Sollten Sie den stan­dard­mä­ßi­gen Ubuntu-SSH-Server OpenSSH nicht im Rahmen der In­stal­la­ti­on aktiviert haben, können Sie diesen Schritt jederzeit nachholen. Nach der In­stal­la­ti­on des Si­cher­heits­diens­tes via Terminal können Sie außerdem die Kon­fi­gu­ra­ti­on des Ubuntu-SSH-Daemons beliebig anpassen.

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Ubuntu-SSH-Server in­stal­lie­ren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wer den sicheren Fern­zu­griff auf den eigenen Rechner oder Server ge­währ­leis­ten möchte, kommt um SSH (Secure Shell) nicht herum. Das Si­cher­heits­ver­fah­ren bringt gleich drei wichtige Aspekte mit sich, die den Remote-Zugriff absichern:

  • Die Au­then­ti­fi­zie­rung der Ge­gen­stel­le sorgt dafür, dass niemals der falsche An­sprech­part­ner (ob Client oder Server) kon­tak­tiert wird.
  • Die Ver­schlüs­se­lung der Da­ten­über­tra­gung ver­hin­dert das Mitlesen von In­for­ma­tio­nen durch Unbefugte.
  • Die Si­cher­stel­lung der Da­ten­in­te­gri­tät macht über­tra­ge­ne Daten ma­ni­pu­la­ti­ons­si­cher.

Linux-Dis­tri­bu­tio­nen wie Ubuntu setzen seit Jahren auf die Open-Source-Suite OpenSSH, um die Vorteile von SSH wahr­neh­men zu können – und sichere Da­tei­über­tra­gung via SCP oder SFTP zu er­mög­li­chen.

Per Standard ist OpenSSH bei der Neu­in­stal­la­ti­on von Ubuntu de­ak­ti­viert, weshalb Sie den Service zunächst ak­ti­vie­ren müssen. Wie das genau funk­tio­niert und welche Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten Sie nach dem An­schal­ten des Ubuntu-SSH-Servers haben, erfahren Sie im Folgenden.

Hinweis

Wenn Sie einen Ubuntu-Server ein­rich­ten und zu diesem Zweck auf die Ubuntu Server Edition zu­rück­grei­fen, erhalten Sie bereits im Zuge der In­stal­la­ti­on die Chance, SSH zu ak­ti­vie­ren.

Schritt 1: Terminal aufrufen

Um in Ubuntu per install SSH zu in­stal­lie­ren bzw. an­zu­schal­ten, benötigen Sie das Terminal, also das Kom­man­do­zei­len-Tool der Linux-Dis­tri­bu­ti­on. Ihr erster Schritt besteht folglich darin, das prak­ti­sche Ad­mi­nis­tra­ti­ons­werk­zeug zu öffnen. Die ein­fachs­te Mög­lich­keit hierfür ist die Ver­wen­dung der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Strg] + [Alt] + [t].

Al­ter­na­tiv können Sie das Terminal über das Menü „An­wen­dun­gen anzeigen“ starten, indem Sie auf die gleich­na­mi­ge Schalt­flä­che drücken und mithilfe der Such­funk­ti­on nach „Terminal“ suchen.

Bild: Ubuntu-Suchfunktion: Suche nach „Terminal“
Ubuntu-Such­funk­ti­on: Suche nach „Terminal“
Tipp

Sie wollen sichere SSH-Ver­bin­dun­gen zu einem Server oder Dienst aufbauen? Erstellen Sie Ihre SSH-Keys in Ubuntu in wenigen Schritten selbst.

Schritt 2: Ubuntu-SSH-Service in­stal­lie­ren

Mit dem Ubuntu install-Befehl für den SSH-Dienst können Sie OpenSSH nun im ge­star­te­ten Kom­man­do­zei­len-Tool in­stal­lie­ren. Das Kommando lautet fol­gen­der­ma­ßen:

sudo apt install openssh-server
bash
Bild: OpenSSH-Installation im Ubuntu-Terminal
OpenSSH-In­stal­la­ti­on im Ubuntu-Terminal

Geben Sie Ihr Nut­zer­pass­wort ein und be­stä­ti­gen es per Ein­ga­be­tas­te, um die In­stal­la­ti­on des Ubuntu-SSH-Dienstes zu starten.

Tipp

Die In­stal­la­ti­on von OpenSSH un­ter­schei­det sich in den ver­schie­de­nen Ubuntu-Versionen nur minimal. Sie können auf die ge­schil­der­te Weise also sowohl SSH unter Ubuntu 24.04 als auch in älteren Editionen in­stal­lie­ren.

Schritt 3: Status über­prü­fen und Ubuntu-SSH-Server ggf. ak­ti­vie­ren

Im Anschluss an die In­stal­la­ti­on können Sie mit dem folgenden Kommando testen, ob der SSH-Daemon bereits wie gewünscht aus­ge­führt wird:

sudo systemctl status ssh
bash

In der Ausgabe dieses Befehls finden Sie den Eintrag „active (running)“ vor, wenn der Ubuntu-SSH-Service aus­ge­führt wird. Da SSH auch bei jedem neuen Sys­tem­start verfügbar sein soll, sollte außerdem in der Zeile „Loaded“ der Eintrag „vendor preset: enabled“ aus­ge­ge­ben werden.

Bild: Terminal-Ausgabe für die OpenSSH-Statusabfrage
Terminal-Ausgabe für die OpenSSH-Sta­tus­ab­fra­ge

Sofern der SSH-Service noch inaktiv und auch der au­to­ma­ti­sche Start bei einem Reboot nicht aktiviert ist, können Sie dies mit der Eingabe zweier weiterer Kommandos ändern:

sudo systemctl enable ssh
sudo systemctl start ssh
bash

Drücken Sie die Taste „q“, um die Ausgabe des SSH-Status beenden und zur Kom­man­do­zei­len­ein­ga­be zu­rück­zu­keh­ren.

Schritt 4: SSH-Port öffnen

Damit Sie sich von überall aus mit Ihrem Ubuntu-System via SSH verbinden können, muss außerdem der Port des Netz­werk­pro­to­kolls (stan­dard­mä­ßig: TCP-Port 22) frei­ge­ge­ben sein. Nur wenn dies der Fall ist, können Sie mit SSH-Clients wie PuTTY er­folg­reich eine Remote-Ver­bin­dung eta­blie­ren.

Ubuntu hat mit UFW ein eigenes Kon­fi­gu­ra­ti­ons­pro­gramm für die sys­tem­ei­ge­ne Firewall. Richten Sie für dieses Programm eine ent­spre­chen­de Regel für die Kom­mu­ni­ka­ti­on von SSH ein, damit der Port für ein- und aus­ge­hen­de Daten geöffnet ist:

sudo ufw allow ssh
bash
Bild: SSH-Port-Freigabe via Ubuntu-Terminal
SSH-Port-Freigabe via Ubuntu-Terminal
Tipp

Ein ge­schlos­se­ner Port ist nicht selten die Ursache dafür, dass SSH-Ver­bin­dun­gen nicht möglich sind. Es gibt noch eine Reihe weiterer möglicher Probleme, die dem Aufbau sicherer SSH-Über­tra­gun­gen im Weg stehen können. Generell lassen sich SSH-Fehler leicht beheben, wenn Sie die bekannten Feh­ler­quel­len kennen.

Schritt 5: Ubuntu-SSH-Server kon­fi­gu­rie­ren

Die grund­le­gen­de Kon­fi­gu­ra­ti­on von OpenSSH ist für sichere Remote-Ver­bin­dun­gen mit Ihrem Ubuntu-System bestens geeignet. Dennoch können Sie die Stan­dard­ein­stel­lun­gen anpassen, wenn Sie bei­spiels­wei­se einen anderen Port für die Kom­mu­ni­ka­ti­on wählen, eine In­ter­net­pro­to­koll-Version festlegen oder TCP-For­war­ding de­ak­ti­vie­ren wollen.

Die zentrale Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei des Ubuntu-SSH-Pakets ist die Datei sshd_config. Für jegliche Än­de­run­gen öffnen Sie diese Datei fol­gen­der­ma­ßen mit dem Text­edi­tor (hier: nano) Ihrer Wahl:

sudo nano /etc/ssh/sshd_config
bash
Bild: Inhalt der OpenSSH-Konfigurationsdatei sshd_config
Inhalt der OpenSSH-Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei sshd_config

Passen Sie den Inhalt der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei nach Ihren Vor­stel­lun­gen an und speichern Sie die Än­de­run­gen vor dem Schließen. An­schlie­ßend starten Sie OpenSSH neu, damit die An­pas­sun­gen über­nom­men werden:

sudo service ssh restart
bash
Tipp

Die Ein­rich­tung von SSH zahlt sich u. a. dann aus, wenn Sie planen, einen Ubuntu-FTP-Server ein­zu­set­zen. Auf diese Weise können Sie die bereits erwähnte, sichere FTP-Variante SFTP anbieten.

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