Jedes Be­triebs­sys­tem greift auf vor­ge­ge­be­ne Da­tei­sys­te­me zurück, wenn Inhalte auf Spei­cher­me­di­en (Fest­plat­ten, USB-Sticks, SD-Karten etc.) verwaltet werden sollen. Um diese Da­tei­sys­te­me sinnvoll zu nutzen und Dateien zu speichern, zu be­ar­bei­ten, zu kopieren oder zu löschen sowie Ver­zeich­nis­se gezielt auf­zu­ru­fen, benötigen Anwender spezielle Programme – die so­ge­nann­ten Da­tei­ma­na­ger.

Während Da­tei­ma­na­ger seit Langem zu den Stan­dard­kom­po­nen­ten der gra­fi­schen Be­nut­zer­ober­flä­chen gängiger Desktop-Be­triebs­sys­te­me wie Microsoft Windows oder macOS zählen, hat das mobile Android erst seit Version 6.0 (Marsh­mal­low) eine eigene Da­tei­ma­na­ger-App in­te­griert. Damit war es dem direkten Kon­kur­ren­ten iOS, das den direkten Zugriff auf das Da­tei­sys­tem lange Zeit gänzlich blo­ckier­te, zwar um einiges voraus – die eher ru­di­men­tä­ren Funk­tio­nen stellen aber nicht jeden User zufrieden, weshalb File-Manager für Android von Dritt­an­bie­tern heiß begehrt sind.

Was genau ist ein Da­tei­ma­na­ger für Android?

Da­tei­ma­na­ger für Android und andere mobile Be­triebs­sys­te­me un­ter­schei­den sich grund­sätz­lich nicht von den Lösungen für Desktop-Be­triebs­sys­te­me. Sie dienen dem Zweck, die Da­tei­struk­tur zu ver­an­schau­li­chen und er­mög­li­chen eine einfache und intuitive Ver­wal­tung der ge­spei­cher­ten Dateien. Im Gegensatz zu den PC-Lösungen haben die Systeme für Smart­phone, Tablet und Co. einen solchen File-Manager jedoch nicht immer stan­dard­mä­ßig im­ple­men­tiert. Ist der Zugriff auf das Da­tei­sys­tem – wie im Fall von Android – prin­zi­pi­ell frei­ge­ge­ben, lässt sich dies schnell ändern: Man kann einfach eine Da­tei­ma­na­ger-App her­un­ter­la­den (z. B. über den Google Play Store) und in­stal­lie­ren. Die Nutzung solcher Android-File-Explorer aus dritter Hand ist auch bei neueren Versionen des mobilen Be­triebs­sys­tems möglich. In diesem Fall ersetzt die jeweilige Anwendung die Standard-App.

Was kann der in­te­grier­te Android-File-Manager?

Mit der In­te­grie­rung eines File-Browsers in neuere Android-Versionen ist Google einen deut­li­chen Schritt auf die Nut­zer­schaft zu­ge­gan­gen. Die Tatsache, dass dieser Manager sehr gut in den Ein­stel­lun­gen versteckt ist, zeigt aber auch, dass der Groß­kon­zern es prä­fe­riert, wenn Benutzer möglichst selten direkt mit dem Da­tei­sys­tem in Berührung kommen – was prin­zi­pi­ell si­cher­heits­tech­ni­sche Gründe hat, da An­pas­sun­gen an der Da­tei­struk­tur immer auch dafür sorgen können, dass wichtige Sys­tem­funk­tio­nen nicht mehr nutzbar sind. Wer das File-Programm trotzdem nutzen möchte, findet es in den Sys­tem­ein­stel­lun­gen unter „Speicher & USB“ > „Interner Speicher“ > „Erkunden“.

Hinweis

Da Android stan­dard­mä­ßig den Root-Zugriff ver­hin­dert, ist die Anpassung des Da­tei­sys­tems sowohl mit der in­te­grier­ten Anwendung als auch mit externen Da­tei­ma­na­ger-Apps nur in be­schränk­tem Maße möglich. So bleiben die Sys­tem­da­tei­en den Nutzern bei­spiels­wei­se immer verborgen.

Hat man den Datei-Explorer von Android erst einmal geöffnet, listet er alle Ordner auf, die auf dem internen Speicher des Geräts liegen und für die der User eine Be­rech­ti­gung hat. Über das Drei-Punkte-Symbol kann man in die Ras­ter­an­sicht wechseln, die eine größere Dar­stel­lung der einzelnen Ordner bietet. Statt der stan­dard­mä­ßi­gen, al­pha­be­ti­schen Sor­tie­rung ist dabei auch die Sor­tie­rung nach Än­de­rungs­da­tum oder Größe möglich. Durch Antippen des Lu­pen­sym­bols lässt sich darüber hinaus die Such­funk­ti­on des Android-Da­tei­ma­na­gers starten. Diese erlaubt es, mithilfe des Da­tei­na­mens gezielt nach einer be­stimm­ten Datei zu suchen.

Um Ordner (und Un­ter­ord­ner) oder Dateien zu öffnen, braucht man diese lediglich an­zu­tip­pen. Im Fall von Dateien ist al­ler­dings immer vor­aus­ge­setzt, dass auf dem Gerät auch eine App in­stal­liert ist, die die Ausgabe bzw. Wie­der­ga­be des je­wei­li­gen Da­tei­for­mats er­mög­licht. Android bietet eine Auswahl an, wenn hierfür mehrere An­wen­dun­gen in Frage kommen. Über das kleine Drei­eck­sym­bol können Nutzer jederzeit pro­blem­los zu über­ge­ord­ne­ten Ordnern bzw. zum Aus­gangs­ord­ner zu­rück­sprin­gen. Der Standard-File-Manager von Android hält ferner folgende Da­tei­be­ar­bei­tungs­funk­tio­nen bereit:

  • Dateien auswählen: Sollen eine oder mehrere Dateien für einen be­lie­bi­gen Be­ar­bei­tungs­schritt markiert werden, muss man den Finger länger auf einer einzelnen Datei halten. Dann schaltet der File-Explorer von Android in den Mar­kie­rungs­mo­dus. Um die Auswahl zu erweitern, genügt es, die weiteren Dateien kurz an­zu­tip­pen. Die aus­ge­wähl­ten Dateien werden farblich hin­ter­legt oder durch ein Häkchen ge­kenn­zeich­net (bei Bildern und Videos).
  • Dateien löschen: Aus­ge­wähl­te Dateien lassen sich schnell und un­kom­pli­ziert löschen, indem das im Mar­kie­rungs­mo­dus auf­pop­pen­de Pa­pier­korb-Symbol berührt wird.
  • Dateien kopieren: Wer Dateien ver­schie­ben möchte, kann dies ebenfalls mit der in­te­grier­ten Da­tei­ma­na­ger-App tun. Im Mar­kie­rungs­mo­dus prä­sen­tiert das Drei-Punkte-Symbol die neue Funktion „Kopieren nach…“, mit der sich die aus­ge­wähl­te Datei an einen be­lie­bi­gen anderen Spei­cher­ort kopieren lässt, den man an­schlie­ßend bestimmt.
  • Dateien teilen: Über den typischen Android-Share-Button in der Me­nü­leis­te können markierte Dateien direkt mit anderen Nutzern geteilt werden, insofern Apps wie Twitter, WhatsApp oder Google Fotos in­stal­liert sind. Auch der Versand via SMS/MMS, Bluetooth oder E-Mail ist möglich.

Die Schwächen des Standard-Da­tei­ma­na­gers von Android

Der Android-File-Manager erfüllt damit die grund­le­gen­den An­for­de­run­gen eines mobilen Da­tei­ma­na­gers. Das kann al­ler­dings nicht über die Tatsache hin­weg­täu­schen, dass das Tool im Vergleich zu vielen ver­gleich­ba­ren Apps von Dritt­an­bie­tern sehr spar­ta­nisch hin­sicht­lich Design und Funk­tio­na­li­tät bleibt. Auch wenn die optische Ge­stal­tung von Be­nut­zer­ober­flä­chen ohne Zweifel zum gewissen Grad Ge­schmacks­sa­che ist, muss die Google-Anwendung in diesem Punkt Kritik ein­ste­cken: Abgesehen von Vor­schau­bil­dern, die Bild­da­tei­en her­vor­he­ben, liefert das sehr schlichte Design mit grauen Ordner- und Da­tei­sym­bo­len dem Nutzer keine wirk­li­chen Ori­en­tie­rungs­punk­te. Die auf­ge­lis­te­ten Dateien und Formate lassen sich folglich erst auf den zweiten Blick erfassen, was die Benutzung der Da­tei­ma­na­ger-App un­nö­ti­ger­wei­se erschwert.

Hin­sicht­lich der funk­tio­na­len Schlicht­heit lassen ins­be­son­de­re folgende Punkte den Ruf nach einer Al­ter­na­ti­ve laut werden:

  • Keine Aus­schnei­den-Funktion: Wenn eine Datei in einen anderen Ordner ver­scho­ben werden soll, muss sie mit der Standard-App in diesen kopiert werden. Dann gibt es zwei Versionen der Datei (im Ausgangs- und im Ziel­ord­ner), sodass die ur­sprüng­li­che Datei erst noch gelöscht werden muss.
  • Keine Funktion zur Um­be­nen­nung von Dateien und Ordnern: Der Android-Da­tei­ma­na­ger zeigt zwar immer die kom­plet­ten Ordner- und Da­tei­na­men an, enthält aber keine Option, diese an­zu­pas­sen.
  • Keine Mög­lich­keit, neue Ordner zu erstellen: Wer seine Dateien über die interne File-Manager-App ordnen möchte, muss hierfür auf die exis­tie­ren­den Ordner zu­rück­grei­fen. Neue Ordner lassen sich mit dem Programm nämlich nicht anlegen.
  • Kein Zwei-Fenster-Modus: Auch wenn es möglich ist, über das Drei­eck­sym­bol zwischen Haupt- und Un­ter­ord­nern hin und her zu wechseln, ist die Be­schrän­kung auf ein einziges Fenster unnötig kom­pli­ziert. Ins­be­son­de­re beim Transfer von Dateien wirkt es sich nach­tei­lig aus, dass der File-Manager von Android nicht über einen Zwei-Fenster-Modus verfügt.

Einer der größten Nachteile der Android-Anwendung ist darüber hinaus die fehlende Schnitt­stel­le zu Cloud-Speicher-Diensten. Da viele Dritt­an­bie­ter-Apps über diese verfügen, lassen sich mit ihnen nicht nur die Dateien im internen Speicher des mobilen Geräts verwalten, sondern auch Dateien, die in Google Drive, Dropbox und Co. hoch­ge­la­den wurden.

Welche File-Manager für Android gibt es?

Wer als Android-Benutzer lediglich einfache Ver­än­de­run­gen an der internen Da­tei­struk­tur vornehmen möchte, sich mit einem schlich­ten Design zufrieden gibt und auf Funk­tio­nen wie das Erstellen neuer und Um­be­nen­nen be­stehen­der Ordner ver­zich­ten kann, ist mit dem haus­ei­ge­nen Android-Da­tei­ma­na­ger aus­rei­chend versorgt. Für kom­ple­xe­re An­pas­sun­gen am Da­tei­sys­tem sollte man aufgrund der zuvor genannten Nachteile der Standard-App aber die Nutzung einer al­ter­na­ti­ven Anwendung in Betracht ziehen. An Lösungen, die bei­spiels­wei­se im Google Play Store zu finden sind, mangelt es je­den­falls nicht. Es folgen einige der in­ter­es­san­tes­ten Da­tei­ma­na­ger für Android im Kurz­por­trait.

ES Datei Explorer

Einer der um­fang­reichs­ten File-Explorer für Android wird seit 2013 von der chi­ne­si­schen Firma EStrongs Inc. angeboten. Der ES Datei Explorer (auch ES File Explorer), der über 30 ver­schie­de­ne Sprachen un­ter­stützt, wird laut Her­stel­ler­an­ga­ben in­zwi­schen von mehr als 300 Millionen Anwendern weltweit genutzt, um eigene Dokumente und Me­di­en­in­hal­te sowie in­stal­lier­te An­wen­dun­gen auf Android-Geräten zu verwalten. Die leis­tungs­star­ke Da­tei­ma­na­ger-App, die rund 26 MB Spei­cher­platz benötigt, ist grund­sätz­lich kos­ten­frei, prä­sen­tiert im Gegenzug aber auch eine Menge Werbung und Wei­ter­lei­tun­gen auf andere Produkte der Ent­wick­ler­fir­ma, wie den ES Task Manager oder den ES App Lock. Mit dem ES File Explorer Pro offeriert EStrongs Inc. aber auch eine kos­ten­pflich­ti­ge Variante, die werbefrei ist und weitere Themes für die Be­nut­zer­ober­flä­che der App enthält.

Dass ES Datei Explorer ein ex­zel­len­ter File-Manager für Android ist, äußert sich vor allem in den viel­fäl­ti­gen Funk­tio­nen, die für die Or­ga­ni­sa­ti­on von Dateien zur Verfügung stehen. So gibt es bei­spiels­wei­se drei ver­schie­de­ne An­sichts­ty­pen (Symbole, Liste oder Details), für die jeweils drei Grö­ßen­stu­fen (klein, mittel und groß) und diverse Sor­tie­rungs­va­ri­an­ten (nach Name, Typ, Größe oder Än­de­rungs­da­tum) aus­ge­wählt werden können. Im Gegensatz zur Google-Standard-App ist es mit der EStrongs-Anwendung auch möglich, Dateien aus­zu­schnei­den, um­zu­be­nen­nen, zu kom­pri­mie­ren oder gar zu ver­schlüs­seln. Durch das an­spre­chen­de Design und die Mög­lich­keit, mehrere Tabs für ver­schie­de­ne Ver­zeich­nis­se zu öffnen, behalten Nutzer dabei pro­blem­los den Überblick.

Hinweis

Exklusive Funk­tio­nen wie der Root-Explorer oder die Ges­ten­steue­rung sind zwar in der Stan­dard­aus­füh­rung des ES Datei Explorers enthalten, funk­tio­nie­ren al­ler­dings nur, wenn das Gerät sie un­ter­stützt.

Dank Schnitt­stel­len zu Cloud-Services wie Dropbox, OneDrive, Google Drive oder Amazon S3 können darüber hinaus ge­spei­cher­te Dateien bei den ent­spre­chen­den Diensten direkt aus der Da­tei­ma­na­ger-App heraus verwaltet bzw. Dateien in die On­line­spei­cher hoch­ge­la­den werden. Zudem exis­tie­ren Features für die Da­tei­über­tra­gung via FTP, Bluetooth, LAN oder Remote-Ver­bin­dung. Letzteres erlaubt bei­spiels­wei­se den Transfer der Dateien auf einen Desktop-PC.

Vorteile Nachteile
bietet au­to­ma­ti­sier­te Lösungen zur Spei­cher­platz­op­ti­mie­rung Löschen-Dialog nicht de­ak­ti­vier­bar
erst­klas­si­ge Mög­lich­kei­ten zur Da­tei­über­tra­gung auf andere Geräte teilweise auf­dring­li­che Wer­be­ein­blen­dun­gen

ASTRO Da­tei­ma­na­ger

ASTRO Da­tei­ma­na­ger (auch ASTRO Fi­le­ma­na­ger) ist der Android-Datei-Explorer der ame­ri­ka­ni­schen Software-Schmiede Metago Inc. Die App zählte zu den ersten Datei-Ma­nage­ment-Lösungen für das 2008 ver­öf­fent­lich­te Be­triebs­sys­tem und blickt daher bereits auf eine weit­rei­chen­de Ent­wick­lungs­his­to­rie zurück, in der Design und Funk­tio­na­li­tät grund­le­gend über­ar­bei­tet und optimiert worden sind. Im Google Play Store konnte das preis­ge­krön­te Programm, die mitt­ler­wei­le wie der zuvor vor­ge­stell­te ES Datei Explorer auch das Ma­nage­ment in­stal­lier­ter Apps er­mög­licht, bereits über 86 Millionen Downloads ver­zeich­nen. ASTRO Da­tei­ma­na­ger ist kostenlos und komplett werbefrei.

ASTRO Da­tei­ma­na­ger kon­zen­triert sich auf die ele­men­ta­ren Funk­tio­nen, die Nutzer für die Or­ga­ni­sa­ti­on ihrer Dateien benötigen. Die Me­nü­leis­te der kos­ten­frei­en Android-File-Manager-Al­ter­na­ti­ve erinnert dabei an die der Standard-Ap­pli­ka­ti­on, al­ler­dings wurden die bekannten Buttons wie das Drei-Punkte-Symbol oder die Lupe für den Such­durch­lauf mit zu­sätz­li­chen Features versehen: So können bei der Suche bei­spiels­wei­se auch der Spei­cher­ort oder die Größe und das Än­de­rungs­da­tum der Datei(en) angegeben werden. Außerdem ist es möglich, Dateien und Ordner um­zu­be­nen­nen und zu kom­pri­mie­ren sowie neue Ordner anzulegen. Anstelle der stan­dard­mä­ßi­gen Git­ter­an­sicht können Nutzer auch zur Listen-, Gruppen- oder Bil­der­an­sicht wechseln und die Dateien nach Name, Datum, Größe und Typ sortieren.

Hinweis

Die Ver­wal­tung in­stal­lier­ter Apps ist ein op­tio­na­les Feature von ASTRO Da­tei­ma­na­ger, das man jederzeit ak­ti­vie­ren bzw. de­ak­ti­vie­ren kann. Wer der Anwendung nicht den Zugriff auf die Nut­zungs­da­ten gewähren möchte, kann auf den ASTRO-App-Manager also einfach ver­zich­ten.

Der File-Browser für Android ist darüber hinaus die perfekte Anwendung, um die eigenen Cloud­spei­cher-Daten direkt vom mobilen Gerät aus zu managen: Dank Ver­knüp­fun­gen mit Google Drive, Box, Dropbox und OneDrive lassen sich dort hoch­ge­la­de­ne Dateien ebenso ver­schie­ben, löschen und um­be­nen­nen wie Dateien auf dem internen Speicher. Mit ASTRO CLOUD HOPPING liefert die App außerdem die passende Tech­no­lo­gie, um Daten in einem einzigen Schritt zwischen ver­schie­de­nen Cloud-Lösungen zu ver­schie­ben.

Vorteile Nachteile
er­mög­licht de­tail­lier­te Datei- und Ord­ner­su­che keine Aus­schnei­den-Funktion
über­sicht­li­ches, in­tui­ti­ves Interface kein Mehr-Fenster-Modus

FX File Explorer

Seit 2012 schickt die in den USA be­hei­ma­te­te Firma NextApp Inc. mit FX File Explorer ihren haus­ei­ge­nen Da­tei­ma­na­ger für Android ins Rennen. Die Anwendung, die ebenfalls über den Google Play Store her­un­ter­ge­la­den werden kann, überzeugt nicht nur durch ex­zel­len­te Funk­tio­nen zur Datei- und Ap­pli­ka­ti­ons­ver­wal­tung, sondern vor allem auch durch ein ge­lun­ge­nes Design, das beim Nutzer für wahres Ho­me­screen-Feeling sorgt. Darüber hinaus sind ver­schie­de­ne Zu­satz­tools wie ein Text­edi­tor, ein Me­dia­play­er oder ein Bilder-Viewer enthalten. Die werbe- und kos­ten­freie Stan­dard­edi­ti­on kann für einen geringen Betrag zur Plus-Variante auf­ge­wer­tet werden, um Features für die Da­tei­über­tra­gung von und auf andere Platt­for­men frei­zu­schal­ten.

Im Gegensatz zur Stan­dard­lö­sung steht dieser File-Browser für Android ver­gleich­ba­ren Desktop-An­wen­dun­gen in nichts nach: So lassen sich jederzeit sowohl neue Dokumente als auch neue Ordner erstellen und die Namen bereits vor­han­de­ner Elemente anpassen. Ferner ist es möglich, Dateien aus­zu­schnei­den, zu ar­chi­vie­ren und zu kom­pri­mie­ren (.zip, .gzip, .tar). Wer Dateien von einem Spei­cher­ort zum anderen ver­schie­ben möchte, behält dank op­tio­na­lem Zwei-Fenster-Modus pro­blem­los den Überblick. Abhängig von den Ord­ner­in­hal­ten sind ver­schie­de­ne Dar­stel­lungs­for­men wie Grid-, Symbol-, Listen- oder Vor­schau­bild­an­sicht und Sor­tie­rungs­ar­ten wie al­pha­be­tisch oder nach Datum aus­wähl­bar. Über die in­te­grier­te Such­funk­ti­on können Benutzer in­di­vi­du­el­le Voll­text­su­chen auf Basis frei wählbarer Kriterien wie Spei­cher­ort, Dateityp, Datum oder Größe starten.

Tipp

In der Stan­dard­kon­fi­gu­ra­ti­on fordert FX File Explorer den User auf, das Löschen einer Datei zu be­stä­ti­gen. Die Ein­stel­lung soll übereilte oder un­be­ab­sich­tig­te Lösch­ak­tio­nen ver­hin­dern, entpuppt sich bei kom­ple­xe­ren An­pas­sun­gen aber schnell als nerviges Beiwerk. Die Si­cher­heits-Checkbox lässt sich jedoch in den Ein­stel­lun­gen aus­schal­ten, wenn sie aus prak­ti­schen Gründen un­er­wünscht ist.

Um FX File Explorer mit Cloud-Diensten wie Google Drive, Dropbox, SugarSync oder ownCloud zu ver­knüp­fen, ist es notwendig, die bereits erwähnte Plus-Edition zu erwerben. Damit wird auch der Fern­zu­griff auf die Da­tei­ma­na­ger-App via Netzwerk (SSH, FTP, FTP über HTTPS) oder Web-Interface (WebDAV) frei­ge­schal­tet, der in der kos­ten­frei­en Variante nicht verfügbar ist. Diese und weitere kos­ten­pflich­ti­ge Features können eine Woche lang gratis getestet werden. Stan­dard­mä­ßig, aber nur auf be­stimm­ten Geräten verfügbar ist die Ak­ti­vie­rung des Root-Zugriffs.

Vorteile Nachteile
Zwei-Fenster-Modus keine deutsche Sprach­aus­ga­be
erst­klas­si­ges Design Ver­knüp­fun­gen zu anderen Platt­for­men/Online-Services nur in der Plus-Edition

Da­tei­ma­na­ger+

2015 ver­öf­fent­lich­te der Android-App-Ent­wick­ler Flash­light + Clock seinen kos­ten­lo­sen Android-File-Explorer, der den einfachen wie tref­fen­den Namen Da­tei­ma­na­ger+ trägt. Seitdem wurde die App, die gerade einmal 5 MB Spei­cher­platz benötigt, bereits auf über zehn Millionen Geräten in­stal­liert, um auf dem Mo­bil­ge­rät (interner Speicher), auf externen Spei­cher­me­di­en (SD-Karte, USB-Stick) und in der Cloud ge­spei­cher­te Dateien zu verwalten. Zu­sätz­lich fungiert die Anwendung auch als Ap­pli­ka­ti­ons-Manager, über den man Apps auf dem lokalen Speicher beenden, als .apk-Datei sichern oder de­instal­lie­ren kann. Obwohl der Da­tei­ma­na­ger für Android kostenlos ist, enthält er keinerlei Werbung.

Alle Funk­tio­nen zur Da­tei­or­ga­ni­sa­ti­on mit Da­tei­ma­na­ger+ lassen sich direkt aus dem Hauptmenü heraus nutzen. Der File-Manager für Android gibt die Mög­lich­keit, entweder auf den internen Speicher bzw. ein externes Spei­cher­me­di­um oder auf alle ge­spei­cher­ten Dateien eines be­stimm­ten Dateityps (Bilder, Audio, Video, Dokumente) zu­zu­grei­fen. Nutzer können dabei zwischen Raster- und Lis­ten­an­sicht (normal und erweitert) wählen und die einzelnen Einträge nach Name, Größe, Datum oder Typ sortieren. Die Da­tei­ma­na­ger-App hat alle wichtigen Da­tei­ma­nage­ment-Funk­tio­nen im­ple­men­tiert. Abseits der Stan­dard­werk­zeu­ge zum Kopieren, Aus­schnei­den, Löschen, Kom­pri­mie­ren und Um­be­nen­nen überzeugt aber vor allem der „Alles auswählen“-Button, mit dessen Hilfe sich alle Dokumente in einem Ordner auf einmal markieren lassen.

Hinweis

Wie viele Da­tei­ma­na­ger-Apps hat auch Da­tei­ma­na­ger+ eigene Features zur Dar­stel­lung von Medien- und Text­da­tei­en im­ple­men­tiert. In den Ein­stel­lun­gen können Nutzer diese aber abwählen, indem sie die Häkchen bei den ent­spre­chen­den Einträgen entfernen.

Über den Cloud-Button ver­knüp­fen User den Android-Da­tei­ma­na­ger mit ihren Accounts bei Cloud-Diensten wie Dropbox, Google Drive, OneDrive oder Yandex.Disk. An­schlie­ßend lassen sich diese ebenfalls ohne zu­sätz­li­che Tools direkt über die Be­nut­zer­ober­flä­che von Da­tei­ma­na­ger+ verwalten. Zudem ist es möglich, Dateien im lokalen Netzwerk oder im Web (über das WebDAV-Protokoll) zu ver­öf­fent­li­chen und den Ge­rä­te­spei­cher für den Remote-Zugriff frei­zu­ge­ben. Auf diese Weise können die ge­spei­cher­ten Dateien über eine au­to­ma­tisch erzeugte FTP-Adresse auf einem ent­fern­ten Computer abgerufen werden.

Vorteile Nachteile
sehr gut struk­tu­rier­te Be­nut­zer­ober­flä­che kein Zwei-Fenster-Modus
„Alles Auswählen“-Funktion Such­funk­ti­on ohne Fil­ter­op­tio­nen

Total Commander

Die in der Schweiz ansässige Ghisler Software GmbH brachte 2011 die erste Android-Version ihrer Datei-Ma­nage­ment-Software Total Commander auf den Markt, die bis dato aus­schließ­lich für Microsoft-Desk­top­sys­te­me verfügbar war. Mit über zehn Millionen Downloads zählt die Anwendung, die über 25 ver­schie­de­ne Sprachen (u. a. Deutsch, Englisch, Fran­zö­sisch) un­ter­stützt, mitt­ler­wei­le zu den er­folg­reichs­ten Ver­tre­tern ihrer Art. In der Stan­dard­aus­füh­rung gewährt der Datei-Explorer für Android den Nutzern Zugriff auf die wich­tigs­ten Werkzeuge zur Or­ga­ni­sa­ti­on von Ordner- und Da­tei­struk­tu­ren – zudem lässt sich die App mithilfe von Plug-ins, die man wie die App selbst im Google Play Store her­un­ter­lädt, um zu­sätz­li­che Features erweitern. Sowohl das Ba­sis­pro­gramm als auch die ver­schie­de­nen Er­wei­te­run­gen sind gänzlich kostenlos.

In Sachen Funk­ti­ons­um­fang zählt Total Commander zwei­fels­oh­ne zu den besten Android-Da­tei­ma­na­gern auf dem Markt. Im Zwei-Fenster-Modus ver­schie­ben Nutzer Dateien und Ordner bequem von einem Spei­cher­ort zum nächsten, ohne das Aus­gangs­ver­zeich­nis schließen zu müssen. Dabei gibt es in den Ein­stel­lun­gen die Mög­lich­keit, aus­zu­wäh­len, ob die ge­split­te­te Ansicht nur im Quer- bzw. Hoch­for­mat oder in beiden Formaten angezeigt werden soll. Benötigt man eine spezielle Datei, hat Total Commander mit seiner funk­ti­ons­star­ken Suche das passende Werkzeug parat: So können bei­spiels­wei­se Datum und Größe der gesuchten Datei oder konkrete Text­aus­zü­ge als Kriterien angegeben werden.

Tipp

In Total Commander macht es einen Un­ter­schied, ob Nutzer eine Ordner- oder Da­tei­zei­le antippen oder lediglich das vor­an­ste­hen­de Symbol. In ersterem Fall öffnet der File-Manager für Android das jeweilige Objekt, in letzterem markiert er es lediglich. Hierbei ist es möglich, beliebig viele Dateien aus­zu­wäh­len und an­schlie­ßend eine ge­mein­sa­me Aktion (Löschen, Aus­schnei­den, Kopieren etc.) aus­zu­füh­ren.

Während die Da­tei­über­tra­gung via Bluetooth und über WLAN stan­dard­mä­ßig möglich ist, muss man die bereits erwähnten Plug-ins her­un­ter­la­den, um bei­spiels­wei­se den Da­tei­trans­fer via (S)FTP, WebDAV oder im lokalen Netzwerk frei­zu­schal­ten. Total Commander lässt sich außerdem um Schnitt­stel­len zu Cloud-Services wie Google Drive, Dropbox oder Microsoft OneDrive erweitern, sodass Nutzer diese Dienste direkt über die Da­tei­ma­na­ger-App or­ga­ni­sie­ren können.

Vorteile Nachteile
Zwei-Fenster-Modus (im Hoch- und/oder Quer­for­mat) teilweise sehr un­über­sicht­li­che und wenig intuitive Be­nut­zer­ober­flä­che
Ordner- und Da­tei­ein­trä­ge sind optisch anpassbar (Schrift­art und -größe, Hin­ter­grund­far­be etc.) nur Lis­ten­an­sicht verfügbar

Die besten kos­ten­lo­sen Da­tei­ma­na­ger-Apps für Android im ta­bel­la­ri­schen Überblick

Er­schei­nungs­jahr Her­stel­ler Deutsche Sprach­aus­ga­be Zwei-Fenster-Modus Aus­schnei­den-Funktion Cloud-Anbindung
Android-Standard-App 2015 Google ja nein nein nein
ASTRO Da­tei­ma­na­ger 2008 Metago Inc. ja nein nein ja
Da­tei­ma­na­ger+ 2015 Flash­light + Clock ja nein ja ja
ES Datei Explorer 2013 EStrongs Inc. Ja nein ja ja
FX File Explorer 2012 NextApp Inc. nein ja ja ja (kos­ten­pflich­tig)
Total Commander 2011 Ghisler Software GmbH ja ja ja ja (via Plug-ins)
Hinweis

Android-Nutzer können Apps auch außerhalb des Google Play Stores her­un­ter­la­den und in­stal­lie­ren. Bei der Aus­füh­rung solcher Apps kann es jedoch zu so­ge­nann­ten Par­sing­feh­lern kommen.

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