Zielgruppe definieren: in 5 Schritten zur Zielgruppenbeschreibung
Um eine Zielgruppe zu definieren, analysieren Unternehmen zunächst ihr Angebot, den Markt und die Konkurrenz. Anschließend bestimmen sie anhand belastbarer Daten, welche Personen oder Organisationen passende Bedürfnisse, Merkmale und Verhaltensweisen aufweisen. So entsteht eine präzise Grundlage für gezielte Marketingmaßnahmen.
Was ist eine Zielgruppe?
Eine Zielgruppe umfasst Personen oder Organisationen, die ein Unternehmen mit seinem Angebot oder seiner Kommunikation erreichen möchte. Dazu können potenzielle Kunden, Nutzende, Entscheidungsverantwortliche oder andere am Kauf beteiligte Personen gehören. In der Regel haben diese Personen ähnliche Bedürfnisse und Gemeinsamkeiten, beispielsweise hinsichtlich ihres Lebensstils oder bestimmter demografischer Merkmale.
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Wie definiert man eine Zielgruppe?
Bevor Sie mit der Zielgruppenbeschreibung beginnen, ist es gut zu wissen, dass es nicht immer nur eine, sondern manchmal auch mehrere Zielgruppen gibt. Wichtig ist, dass Sie sich dabei nicht von einem Gefühl oder Wunschdenken leiten lassen, sondern möglichst realistische Annahmen treffen und diese mit Daten belegen. Je genauer Sie bei der Beschreibung sind, desto präziser können Sie später Ihre Marketingmaßnahmen ausrichten.
Schritt 1: Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Produkt
Um eine Zielgruppe zu definieren, schauen Sie sich zuerst Ihr Produkt bzw. Ihren Service an:
- Welchen Mehrwert bietet Ihr Angebot?
- Was leistet es besser als vergleichbare Angebote?
- Welche Bedürfnisse erfüllt oder welche Probleme löst es?
- Welche Werte verkörpern Ihr Unternehmen und Ihr Angebot?
Schritt 2: Beschäftigen Sie sich mit Ihrer (potenziellen) Kundschaft
Haben Sie sich intensiv mit Ihrem Produkt bzw. Ihrem Dienstleistungsportfolio auseinandergesetzt, helfen Ihnen folgende Fragen dabei, Ihre Zielgruppe zu beschreiben:
- Welcher Personenkreis hat die Bedürfnisse oder Probleme, die Sie mit Ihrem Angebot erfüllen bzw. lösen?
- Welche Personen wollen Sie ansprechen (und welche nicht)?
- Welche Personengruppen passen bewusst nicht zu Ihrem Angebot und sollten daher bei der Ansprache nicht priorisiert werden?
Nach Beantwortung dieser Fragen können Sie nun die eigentliche Zielgruppe definieren. Dafür gibt es verschiedenste Kriterien, die sich nach folgenden Schwerpunkten sortieren lassen:
- Demografische Merkmale wie Alter oder Geschlecht
- Geografische Merkmale wie Wohnort oder Region
- Sozioökonomische Merkmale wie Bildung und Beruf
- Psychografische Merkmale wie Interessen, Werte und Bedürfnisse
- Kaufverhalten, beispielsweise wie oft bestimmte Produkte gekauft werden oder wie wichtig der Preis beim Kauf ist
Im B2C-Bereich stehen häufig personen- und verhaltensbezogene Merkmale im Vordergrund. Bei B2B kommen firmografische Merkmale wie Branche, Unternehmensgröße oder Standort hinzu. Außerdem sind an Kaufentscheidungen häufig mehrere Personen mit unterschiedlichen Aufgaben und Interessen beteiligt. Berücksichtigen Sie deshalb auch die Rollen im sogenannten Buying Center, beispielsweise Nutzende, fachlich Beeinflussende, den Einkauf, Entscheidungsverantwortliche und Gatekeeper, die den Zugang zu Informationen oder entscheidenden Personen steuern.
Schritt 3: Beschäftigen Sie sich mit Ihrer Konkurrenz
Analysieren Sie konkurrierende Unternehmen, deren Kommunikation und die angesprochenen Zielgruppen. Letzteres lässt sich oft gut in sozialen Netzwerken feststellen, wo ein Austausch mit den bestehenden Kundinnen und Kunden stattfindet. Erkennen Sie Unterschiede zwischen sich und der Konkurrenz und nutzen Sie diese, um ggf. eine andere Zielgruppe oder dieselbe Zielgruppe mit einer klareren Positionierung und passenderen Botschaften anzusprechen.
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Schritt 4: Beschäftigen Sie sich mit dem Markt
Ein weiterer elementarer Schritt bei der Definition der Zielgruppe ist die Auseinandersetzung mit dem Markt, in dem Sie sich bewegen. Führen Sie, wenn nicht schon geschehen, eine Marktanalyse durch und erkennen Sie Chancen und Risiken sowie eventuelle Trends.
Schritt 5: Daten sammeln und Zielgruppe definieren
Die größte Herausforderung bei der Zielgruppendefinition ist es, an verlässliche Daten für die einzelnen Punkte zu gelangen. Hilfreich sind verschiedene interne und externe Datenquellen sowie Methoden der Marktforschung:
- First-Party-Daten: Nutzen Sie Daten, die bei direkten Interaktionen mit Interessierten sowie Bestandskunden und -kundinnen entstehen. Dazu gehören beispielsweise CRM- und Verkaufsdaten, Bestellungen im Online-Shop, Newsletter-Interaktionen, App-Nutzungsdaten sowie anonymisierte Anfragen aus dem Kundenservice oder aus Chats. Voraussetzung ist, dass die Daten unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorgaben erhoben und ausgewertet werden.
- Digitale Signale: Suchanfragen, interne Suchbegriffe, aufgerufene Seiten, Klickpfade, Kaufabbrüche und Conversions geben Hinweise darauf, wonach Personen suchen, welche Inhalte sie interessieren und an welchen Stellen Probleme auftreten. Suchanfragen, über die Personen eine Website bei Google finden, lassen sich mit der Google Search Console untersuchen. Interne Suchbegriffe und das Verhalten auf Websites oder in Apps können – bei entsprechender Einrichtung – mit GA4 oder einer Google-Analytics-Alternative ausgewertet werden.
- Umfragen: Erstellen Sie Online-Umfragen, die Sie auf Ihren eigenen Kanälen oder speziellen Online-Plattformen veröffentlichen. Wichtig ist dabei, dass die Fragen zum einen spezifisch und leicht zu beantworten sind. Zum anderen sollte die Gruppe der Teilnehmenden ausreichend groß und passend zusammengesetzt sein, damit sich belastbare Ergebnisse ableiten lassen.
- Interviews: Führen Sie Interviews mit einzelnen Personen, die Ihre Zielgruppe repräsentieren. Für die Suche nach Interviewpartnern und -partnerinnen können Sie zunächst vorläufige Personas bzw. Buyer Personas als Hypothesen erstellen. Berücksichtigen Sie je nach Geschäftsmodell unterschiedliche Personengruppen und Entscheidungsrollen, beispielsweise Käufer eines Online-Shops, Nutzende und Entscheidungsverantwortliche eines SaaS-Angebots oder die Kundschaft eines lokalen Dienstleistungsbetriebs.
- Online-Recherche: Nutzen Sie frei verfügbare Statistiken, Marktstudien, Branchenberichte und Informationen zu aktuellen Entwicklungen. Diese externen Daten helfen Ihnen dabei, Erkenntnisse aus Ihren eigenen Kanälen einzuordnen und mögliche Zielgruppen zu identifizieren, zu denen noch keine First-Party-Daten vorliegen.
Führen Sie abschließend die First-Party-Daten und digitalen Signale mit den Erkenntnissen aus Umfragen, Interviews, Online-Recherche sowie der Konkurrenz- und Marktanalyse zusammen. Grenzen Sie die Zielgruppensegmente anhand Ihrer Erkenntnisse ein und ergänzen oder verwerfen Sie vorläufig angenommene Segmente.
Werden für die Sammlung der Daten nicht unbedingt erforderliche Analyse- oder Tag-Management-Technologien eingesetzt, die Informationen auf dem Endgerät speichern oder auslesen, ist grundsätzlich eine vorherige Einwilligung erforderlich. Zusätzlich muss die Verarbeitung personenbezogener Daten den Anforderungen der DSGVO entsprechen.
Chat-Interaktionen als Datenquelle nutzen
Echte Fragen von Websitebesuchern und -besucherinnen liefern besonders aussagekräftige Hinweise darauf, was Ihrer Zielgruppe tatsächlich wichtig ist. Jede Konversation mit dem IONOS KI Chat-Assistenten ist zugleich ein Datenpunkt: Welche Fragen werden besonders häufig gestellt, an welchen Stellen entstehen Unsicherheiten und welche Einwände halten Interessierte möglicherweise vom Kauf ab?
Da der Chat-Assistent solche Interaktionen kontinuierlich erfasst, entstehen fortlaufend neue Erkenntnisse über Informationsbedürfnisse, Erwartungen und mögliche Hürden. Zusammengefasst und anonymisiert ausgewertet, können diese Daten bestehende Zielgruppenannahmen bestätigen, neue Segmente sichtbar machen und dabei helfen, Inhalte, Angebote sowie die Kundenansprache gezielter weiterzuentwickeln.
Nach der Zielgruppenbeschreibung: Daten richtig nutzen
Haben Sie Ihre Zielgruppe(n) vor Augen, nutzen Sie diese Informationen, um Ihre Marketingmaßnahmen darauf abzustimmen. Zum einen geht es dabei um die richtigen Kanäle für Ihre Maßnahmen: online oder offline, Facebook oder TikTok, per Newsletter oder Unternehmens-Blog. Dann funktionieren beispielsweise Social-Selling oder Content-Marketing im B2B-Bereich sehr viel effektiver.
Auch bei der inhaltlichen Gestaltung Ihrer Content-Strategie spielt die Zielgruppe eine entscheidende Rolle. Eine richtig interpretierte Zielgruppenbeschreibung kann dazu beitragen, relevante Besuche und Verkäufe zu steigern sowie Streuverluste und Kosten zu reduzieren.
Erfolgskontrolle: So überprüfen Sie, ob Sie Ihre Zielgruppe erreichen
Online gehören Webanalyse-Dienste wie Google Analytics 4 (GA4) zu den wichtigsten Werkzeugen, wenn es um die Erfolgskontrolle von Marketingmaßnahmen geht. In den Statistiken sehen Sie, über welche Kanäle Besucherinnen und Besucher auf Ihre Website gelangen und wie sie dort interagieren. Bei entsprechender Einrichtung lässt sich beispielsweise auch auswerten, ob sie einen Kauf abschließen.
Die Google Search Console ergänzt diese Informationen um Suchanfragen und Daten zur Sichtbarkeit der Website in den Google-Suchergebnissen. Seit Juni 2026 testet Google separate Search-Console-Berichte für die Sichtbarkeit in generativen KI-Funktionen der Suche und in Discover. Sie enthalten derzeit Impressionen und verschiedene Auswertungsdimensionen, jedoch keine Klicks, Klickraten oder Suchanfragen. Die Berichte werden schrittweise ausgerollt und sind daher noch nicht für alle Websites verfügbar.
Shop-Lösungen analysieren außerdem häufig, wie groß Warenkörbe sind, wie hoch die Rate der erneuten Käufe ist und ob und wann Kunden einen Kauf abbrechen. Auch viele Newsletter-Tools bieten Statistiken zu Öffnungs- und Klickraten. In den sozialen Netzwerken verraten – neben den dort hinterlegten Statistiken – Kommentare und Likes, wie erfolgreich eine Maßnahme gewesen ist. Die Kunst ist auch hier, alle diese Daten zusammenzuführen und richtig zu interpretieren. Nutzen Sie die Erkenntnisse, um Ihre einmal definierte Zielgruppe immer wieder zu überprüfen und zu optimieren.


