Die cmd.exe, auch als Ein­ga­be­auf­for­de­rung bekannt, zählt zu Windows ältesten Software-Kom­po­nen­ten. Das Kom­man­do­zei­len-Tool bietet seit Jahr­zehn­ten die Mög­lich­keit, direkte Än­de­run­gen an Microsoft-Be­triebs­sys­te­men vor­zu­neh­men. Eng an die Ein­ga­be­auf­for­de­rung geknüpft sind die so­ge­nann­ten Batch-Dateien (auch Bat-Dateien), die mit be­triebs­ei­ge­nen Befehlen auf die cmd.exe zu­rück­grei­fen und Befehle sta­pel­wei­se ver­ar­bei­ten können. Wir verraten Ihnen, was genau diese nütz­li­chen Skripte aus­zeich­net, und wie Sie selbst eine solche Batch-Datei erstellen, speichern und ausführen können.

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Was ist eine Batch- bzw. Bat-Datei?

Eine Batch-Datei (auch Bat-Datei, Batch-Skript oder Sta­pel­ver­ar­bei­tungs­da­tei) ist eine Textdatei, die vom Windows-Kom­man­do­zei­len-Tool cmd.exe als Sta­pel­ver­ar­bei­tung aus­ge­führt werden kann. Die Ein­ga­be­auf­for­de­rung übernimmt dabei sowohl die Rolle des In­ter­pre­ters als auch die Rolle der Lauf­zeit­um­ge­bung. Ver­ein­facht gesagt handelt es sich also um ein Com­pu­ter­pro­gramm bzw. ein Skript, dessen Daten bzw. Aufgaben nach­ein­an­der über die Ein­ga­be­auf­for­de­rung ver­ar­bei­tet werden.

Hinweis

Der Begriff „Sta­pel­ver­ar­bei­tung“ stammt aus den An­fangs­zei­ten der Da­ten­ver­ar­bei­tung, in denen eine in­ter­ak­ti­ve Ver­ar­bei­tung noch unmöglich war. Die zu ver­ar­bei­ten­den Da­ten­sät­ze lagen damals üb­li­cher­wei­se in Form von Loch­kar­ten – den Spei­cher­me­di­en dieser Zeit – vor, die als Stapel (engl. batch) Karte für Karte ab­ge­ar­bei­tet wurden. In modernen Computer-Be­triebs­sys­te­men ist der Begriff vor allem im Zu­sam­men­hang mit der Ver­öf­fent­li­chung von MS-DOS (1981) und den hier the­ma­ti­sier­ten Batch-Dateien bekannt geworden.

Mit der cmd.exe als In­ter­pre­ter und Lauf­zeit­um­ge­bung erlauben Batch-Dateien die Nutzung und Aus­füh­rung ge­wöhn­li­cher CMD-Befehle. Außerdem können Sie beim Batch-Datei-Schreiben unter anderem Kom­men­ta­re, Sprung­mar­ken, Variablen, Be­din­gun­gen und Abfragen verwenden. Damit sich Text­da­tei­en in Batch-Dateien umwandeln lassen, müssen Sie ihnen in neueren Microsoft-Systemen die Da­tei­endung .bat anhängen. Unter Windows NT und OS/2 war die Endung .cmd üblich.

Batch-Datei erstellen: Schritt-für-Schritt-Tutorial

Eigene Bat-Dateien zu erstellen ist dann sinnvoll, wenn Sie es mit immer wie­der­keh­ren­den Be­fehls­fol­gen zu tun haben, deren Aus­füh­rung Sie au­to­ma­ti­sie­ren möchten. Dabei kann es sich bei­spiels­wei­se um An­mel­de­vor­gän­ge handeln oder um das Starten so­ge­nann­ter TSR-Programme (terminate and stay resident), die permanent als Hin­ter­grund­pro­zes­se laufen sollen. In den folgenden Ab­schnit­ten erklären wir, welche Tools Sie für die Bat-Er­stel­lung benötigen und wie genau Sie eigene Sta­pel­ver­ar­bei­tungs­da­tei­en erstellen, speichern und ausführen können.

Schritt 1: Editor wählen und starten

Wie bereits erwähnt liefern Text­do­ku­men­te eine geeignete Basis für Batch-Skripte. Um eine eigene Bat-Datei zu schreiben, benötigen Sie daher lediglich einen ge­wöhn­li­chen Text­edi­tor. Da Sie Features wie Syn­tax­her­vor­he­bung nicht wirklich brauchen, ist der stan­dard­mä­ßig in Windows ent­hal­te­ne Microsoft Editor (kurz Editor), der auch unter dem eng­li­schen Ori­gi­nal­na­men Notepad bekannt ist, voll­kom­men aus­rei­chend. Um diesen zu öffnen, geben Sie einfach den Begriff „Notepad“ bzw. „Editor“ in die Windows-Suche ein und klicken danach auf das ent­spre­chen­de Icon in den Such­ergeb­nis­sen:

Schritt 2: Mit Batch-Befehlen vertraut machen

Wer Batch-Dateien erstellen möchte, der muss keine kom­pli­zier­te Pro­gram­mier­spra­che lernen. Wissen über die gängigen Sys­tem­kom­man­dos und deren Funk­tio­na­li­tät in Batch-Dateien ist jedoch un­ver­zicht­bar, weshalb Sie sich zunächst mit einigen Befehlen vertraut machen sollten, bevor Sie sich an Ihr erstes eigenes Skript wagen. Zu den wich­tigs­ten Kommandos, die man in jedem Fall be­herr­schen sollte, zählen folgende:

  • ECHO: Schaltet den Aus­ga­be­text für aus­ge­führ­te Kommandos auf dem Bild­schirm an
  • @ECHO OFF: Schaltet den Aus­ga­be­text für aus­ge­führ­te Kommandos auf dem Bild­schirm aus
  • START: Führt eine Datei mit der je­wei­li­gen Stan­dard­an­wen­dung aus
  • REM: Kenn­zeich­net eine Kom­men­tar­zei­le
  • MKDIR/RMDIR: Erstellt bzw. löscht ein Ver­zeich­nis
  • DEL: Löscht aus­ge­wähl­te Datei(en)
  • COPY: Kopiert aus­ge­wähl­te Datei(en)
  • TITLE: Be­ar­bei­tet den Titel des CMD-Fensters
Hinweis

Eine aus­führ­li­che Auf­lis­tung der wich­tigs­ten Kommandos finden Sie in unserem um­fang­rei­chen Artikel zum Thema „Batch-Befehle“.

Schritt 3: Eine erste Batch-Datei erstellen und speichern

Ein sehr einfacher Einstieg in die Kunst des Batch-Datei-Schrei­bens ist die Kreation eines simplen Skripts, das gleich mehrere Ver­zeich­nis­se auf einem gewählten Da­ten­trä­ger Ihres Systems anlegt. Erstellen Sie bei­spiels­wei­se eine Bat-Datei mit folgendem Input, erzeugt diese nach der Aus­füh­rung auf dem Laufwerk C: zwei Ver­zeich­nis­se namens „Beispiel1“ und „Beispiel2“:

MKDIR C:\Beispiel1
MKDIR C:\Beispiel2

Kopieren Sie die beiden Zeilen einfach in ein ge­öff­ne­tes, leeres Notepad-Dokument wie es in folgendem Screen­shot zu sehen ist:

Um diese Bat-An­wei­sun­gen bzw. das Skript dann zu speichern, klicken Sie auf „Datei“ und wählen den Menüpunkt „Speichern unter…“ aus. Geben Sie den ge­wünsch­ten Spei­cher­ort an und tragen Sie einen passenden Namen für das Skript – inklusive der Da­tei­endung .bat – in das Feld „Dateiname“ ein:

Schritt 4: Er­stell­tes Bat-Skript ausführen

Nachdem Sie die Bat-Datei erstellt und als solche ge­spei­chert haben, haben Sie zwei Mög­lich­kei­ten, diese aus­zu­füh­ren: Entweder Sie starten das Skript im bekannten Windows-Explorer-Umfeld oder Sie öffnen die Ein­ga­be­auf­for­de­rung und starten es über einen passenden Kom­man­do­zei­len-Befehl.

Dabei ist erst­ge­nann­te Variante die ein­fa­che­re und ein­steig­er­freund­li­che­re, denn Sie müssen lediglich in das Ver­zeich­nis na­vi­gie­ren, in dem sich die Batch-Datei befindet, und diese dann per Dop­pel­klick starten.

Hinweis

Enthält ein Batch-Skript Kommandos, deren Aus­füh­rung Ad­mi­nis­tra­to­ren-Rechte vor­aus­setzt, müssen Sie es auch als Ad­mi­nis­tra­tor starten. In diesem Fall wählen Sie die Sta­pel­ver­ar­bei­tungs­da­tei per Rechts­klick aus und drücken dann auf die Schalt­flä­che „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“.

Wollen Sie die Batch-Datei statt­des­sen über die Kom­man­do­zei­le öffnen, gehen Sie fol­gen­der­ma­ßen vor:

  1. Rufen Sie die Windows-Such­funk­ti­on auf und tippen Sie dort „cmd“ ein.
  2. Klicken Sie per Links­klick auf „Ein­ga­be­auf­for­de­rung“, um die Kom­man­do­zei­le normal zu starten. Wählen Sie diese per Rechts­klick aus und drücken Sie an­schlie­ßend auf „Als Ad­mi­nis­tra­tor ausführen“, falls Sie Ad­mi­nis­tra­to­ren-Rechte benötigen.
  3. Wechseln Sie per „change directory“-Befehl (cd) in das Ver­zeich­nis, in dem sich die Batch-Datei befindet.
  4. Tippen Sie den Namen des Batch-Skripts (inklusive der Da­tei­endung) ein und drücken Sie die Ein­ga­be­tas­te.

Schritt 5: Erstellte Batch-Dateien nach­träg­lich be­ar­bei­ten

Sie können ein er­stell­tes Bat-Skript jederzeit anpassen, wenn Sie bei­spiels­wei­se weitere Befehle hin­zu­fü­gen bzw. vor­han­de­ne Kommandos entfernen oder Ver­zeich­nis­se ändern wollen. Rufen Sie zu diesem Zweck einfach den Ordner auf, in dem sich das Kom­man­do­zei­len-Skript befindet und klicken Sie es per Rechts­klick an. An­schlie­ßend wählen Sie die Option „Be­ar­bei­ten“:

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Beispiele für häufiger nutzbare und kom­ple­xe­re Batch-Skripte

Mit der zuvor auf­ge­zeig­ten Schritt-für-Schritt-Anleitung lassen sich die ver­schie­dens­ten Batch-Dateien erstellen – un­ab­hän­gig davon, welche oder wie viele Sys­tem­kom­man­dos enthalten sind. Der Nutzen eines er­stell­ten Skripts steigt dabei zwei­fels­oh­ne mit der Häu­fig­keit, mit der es sich einsetzen lässt. Ab­schlie­ßend sollen daher zwei Beispiele für Batch-Dateien mit lang­fris­ti­gem Wert die Mög­lich­kei­ten der Sta­pel­ver­ar­bei­tung via Windows-Kom­man­do­zei­le ver­deut­li­chen.

Batch-Skript mit einfachem Back-up-Me­cha­nis­mus

Wie praktisch Batch-Dateien sein können, beweist folgendes Beispiel, mit dem Sie ganz einfach re­gel­mä­ßi­ge Back-ups eines be­lie­bi­gen Ver­zeich­nis­ses an­fer­ti­gen lassen können:

XCOPY C:\Ausgangsverzeichnis C:\Back-up-Verzeichnis /m /e /y

Wenn Sie eine Batch-Datei erstellen und ausführen, die oben ab­ge­bil­de­te Zeile enthält, kopieren Sie den Inhalt durch den Befehl „XCOPY“ aus dem „Aus­gangs­ord­ner“ in den „Back-up-Ordner“ – die Ver­zeich­nis­se, in denen sich diese beiden Ordner befinden, sind natürlich ent­spre­chend an­zu­pas­sen. Die drei an­ge­häng­ten Parameter bewirken dabei Folgendes:

  • /m: sorgt dafür, dass nur ak­tua­li­sier­te Dateien kopiert werden, damit bereits ge­si­cher­te Dateien bei weiteren Back-up-Vorgängen nicht erneut kopiert werden müssen.
  • /e: gibt an, dass beim Back-up auch sämtliche Un­ter­ver­zeich­nis­se im an­ge­ge­be­nen Ver­zeich­nis be­rück­sich­tigt werden.
  • /y: un­ter­drückt die Auf­for­de­rung zur Be­stä­ti­gung, dass eine vor­han­de­ne Zieldatei (an der seit dem letzten Back-up Än­de­run­gen vor­ge­nom­men wurden) über­schrie­ben werden soll.

Batch-Datei mit kom­ple­xe­rer Back-up-Funktion

Das vor­an­ste­hen­de Back-up-Programm er­mög­licht das Kopieren der Aus­gangs­da­tei­en vom Aus­gangs­ord­ner in den Ziel­ord­ner. Sie können aber auch eine Bat-Datei erstellen, die den Ori­gi­nal­da­ten­be­stand auf mehrere Ziel­ord­ner verteilt, wobei zum Beispiel der Dateityp als Aus­wahl­kri­te­ri­um dienen kann. Zu diesem Zweck benötigen Sie die so­ge­nann­te FOR-Schleife, die die mehrfache Aus­füh­rung eines Befehls mit einem variablen Argument er­mög­licht:

cd C:\Ausgangsverzeichnis
FOR %%f IN (*.doc *.txt) DO XCOPY C:\Ausgangsverzeichnis"%%f" C:\Back-up-Verzeichnis\Texte /m /y
FOR %%f IN (*.jpg *.png *.bmp) DO XCOPY C:\Ausgangsverzeichnis "%%f" C:\Back-up-Verzeichnis\Bilder /m /y

Der auf­ge­führ­te Batch-Be­fehls­code sorgt dafür, …

  • dass sämtliche Dateien im Aus­gangs­ver­zeich­nis mit den Endungen .doc und .txt in den Back-up-Ordner „Texte“ ver­scho­ben werden
  • sämtliche Dateien im Aus­gangs­ver­zeich­nis mit den Endungen .jpg, .png und .bmp in den Back-up-Ordner „Bilder“ ver­scho­ben werden
  • immer nur ak­tua­li­sier­te Dateien kopiert werden
  • die Be­stä­ti­gungs­auf­for­de­rung immer un­ter­drückt wird
Hinweis

Das Skript funk­tio­niert nur bei Dateien, deren Da­tei­na­men de­kla­rier­te Endungen haben – an­dern­falls werden ent­spre­chen­de Dokumente bei der Sta­pel­ver­ar­bei­tung nicht erkannt, selbst wenn sie ei­gent­lich ein passendes Format aufweisen.

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