Cache einfach erklärt: Funktionsweise, Arten und Grenzen
Ein Cache ist ein schneller Zwischenspeicher, der Kopien häufig oder kürzlich genutzter Daten vorhält. Wiederholte Anfragen beantwortet er direkt, ohne die langsamere ursprüngliche Datenquelle – etwa den Arbeitsspeicher, eine Festplatte, eine Datenbank oder einen Webserver – erneut abzufragen. Ein typisches Beispiel ist der Webbrowser: Er speichert Bilder, Stylesheets und Skripte einer Website lokal. Besuchen Sie die Seite erneut, lädt sie schneller, weil diese Daten aus dem Cache statt vom Server kommen.
Ein Cache (ausgesprochen wie engl. „cash“, „Bargeld“) ist ein Zwischenspeicher, der Kopien von Daten für wiederholte Zugriffe bereithält und so die Zugriffszeit auf dieselben Daten verringert. Caches arbeiten als transparente Schicht zwischen dem Nutzer bzw. der anfragenden Anwendung und der eigentlichen Datenquelle. Der Prozess, Daten im Cache zu speichern, wird als „Caching“ bezeichnet.
Um das Prinzip eines Cache zu verdeutlichen, nehmen wir das folgende analoge Beispiel aus der Medizin:
Stellen Sie sich eine zahnärztliche Behandlung oder einen chirurgischen Eingriff vor. Der Arzt bittet die Arzthelferin um eine Ressource, etwa ein Skalpell, ein Desinfektionsmittel oder Verbandsmaterial. Wurde die Ressource bereits bereitgelegt, kann die Arzthelferin sofort auf die Bitte reagieren und sie dem Arzt reichen. Andernfalls holt sie die Ressource aus dem Medizinschrank und reicht sie an den Arzt weiter. Nach Benutzung legt die Arzthelferin die Ressource für weitere, schnelle Zugriffe bereit.
Die einzelnen Ressourcen sind in der Nutzung nicht komplett unabhängig voneinander: Verlangt der Arzt nach einem Desinfektionsmittel, wird er sicherlich auch einen Tupfer benötigen; die Nadel ist ohne Faden nicht zu gebrauchen. Die Arzthelferin hält die zusammen benötigten Ressourcen deshalb gemeinsam bereit, um die Zugriffszeit während der Nutzung zu minimieren.
Das Bereithalten von Ressourcen, die häufig benötigt oder zusammen verwendet werden, ist also ein ganz alltäglicher Vorgang. In der Informatik spricht man von zeitlicher Lokalität (was gerade benutzt wurde, wird bald wieder gebraucht) und räumlicher Lokalität (was benachbart ist, wird oft zusammen gebraucht). Beide Effekte nutzt das Caching.
Was ist der Zweck eines Cache?
Der primäre Zweck eines Cache ist es, die Zugriffszeit auf wichtige Daten zu reduzieren. Als „wichtige“ Daten gelten:
- Daten, die häufig benötigt werden: In diesem Fall wäre es verschwenderisch, die Daten immer wieder aus dem hinter dem Cache liegenden, langsameren Speicher zu laden. Stattdessen werden diese mit kürzerer Zugriffszeit aus dem Cache ausgeliefert.
- Daten, deren Erzeugung ein aufwendiger Prozess zugrunde liegt: Manche Daten sind das Ergebnis einer rechenintensiven Verarbeitung, oder sie müssen aus verschiedenen Teilen zusammengefügt werden. In diesen Fällen bietet es sich an, die fertigen Daten für weitere Abfragen in einem Cache zu speichern.
- Daten, die zusammen benötigt werden: Hier wäre es ineffizient, jedes Datum erst dann zu laden, wenn es abgerufen wird. Stattdessen lädt der Cache zusammengehörige Daten vorausschauend mit (sogenanntes Prefetching).
Wie funktioniert ein Cache?
Im Folgenden geht es darum, wie ein Zwischenspeicher grundsätzlich arbeitet, wie er entscheidet, welche Daten er behält, und wo er sich befindet.
Grundlegendes Cache-Schema
- Eine Anfrage nach einer Ressource wird an das System bzw. die Software, die über einen Cache verfügt, gestellt.
- Ist die Ressource bereits im Cache enthalten, wird sie aus dem Cache ausgeliefert. Dieser Fall wird als „Cache Hit“, also „Cache-Treffer“, bezeichnet.
- Ist die Ressource nicht im Cache enthalten, wird sie zunächst aus dem dahinterliegenden System in den Zwischenspeicher geladen und anschließend ausgeliefert. Dieser Fall wird als „Cache Miss“, in etwa „Cache-Fehlschuss“, bezeichnet.
- Wird dieselbe Ressource in der Zukunft erneut abgefragt, kann sie ebenfalls als Cache Hit aus dem Cache ausgeliefert werden.

Die Abbildung verdeutlicht das grundlegende Schema: Ein Client stellt eine Anfrage nach einer Ressource an den Server (1). Im Fall des „Cache Hit“ ist die Ressource bereits im Cache enthalten und wird sogleich an den Client ausgeliefert (2). Im Fall des „Cache Miss“ ist die abgefragte Ressource nicht im Cache enthalten und wird daher aus dem hinter dem Server liegenden System (hier eine Datenbank) abgefragt (2). Sobald die Ressource vorhanden ist (3), wird sie an den Client ausgeliefert (4) und für die weitere Nutzung im Cache gespeichert.
Wie gut ein Cache arbeitet, zeigt die Trefferquote (Hit Rate): der Anteil der Anfragen, die direkt aus dem Cache beantwortet werden. Je höher sie ist, desto seltener muss auf die langsame Datenquelle zugegriffen werden.
Welche Daten bleiben im Cache?
Ein Cache ist in der Regel kleiner als die Gesamtheit der Daten, die er beschleunigen könnte. Ist er voll, muss er für neue Daten Platz schaffen. Welche Einträge er dabei entfernt, legt die Verdrängungsstrategie (engl. „Cache Replacement Policy“ oder „Eviction Policy“) fest:
| Strategie | Prinzip | Entfernt wird … |
|---|---|---|
| LRU (Least Recently Used) | Zeitliche Lokalität | der Eintrag, auf den am längsten nicht zugegriffen wurde |
| LFU (Least Frequently Used) | Zugriffshäufigkeit | der Eintrag mit den wenigsten Zugriffen |
| FIFO (First In, First Out) | Reihenfolge der Aufnahme | der älteste Eintrag, unabhängig von der Nutzung |
Im Praxisbeispiel entspricht das der Arzthelferin, die auf ihrer begrenzten Ablage während der Behandlung laufend aufräumt: Bereits benutzte Ressourcen müssen weichen, neue kommen hinzu. Entfernt sie dabei eine Ressource, die der Arzt kurz darauf noch einmal braucht, kommt es zu einem Cache Miss – sie muss die Ressource erst wieder aus dem Schrank holen.
Neben dem Platz spielt die Aktualität eine Rolle. Viele Caches versehen Einträge mit einer Gültigkeitsdauer (Time to Live, TTL). Nach deren Ablauf gilt ein Eintrag als veraltet und wird beim nächsten Zugriff neu von der Quelle geladen oder dort auf Änderungen geprüft. Im Web regelt das der Standard HTTP Caching (RFC 9111) etwa über den Header Cache-Control mit Angaben wie max-age.
Bei Caches, über die auch geschrieben wird, unterscheidet man zudem zwei Verfahren: Beim Write-through werden Änderungen sofort auch in den dahinterliegenden Speicher geschrieben; beim Write-back zunächst nur in den Cache und erst später gesammelt in den Speicher. Write-back ist schneller, birgt aber das Risiko von Datenverlust, wenn etwa der Strom ausfällt, bevor die Daten zurückgeschrieben wurden.
Wo befindet sich ein Cache?
Eine Grundeigenschaft eines Cache ist, dass er „im Verborgenen“ arbeitet. Dieser Umstand spiegelt sich schon im Ursprung des Wortes wider: Das Wort „Cache“ stammt aus dem Französischen und bedeutet „Versteck“.
Der Cache liegt für Nutzer unsichtbar vor dem eigentlichen Datenspeicher. Das bedeutet, dass Sie als Nutzer nichts über die internen Eigenschaften des Cache wissen müssen. Sie stellen Anfragen an den Datenspeicher, ohne zu bemerken, dass diese eigentlich vom Cache beantwortet werden.
Wie viele Caches gibt es typischerweise?
Innerhalb eines digitalen Systems ist für gewöhnlich eine Reihe von Caches gleichzeitig aktiv.
Stellen Sie sich den Zugriff auf eine Webseite vor: Ihr Browser kommuniziert mit einem Server und ruft eine Reihe von Ressourcen ab. Bis Ihnen die Inhalte der Seite im Browser angezeigt werden, durchlaufen Teile davon vermutlich folgende Caches: Prozessor-Cache, Seiten-Cache des Betriebssystems, DNS-Cache und Browser-Cache auf Ihrem Gerät sowie CDN (Content Delivery Network) und Web-Cache auf Serverseite.
Vor- und Nachteile eines Cache
Ob eine Anwendung mit einem Cache ausgestattet wird, entscheiden in der Regel die Entwickler. Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der Zwischenspeicher-Lösung:
Vorteil: Enormer Zuwachs an Geschwindigkeit
Die Verwendung eines Cache bietet als potenziellen Vorteil einen enormen Zuwachs an Geschwindigkeit. Eine Beschleunigung um einen Faktor von einhundert ist nicht ungewöhnlich, wie die Werte in der Tabelle weiter unten zeigen. Die Beschleunigung ergibt sich jedoch nur beim wiederholten Zugriff auf dieselben Daten. Wie groß der Zugewinn tatsächlich ausfällt, variiert daher stark je nach Anwendungsfall und Trefferquote.
Vorteil: Lastreduzierung für das hinter dem Cache liegende System
Da ein Cache viele Anfragen selbst beantwortet, wird die Last auf das hinter ihm liegende System deutlich reduziert.
Stellen Sie sich als Beispiel vor, dass eine dynamische HTML-Seite aus einem PHP-Template erzeugt wird: Zur Erzeugung der Seite wird auf eine Datenbank zugegriffen. Dieser Zugriff ist vergleichsweise aufwendig. Ferner ist es nicht trivial, Datenbankserver zu skalieren, weshalb der Datenbankzugriff als „Bottleneck“ (zu Deutsch: „Flaschenhals“) den Gesamtdurchsatz des Systems begrenzen kann. In diesem Fall ist es vorteilhaft, die generierte HTML-Seite in einem Web-Cache zwischenzuspeichern, um die Kapazität des Datenbankservers für andere Aufgaben zu nutzen.
Nachteil: Cache-Invalidierung ist schwierig
Der Begriff Cache-Invalidierung bezeichnet die Entscheidung darüber, wann zwischengespeicherte Daten nicht mehr aktuell sind und erneuert werden müssen. Übertragen auf das Beispiel von oben: Stellt die Praxis auf ein neues Desinfektionsmittel um, steht auf der Ablage womöglich noch die alte Flasche. Die Arzthelferin müsste wissen, dass sie diese austauschen muss – sonst reicht sie dem Arzt das veraltete Mittel.
Da ein Cache Miss kostspielig ist, sind Caches oft darauf ausgelegt, Daten möglichst lange vorzuhalten. Das erhöht jedoch das Risiko, dass der Cache Daten ausliefert, die nicht mehr aktuell sind. Dieses Problem verschärft sich, wenn mehrere hintereinandergeschaltete Caches aktiv sind, etwa Browser-Cache, CDN und Web-Cache. Es kann dann schwierig sein zu bestimmen, wann welche Daten in welchem Cache als nicht mehr aktuell markiert werden sollen.
Liefert ein Cache Daten aus, die nicht mehr aktuell sind, führt dies oft auf der Seite des Anwenders zu seltsamen Problemen: Die besuchte Website hat Darstellungsfehler oder es erscheinen beim Datenabruf Fragmente aus der Vergangenheit. Mitunter ist es schwierig, die genaue Herkunft der Probleme zu ermitteln. Als Anwender hilft Ihnen dann meist das Leeren des Cache.
„There are only two hard things in Computer Science: cache invalidation and naming things.“
„In der Informatik gibt es nur zwei schwierige Probleme: Cache-Invalidierung und Namen vergeben.“
Phil Karlton, https://www.martinfowler.com/bliki/TwoHardThings.html
Nachteil: Zusätzlicher Speicher und mehr Komplexität
Ein Cache belegt eigenen Speicher – in Hardware als teurer, schneller Speicher auf dem Chip, in Software etwa als Arbeitsspeicher oder Festplattenplatz. Zudem erhöht er die Komplexität eines Systems: Entwickler müssen festlegen, was wie lange zwischengespeichert wird, und Fehler durch veraltete Daten sind schwer zu reproduzieren. Für Daten, die sich ständig ändern oder nur einmal abgerufen werden, lohnt sich ein Cache deshalb kaum.
Welche Arten von Caches gibt es?
Caches bestehen aus Hardware- oder Software-Komponenten. Ein Hardware-Cache ist ein schneller Pufferspeicher, der die Zugriffszeiten auf den dahinterliegenden Datenspeicher verringert. Prinzipiell sind Hardware-Caches immer sehr klein im Vergleich zur Gesamtgröße des beschleunigten Datenspeichers.
In Software implementierte Caches können dagegen sehr groß werden und mitunter sogar die Größe der ursprünglichen Ressource übertreffen – etwa dann, wenn mehrere Versionen einer Ressource im Cache liegen.
Die folgende Übersicht zeigt gängige mit Caches versehene Ressourcen mit typischen Größenordnungen für die Größe des Cache, die Zugriffszeit auf den Cache und den ungefähren Faktor, um den der Zugriff ohne Zwischenspeicher langsamer wäre. Die konkreten Werte hängen stark von Hardware, Netzwerk und Anwendung ab.
| Ressource | Cache | Typische Größe des Cache | Zugriffszeit mit Cache | × langsamer ohne Cache |
|---|---|---|---|---|
| Hauptspeicher (RAM) | Level-1-Cache des Prozessors (Hardware) | Dutzende Kilobyte (KB) je Prozessorkern | Rund eine Nanosekunde (ns) oder weniger | ca. 100–200 × |
| Festplatte (HDD) | Festplatten-Cache (Hardware) | Hunderte Megabyte (MB) | Mikrosekunden (µs) | ca. 100 × und mehr |
| Webserver | Browser-Cache (Software) | Bis zu mehreren Gigabyte (GB) | Wenige bis Dutzende Millisekunden (ms) | 10–100 × |
| Ursprungsserver einer Website | CDN-Cache (Software) | Petabyte (PB), verteilt auf viele Standorte | Dutzende Millisekunden (ms) | 2–5 × |
Hardware-Caches
Prozessor-Cache
Ein moderner Prozessor arbeitet unglaublich schnell: Ein Taktzyklus dauert bei mehreren Gigahertz Taktfrequenz nur Bruchteile einer Nanosekunde – also einer milliardstel Sekunde. Ein Zugriff auf den Hauptspeicher dauert dagegen rund 100 Nanosekunden und ist damit vergleichsweise langsam. Aus diesem Grund verfügen moderne Prozessoren über eine Hierarchie von Prozessor-Caches:
- L1-Cache: der kleinste und schnellste Cache, meist Dutzende Kilobyte pro Kern, oft getrennt für Befehle und Daten
- L2-Cache: größer und etwas langsamer, bei aktuellen Prozessoren typischerweise im Bereich von etwa einem bis wenigen Megabyte pro Kern
- L3-Cache: von mehreren Kernen gemeinsam genutzt, meist Dutzende Megabyte; Prozessoren mit gestapeltem Cache wie der AMD Ryzen 7 9800X3D kommen auf 96 MB L3-Cache
Ein Cache Hit im L1-Cache ist rund 100- bis 200-mal schneller als ein Zugriff auf den Hauptspeicher.
Festplatten-Cache
Eine klassische Festplatte (HDD) rotiert mit mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute, üblich sind 5.400 oder 7.200. Der Schreib-Lese-Kopf muss erst zur richtigen Spur bewegt werden und warten, bis der gesuchte Sektor unter ihm vorbeikommt. Da es sich um einen mechanischen Vorgang handelt, dauert ein Zugriff mehrere Millisekunden und ist damit vergleichsweise langsam.
Aus diesem Grund verfügt jede Festplatte über einen eigenen Cache aus schnellem DRAM, bei aktuellen Modellen häufig 256 oder 512 MB. Er dient vor allem als Lesepuffer, der benachbarte Daten vorausschauend mitliest, und als Schreibpuffer, der Schreibvorgänge sammelt. Liegen angefragte Daten bereits im Cache, entfällt die mechanische Wartezeit, und der Zugriff ist um ein Vielfaches – oft um den Faktor 100 und mehr – schneller.
Auch SSDs nutzen Caches, obwohl sie ohne bewegliche Teile auskommen: Viele Modelle besitzen einen DRAM-Cache, der vor allem die Zuordnungstabelle des Controllers aufnimmt. Günstigere NVMe-SSDs ohne eigenen DRAM greifen dafür auf einen kleinen Teil des Arbeitsspeichers des Rechners zurück (Host Memory Buffer). Zusätzlich beschleunigen viele SSDs Schreibvorgänge über einen SLC-Cache, einen Teil des Flash-Speichers, der besonders schnell beschrieben werden kann.
Software-Caches
Seiten-Cache des Betriebssystems
Häufig genutzte Dateien – etwa Teile des Betriebssystems oder oft geöffnete Programme – hält nicht die Festplatte, sondern das Betriebssystem im Arbeitsspeicher vor. Dieser Seiten-Cache (engl. „Page Cache“) nutzt freien RAM, um gelesene Dateiinhalte zwischenzuspeichern. Benötigen Programme den Arbeitsspeicher selbst, gibt das Betriebssystem ihn automatisch wieder frei. Deshalb wirkt der RAM unter Linux, Windows oder macOS oft „voll“, obwohl ausreichend Speicher verfügbar ist.
Browser-Cache
Beim Besuch einer Website werden viele Daten der Seite auf dem Gerät des Besuchers zwischengespeichert. Neben den eigentlichen Inhalten gehören dazu verschiedene Ressourcen wie Bilder, Stylesheets und JavaScript-Dateien. Für gewöhnlich werden viele dieser Ressourcen auf mehreren Seiten benötigt. Um das Laden der Seiten zu beschleunigen, ist es vorteilhaft, diese immer wieder benötigten Ressourcen im Browser-Cache des lokalen Geräts zu speichern. Wie lange der Browser eine Ressource verwenden darf, bestimmt der Webserver über HTTP-Header wie Cache-Control.
So praktisch der Browser-Cache für das Surfen im Netz ist: Er kann auch Probleme verursachen – etwa dann, wenn die Entwickler Änderungen an einer Ressource der Website vorgenommen haben, im Browser-Cache aber noch die alte Version der Ressource vorhanden ist. In diesem Fall kann es zu Darstellungsfehlern kommen. Abhilfe schafft dann das Leeren des Browser-Cache oder ein erzwungenes Neuladen der Seite, das in vielen Browsern mit [Strg] + [F5] oder [Strg] + [Umschalt] + [R] (macOS: [Cmd] + [Umschalt] + [R]) möglich ist.
Browser-Cache und Cookies werden oft in einem Atemzug genannt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Der Cache speichert Inhalte einer Website wie Bilder oder Skripte, damit sie schneller laden. Cookies speichern dagegen kleine Informationen über Sie oder Ihre Sitzung, etwa einen Login-Status, einen Warenkorb oder Einstellungen. Wenn Sie nur den Cache leeren, bleiben Sie in der Regel weiterhin auf Websites angemeldet.
Google-Cache: inzwischen eingestellt
Über die Funktion „Im Cache“ konnten Nutzer lange Zeit eine von Google gespeicherte Kopie einer Seite aufrufen – auch dann, wenn die ursprüngliche Website offline war. Diese Funktion gibt es nicht mehr: Google hat die Cache-Links Anfang 2024 aus den Suchergebnissen entfernt, seit September 2024 funktioniert auch der Suchoperator cache: nicht mehr. Als Begründung nannte Google, dass Websites heute deutlich zuverlässiger erreichbar seien als zu der Zeit, als die Funktion entstand.
Wer ältere Versionen einer Seite sehen möchte, kann auf die Wayback Machine des Internet Archive ausweichen, auf die Google inzwischen im Bereich „Über dieses Ergebnis“ verweist. Genau genommen ist die Wayback Machine allerdings kein Cache, sondern ein Webarchiv: Sie bewahrt Momentaufnahmen von Seiten dauerhaft auf, statt sie zur Beschleunigung von Zugriffen vorzuhalten.
DNS-Cache
Das Domain Name System, kurz DNS, ist ein global verteiltes System zur Übersetzung von Domainnamen in IP-Adressen (bzw. umgekehrt). Fragt Ihr Browser etwa nach der Domain ionos.de, liefert das DNS eine oder mehrere IP-Adressen zurück, beispielsweise 217.160.86.49.
Bereits beantwortete DNS-Anfragen werden an mehreren Stellen zwischengespeichert: im Browser, im Betriebssystem Ihres Geräts, oft im Router und beim DNS-Resolver Ihres Internetanbieters. Wird dieselbe Domain erneut aufgerufen, steht die IP-Adresse sofort zur Verfügung, ohne dass eine neue Anfrage über das Netz nötig ist. Wie lange ein Eintrag gültig bleibt, legt der Betreiber der Domain über die TTL des jeweiligen DNS-Eintrags fest.
Doch auch die Nutzung des DNS-Cache kann zu Problemen führen – beispielsweise, wenn sich durch einen Serverumzug die zu einer Domain gehörige IP-Adresse geändert hat, die alte Adresse jedoch noch im lokalen DNS-Cache hinterlegt ist. In diesem Fall schlägt der Verbindungsaufbau fehl oder Sie landen auf dem alten Server, bis die TTL abgelaufen ist. Abhilfe schafft dann das Löschen des DNS-Cache.
Content Delivery Network (CDN)
Global verteilte Content Delivery Networks (dt. „Inhalte-Auslieferungs-Netzwerke“) halten einen Großteil der Daten beliebter Websites auf sogenannten Edge-Servern bzw. Edge Nodes („randnahen Knoten“) vor. Diese spiegeln die Daten am „Rand“ des Internets: Die Knoten sind geografisch nahe am Benutzer angesiedelt und technisch darauf ausgelegt, Daten möglichst schnell auszuliefern. Ein CDN fungiert damit als Cache für die Daten der angeschlossenen Websites. Dadurch werden die Zugriffszeiten insbesondere auf Streaming-Angebote und Websites minimiert, und der Ursprungsserver wird entlastet.
Web-Cache
Ein Web-Cache hält Webdokumente wie HTML-Seiten, Bilder, Stylesheets oder JavaScript-Dateien auf Serverseite für die wiederholte Nutzung vor. Moderne Caching-Lösungen wie Varnish und Redis legen häufig benutzte Daten im Arbeitsspeicher ab und erzielen damit besonders geringe Antwortzeiten. Dabei arbeiten sie auf unterschiedlichen Ebenen: Varnish ist ein HTTP-Cache, der als Reverse Proxy vor dem Webserver sitzt und komplette Antworten zwischenspeichert. Das Open-Source-Projekt dahinter wird seit 2025/2026 unter dem Namen Vinyl Cache weiterentwickelt; „Varnish Cache“ bezeichnet seither eine darauf basierende Distribution des Unternehmens Varnish Software. Redis ist dagegen eine In-Memory-Datenbank, die Anwendungen häufig als Objekt-Cache nutzen, etwa für Ergebnisse von Datenbankabfragen oder Sitzungsdaten.
Werden die Daten erneut abgefragt, erfordert die Antwort nur einen sehr schnellen Speicherzugriff. So werden die Antwortzeiten drastisch verringert und die Last für die hinter dem Cache liegenden Systeme, wie Webserver und Datenbank, reduziert.
Speziell für PHP-Anwendungen gibt es zudem Caches auf Code-Ebene: OPcache speichert vorkompilierten PHP-Bytecode im gemeinsam genutzten Arbeitsspeicher, sodass Skripte nicht bei jeder Anfrage neu geladen und geparst werden müssen; die Erweiterung ist seit PHP 5.5 fester Bestandteil von PHP. Der früher verbreitete Alternative PHP Cache (APC) wird nicht mehr weiterentwickelt. Sein Nachfolger APCu übernimmt nur noch das Zwischenspeichern von Anwendungsdaten.
Wenn Sie eine eigene Website betreiben, lohnt es sich, mehrere Cache-Ebenen zu kombinieren: Legen Sie über Cache-Control-Header fest, wie lange Browser statische Dateien wie Bilder, CSS und JavaScript speichern dürfen. Bei Content-Management-Systemen wie WordPress beschleunigen Caching-Plug-ins die Auslieferung, indem sie fertige HTML-Seiten zwischenspeichern. Achten Sie bei Ihrem Hosting zudem darauf, dass OPcache aktiviert ist – bei aktuellen PHP-Versionen ist das meist der Fall.



