Eine Cloud GPU (Graphic Processing Unit) ist eine leistungsstarke GPU, die Sie in der Cloud mieten, um rechenintensive Aufgaben wie KI-Training, Inference, Rendering oder Simulation zu beschleunigen. Welche Instanz sinnvoll ist, hängt weniger von „der besten GPU“ ab, sondern von Ihrem Use Case: VRAM, Rechenleistung, Datenpfad (CPU/RAM/Storage), Netzwerk und Software-Stack setzen jeweils andere Grenzen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die passende Cloud GPU auswählen und mit einem Mini-Testplan absichern.

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Typische Use Cases für Cloud GPUs im Überblick

Cloud GPUs kommen überall dort zum Einsatz, wo klassische CPUs bei parallelen Berechnungen, großen Datenmengen oder grafikintensiven Workloads an ihre Grenzen stoßen. Je nach Anwendungsfall verschieben sich dabei die Prioritäten deutlich: Während beim Training von KI-Modellen häufig der verfügbare GPU-Speicher limitiert, stehen bei produktiven Anwendungen oft Latenz, Stabilität und Kostenkontrolle im Vordergrund. Deshalb ist es sinnvoll, die Auswahl einer Cloud GPU immer vom Use Case aus zu denken.

Besonders interessant sind Cloud GPUs für Workloads wie maschinelles Lernen, Deep Learning, Simulationen oder 3D-Rendering, bei denen große Datenmengen gleichzeitig verarbeitet werden müssen. Die folgenden Anwendungsfälle gehören zu den häufigsten Szenarien, in denen Cloud GPUs genutzt werden. Sie unterscheiden sich nicht nur technisch, sondern auch darin, welche Auswahlkriterien später den größten Einfluss auf Leistung und Wirtschaftlichkeit haben.

KI-Training (Deep Learning, LLMs, Computer Vision)

Beim Training von KI-Modellen werden große Datenmengen mehrfach durch neuronale Netze geleitet. Dabei entstehen hohe Anforderungen an den GPU-Speicher, da neben dem Modell selbst auch Aktivierungen, Gradienten und Optimizer-Zustände im VRAM (Video Random Access Memory) abgelegt werden. Gerade bei großen Sprachmodellen oder hochauflösender Bildverarbeitung wird VRAM schnell zum limitierenden Faktor.

Neben der Speicherkapazität spielt auch die Rechenleistung eine zentrale Rolle. Moderne Trainingsprozesse nutzen häufig Mixed Precision, sodass vor allem FP16- oder BF16-Leistung relevant ist. Wichtig ist zudem eine stabile Datenpipeline: Wenn CPU, Arbeitsspeicher oder Storage zu langsam sind, bleibt die GPU trotz hoher Leistung unterfordert. Für sehr große Modelle oder kurze Trainingszeiten kann außerdem der Einsatz mehrerer GPUs sinnvoll sein – vorausgesetzt, Framework und Interconnect sind darauf ausgelegt.

KI-Inference (Batch & Echtzeit)

KI-Inference bezeichnet die Nutzung bereits trainierter Modelle, etwa für Vorhersagen, Klassifizierungen oder generative Antworten. Grundsätzlich lassen sich dabei Batch-Inference und Echtzeit-Inference unterscheiden. Batch-Jobs werden häufig zeitgesteuert ausgeführt und sind auf hohen Durchsatz optimiert, während Echtzeit-Anwendungen wie Chatbots oder Bilderkennung niedrige Antwortzeiten benötigen.

Für viele Inference-Workloads ist keine High-End-GPU erforderlich. Stattdessen kommt es darauf an, die GPU effizient auszulasten und Kosten pro Anfrage gering zu halten. VRAM bleibt dennoch relevant, insbesondere wenn mehrere Modelle parallel betrieben werden oder große Kontextfenster genutzt werden. Zusätzlich gewinnen Netzwerk-Latenz, Monitoring und ein stabiler Software-Stack an Bedeutung, da Inference häufig Teil produktiver Systeme ist.

Data Science und Machine Learning mit GPU

In Data-Science-Workflows werden Cloud GPUs vor allem für Experimente eingesetzt. Sie beschleunigen Feature-Engineering, Modelltests und explorative Analysen in Notebook-Umgebungen. Der Fokus liegt hier weniger auf maximaler Rechenleistung, sondern auf einer guten Balance aus Performance, Kosten und Bedienbarkeit. Typisch für diesen Use Case ist, dass viele Arbeitsschritte weiterhin CPU-lastig sind, etwa Datenaufbereitung oder Join-Operationen. Entsprechend wichtig ist eine ausgewogene Konfiguration aus CPU, RAM und GPU. Eine moderate GPU mit passendem Software-Stack reicht häufig aus, um Iterationszeiten deutlich zu verkürzen, ohne unnötige Kosten zu verursachen.

3D-Rendering, VFX und Video

Bei 3D-Rendering, Visual Effects und Videobearbeitung landen große Teile der Arbeitsdaten direkt im GPU-Speicher. Dazu zählen Szenengeometrien, Texturen, Shader, Effekte und Caches. Ist der verfügbare VRAM zu knapp bemessen, kommt es zu Auslagerungen oder Abbrüchen – selbst dann, wenn die reine Rechenleistung der GPU hoch ist. Neben der Speicherkapazität spielt die Speicherbandbreite eine wichtige Rolle, da große Datenmengen schnell bewegt werden müssen. Ebenso entscheidend ist die Software-Unterstützung: Nicht jedes Tool profitiert von mehreren GPUs, und Treiber- oder Versionskonflikte können die Produktivität stark beeinträchtigen. Ein leistungsfähiger Storage für große Mediendateien rundet das Setup ab.

Simulation, CAE und wissenschaftliche Berechnungen

In Simulationen und wissenschaftlichen Anwendungen werden Cloud GPUs eingesetzt, um numerische Berechnungen zu beschleunigen. Dazu zählen etwa Strömungssimulationen, physikalische Modelle oder komplexe mathematische Verfahren. Je nach Anwendung sind dabei unterschiedliche Zahlformate relevant, häufig FP32 oder FP64. Typisch für diesen Use Case ist ein hoher Bedarf an Speicherbandbreite, da große Matrizen und Datenfelder verarbeitet werden. Gleichzeitig ist Reproduzierbarkeit entscheidend: Gleiche Ergebnisse erfordern identische Software- und Treiberversionen. Eine stabile, gut dokumentierte Umgebung ist hier oft wichtiger als maximale Flexibilität.

VDI und Remote Workstations (optional)

Virtuelle Desktops mit GPU-Beschleunigung ermöglichen es, grafikintensive Anwendungen wie CAD- oder 3D-Software aus der Cloud zu nutzen. Für diesen Use Case steht weniger die absolute Rechenleistung im Fokus, sondern die Nutzererfahrung. Geringe Latenz, eine passende Region und stabile Streaming-Protokolle sind entscheidend. Auch der verfügbare VRAM spielt eine Rolle, insbesondere bei großen Modellen oder mehreren parallelen Sitzungen. Zusätzlich sollten Aspekte wie Multi-Monitor-Support und Peripherie-Integration berücksichtigt werden, damit der virtuelle Arbeitsplatz im Alltag produktiv genutzt werden kann.

Cloud GPU: Die wichtigsten Auswahlkriterien

Welche Cloud GPU sinnvoll ist, entscheidet sich nicht an einer einzelnen Kennzahl. Erst das Zusammenspiel aus Speicher, Rechenleistung, Datenpfad, Netzwerk und Software bestimmt, ob ein Workload effizient läuft oder unnötig Kosten verursacht. Die folgenden Kriterien erklären, wo typische Engpässe entstehen und wie sich ihre Bedeutung je nach Use Case verschiebt.

VRAM (Speicherkapazität)

Der GPU-Speicher (VRAM) ist in vielen Projekten der erste harte Flaschenhals. Er bestimmt, wie viel gleichzeitig auf der GPU verarbeitet werden kann: Modellparameter, Aktivierungen, Gradienten, Optimizer-Zustände oder – bei Rendering – Texturen, Geometrien und Effekte. Reicht der VRAM nicht aus, müssen Daten ausgelagert oder Batch-Größen reduziert werden. Beides führt unmittelbar zu längeren Laufzeiten und höheren Kosten.

Gerade beim KI-Training und AI Fine Tuning wächst der Speicherbedarf oft schneller als erwartet. Schon kleine Anpassungen an Batch-Größe, Sequenzlänge oder Modellarchitektur können den VRAM-Bedarf deutlich erhöhen. Auch bei Inference wird VRAM relevant, sobald mehrere Modelle parallel laufen oder große Kontextfenster genutzt werden. Wer hier zu knapp plant, stößt schnell an Grenzen – unabhängig davon, wie leistungsstark die GPU rechnerisch ist.

Merksatz: Wenn Ihr Workload an „Out of Memory“-Fehlern scheitert oder Batch-Größen reduziert werden müssen, ist mehr VRAM wichtiger als zusätzliche Rechenleistung.

Rechenleistung

Rechenleistung ist nicht gleich Rechenleistung. Für KI-Training sind vor allem FP16- und BF16-Leistung entscheidend, da moderne Frameworks Mixed Precision nutzen, um Geschwindigkeit und Speicherbedarf zu optimieren. Für wissenschaftliche Anwendungen oder bestimmte Simulationen kann dagegen FP32- oder FP64-Leistung relevant sein.

Bei Inference verschiebt sich der Fokus: Hier zählen oft stabile Antwortzeiten, effizienter Durchsatz und eine gute Auslastung der GPU. Hohe Peak-FLOPs (Floating Point Operations per Second, also die Anzahl von Gleitkomma-Rechenoperationen pro Sekunde) allein garantieren keine gute Performance, wenn das Modell schlecht batcht oder die Latenz durch andere Faktoren dominiert wird. Deshalb sollten Sie immer prüfen, welches Zahlformat und welches Nutzungsmuster Ihr Workload tatsächlich benötigt.

Merksatz: Für Training zählt vor allem BF16/FP16-Durchsatz, für Inference sind Effizienz und Latenz wichtiger als maximale Spitzenleistung.

Speicherbandbreite

Viele GPU-Anwendungen sind nicht rechen-, sondern datenlimitiert. In solchen Fällen wartet die GPU häufiger auf Daten, als dass sie rechnet. Ursache ist eine zu geringe Speicherbandbreite zwischen GPU-Speicher und Recheneinheiten. Das betrifft besonders große Tensor-Operationen, Attention-Mechanismen, hochauflösende Feature-Maps oder Simulationen mit großen Datenfeldern.

Eine hohe Speicherbandbreite sorgt dafür, dass Daten schnell genug bereitgestellt werden und die GPU ihre Recheneinheiten kontinuierlich auslasten kann. Wird dieser Faktor unterschätzt, bleiben selbst sehr leistungsstarke GPUs deutlich unter ihren Möglichkeiten. Deshalb lohnt es sich, bei speicherintensiven Workloads gezielt auf diesen Punkt zu achten.

Merksatz: Wenn die GPU-Auslastung niedrig bleibt, obwohl genügend Rechenleistung vorhanden ist, ist Speicherbandbreite oft wichtiger als zusätzliche Compute-Einheiten.

Multi-GPU und Interconnect

Mehrere GPUs einzusetzen klingt verlockend, bringt aber nicht automatisch lineare Leistungsgewinne. Multi-GPU-Setups erhöhen die Komplexität deutlich: Daten müssen synchronisiert, Gradienten ausgetauscht und Zwischenergebnisse koordiniert werden. Wie effizient das gelingt, hängt stark vom Interconnect zwischen den GPUs und vom verwendeten Framework ab.

Multi-GPU lohnt sich besonders dann, wenn eine einzelne GPU nicht genügend VRAM bietet oder wenn Trainingszeiten stark verkürzt werden müssen. In vielen Projekten ist es jedoch sinnvoller, zunächst ein Single-GPU-Setup optimal auszureizen, bevor auf mehrere GPUs skaliert wird. Andernfalls steigen Kosten und Komplexität, ohne dass der Nutzen proportional wächst.

Merksatz: Wenn mehrere GPUs kaum schneller sind als eine, ist die Kommunikation zwischen ihnen wichtiger als die Anzahl der GPUs.

CPU-, RAM- und Storage-Balance

Eine leistungsstarke GPU bringt wenig, wenn sie auf Daten warten muss. In vielen Setups liegt der Engpass nicht auf der GPU selbst, sondern im Datenpfad davor. Data Loading, Vorverarbeitung und Augmentation laufen häufig auf der CPU und benötigen ausreichend Arbeitsspeicher. Auch der Storage-Durchsatz spielt eine zentrale Rolle, insbesondere bei großen Datensätzen oder Mediendateien.

Typische Anzeichen für eine unausgewogene Konfiguration sind schwankende GPU-Auslastung oder lange Wartezeiten zwischen Rechenschritten. Eine gute Balance aus CPU-Leistung, RAM-Kapazität und schnellem Storage ist daher Voraussetzung, damit die GPU ihr Potenzial überhaupt ausschöpfen kann.

Merksatz: Wenn die GPU häufig untätig ist, sind CPU, RAM oder Storage wichtiger als eine noch stärkere GPU.

Netzwerk

Das Netzwerk beeinflusst die GPU-Nutzung in zwei zentralen Szenarien: bei Echtzeit-Inference und bei verteilten Trainingsjobs. In Echtzeit-Anwendungen bestimmt die Netzwerklatenz maßgeblich die Antwortzeit für Nutzerinnen und Nutzer. Bei verteiltem Training entscheidet der Durchsatz darüber, wie effizient mehrere Knoten zusammenarbeiten.

Auch die Datenhaltung spielt hier hinein. Werden Datensätze über das Netzwerk geladen oder zwischen Services verschoben, steigen die Anforderungen an eine stabile und schnelle Verbindung. Eine leistungsstarke GPU kann diesen Engpass nicht kompensieren.

Merksatz: Wenn Reaktionszeiten kritisch sind oder Training verteilt läuft, ist Netzwerkqualität wichtiger als reine GPU-Leistung.

Software-Stack

Hardware entfaltet ihren Wert erst durch den passenden Software-Stack. Treiber, CUDA- oder ROCm-Versionen, Container-Images und Framework-Unterstützung entscheiden darüber, wie schnell Sie produktiv arbeiten können. Instabile oder schlecht gepflegte Umgebungen führen zu Debugging-Aufwand, Versionskonflikten und schwer reproduzierbaren Ergebnissen.

Ein konsistenter, gut dokumentierter Software-Stack erleichtert nicht nur den Einstieg, sondern auch Betrieb, Updates und Zusammenarbeit im Team. Gerade bei mehreren Projekten oder längeren Laufzeiten spart dieser Aspekt häufig mehr Zeit und Kosten als ein Upgrade auf die nächste GPU-Generation.

Merksatz: Wenn Setups häufig brechen oder schwer reproduzierbar sind, ist ein stabiler Software-Stack wichtiger als zusätzliche GPU-Power.

Verfügbarkeit, Region, SLA und Support

Für produktive Anwendungen sind nicht nur technische Kennzahlen relevant, sondern auch Rahmenbedingungen. GPU-Typen müssen verfügbar sein, die Region muss zu Datenschutz- und Compliance-Anforderungen passen, und ein Service Level Agreement (SLA) reduziert das Betriebsrisiko. Support wird besonders dann wichtig, wenn Workloads zeitkritisch sind oder Kapazitäten kurzfristig erweitert werden müssen.

In vielen Unternehmen entscheidet dieser Punkt darüber, ob ein Projekt experimentell bleibt oder zuverlässig betrieben werden kann. Deshalb sollten Verfügbarkeit, Region und Support frühzeitig in die Auswahl einbezogen werden – nicht erst nach der technischen Entscheidung.

Merksatz: Wenn ein System produktiv läuft oder Compliance wichtig ist, sind Region, SLA und Support wichtiger als kleine Preisunterschiede.

So unterscheiden sich die Auswahlkriterien je nach Use Case

Die folgende Tabelle zeigt, welche Auswahlkriterien je nach Use Case typischerweise am stärksten priorisiert werden sollten. Sie dient als Orientierung, um die Cloud-GPU-Auswahl gezielt einzugrenzen.

Use Case Wichtigste Auswahlkriterien
KI-Training (Deep Learning, LLMs, Computer Vision) VRAM, Rechenleistung (FP16/BF16), Multi-GPU & Interconnect, Speicherbandbreite, CPU/RAM/Storage
KI-Inference (Echtzeit) Netzwerk (Latenz), VRAM, Software-Stack, Rechenleistung, Verfügbarkeit und SLA
KI-Inference (Batch) VRAM, Rechenleistung, Speicherbandbreite, CPU/RAM/Storage, Abrechnung
Data Science + GPU (Notebooks, klassische ML) Software-Stack, CPU/RAM/Storage, VRAM, Abrechnung, Verfügbarkeit
3D-Rendering / VFX / Video VRAM, Speicherbandbreite, CPU/RAM/Storage, Software-Stack, Verfügbarkeit
Simulation / CAE / Wissenschaft Rechenleistung (FP32/FP64), Speicherbandbreite, CPU/RAM/Storage, Software-Stack, Verfügbarkeit
VDI / Remote Workstations (optional) Netzwerk (Latenz), VRAM, Software-Stack, Verfügbarkeit und SLA, CPU/RAM

Welche Cloud GPU ist für welchen Anwendungsfall geeignet?

Die folgenden Empfehlungen zeigen, welche GPU-Leistungsklasse sich für typische Anwendungsfälle eignet, worauf bei der Auswahl besonders zu achten ist und wie sich die Entscheidung praktisch absichern lässt.

Cloud GPU für KI-Training (Deep Learning, LLMs, Computer Vision)

Für wen ist es geeignet? Für Teams und Unternehmen, die neuronale Netze trainieren oder feinjustieren und dabei regelmäßig große Datenmengen sowie umfangreiche Modellparameter verarbeiten.

Typische Anforderungen:

  • hoher VRAM-Bedarf für Modell, Aktivierungen und Optimizer-Zustände
  • hohe Rechenleistung in FP16/BF16 für Mixed-Precision-Training
  • stabile CPU-, RAM- und Storage-Anbindung für kontinuierliches Data Loading
  • optional: Skalierung über mehrere GPUs

Empfohlene GPU-Klasse:

High bis Multi-GPU

Typische Stolpersteine:

  • VRAM zu knapp geplant, Batch-Größen müssen reduziert werden
  • leistungsstarke GPU, aber langsame Datenpipeline
  • Multi-GPU erhöht Komplexität ohne nennenswerten Performance-Gewinn

So lässt sich die Auswahl in der Praxis überprüfen:

  1. Referenzmodell mit realistischen Input-Größen definieren
  2. Batch-Größe schrittweise erhöhen, bis die VRAM-Grenze erreicht ist
  3. GPU-Auslastung und Trainingsdurchsatz messen
  4. Ladezeiten der Datenpipeline analysieren
  5. Optional: Skalierung mit mehreren GPUs vergleichen

Cloud GPU für KI-Inference (Echtzeit)

Für wen ist es geeignet? Für produktive Anwendungen wie Chatbots, Bilderkennung oder Empfehlungssysteme, bei denen kurze Antwortzeiten und stabile Performance entscheidend sind.

Typische Anforderungen:

  • geringe Netzwerk-Latenz durch passende Region
  • ausreichender VRAM für Modell und Kontextfenster
  • effizienter Durchsatz bei stabiler GPU-Auslastung
  • verlässlicher Software-Stack für Deployment und Monitoring

Empfohlene GPU-Klasse:

Mid bis High

Typische Stolpersteine:

  • GPU-Leistung überdimensioniert, ohne messbaren Latenzgewinn
  • Netzwerk-Latenz dominiert die Antwortzeit
  • fehlendes Monitoring erschwert Skalierung und Betrieb

So lässt sich die Auswahl in der Praxis überprüfen:

  1. Realistisches Anfrageprofil definieren
  2. Antwortzeiten (Median und Spitzenwerte) messen
  3. Durchsatz pro Instanz ermitteln
  4. Kosten pro Anfrage berechnen
  5. Verhalten bei Lastspitzen prüfen

Cloud GPU für Data Science und Machine Learning

Für wen ist es geeignet? Für Data-Science-Teams, die Modelle explorativ entwickeln, Experimente durchführen und Notebook-basierte Workflows nutzen.

Typische Anforderungen:

  • kompatibler Software-Stack für Notebook-Umgebungen
  • ausgewogene CPU-, RAM- und GPU-Ressourcen
  • moderater VRAM für typische Modellgrößen
  • flexibler Einsatz mit schnellem Start und Stopp

Empfohlene GPU-Klasse:

Entry bis Mid

Typische Stolpersteine:

  • Fokus ausschließlich auf GPU-Leistung, während CPU und RAM bremsen
  • ungeeignete Images verursachen Setup-Aufwand
  • dauerhaft laufende Instanzen erhöhen unnötig die Kosten

So lässt sich die Auswahl in der Praxis überprüfen:

  1. typischen Notebook-Workflow ausführen
  2. Zeiten für Preprocessing und Training vergleichen
  3. GPU-Auslastung während der Arbeit messen
  4. Start- und Stop-Zeiten bewerten

Cloud GPU für 3D-Rendering, VFX und Video

Für wen ist es geeignet? Für Kreativ- und Produktionsteams, die Rendering-Jobs oder grafikintensive Video-Workflows beschleunigen möchten.

Typische Anforderungen:

  • hoher VRAM für Szenen, Texturen und Effekte
  • hohe Speicherbandbreite für große Datenmengen
  • kompatible Treiber und Software-Versionen
  • schneller Storage für Mediendateien

Empfohlene GPU-Klasse:

Mid bis High

Typische Stolpersteine:

  • VRAM reicht für komplexe Szenen nicht aus
  • Storage wird zum Flaschenhals
  • Multi-GPU wird genutzt, obwohl die Software kaum skaliert

So lässt sich die Auswahl in der Praxis überprüfen:

  1. reale Szene oder Timeline als Benchmark nutzen
  2. Render-Zeit und VRAM-Auslastung messen
  3. I/O-Zeiten für Assets analysieren
  4. optional: Vergleich mit zusätzlicher GPU durchführen

Cloud GPU für Simulation, CAE und wissenschaftliche Berechnungen

Für wen ist es geeignet? Für technische und wissenschaftliche Anwendungen, bei denen numerische Berechnungen beschleunigt werden sollen.

Typische Anforderungen:

  • passende Rechenleistung in FP32 oder FP64
  • hohe Speicherbandbreite
  • reproduzierbarer Software- und Treiber-Stack
  • stabile Laufzeit über längere Jobs

Empfohlene GPU-Klasse:

High

Typische Stolpersteine:

  • falsches Zahlformat priorisiert
  • Datenzugriff limitiert die Berechnung
  • fehlende Reproduzierbarkeit durch Versionsabweichungen

So lässt sich die Auswahl in der Praxis überprüfen:

  1. Referenzsimulation definieren
  2. Laufzeit und GPU-Auslastung messen
  3. Ergebnisse validieren
  4. Wiederholbarkeit prüfen

Cloud GPU für VDI und Remote Workstations (optional)

Für wen ist es geeignet? Für Unternehmen, die grafikintensive Anwendungen wie CAD- oder 3D-Software zentral aus der Cloud bereitstellen möchten.

Typische Anforderungen:

  • geringe Latenz durch passende Region
  • ausreichender VRAM pro Sitzung
  • stabile Treiber- und Streaming-Unterstützung
  • hohe Verfügbarkeit im Arbeitsalltag

Empfohlene GPU-Klasse:

Entry bis Mid

Typische Stolpersteine:

  • hohe Latenz beeinträchtigt die Nutzererfahrung
  • VRAM zu knapp für komplexe Modelle
  • eingeschränkte Unterstützung für Peripherie oder Multi-Monitor

So lässt sich die Auswahl in der Praxis überprüfen:

  1. Testarbeitsplatz einrichten
  2. Latenz und Bildqualität bewerten
  3. GPU-Auslastung pro Sitzung messen
  4. Stabilität im Dauerbetrieb prüfen

Checkliste: Worauf Sie beim Cloud-GPU-Anbieter achten sollten

Die technische Leistungsfähigkeit einer Cloud GPU ist nur ein Teil der Entscheidung. Für einen stabilen, planbaren Betrieb spielen auch organisatorische, rechtliche und betriebliche Aspekte eine zentrale Rolle. Die folgende Checkliste hilft dabei, Anbieter strukturiert zu vergleichen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Region, Datenschutz und Compliance:

Verfügbarkeit der gewünschten Region in Bezug auf Latenz und Datenresidenz

Einhaltung geltender Datenschutzanforderungen (z. B. DSGVO)

Transparenz zu Zertifizierungen und Compliance-Standards

Klare Regelungen zur Datenverarbeitung und -speicherung

SLA, Support und Verfügbarkeit:

Garantierte Verfügbarkeit der GPU-Instanzen

Regelungen zu Wartungsfenstern und geplanten Ausfällen

Erreichbarkeit und Reaktionszeiten des Supports

Klare Eskalationswege bei Störungen oder Kapazitätsengpässen

Images, Marketplace und Treiber-Management:

Verfügbarkeit geprüfter Images für gängige Frameworks und Workloads

Regelmäßige Treiber- und Software-Updates

Möglichkeit, eigene Images zu erstellen und versioniert zu betreiben

Transparente Update- und Rollback-Strategien

Monitoring, Skalierung und Quotas:

Zugriff auf aussagekräftige Metriken zur GPU-Auslastung

Logging- und Monitoring-Funktionen für produktive Workloads

Unterstützung für automatisches oder manuelles Skalieren

Klare Regeln zu Quotas und deren Erweiterung

Netzwerkoptionen und Storage-Performance:

Netzwerkdurchsatz und Latenz zwischen GPU, Storage und weiteren Services

Verfügbarkeit schneller Storage-Optionen (z. B. NVMe)

Konsistente Performance auch bei hoher Last

Transparente Kosten für Datenverkehr

Abrechnung und Kostenkontrolle:

Abrechnungsmodell (minuten- oder stundengenau)

Verhalten bei Start, Stopp und Leerlaufzeiten

Trennung von Kosten für GPU, Storage, Netzwerk und Zusatzservices

Möglichkeiten zur Kostenüberwachung und Budgetkontrolle

Fazit: Worauf es bei der Auswahl einer Cloud GPU ankommt

Die Auswahl einer Cloud GPU entscheidet weniger über theoretische Spitzenleistung als darüber, ob die eingesetzte Hardware zu den tatsächlichen Anforderungen passt. In der Praxis sind es häufig zu knapp bemessener VRAM, ein unausgewogener Datenpfad oder ein unpassender Software-Stack, die Workloads ausbremsen oder unnötige Kosten verursachen. Wer diese Engpässe frühzeitig berücksichtigt und die relevanten Auswahlkriterien priorisiert, vermeidet typische Fehlentscheidungen.

Ein strukturiertes Vorgehen beginnt mit einer klaren Einordnung des geplanten Einsatzes. Training, Inference, Data Science, Rendering oder Simulation stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an Speicher, Rechenleistung und Infrastruktur. Erst auf dieser Basis lässt sich sinnvoll beurteilen, welche GPU-Leistungsklasse geeignet ist. Kleine, realistische Tests helfen dabei, Annahmen zu überprüfen und die Auswahl abzusichern.

Cloud GPUs bieten die nötige Flexibilität, um Rechenleistung bedarfsgerecht bereitzustellen. Richtig eingesetzt ermöglichen sie kurze Iterationszeiten, transparente Kosten und eine Infrastruktur, die sich an veränderte Anforderungen anpassen lässt.

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