Artikel. Leser könnten Ihre Marke letztlich mit den negativen Aussagen des Textes as­so­zi­ie­ren. Zur Ver­fei­ne­rung der Methode wird nach Mög­lich­keit eine se­man­ti­sche Content-Analyse vor­ge­schal­tet.

Channel-Targeting scheint eine sichere Marketing-Form zu sein. Jedoch er­mög­licht diese Methode kein son­der­lich präzises Targeting. Un­ter­sei­ten eröffnen oft stärker umgrenzte The­men­schwer­punk­te, weshalb dort viel eher ziel­ge­nau­es Marketing möglich ist. Channel-Targeting arbeitet mit gröberen Ka­te­go­rien. Da in dieser weit gefassten In­ter­es­sens­grup­pe die Zahl der Kauf­in­ter­es­sen­ten ver­gleichs­wei­se niedrig sein wird, besteht immer ein gewisser Streu­ver­lust.

Selbst Be­ha­vi­oral Targeting hat seine Probleme. Zwar entsteht mit der Zeit ein Kun­den­pro­fil, die In­for­ma­tio­nen rufen Werber aber erst nach Verlassen einer Website auf. Anzeigen folgen den Usern durch das Netz, auch wenn diese viel­leicht schon einen Kauf getätigt oder ihr Interesse anderen Dingen zugewandt haben. Das Timing ist bei dieser Methode nicht zu un­ter­schät­zen. Pre­dic­ti­ve Be­ha­vi­oral Targeting („vor­aus­schau­en­des Ver­hal­tens-Targeting“) geht deshalb einen Schritt weiter. Diese Methode ergänzt bereits vor­han­de­ne Kun­den­in­for­ma­tio­nen zum Surf­ver­hal­ten um Re­gis­trie­rungs­ein­trä­ge und Um­fra­ge­wer­te für eine sofortige Analyse. Marketing-Al­go­rith­men nutzen die so ent­ste­hen­den Profile, um Kunden direkt auf der Seite an­zu­spre­chen.

Fazit

Targeting macht Marketing zu dem, was im besten Fall sein soll: ziel­ge­rich­te­te Werbung. Wenn Sie Ihre Ziel­grup­pe kennen und Ihre Anzeigen maß­ge­schnei­dert aus­spie­len lassen, ver­rin­gert sich der Streu­ver­lust. Targeting-Methoden werden dabei immer aus­ge­feil­ter. Mit täglichen Analysen erfassen Sie die Effizienz Ihrer Targeting-Filter, passen diese an und reagieren blitz­schnell auf Markt­ver­än­de­run­gen. Somit machen Sie mehr aus Ihrem Marketing-Budget.

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