E-Commerce, elek­tro­ni­scher Handel, Online- und In­ter­net­han­del: All diese Begriffe stehen für den Kauf und Verkauf von Waren oder Dienst­leis­tun­gen mithilfe elek­tro­ni­scher In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gien. Das Internet ist dabei die Kern­tech­no­lo­gie. Aber auch andere Formen der digitalen Da­ten­über­tra­gung und -ver­ar­bei­tung – wie Mobilfunk, elek­tro­ni­sche Kun­den­da­ten­ban­ken oder Buch­hal­tungs­soft­ware – werden von Un­ter­neh­men ein­ge­setzt. Was genau ist E-Commerce, welche Vorteile und welche Nachteile hat er und was sind die der­zei­ti­gen Trends im On­line­han­del?

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Was ist E-Commerce?

Außer den Kauf­vor­gän­gen an sich umfasst Elec­tro­nic Commerce sämtliche Prozesse, die einen Kauf einleiten und abwickeln. Ein On­line­shop fungiert dabei als zentrale Ver­kaufs­platt­form, auf der Kauf­in­ter­es­sen­ten nicht nur das Sortiment durch­stö­bern, sondern auch bestellen und über ein digitales System bezahlen können. Ein elek­tro­ni­sches Wa­ren­wirt­schafts­sys­tem re­gis­triert das verkaufte Produkt und ak­tua­li­siert den La­ger­be­stand. Ein RFID-Chip verfolgt den Ver­sand­weg. CRM-Systeme erlauben es wiederum, mit dem Kunden in Kontakt zu bleiben.

Damit bildet der E-Commerce in einer enger gefassten De­fi­ni­ti­on einen Teil­be­reich des E-Business. Dieses umfasst sämtliche au­to­ma­ti­sier­ten Ge­schäfts­pro­zes­se, bei denen elek­tro­ni­sche In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien genutzt werden. Ziel­set­zung bei der Nutzung weit­ge­hend au­to­ma­ti­sier­ter Ge­schäfts­pro­zes­se ist es, die Arbeit ef­fi­zi­en­ter zu gestalten und den Umsatz zu steigern.

Digitale Tech­no­lo­gien bilden die Basis des Elec­tro­nic Commerce. Anbieter und Abnehmer tauschen im Rahmen des E-Commerce Daten auf digitalem Weg aus. Dabei können sehr un­ter­schied­li­che Tech­no­lo­gien beteiligt sein: Die Band­brei­te reicht von einfacher Funk­tech­no­lo­gie (z. B. Bluetooth) bis hin zu hoch­kom­ple­xen, auf künst­li­cher In­tel­li­genz (KI) ba­sie­ren­den Systemen. Neben Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien wie Internet und Telefonie kommen auch elek­tro­ni­sche Da­ten­ban­ken und Text­ver­ar­bei­tungs­soft­ware zum Einsatz, dienen Social Media oder Fernsehen als Wer­be­ka­nal, wird der Zah­lungs­ver­kehr via On­line­ban­king ab­ge­wi­ckelt und über­neh­men Chatbots den Kun­den­ser­vice. Auf diese Weise entsteht eine weit­ver­zweig­te digitale In­fra­struk­tur aus draht­lo­sen oder draht­ge­bun­de­nen Netz­wer­ken. Den ge­mein­sa­men Nenner bildet die Tatsache, dass räumliche Distanzen über­wun­den werden. Mitunter ersetzt dies den phy­si­schen Kontakt komplett. E-Commerce erübrigt Kon­su­men­ten ao den Gang in ein sta­tio­nä­res Geschäft oder die Beratung von Angesicht zu Angesicht.

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De­fi­ni­ti­on: E-Commerce

Der Begriff „E-Commerce“ – oder auch „eCommerce“ – leitet sich von der eng­li­schen Be­zeich­nung „Elec­tro­nic Commerce“ ab und bedeutet auf Deutsch „elek­tro­ni­scher Handel“. Sämtliche Prozesse, die mit dem Kauf und Verkauf von Waren und Dienst­leis­tun­gen in Zu­sam­men­hang stehen, werden dabei über digitale Systeme ab­ge­wi­ckelt – seien es das Internet, com­pu­ter­ge­stütz­te Da­ten­ban­ken oder Buch­hal­tungs­soft­ware.

Kenn­zei­chen des E-Commerce

Zweck des elek­tro­ni­schen Handels ist es, Ver­kaufs­pro­zes­se zu op­ti­mie­ren, damit die be­tref­fen­den Un­ter­neh­men mehr Umsatz ge­ne­rie­ren. Es sollen sämtliche den Verkauf be­tref­fen­den Ar­beits­vor­gän­ge ef­fi­zi­en­ter gestaltet und die damit ver­bun­de­nen Kosten gesenkt werden. So haben Un­ter­neh­men mithilfe des Internets über On­line­shops, Mar­ket­places (z. B. Amazon) oder Auk­ti­ons­platt­for­men (z. B. eBay) neue Ab­satz­ka­nä­le hin­zu­ge­won­nen. Durch Social Media, digitale Anzeigen und News­let­ter gewinnen sie neue Kunden und pflegen über au­to­ma­ti­sier­te CRM-Systeme mit ver­hält­nis­mä­ßig wenig Aufwand zahl­rei­che Kun­den­be­zie­hun­gen. On­line­händ­ler ent­schei­den häufig abhängig von Branche und Ge­schäfts­ziel, welche Tech­no­lo­gien und Ab­satz­ka­nä­le sie nutzen. Es ist kei­nes­wegs notwendig, alle Prozesse zu di­gi­ta­li­sie­ren. Vielmehr geht der Trend in Richtung Multi- und Crosschan­nel-Marketing, das sich zeit­gleich mehrerer aus­ge­wähl­ter Kanäle bedient. Ein Mö­bel­ge­schäft kann bei­spiels­wei­se an Kunden gewinnen, indem es online präsent ist. Gleich­zei­tig sollte es nach wie vor ein sta­tio­nä­res Geschäft oder zumindest einen Showroom anbieten. Dort können Kunden die fa­vo­ri­sier­te Kü­chen­zei­le be­gut­ach­ten oder online bestellte Möbel selbst abholen, um Spe­di­ti­ons­ge­büh­ren ein­zu­spa­ren. Beim Elec­tro­nic Commerce kommt es darauf an, alle Kanäle ideal auf­ein­an­der ab­zu­stim­men. Die ver­wen­de­ten elek­tro­ni­schen Tech­no­lo­gien müssen möglichst gut in die Wert­schöp­fungs­ket­te ein­ge­bun­den sein – von der Logistik über das Marketing bis zum Kun­den­ser­vice. Bei­spiels­wei­se sollte ein auf der Website be­wor­be­nes Produkt auch unbedingt im Lager vorrätig sein. Elek­tro­ni­scher Handel dient der Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rung. So be­schleu­nigt On­line­han­del bei­spiels­wei­se Ver­kaufs­pro­zes­se. Denn Kunden können durch ihn das Sortiment bequem vom Smart­phone oder vom hei­mi­schen Computer aus durch­stö­bern und jederzeit bestellen. Com­pu­ter­ge­stütz­te Systeme au­to­ma­ti­sie­ren Abläufe, was Zeit­er­spar­nis bedeutet. Gleich­zei­tig werden dadurch auch die Per­so­nal­kos­ten reduziert. Unterhält man kein La­den­ge­schäft, entfällt durch das E-Commerce sogar die Miete. Und der Vertrieb von digitalen Angeboten über das Internet ist weitaus günstiger als der Vertrieb über die Post oder ver­gleich­ba­re Dienst­leis­ter. Un­ter­neh­men können sich über E-Commerce außerdem einfacher bzw. kos­ten­güns­ti­ger neue Ab­satz­märk­te er­schlie­ßen und z. B. über­re­gio­nal agieren. E-Commerce erlaubt jede Art von ge­schäft­li­cher Trans­ak­ti­on. Geschäfte lassen sich bei­spiels­wei­se sowohl im B2B-Bereich (Ge­schäfts­be­zie­hun­gen zwischen Un­ter­neh­men) als auch im B2C-Bereich (Geschäft zwischen Un­ter­neh­men und Ver­brau­cher) abwickeln.

Vorteile des Elec­tro­nic Commerce

Un­ter­neh­men können vom E-Commerce in vielerlei Hinsicht pro­fi­tie­ren. Zu den Vorzügen zählen:

  • Über­win­dung räum­li­cher Distanzen: Das Internet macht Händler von einem festen Ver­kaufs­stand­ort un­ab­hän­gig. Sie können sich über­re­gio­nal oder län­der­über­grei­fend neue Ab­satz­märk­te er­schlie­ßen. Der Vertrieb phy­si­scher Waren erfordert zwar weiterhin, Lo­gis­tik­ka­pa­zi­tä­ten aus­zu­bau­en, neue Standorte müssen jedoch nicht eröffnet werden. Durch On­line­kom­mu­ni­ka­ti­on erübrigen sich mitunter sogar Dienst­rei­sen. Aus Per­spek­ti­ve der Ver­brau­cher hat On­line­han­del den Vorteil, dass sie aus einem riesigen Angebot auswählen sowie Qualität und Preise un­mit­tel­bar ver­glei­chen können.
     
  • Zeit­ef­fi­zi­en­te­rer Kauf­pro­zess: E-Commerce erlaubt Einkaufen ohne zeitliche Ver­zö­ge­rung. Kauf­in­ter­es­sier­te brauchen nicht erst ein sta­tio­nä­res Geschäft auf­zu­su­chen, um ein Produkt zu erwerben. Sie können statt­des­sen rund um die Uhr bequem von Zuhause oder unterwegs aus Be­stel­lun­gen aufgeben. Über ein Shop­sys­tem erhalten sie umgehend eine Be­stell­be­stä­ti­gung. Ebenso können Dienst­leis­ter ihre Dienste online anbieten. So kann ein Reisebüro In­ter­es­sen­ten bei­spiels­wei­se online beraten und Buchungen ent­ge­gen­neh­men.
     
  • Elek­tro­ni­scher Handel senkt Trans­ak­ti­ons­kos­ten: E-Commerce erübrigt unter Umständen die Eröffnung neuer Un­ter­neh­mens- und La­ger­stand­or­te. Wa­ren­be­stands-, Kassen- und Shop-Systeme über­wa­chen den La­ger­be­stand und Geldfluss au­to­ma­tisch. Das er­leich­tert die Ko­or­di­na­ti­on der un­ter­schied­li­chen Un­ter­neh­mens­be­rei­che und bietet Raum für neue Ge­schäfts­mo­del­le. Um ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu steigern, können kleine und mittlere Un­ter­neh­men in­zwi­schen Ko­ope­ra­tio­nen mit Online-Dienst­leis­tern eingehen: Nutzen sie bei­spiels­wei­se anstatt eines eigenen On­line­shops den Amazon-Mar­ket­place oder die Auk­ti­ons­platt­form eBay, lagern sie dadurch Teile des Vertriebs aus und pro­fi­tie­ren gleich­zei­tig von der hohen Reich­wei­te dieser Markt­plät­ze.
     
  • Einfaches Om­nich­an­nel- und Mul­tich­an­nel-Marketing: Es lohnt sich, Online- und Off­line­welt zu verbinden und mehrere Kanäle zu bespielen. Nutzen Sie einen On­line­shop und Social Media neben den sta­tio­nä­ren Handel, dann gibt es für den Kon­su­men­ten mehr Touch­points, an denen er sich für Ihr Angebot ent­schei­den kann.
     
  • Werbung mit hoher Reich­wei­te: Social Media, Blogs und eine eigene Un­ter­neh­mens­web­site bieten kos­ten­güns­ti­ge Mög­lich­kei­ten, um auf das eigene Angebot auf­merk­sam zu machen. Auf Facebook aktive Firmen pro­fi­tie­ren von der hohen Reich­wei­te des Netzwerks. Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting und Online-Anzeigen lassen sich oftmals mit kleinerem Wer­be­bud­get er­folg­reich umsetzen als klas­si­sche Print­an­zei­gen oder TV-Werbung. Zudem lässt sich Online-Werbung leichter als klas­si­sche Werbung per­so­na­li­sie­ren.
     
  • Mehr Kun­den­nä­he: Über Social Media können Sie einen per­sön­li­che­ren Kontakt zu po­ten­zi­el­len Kunden her­stel­len und das Image Ihres Un­ter­neh­mens ver­bes­sern. Tracking- und Ana­ly­se­tools er­leich­tern es, per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten zu sammeln und genauere Kun­den­pro­fi­le zu erstellen. Damit lassen sich Wer­be­kam­pa­gnen besser planen und das Sortiment ent­spre­chend der Nachfrage aus­rich­ten. CRM-Systeme er­leich­tern es Ihnen, den Kontakt zu Kunden aufrecht zu erhalten.
     
  • Höhere Kun­den­zu­frie­den­heit: E-Mail-Support, Online-Kon­takt­for­mu­la­re oder Chats nehmen In­ter­es­sen­ten die Hemm­schwel­le, sich beraten zu lassen. Kunden können dank dieser Tech­no­lo­gien Anfragen rund um die Uhr stellen und erhalten schneller Antwort. Ver­ein­fach­te Bestell- und Zahl­vor­gän­ge ver­rin­gern den Aufwand für Kunden und Un­ter­neh­men glei­cher­ma­ßen.

Kehr­sei­ten des elek­tro­ni­schen Handels

E-Commerce ist für Firmen und Kunden mitunter aber auch mit einigen Nach­tei­len verbunden. Ob diese auftreten, hängt we­sent­lich davon ab, welcher Branche ein Un­ter­neh­men angehört und welche Ka­pa­zi­tä­ten es hat.

  • Auf­wen­di­ges Im­ple­men­tie­ren: Es kostet Zeit und Geld, eine digitale In­fra­struk­tur auf­zu­bau­en. Nicht jeder kleine Ein­zel­händ­ler besitzt das ent­spre­chen­de Know-how bzw. die per­so­nel­len und fi­nan­zi­el­len Ka­pa­zi­tä­ten, um einen On­line­shop auf­zu­set­zen oder re­gel­mä­ßig Social-Media-Kanäle zu betreuen. Wenig Sinn hat es, eine Website nur spo­ra­disch zu pflegen. Stol­per­fal­len beim E-Commerce können auch die Ver­sand­mo­da­li­tä­ten und der Re­kla­ma­ti­ons­auf­wand sein.
     
  • Aufwand und Ex­per­ten­wis­sen für Werbung: Inwiefern On­line­mar­ke­ting Kosten einspart, hängt von der Branche ab. Auf hart um­kämpf­ten Märkten müssen Firmen auch im World Wide Web stark um Auf­merk­sam­keit buhlen. Eine einmalige An­zei­gen­kam­pa­gne mit Google AdWords reicht dann nicht aus. Mit Smart­phone und Social Media hat sich überdies die Auf­merk­sam­keits­span­ne der Nutzer verkürzt. Pro­fes­sio­nel­les Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting wiederum erfordert Know-how oder die mitunter kos­ten­in­ten­si­ve­re Betreuung durch eine spe­zia­li­sier­te Agentur. Hier können kleine Un­ter­neh­men oftmals nicht mit den großen Konzernen kon­kur­rie­ren.
     
  • Erhöhter Wett­be­werb und Preis­druck: Der globale On­line­han­del erhöht die Zahl der Mit­be­wer­ber. Über­steigt das Angebot die Nachfrage, setzt dies Un­ter­neh­men unter enormen Preis­druck. Mit Preis­ver­gleichs­por­ta­len ist es für Ver­brau­cher ein Leichtes, sich das güns­tigs­te Angebot her­aus­zu­su­chen. Im Bereich Mode über­neh­men bei­spiels­wei­se kos­ten­güns­ti­ge Pro­duk­ti­ons­stät­ten in Asien zunehmend auch ohne Zwi­schen­händ­ler ihren kom­plet­ten Vertrieb. Oftmals erlassen sie ihren Kunden zudem die Zoll- und Ver­sand­kos­ten und bieten ihre Mode zu einem kon­kur­renz­los günstigen Preis im Internet an. Aus Per­spek­ti­ve hiesiger Un­ter­neh­men ist es je nach Branche sehr schwer, sich gegen solchen Preis­kampf durch­zu­set­zen und Gewinne zu erzielen.
     
  • Fehlende per­sön­li­che Beratung: Nicht jeder On­line­händ­ler kann einen 24-Stunden-Kun­den­ser­vice anbieten oder hat die Res­sour­cen, um Service-Chatbots in seine Website zu in­te­grie­ren. Anders als in der Mo­de­bou­tique fehlt dann der direkte Kontakt zum Kunden. Eine Ver­kaufs­be­ra­tung durch ge­schul­tes Personal ist aus Kun­den­sicht in vielen Fällen über­zeu­gen­der und ziel­füh­ren­der als etwa ein Chat. E-Commerce kann Be­ra­tungs­ge­sprä­che vor Ort gerade bei er­klä­rungs­in­ten­si­ven Produkten und Dienst­leis­tun­gen – bei­spiels­wei­se bei Trekking-Aus­rüs­tung oder me­di­zin­tech­ni­schen Geräten – nicht ersetzen.
     
  • La­den­ster­ben: Der boomende In­ter­net­han­del geht zu Lasten sta­tio­nä­rer Ein­zel­händ­ler. Laut einer Umfrage des Ein­zel­han­dels­ver­bands Deutsch­land (HDE) beklagen rund 60 Prozent der befragten Ein­zel­händ­ler sinkende Be­su­cher­zah­len. Experten sagen ein Mas­sen­ster­ben der La­den­ge­schäf­te voraus, das die In­nen­städ­te in wenigen Jahren veröden lässt.
     
  • Zahlungs- und Da­ten­si­cher­heit: Nach wie vor gibt es In­ter­net­nut­zer, die On­line­shop­ping aus Si­cher­heits­grün­den scheuen. Sie wollen Kon­takt­da­ten und Zah­lungs­da­ten nicht wei­ter­ge­ben. Zudem sieht die neue Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung der EU (DSGVO) künftig strengere Regeln vor und ahndet Verstöße mit emp­find­li­chen Geld­stra­fen.

Aktuelle Trends des In­ter­net­han­dels

Elec­tro­nic Commerce boomt bereits seit Jahren. Und aufgrund einiger neuer Ent­wick­lun­gen gewinnt der elek­tro­ni­sche Handel weiter an Fahrt. Einer aktuellen Studie des Bun­des­ver­bands E-Commerce und Ver­sand­han­del Deutsch­land e. V. (bevh) zufolge erzielte der gesamte Online- und Ver­sand­han­del in Deutsch­land 2017 ein Brutto-Um­satz­vo­lu­men von 62,15 Mil­li­ar­den Euro. Damit wuchs er innerhalb eines Jahres um 7,9 Prozent. Die Deutschen geben also immer mehr Geld online aus. Nach einer Studie des Bran­chen­ver­bands Bitkom rangieren dabei Bücher, CDs und DVDs an erster Stelle. Aber auch Elek­tro­nik­ar­ti­kel und Kleidung werden oft und gern online gekauft.

Online-Einkäufe be­schrän­ken sich kei­nes­wegs auf die jüngere Ge­ne­ra­ti­on. Al­ters­un­ter­schie­de spielen immer weniger eine Rolle: Auch viele der über 65-Jährigen sind heut­zu­ta­ge durchaus in­ter­net­af­fin. Laut der Bitkom-Umfrage haben 79 Prozent dieser Al­ters­grup­pe min­des­tens einmal etwas online ein­ge­kauft. Un­ter­neh­men, deren Marketing sich stark auf Digital Natives kon­zen­triert, ver­schen­ken also Kun­den­po­ten­zi­al. Al­ler­dings kaufen ältere Menschen vor allem Me­di­ka­men­te online und lassen sich die Ware direkt vor die Haustür liefern. Bei Kleidung und Schuhen be­vor­zu­gen sie nach wie vor sta­tio­nä­re Geschäfte. Dagegen wählen die 14- bis 29-Jährigen viel häufiger die digitale Shop­ping­tour.

Eine we­sent­li­che Her­aus­for­de­rung für den On­line­han­del wird es sein, das Ein­kaufs­er­leb­nis im E-Commerce zu in­di­vi­dua­li­sie­ren. Daher geht der Trend in Richtung per­so­na­li­sier­te Angebote und Werbung. Viele Nutzer wollen einen maß­ge­schnei­der­ten Ge­schenk­gut­schein erwerben oder eine Reise zu ganz spe­zi­el­len Kon­di­tio­nen buchen. Treue Kunden erwarten Rabatte, eine in­di­vi­du­el­le Ansprache und passende Kauf­emp­feh­lun­gen. Analyse- und Tracking-Tools wie Google Analytics machen es möglich, per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten zu sammeln. Sie re­gis­trie­ren das Kauf- und Surf­ver­hal­ten, um den nächsten Besuch eines On­line­shops stärker zu per­so­na­li­sie­ren. Händler erfahren so mehr über die Pro­dukt­vor­lie­ben ihrer Kunden – ebenso wie darüber, was diese für ein be­stimm­tes Produkt zu zahlen bereit sind.

Viel wird auch im Bereich Virtual Reality ex­pe­ri­men­tiert. Diese Tech­no­lo­gie erlaubt es Nutzern, ganz und gar in Pro­dukt­wel­ten ein­zu­tau­chen. Ein Beispiel hierfür ist der immersive Showroom des Mö­bel­kon­zerns Ikea. Mit ihm können noch un­ent­schie­de­ne Kunden ihre Woh­nungs­ein­rich­tung virtuell zu­sam­men­stel­len und z. B. testen, welcher Tex­til­be­zug des Wohn­zim­mer­so­fas wie zu ver­schie­de­nen Ta­ges­zei­ten wirkt.

On­line­shop­ping geschieht immer häufiger von mobilen End­ge­rä­ten aus. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Anzahl der mobil ge­tä­tig­ten Einkäufe mehr als ver­dop­pelt. Um mit dem Trend zu gehen, ist es daher wichtig, Webseiten responsiv zu gestalten, d. h. an­pas­sungs­fä­hig an un­ter­schied­li­che Aus­ga­be­for­ma­te. Das ver­ein­facht die Na­vi­ga­ti­on über das kleine Display mobiler Endgeräte und verkürzt die La­de­zei­ten. Laut Statista boten bereits 2016 knapp 82 Prozent der größeren On­line­shops ihre Produkte auch über Mobile Shops an.

Noch trüben mitunter schlechte Netz­an­bin­dun­gen das Mobile Shopping. Doch mit dem neuen Mo­bil­funk­stan­dard 5G werden Mobile-Kunden weiter an Bedeutung gewinnen. Auch Werbung, die im Mobile-Bereich Kon­su­men­ten rund um die Uhr erreicht, wird dadurch immer lu­kra­ti­ver. Geolokale Daten ver­bes­sern zudem das Targeting. Damit können Firmen stand­ort­be­zo­ge­ne Angebote un­ter­brei­ten oder Kunden in das nächst­ge­le­ge­ne Geschäft locken.

Der sta­tio­nä­re Handel hat trotz dieser Ent­wick­lun­gen jedoch kei­nes­wegs aus­ge­dient. Vielmehr wollen Kunden beliebig oft zwischen online und offline wechseln. Om­nich­an­nel-Marketing lautet daher das Gebot der Stunde. Selbst reine On­line­händ­ler wie Zalando ver­trei­ben ihre Mode zunehmend in Outlets – andere bieten Showrooms an. Mit einem „Click & Collect“-Service können Kunden ein Produkt testen, sich per­sön­lich beraten lassen oder im Internet bestellte Ware ohne Ver­sand­ge­büh­ren abholen. Sta­tio­nä­re Geschäfte und Dienst­leis­ter bieten immer häufiger die Mög­lich­keit, über Internet zu bestellen oder per Skype beraten zu werden. Im Jahr 2017 waren einer Studie der IHK und Uni­ver­si­tät Re­gens­burg zufolge immerhin 27 Prozent der La­den­ge­schäf­te auf diese Weise online präsent.

Wer auf alle Kanäle setzt, erreicht auf jeden Fall mehr Kauf­in­ter­es­sen­ten und steigert die Kun­den­zu­frie­den­heit. Für einen nahtlosen Übergang zwischen online und offline sorgen auch In­no­va­tio­nen im Bereich Internet der Dinge. Über so­ge­nann­te Beacons, die auf Funk­tech­no­lo­gien basieren, senden Wa­ren­re­ga­le oder einzelne Produkte in einem Laden Signale an Smart­phones. Eine App re­gis­triert diese Signale und gibt dem Kunden daraufhin genaue Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen, macht auf Rabatte auf­merk­sam oder navigiert ihn anhand seiner Vorlieben zum ent­spre­chen­den Regal – z. B. für Bio-Le­bens­mit­tel.

Das Internet der Dinge wird dem E-Commerce in Zukunft völlig neue Mög­lich­kei­ten eröffnen. Schon heute nimmt die Anzahl der permanent mit dem Internet ver­bun­de­nen All­tags­din­ge und der smarten Haus­halts­ge­rä­te zu. So meldet bei­spiels­wei­se ein in­tel­li­gen­ter Kühl­schrank über Sensoren, wenn bestimmte Le­bens­mit­tel zu Neige gehen – und er kann diese ei­gen­stän­dig nach­be­stel­len. IoT-Geräte erlauben es, On­line­shop­ping und -Werbung maximal zu per­so­na­li­sie­ren. Eine Umfrage des For­schungs­in­sti­tuts ibi research an der Uni­ver­si­tät Re­gens­burg scheint das zu be­stä­ti­gen. Immerhin 42 Prozent der Befragten schätzen Smart-Home-An­wen­dun­gen als relevant für das Ein­kaufs­er­leb­nis ein.

Im La­ger­ma­nage­ment als Teil­be­reich des Elec­tro­nic Commerce er­leich­tern Waren, die mit Sensoren aus­ge­stat­tet und mit dem Internet verbunden sind, die Ar­beits­pro­zes­se. Sie kon­trol­lie­ren den La­ger­be­stand in Echtzeit, um z. B. einem Aus­ver­kauf gefragter Produkte recht­zei­tig vor­zu­beu­gen.

Das E-Commerce wird durch den Fort­schritt und in­no­va­ti­ve Tech­no­lo­gien also weiter an Bedeutung gewinnen.

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