Wer WordPress auf Ubuntu in­stal­lie­ren möchte, setzt hierfür am besten auf den LAMP-Stack, eine Kom­bi­na­ti­on aus der Linux-Dis­tri­bu­ti­on, dem Apache Webserver, MySQL bzw. MariaDB und der Skript­spra­che PHP. In­stal­la­ti­on und Ein­rich­tung des Content-Ma­nage­ment-Systems gelingen in gewohnter Manier über das Terminal.

Warum ist es sinnvoll, WordPress mit Ubuntu zu verwenden?

Wenn Sie ein Web­pro­jekt mit dem beliebten CMS WordPress betreiben möchten, stehen Ihnen die klas­si­schen Server-Be­triebs­sys­te­me als Basis zur Verfügung. So ist auch ein Ubuntu-Server als Hosting-System möglich und in vielerlei Hinsicht eine gute Wahl:

  • Ubuntu ist quell­of­fen und kos­ten­frei nutzbar
  • Si­cher­heits­re­le­van­te Fehler und Schwach­stel­len sind schnell behoben
  • Sie pro­fi­tie­ren von großen ad­mi­nis­tra­ti­ven Frei­hei­ten
  • Ubuntu steht seltener im Fokus von Cy­ber­kri­mi­na­li­tät als Windows-Systeme
  • In­te­grier­te Tools für den Remote-Zugriff

Ob Sie Ubuntu mit oder ohne grafische Be­nut­zer­ober­flä­che nutzen möchten, um Ihre WordPress-Seite zu erstellen, steht Ihnen gänzlich frei. Hier ist – wie generell bei der Wahl für Ubuntu – Ihr Know-how gefragt: Wenn Sie gut mit dem Linux-Universum vertraut sind, können Sie auf ein GUI ver­zich­ten und so wertvolle Hardware-Res­sour­cen einsparen.

Tipp

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WordPress mit Ubuntu: Welche Vor­aus­set­zun­gen gibt es?

Ähnlich wie Ubuntu stellt WordPress keine hohen An­for­de­run­gen an die Hardware der Hosting-Umgebung. Wollen Sie später eine einfache Seite betreiben, benötigt WordPress in der Regel nicht mehr als 512 MB Ar­beits­spei­cher und 1 Gigabyte CPU. Wächst das Projekt und arbeiten Sie darüber hinaus mit einer Vielzahl an WordPress-Themes und WordPress-Plugins, sollten Sie aber zu­sätz­li­che Leistung für das CMS einplanen.

In puncto Software setzt WordPress folgende Kom­po­nen­ten für einen rei­bungs­lo­sen Betrieb voraus:

  • Skript­spra­che: PHP 7.4 oder höher
  • Webserver: Apache; NGINX
  • Datenbank: MySQL 5.7 oder höher; MariaDB 10.3 oder höher (s. a. „MariaDB vs. MySQL

Zudem wird eine Un­ter­stüt­zung von HTTPS vor­aus­ge­setzt, die sich sowohl in Apache (per Modul) als auch in NGINX (per Parameter) jederzeit ak­ti­vie­ren lässt.

Tipp

Die ein­fachs­te Lösung, um die auf­ge­zeig­ten Software-Kom­po­nen­ten be­reit­zu­stel­len, ist die Ein­rich­tung eines LAMP-Servers.

WordPress auf Ubuntu in­stal­lie­ren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

WordPress läuft auf den ver­schie­dens­ten Ubuntu-Versionen. Sie können also entweder auf eine ältere Edition der Linux-Dis­tri­bu­ti­on zu­rück­grei­fen oder die aktuelle Version verwenden. Im Rahmen des nach­fol­gen­den Tutorials haben wir WordPress auf Ubuntu 22.04 in­stal­liert und ein­ge­rich­tet. Als Server kommt Apache, als Datenbank MySQL zum Einsatz.

Schritt 1: Ab­hän­gig­kei­ten in­stal­lie­ren

Falls Sie keine LAMP-Server ein­ge­rich­tet bzw. die er­for­der­li­chen Software-Kom­po­nen­ten noch nicht in­stal­liert haben, erledigen Sie dies im ersten Schritt. Um die aktuellen Versionen von Apache, MySQL und PHP zu beziehen, öffnen Sie das Terminal und führen dort folgendes Kommando aus:

sudo apt update
sudo apt install apache2 \
ghostscript \
libapache2-mod-php \
mysql-server \
php \
php-bcmath \
php-curl \
php-imagick \
php-intl \
php-json \
php-mbstring \
php-mysql \
php-xml \
php-zip
bash

Nach einem kurzen Check erhalten Sie eine Übersicht der Pakete, die neu in­stal­liert bzw. ak­tua­li­siert werden müssen. Be­stä­ti­gen Sie den Download (und den für die In­stal­la­ti­on er­for­der­li­chen Spei­cher­platz), indem Sie „J“ eintippen und die Ein­ga­be­tas­te drücken.

Bild: Ubuntu 22.04: Installation von PHP, MySQL und Apache via Terminal
In­stal­la­ti­on von PHP, MySQL und Apache im Ubuntu-22.04-Terminal: In unserem Fall sind 66 Kom­po­nen­ten neu zu in­stal­lie­ren und vier Kom­po­nen­ten zu ak­tua­li­sie­ren.

Schritt 2: WordPress-Dateien her­un­ter­la­den

Sobald das Grund­ge­rüst steht, können Sie mit der In­stal­la­ti­on von WordPress auf Ihrem Ubuntu-Server starten. Ubuntu hat hierfür zwar stan­dard­mä­ßig Pa­ket­da­tei­en parat, die sich mithilfe des Pa­ket­ma­na­gers in­stal­lie­ren lassen. Es ist jedoch zu empfehlen, die In­stal­la­ti­ons­da­tei­en direkt von der of­fi­zi­el­len WordPress-Website wordpress.org zu beziehen. Auf diese Weise gehen Sie sicher, mit der aktuellen WordPress-Version zu arbeiten und bei möglichen Problemen Un­ter­stüt­zung vom WordPress-Support in Anspruch nehmen zu können.

Mit folgenden Befehlen erstellen Sie erst ein passendes In­stal­la­ti­ons­ver­zeich­nis und geben dann dem Nut­zer­pro­fil „www-data“ (Standard-User für Webserver-Ope­ra­tio­nen) Zu­griffs­rech­te. Schließ­lich werden die aktuellen WordPress-In­stal­la­ti­ons­da­tei­en her­un­ter­ge­la­den:

sudo mkdir -p /srv/www
sudo chown www-data: /srv/www
curl https://wordpress.org/latest.tar.gz | sudo -u www-data tar zx -C /srv/www
bash
Tipp

Sie wollen bei der In­stal­la­ti­on und Ein­rich­tung Ihres WordPress-Projekts wertvolle Zeit sparen? Mit den Hosting-Paketen von IONOS ist WordPress zu in­stal­lie­ren einfacher denn je: In­stal­la­ti­on im Kun­den­por­tal starten, Titel und Zu­gangs­da­ten angeben und alle weiteren Schritte mit dem Ein­rich­tungs­as­sis­ten­ten erledigen.

Schritt 3: Apache für WordPress kon­fi­gu­rie­ren

Im nächsten Schritt gilt es, den Apache Webserver so zu kon­fi­gu­rie­ren, dass sich WordPress unter Ubuntu ausführen lässt. Hierfür erstellen Sie zunächst im Apache-Ver­zeich­nis eine Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei mit dem Namen wordpress.conf:

sudo touch /etc/apache2/sites-available/wordpress.conf
bash

Öffnen Sie die Datei im Anschluss mit folgendem Befehl:

sudo gedit /etc/apache2/sites-available/wordpress.conf
bash

In die Datei kopieren Sie nun folgende Zeilen und speichern an­schlie­ßend:

<VirtualHost \*:80>
    DocumentRoot /srv/www/wordpress
    <Directory /srv/www/wordpress>
        Options FollowSymLinks
        AllowOverride Limit Options FileInfo
        DirectoryIndex index.php
        Require all granted
    </Directory>
    <Directory /srv/www/wordpress/wp-content>
        Options FollowSymLinks
        Require all granted
    </Directory>
</VirtualHost>

Nun ak­ti­vie­ren Sie die Seite und den URL-Rewrite und de­ak­ti­vie­ren die „It works!“-Seite, die WordPress an­dern­falls stan­dard­mä­ßig prä­sen­tiert. Führen Sie zu diesem Zweck nach­ein­an­der folgende drei Kommandos aus:

sudo a2ensite wordpress
sudo a2enmod rewrite
sudo a2dissite 000-default
bash
Bild: Ubuntu-Terminal: Aktivieren und Deaktivieren von Modulen und Seiten
Ubuntu-Terminal: Ak­ti­vie­ren und De­ak­ti­vie­ren von Modulen und Seiten

Ab­schlie­ßend starten Sie den Apache Webserver neu:

sudo service apache2 reload
bash
Tipp

Soll der Webserver Ihr WordPress-Projekt später auch über eine in­di­vi­du­el­le Adresse abrufbar machen, benötigen Sie eine eigene Domain. Bei IONOS können Sie noch heute Ihre in­di­vi­du­el­le Domain re­gis­trie­ren und sich so die ge­wünsch­te Adresse sichern.

Schritt 4: MySQL-Datenbank erstellen

Um WordPress auf Ubuntu in­stal­lie­ren zu können, müssen Sie außerdem eine erste Datenbank für das Projekt erstellen. Melden Sie sich hierfür als erstes mit dem Root-Konto auf dem MySQL-Server an:

sudo mysql -u root
bash

Nach er­folg­rei­cher Anmeldung sehen Sie die MySQL-Ein­ga­be­zei­le „mysql>“.

Bild: MySQL-Anmeldung im Ubuntu-Terminal
Nach der er­folg­rei­chen Anmeldung auf dem MySQL-Server prä­sen­tiert das Ubuntu-Terminal die spe­zi­fi­sche Ein­ga­be­zei­le „mysql>“.

Im nächsten Schritt erstellen Sie mit folgendem Befehl eine Datenbank mit dem Namen „wordpress“:

CREATE DATABASE wordpress;
sql

Für die Datenbank legen Sie gleich auch ein Nut­zer­pro­fil an. Anstelle von „Ihr­Pass­wort“ de­fi­nie­ren Sie bei dem nach­fol­gen­den Befehl Ihr in­di­vi­du­el­les Passwort:

CREATE USER wordpress@localhost IDENTIFIED BY '<*IhrPasswort*>';
sql

An­schlie­ßend gewähren Sie dem Nut­zer­pro­fil die Rechte für die Da­ten­bank­zu­grif­fe:

GRANT SELECT,INSERT,UPDATE,DELETE,CREATE,DROP,ALTER
    -> ON wordpress.\*
    -> TO wordpress@localhost;
sql

Die Än­de­run­gen an der Datenbank lassen sich fol­gen­der­ma­ßen über­neh­men, ohne MySQL-Service neu­zu­star­ten:

FLUSH PRIVILEGES;
sql

Zum Schluss melden Sie sich vom MySQL-Server ab:

quit
bash

Schritt 5: WordPress mit der er­stell­ten Datenbank ver­knüp­fen

Die neue Datenbank muss nun mit WordPress verknüpft werden. Hierfür sind passende Einträge in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei wp-config.phpzu erstellen. Da bis dato noch keine Kon­fi­gu­ra­ti­on erstellt wurde, nutzen Sie einfach die Beispiel-Config, die Sie mit folgendem Kommando in die genanntewp-config.php kopieren:

sudo -u www-data cp /srv/www/wordpress/wp-config-sample.php /srv/www/wordpress/wp-config.php
bash

Danach über­tra­gen Sie den Namen der Datenbank (wordpress), den an­ge­leg­ten Benutzer (wordpress) und das gewählte Passwort (das in Schritt 4 definiert wurde) in die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei:

sudo -u www-data sed -i 's/database\_name\_here/wordpress/' /srv/www/wordpress/wp-config.php
sudo -u www-data sed -i 's/username\_here/wordpress/' /srv/www/wordpress/wp-config.php
sudo -u www-data sed -i 's/password\_here/<*IhrPasswort*>/' /srv/www/wordpress/wp-config.php
bash

Im Anschluss öffnen Sie die Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei mit dem Befehl:

sudo -u www-data nano /srv/www/wordpress/wp-config.php
bash

Über­prü­fen Sie, ob die In­for­ma­tio­nen der er­stell­ten Datenbank wie gewünscht über­tra­gen worden sind, und löschen Sie an­schlie­ßend die folgenden Zeilen aus der Datei:

define( 'AUTH\_KEY',         'put your unique phrase here' );
define( 'SECURE\_AUTH\_KEY',  'put your unique phrase here' );
define( 'LOGGED\_IN\_KEY',    'put your unique phrase here' );
define( 'NONCE\_KEY',        'put your unique phrase here' );
define( 'AUTH\_SALT',        'put your unique phrase here' );
define( 'SECURE\_AUTH\_SALT', 'put your unique phrase here' );
define( 'LOGGED\_IN\_SALT',   'put your unique phrase here' );
define( 'NONCE\_SALT',       'put your unique phrase here' );
php

Rufen Sie diese Seite von wordpress.org auf und kopieren Sie die prä­sen­tier­ten Einträge mit zufällig ge­ne­rier­ten Keys an die Stelle der zuvor ge­lösch­ten Zeilen. Speichern Sie die Än­de­run­gen an der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei.

Bild: Konfigurationsdatei wp-config.php mit neuen Key-Einträgen
Bei jedem Aufruf der Key-Generator-Seite werden au­to­ma­tisch neue, zufällige Einträge für die wp-config.php erstellt, die in etwa wie auf dem Screen­shot aussehen sollten.

Schritt 6: WordPress unter Ubuntu in­stal­lie­ren und ein­rich­ten

Öffnen Sie Ihren Browser und tippen Sie „localhost“ ein. In der Folge erscheint au­to­ma­tisch der Ein­rich­tungs­as­sis­tent für WordPress. Wählen Sie die ge­wünsch­te Sprache aus und geben Sie dann den Titel des Projekts sowie den Be­nut­zer­na­men und das Passwort für den Login im WordPress-Backend an. Zudem benötigt der Assistent eine gültige E-Mail-Adresse, um die Ein­rich­tung ab­zu­schlie­ßen.

Bild: WordPress auf Ubuntu installieren: Einrichtungsassistent
Im WordPress-Ubuntu-Ein­rich­tungs­as­sis­ten­ten können Sie Ihr Projekt u. a. von der Such­ma­schi­nen­in­de­xie­rung aus­schlie­ßen, indem Sie ein Häkchen bei „Sicht­bar­keit für Such­ma­schi­nen“ setzen.

Wenn Sie alle In­for­ma­tio­nen aus­ge­füllt haben, schließen Sie die Ein­rich­tung und In­stal­la­ti­on von WordPress unter Ubuntu per Klick auf „WordPress in­stal­lie­ren“ ab. Sie erhalten eine Er­folgs­mel­dung und können nun jederzeit im Browser über die Adresse localhost/wp-login.php den Login-Screen für das Backend aufrufen. Dort geben Sie einfach den de­fi­nier­ten Be­nut­zer­na­men und Ihr Passwort ein, um sich in WordPress an­zu­mel­den.

Bild: WordPress-Backend: Login-Seite
WordPress-Backend: Login-Seite

Web­pro­jek­te erstellen mit WordPress und Ubuntu – Fazit

WordPress auf Ubuntu zu in­stal­lie­ren, ist auch für Neu­ein­stei­ger und Neu­ein­stei­ge­rin­nen zu meistern. Wer über die geeignete Hardware verfügt, hat die not­wen­di­gen Software-Kom­po­nen­ten ebenso schnell in­stal­liert, wie die Pro­gramm­da­tei­en des Content-Ma­nage­ment-Systems her­un­ter­ge­la­den sind. Lediglich die Ein­rich­tung von Webserver und Datenbank dürfte zu Beginn noch etwas ungewohnt er­schei­nen. Dank der oben­ste­hen­den Anleitung gelangen Sie aber pro­blem­los zum Ziel: Ihrem WordPress-Projekt auf dem eigenen Ubuntu-Server.

Tipp

Sie haben WordPress auf Ubuntu in­stal­liert und wollen nun voll in das Content-Ma­nage­ment-System ein­stei­gen? Werfen Sie auch einen Blick in folgende Artikel im Digital Guide:

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