Um zu erfahren, mit welchen Rechnern bzw. Netz­wer­ken ein PC verbunden ist, gewährt netstat Sta­tis­ti­ken über alle aktiven Ver­bin­dun­gen. Nutzen können Sie das Netzwerk-Tool für Windows, Linux und macOS ganz bequem via Kom­man­do­zei­le.

KI-Assistent kostenlos – Ihr smarter All­tags­hel­fer
  • DSGVO-konform & sicher gehostet in Deutsch­land
  • Pro­duk­ti­vi­tät steigern – weniger Aufwand, mehr Output
  • Direkt im Browser starten – ohne In­stal­la­ti­on

Was ist netstat?

netstat – eine Zu­sam­men­set­zung aus network („Netzwerk“) und sta­tis­tics („Sta­tis­ti­ken“) – ist ein Programm, das über Befehle in der Kom­man­do­zei­le gesteuert wird. Es liefert grund­le­gen­de Sta­tis­ti­ken über sämtliche Netz­werk­ak­ti­vi­tä­ten und gibt bei­spiels­wei­se darüber Auskunft, über welche Ports und Adressen die je­wei­li­gen Ver­bin­dun­gen – TCP, UDP – laufen und welche Ports für Anfragen geöffnet sind.

Erstmals im­ple­men­tiert wurde netstat 1983 in das UNIX-Derivat BSD (Berkeley Software Dis­tri­bu­ti­on), dessen damalige Version 4.2 als erste die In­ter­net­pro­to­koll-Familie TCP/IP un­ter­stütz­te. In das 1991 ent­wi­ckel­te Linux wurde netstat ebenso stan­dard­mä­ßig in­te­griert wie in Windows seit Version 3.11 (1993). Die ver­schie­de­nen Im­ple­men­tie­run­gen sind hin­sicht­lich ihrer Funk­tio­na­li­tät sehr ähnlich, während sich die Parameter der netstat-Befehle sowie deren Ausgabe von System zu System leicht un­ter­schei­den.

Hinweis

Als Kom­man­do­zei­len­pro­gramm besitzt netstat grund­sätz­lich keine grafische Be­nut­zer­ober­flä­che. Programme wie das von Windows Sy­sin­ter­nals ent­wi­ckel­te TCPView machen es jedoch möglich, die Sta­tis­ti­ken auch grafisch dar­zu­stel­len.

Warum der Einsatz von netstat sinnvoll ist

Wenn Sie über die ein- und aus­ge­hen­den Ver­bin­dun­gen Ihres Computers bzw. Servers Bescheid wissen, besitzen Sie einen großen Vorteil im Kampf gegen un­ver­hält­nis­mä­ßig hohen Traffic und schäd­li­che Software. Diese Ver­bin­dun­gen werden über die jeweilige Netz­werk­adres­se her­ge­stellt, die u. a. angibt, welcher Port im Vorfeld für den Da­ten­aus­tausch geöffnet wurde.

Das große Problem dieser offenen Ports ist die Tatsache, dass sie Dritten die Ge­le­gen­heit bieten, Malware in Ihr System zu schleusen. Außerdem besteht die Mög­lich­keit, dass ein bereits in Ihrem System be­find­li­cher Trojaner eine so­ge­nann­te Backdoor („Hintertür“) in­stal­liert und dabei einen ent­spre­chen­den Port öffnet. Aus diesem Grund sollten Sie die von Ihrem System ge­öff­ne­ten Ports re­gel­mä­ßig über­prü­fen, wofür sich netstat her­vor­ra­gend eignet.

Dank der aus­führ­li­chen Sta­tis­ti­ken erhalten Sie zudem Auskunft über die über­tra­ge­nen Pakete seit dem letzten Sys­tem­start sowie dabei auf­ge­tre­te­ne Fehler. Auch die Routing-Tabelle, die Auf­schluss über den Weg der Da­ten­pa­ke­te durchs Netz gibt, kann mithilfe von netstat angezeigt werden.

Tipp

Für ein aus­sa­ge­kräf­ti­ges Ergebnis sollten alle anderen Programme wie z. B. der In­ter­net­brow­ser vor dem Einsatz von netstat beendet werden, da diese sich häufig mit Rechnern verbinden, die un­be­kann­te IP-Adressen besitzen.

Wie funk­tio­niert netstat?

Sie nutzen die Dienste von netstat über die Kom­man­do­zei­le Ihres Systems. In Windows benötigen Sie also die Ein­ga­be­auf­for­de­rung, die Sie jederzeit über „Ausführen“ starten können, indem Sie die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on [Windows-Taste] + [R] drücken und „cmd“ eingeben. In macOS und Linux starten Sie zur Nutzung des Netzwerk-Tools das Terminal.

Die Syntax der Befehle von netstat variiert von System zu System. Grund­sätz­lich hat sie aber folgendes Muster:

netstat [-a] [-b] [-e] [-f] [-n] [-o] [-p Protokoll] [-r] [-s] [-t] [-x] [-y] [Intervall]

Typisch für die Auf­füh­rung der Parameter ist ein vor­an­ge­stell­ter Bin­de­strich (-), den Sie bei der Kom­bi­na­ti­on mehrerer Optionen aber prin­zi­pi­ell nur vor das erste Glied setzen müssen:

netstat [-OPTION1][OPTION2][OPTION3] …
Hinweis

Falls Sie den Bin­de­strich nur beim ersten Parameter verwenden, dürfen Sie keine Leer­zei­chen zwischen den einzelnen netstat-Optionen setzen!

netstat-Befehle am Beispiel von Windows

[OPTION] Befehl Be­schrei­bung der Option
  netstat Standard-Auf­lis­tung aller aktiven Ver­bin­dun­gen
-a netstat -a Listet zu­sätz­lich auch die offenen Ports („ABHÖREN“) auf
-e netstat -e Schnitt­stel­len­sta­tis­tik (emp­fan­ge­ne und gesendete Da­ten­pa­ke­te etc.)
-i netstat -i Ruft das netstat-Über­sichts­me­nü auf
-n netstat -n Nu­me­ri­sche Anzeige der Adressen und Port­num­mern
-p Protokoll netstat -p TCP Zeigt die Ver­bin­dun­gen für das an­ge­ge­be­ne Protokoll an, in diesem Fall TCP (auch möglich: UDP, TCPv6 oder UDPv6)
-q netstat -q Listet alle Ver­bin­dun­gen, alle lau­schen­den TCP-Ports und alle ge­öff­ne­ten TCP-Ports, die nicht lauschen, auf
-r netstat -r Zeigt die Routing-Tabelle an
-s netstat -s Ruft Sta­tis­ti­ken über die wichtigen Netz­werk­pro­to­kol­le wie TCP, IP oder UDP auf
Tipp

Die Tabelle listet nur einige der ver­füg­ba­ren Kommandos für die Nutzung von netstat in Windows auf. In unserem aus­führ­li­chen Artikel zu netstat-Commands finden Sie eine voll­stän­di­ge Auf­lis­tung – u. a. für Linux und macOS.

Beispiele für die Nutzung von netstat

Um Ihnen den Einsatz und den Nutzen von netstat etwas ver­ständ­li­cher zu machen, zeigen wir im Folgenden einige Beispiel-Kommandos (Windows).

Auf­lis­tung aller Ver­bin­dun­gen für das IPv4-Protokoll

Wer nicht gleich alle aktiven Ver­bin­dun­gen, sondern lediglich alle aktiven IPv4-Ver­bin­dung abrufen möchte, erledigt das mit diesem netstat-Befehl:

netstat -p IP

Aufruf der Statistik über das ICMPv6-Protokoll

Wollen Sie aus­schließ­lich die Statistik über das Protokoll ICMPv6 erhalten, geben Sie in die Kom­man­do­zei­le folgenden Befehl ein:

netstat -s -p icmpv6

Der Output sieht dann in etwa wie folgt aus:

Anzeige aller offenen Ports und aktiven Ver­bin­dun­gen (numerisch und inklusive Prozess-ID)

Zu den be­lieb­tes­ten netstat-Befehlen zählt die Abfrage aller offenen Ports und aktiven Ver­bin­dun­gen (inklusive Prozess-ID) in nu­me­ri­scher Form:

netstat -ano
Zum Hauptmenü