Um ein Produkt oder eine Dienst­leis­tung effizient zu ver­mark­ten, verfolgen Marketer ganz konkrete Stra­te­gien. Alle Ent­schei­dun­gen und Hand­lun­gen, die zur Ver­mark­tung beitragen, werden im so­ge­nann­ten Marketing-Mix zu­sam­men­ge­fasst. Die darin de­fi­nier­ten In­stru­men­te bzw. Maßnahmen helfen dem Un­ter­neh­men, ein struk­tu­rier­tes Marketing-Konzept zu erstellen (bei­spiels­wei­se im so­ge­nann­ten 4P-Marketing).

Doch was ist der Marketing-Mix überhaupt und aus welchen Marketing-Mix-In­stru­men­ten setzt er sich zusammen? Wir geben Ihnen eine um­fas­sen­de De­fi­ni­ti­on.

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De­fi­ni­ti­on: Was ist der Marketing-Mix?

Unter dem Begriff Marketing-Mix fasst man alle Hand­lun­gen und Ent­schei­dun­gen zusammen, die für eine er­folg­rei­che Plat­zie­rung eines Un­ter­neh­mens und seiner Produkte und/oder Dienst­leis­tun­gen auf dem Markt bedeutend sind. Dabei un­ter­schei­det man im klas­si­schen Modell des Marketing-Mix (dem so­ge­nann­ten 4P-Marketing) vier zentrale Bereiche. Diese vier Marketing-Mix-In­stru­men­te sind: Die Pro­dukt­po­li­tik, Preis­po­li­tik, Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik. Die gelungene Umsetzung dieser 4 Ps gilt als we­sent­li­che Vor­aus­set­zung, um ein er­folg­rei­ches Un­ter­neh­men zu führen.

Fakt

Die Begriffe „4P-Marketing“ oder „4 Ps“ sind aus dem Eng­li­schen ab­ge­lei­tet und setzen sich aus den je­wei­li­gen An­fangs­buch­sta­ben der Marketing-Mix-In­stru­men­te zusammen: Product, Price, Place und Promotion.

Das klas­si­sche 4P-Marketing: Die vier Säulen des Mar­ke­tings

Die vier Marketing-Mix-In­stru­men­te:

  • Product (Pro­dukt­po­li­tik)
  • Price (Preis­po­li­tik)
  • Place (Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik)
  • Promotion (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik)

ergeben gemeinsam ein ganz­ein­heit­li­ches Marketing-Konzept, das sich ins­be­son­de­re zur Ver­mark­tung von Produkten bewährt hat. In Bezug auf die Ver­mark­tung von Dienst­leis­tun­gen hat das 4P-Marketing-Modell jedoch einige Schwächen – dennoch handelt es sich dabei um ein grund­le­gen­des Schema, das jeder Marketer kennen sollte. Was Sie als Un­ter­neh­mer bei den 4 Ps genau beachten sollten, erläutern wir im Folgenden.

Product (Pro­dukt­po­li­tik): Was zeichnet mein Produkt aus?

Die Pro­dukt­po­li­tik ist das Herzstück des Marketing-Mix und be­ein­flusst alle weiteren Mar­ke­ting­pro­zes­se. Sie umfasst sämtliche Bereiche rund um die Aus­ge­stal­tung des Produkts, z. B. das Material, das Design, den Mar­ken­na­men und auch die an­ge­bo­te­nen Ser­vice­leis­tun­gen rund um das Produkt.

Eine gute Pro­dukt­po­li­tik setzt eine de­tail­lier­te Planung voraus. Zunächst sollten Sie sich genau überlegen, welche Ziel­grup­pe Sie an­spre­chen möchten und was deren spe­zi­el­len An­for­de­run­gen an das Produkt sind. Dabei ist die Be­ant­wor­tung folgender Fragen wichtig: Wie alt ist die Ziel­grup­pe und durch welche Merkmale und Be­dürf­nis­se zeichnet sie sich aus (z. B. Kaufkraft, Vorlieben, Lifestyle)? Ist es ein Frauen- oder Män­ner­pro­dukt oder werden beide Ge­schlech­ter an­ge­spro­chen? Ist es möglich, Pro­dukt­va­ri­an­ten an­zu­bie­ten (bei­spiels­wei­se ver­schie­de­ne Aus­füh­run­gen in un­ter­schied­li­chen Preis­klas­sen oder ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Versionen)?

Im Rahmen der Pro­dukt­po­li­tik legen Sie fest, welche Qualität das Produkt aufweisen soll und welche Funk­tio­nen es den Kunden bietet. Wichtig ist hierbei vor allem der konkrete Nutzen, den Ihr Produkt hat. Neben dem Nutzen und den grund­le­gen­den Cha­rak­te­ris­ti­ka eines Produkts umfasst die Pro­dukt­po­li­tik al­ler­dings noch weitere wichtige Bereiche. Einige haben wir bei­spiel­haft erläutert.

Design und Ver­pa­ckung

Sowohl das Design als auch die Ver­pa­ckung spielen eine zentrale Rolle. Sie tragen we­sent­lich zum Produkt-Image bei und grenzen es von Kon­kur­renz­pro­duk­ten ab.

Das Produkt-Design umfasst funk­tio­na­le und auch äs­the­ti­sche Aspekte. Bei einer Kaf­fee­ma­schi­ne sollten bei­spiels­wei­se alle Knöpfe und Behälter selbst­er­klä­rend und leicht zu bedienen sein. Un­ab­hän­gig hiervon kann das Aussehen der Maschine eher klassisch oder ex­tra­va­gant ausfallen. Neben der Ge­stal­tung sollte auch der Name des Produkts bzw. der ent­spre­chen­den Marke wohl­über­legt sein.

Das Design betrifft nicht nur das Produkt als solches, sondern auch dessen Ver­pa­ckung: Wird die Qualität Ihres Produkts durch eine günstige Folie wi­der­ge­spie­gelt oder eher durch hoch­wer­ti­gen Karton? Spricht eine auffällig bunte Ver­pa­ckung die Ziel­grup­pe an oder eher eine in ge­dämpf­ten Farben? Solche Über­le­gun­gen sind vor allem bei Le­bens­mit­teln, Getränken, Hy­gie­ne­ar­ti­keln und anderen Produkten wichtig, die sich vor­nehm­lich über die Ver­pa­ckung im La­den­re­gal von Kon­kur­renz­pro­duk­ten abheben und kein großes In­no­va­ti­ons­po­ten­zi­al bieten.

Pro­dukt­ser­vice

Ein weiterer wichtiger Be­stand­teil der Pro­dukt­po­li­tik ist der Service, den Sie Ihren Kunden vor und nach dem Kauf eines Produkts bieten. Ser­vice­leis­tun­gen können etwa ein guter und jederzeit er­reich­ba­rer Kun­den­dienst, eine lange Ga­ran­tie­leis­tung oder die kos­ten­lo­se Lieferung von Produkten sein. Auch eine günstige Montage bzw. In­stal­la­ti­on von Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den, Ver­sor­gungs­tech­nik und ähnliches zählen zu diesem Bereich.

Beispiel: Pro­dukt­po­li­tik eines Mo­de­un­ter­neh­mens

Ein neu ge­grün­de­tes Un­ter­neh­men in der Mo­de­bran­che, das hoch­wer­ti­ge Kleidung an­fer­ti­gen will, sollte u. a. auf Folgendes achten:

  • Produkte: Welche Klei­dungs­stü­cke umfasst das Pro­dukt­sor­ti­ment? Wenn bei­spiels­wei­se Hosen verkauft werden sollen, muss das Un­ter­neh­men ent­schei­den, wie viele ver­schie­de­ne Modelle es gibt, worin sich diese un­ter­schei­den (Stoff, Schnitt etc.) und ob diese für Männer und/oder Frauen und/oder Kinder angeboten werden.
  • Material: Welche Stoffe müssen für die geplanten Klei­dungs­stü­cke ein­ge­kauft werden? Neben dem grund­le­gend be­nö­tig­ten Material (z. B. Denim für Jeans­ho­sen) spielt auch die Qualität der Textilien (hoch­wer­ti­ges, stra­pa­zier­fä­hi­ges Denim) eine Rolle.
  • Design der Klei­dungs­stü­cke: An welchen Trends ori­en­tiert man sich? Welche Formen und Farben sollen die Hosen haben?
  • Pro­dukt­va­ri­an­ten: In welchen Größen, Farben und Ma­te­ria­li­en werden die einzelnen Modelle der Klei­dungs­stü­cke angeboten? Gibt es ein Jeans­mo­dell bei­spiels­wei­se nur in Hellblau oder auch in weiteren Farben? Und pro­du­ziert man nur die gängigen Kon­fek­ti­ons­grö­ßen oder auch darüber hinaus?
  • Her­stel­lung: Wer fertigt die Kleidung an und in welcher Auflage sollen die einzelnen Stücke pro­du­ziert werden?
Fazit

Ob ein Produkt zum Erfolg oder Miss­erfolg wird, ent­schei­det sich bereits in seiner Ent­wick­lungs­pha­se.

Tipp

Erstellen Sie de­tail­lier­te Per­sön­lich­keits­pro­fi­le Ihrer Kunden mithilfe von Buyer Personas. Per­sön­lich­keits­pro­fi­le helfen Ihnen, sich mit Ihrer Ziel­grup­pe gründlich aus­ein­an­der­zu­set­zen und ihre Ent­schei­dungs­pro­zes­se besser zu verstehen.

Price (Preis­po­li­tik): Wie viel soll mein Produkt kosten?

Auch die Preis­po­li­tik stellt einen we­sent­li­chen Be­stand­teil des Marketing-Mix dar. In der Preis­stra­te­gie geht es um die Fest­le­gung von Pro­dukt­prei­sen. Des Weiteren befasst sich die Preis­po­li­tik mit Preis­an­pas­sun­gen und kurz­fris­ti­gen Ra­batt­ak­tio­nen.

Den grund­sätz­li­chen Preis eines Produkts stimmen Sie idea­ler­wei­se so ab, dass Sie mit dem Verkauf einen höchst­mög­li­chen Gewinn erreichen und dennoch wett­be­werbs­fä­hig bleiben. Für die Be­stim­mung des idealen Preises müssen Sie die Her­stel­lungs- und Ver­triebs­kos­ten korrekt kal­ku­lie­ren und sich außerdem mit Kaufkraft und Ge­wohn­hei­ten Ihrer Ziel­grup­pe aus­ein­an­der­set­zen.

Selbst­kos­ten

Sie sollten unbedingt den kom­plet­ten Ka­pi­tal­auf­wand für jedes einzelne Ihrer Produkte kennen. Hierfür müssen Sie alle Kosten berechnen, die für den Her­stel­lungs­pro­zess anfallen. Neben den Pro­duk­ti­ons­kos­ten (z. B. dem Stun­den­lohn Ihrer Mit­ar­bei­ter für die An­fer­ti­gung) und den Ma­te­ri­al­kos­ten zählen hierzu auch Faktoren wie der En­er­gie­ver­brauch für die Pro­duk­ti­on und Fixkosten (wie Raum­mie­ten für Personal- und La­ger­räu­me).

Sobald Sie wissen, wie viel Geld (und Zeit) Sie für die Her­stel­lung und den Vertrieb des einzelnen Produkts in­ves­tie­ren, können Sie den Preis festlegen und so exakt die Ge­winn­span­ne pro ver­kauf­tem Produkt festlegen.

Preis­fest­set­zung unter der Be­rück­sich­ti­gung von Ziel­grup­pe und Kon­kur­renz

Bei der Fest­le­gung des end­gül­ti­gen Preises müssen Sie auch die vor­an­ge­gan­ge­nen Ziel­grup­pen­ana­ly­sen und die Markt­si­tua­ti­on be­rück­sich­ti­gen: Wie viel geben Ihre po­ten­zi­el­len Kunden für ähnliche Produkte aus? Und wie groß ist die durch­schnitt­li­che Kaufkraft Ihrer Ziel­grup­pe?

Hin­sicht­lich der Preis­po­li­tik sollten Sie außerdem Ihre Kon­kur­renz im Auge behalten. In­for­mie­ren Sie sich, wie teuer ver­gleich­ba­re Kon­kur­renz­pro­duk­te sind. Denn sollten Ihre po­ten­zi­el­len Kunden bei Mit­be­wer­bern ein ähnliches Produkt zu güns­ti­ge­ren Preisen finden, ent­schei­den diese sich häufig für das preis­wer­te­re. Weit über dem Markt­durch­schnitt liegende Preise lassen sich meist nur mit einem be­son­de­ren Mehrwert des Produkts gegenüber Kon­kur­renz­pro­duk­ten recht­fer­ti­gen.

Beispiel: Preis­po­li­tik eines Mo­de­un­ter­neh­mens

Unser Beispiel-Mo­de­un­ter­neh­men be­rück­sich­tigt bei der Preis­be­stim­mung einer Jeans unter anderem:

  • Alle Ausgaben, die für die An­fer­ti­gung der Jeans anfallen: Was kosten der Einkauf der not­wen­di­gen Ma­te­ria­li­en und die Pro­duk­ti­on (Per­so­nal­kos­ten, Kosten für die An­schaf­fung und den Betrieb der Pro­duk­ti­ons­an­la­gen, Raum­kos­ten, La­ger­kos­ten usw.)? Diese Kos­ten­stel­len wirken sich zwangs­läu­fig auf die Preis­po­li­tik aus – sie müssen niedrig genug sein, um die Hose mit Gewinn im an­vi­sier­ten Preis­seg­ment verkaufen zu können.
  • Die Preise der Kon­kur­renz: Um ab­schät­zen zu können, wie teuer die Hose sein darf, werden die Preise von ver­gleich­ba­ren Jeans anderer Mo­de­un­ter­neh­men re­cher­chiert. So lässt sich das Preis­seg­ment ermitteln, in dem der Ver­kaufs­preis der Hose an­ge­sie­delt sein sollte.
  • Kaufkraft der Ziel­grup­pe: Wenn die Ziel­grup­pen­ana­ly­sen zeigen, dass es viele po­ten­zi­el­le Kunden mit hoher Kaufkraft gibt, dann können die Preise u. U. auch über dem Markt­durch­schnitt liegen. Der höhere Preis lässt sich bei der Jeans bei­spiels­wei­se mit der guten Ver­ar­bei­tung und der Nutzung von stra­pa­zier­fä­hi­gem, hoch­wer­ti­gem Denim begründen.

Place (Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik): Wie erreicht das Produkt meine Kunden?

Die Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik (auch Ver­triebs­po­li­tik genannt) ist das Marketing-Mix-In­stru­ment, das festlegt, wie Ihr Produkt zum Kunden gelangt. Es be­inhal­tet alle Ak­ti­vi­tä­ten rund um den Ver­triebs­weg des Produkts. Wichtig sind hierbei im Be­son­de­ren die Fragen: Gelangt mein Produkt über Zwi­schen­händ­ler an den Kunden oder via Di­rekt­ver­trieb? Oder soll das Un­ter­neh­men beide Varianten anbieten? Auch die Auswahl der Ver­triebs­dienst­leis­ter fällt in diesen Bereich.

Ver­triebs­weg

Bei der Wahl der Ver­triebs­art können Sie sich zwischen dem Di­rekt­ver­trieb, dem in­di­rek­ten Vertrieb und einer Mischform aus beidem (Fran­chi­sing) ent­schei­den. Beim Di­rekt­ver­trieb verkaufen Sie selbst Ihr Produkt an Ihre Endkunden und stehen mit diesem un­mit­tel­bar in Kontakt. Jedoch müssen Sie hierfür zunächst einmal einen eigenen Vertrieb aufbauen, was Kosten nach sich zieht. Und ins­be­son­de­re bei über­re­gio­nal gefragten Mas­sen­pro­duk­ten haben nur wenige Un­ter­neh­men Res­sour­cen und In­fra­struk­tu­ren, um deren Vertrieb dauerhaft zu ge­währ­leis­ten. Dafür ist beim Di­rekt­ver­trieb die Ge­winn­span­ne pro Produkt meist höher, da Sie ohne Zwi­schen­händ­ler arbeiten.

Eine größere Reich­wei­te erreichen Sie für ge­wöhn­lich, wenn Sie den in­di­rek­ten Vertrieb wählen. Hier ko­ope­rie­ren Sie mit einem Ver­mitt­ler (meist ein Groß- bzw. Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men oder eine Han­dels­ver­tre­tung), der Ihr Produkt zu den End­kon­su­men­ten bringt. Zuvor müssen Sie diesen aber davon über­zeu­gen, dass es sich für ihn lohnt, Ihr Produkt zu ver­trei­ben. Wenn Sie dies geschafft haben, sucht der Ver­mitt­ler nach passenden Kunden für Ihr Produkt (Sie geben somit den direkten Kun­den­kon­takt an ihn ab) und erhält von Ihnen eine Vergütung (meist eine Provision) für jeden er­folg­rei­chen Verkauf. Dadurch ver­rin­gert sich zwar die Ge­winn­span­ne, aber Sie pro­fi­tie­ren von einem bereits aus­ge­bau­ten Ver­triebs­netz­werk.

Ver­kaufs­ort

Neben der Ver­triebs­art kommt es bei der Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik im Marketing-Mix selbst­ver­ständ­lich auch darauf an, wo genau die Kunden Ihr Produkt kaufen können. Soll es in einem eigenen Shop oder im Handel neben kon­kur­rie­ren­den Produkten derselben Branche angeboten werden? Wird es online (via On­line­shop) oder offline (in einem sta­tio­nä­ren Geschäft) verkauft? Oft werden ver­schie­de­ne Ver­triebs­we­ge parallel genutzt.

Beispiel: Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik eines Mo­de­un­ter­neh­mens

Beim Vertrieb der Be­klei­dungs­stü­cke ent­schei­det sich unser Klei­dungs­her­stel­ler für folgende Lösungen:

  • Die Kleidung soll zunächst über eigene Shops ver­trie­ben werden. Hierfür wird sowohl ein On­line­shop ein­ge­rich­tet als auch ein La­den­ge­schäft in der Stadt eröffnet, das gleich­zei­tig Un­ter­neh­mens­sitz ist. Die Ware wird dort über den Di­rekt­ver­trieb verkauft und ver­schickt.
  • Da es sich um ein neu ge­grün­de­tes und noch un­be­kann­tes Modelabel handelt, gestaltet sich die Aufnahme in das Sortiment größerer Han­dels­ket­ten schwierig. Deshalb soll erst dann der Kontakt zu Ein­zel­händ­lern gesucht werden, sobald die eigene Marke an Po­pu­la­ri­tät gewonnen hat. Wenn dies gelingt und die Mode deutsch­land­weit ver­trie­ben wird, ist eine Ko­ope­ra­ti­on mit einem Ver­triebs­part­ner denkbar. Dabei würde zwar der direkte Kun­den­kon­takt wegfallen, im Gegenzug pro­fi­tiert das Mo­de­un­ter­neh­men aber von einem ver­netz­ten Vertrieb. Zudem ließen sich so auch La­ger­kos­ten sparen, da die Ware das Lager schneller verlässt oder mitunter sogar direkt beim Ver­triebs­part­ner gelagert werden kann.

Promotion (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik): Die Kunden auf das Produkt auf­merk­sam machen

Damit möglichst viele Menschen von Ihrem Produkt erfahren, sollten Sie in die Promotion in­ves­tie­ren. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik be­zeich­net dabei alle Maßnahmen, um den Verkauf eines Produkts an­zu­kur­beln und ein positives Marken- oder Un­ter­neh­mens-Image auf­zu­bau­en. Klas­si­scher­wei­se gelingt dies über Werbe-, PR- und Mar­ke­ting­kam­pa­gnen, mit denen Sie auf Ihre Produkte auf­merk­sam machen und Ihre Ziel­grup­pe zum Kauf animieren. Da Sie ohne Promotion ihrer Produkte kaum Absatz erzielen werden, gehört die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik zu den un­ver­zicht­ba­ren Marketing-Mix-In­stru­men­ten.

Mit Promotion sind letztlich alle Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men gemeint, durch die die Ziel­grup­pe nähere In­for­ma­tio­nen über das Produkt erhält.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le und -inhalte

Die Promotion muss so gestaltet sein, dass sie po­ten­zi­el­le Kunden erreicht und gleich­zei­tig positiv auf­ge­nom­men wird. Neben den Vorlieben der Ziel­grup­pe ist deshalb auch die Wahl der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­form ent­schei­dend. Mögliche Kanäle für die Promotion sind bei­spiels­wei­se:

  • Offline-Wer­be­maß­nah­men: Fernsehen, Radio , Zeitung, Zeit­schrif­ten, Plakate usw.
  • Per­sön­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on: Ver­kaufs­ge­sprä­che zwischen Verkäufer und Kunden
  • Public Relations: Kontakt zu öf­fent­li­chen In­sti­tu­tio­nen und Mei­nungs­bil­dern (Parteien, Vereine, Zei­tungs­ver­la­gen) zur positiven Dar­stel­lung des Un­ter­neh­mens
  • In­ter­net­kom­mu­ni­ka­ti­on: E-Mailings, News­let­ter, Social-Media-Marketing

Bei vielen der oben genannten Platt­for­men und Kanäle kommt es ins­be­son­de­re auf das Umfeld an, in dem Sie auf Ihr Produkt auf­merk­sam machen. Wenn Sie einen TV-Spot schalten, dann sollte dieser in der Wer­be­pau­se einer Sendung laufen, die über­wie­gend von Ihrer Ziel­grup­pe geschaut wird. Wenn Sie auf einer Messe vertreten sind, sollte diese auch einen großen Bezug zu Ihrem Un­ter­neh­men bzw. zu Ihrem Produkt haben. Zur Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik zählt darüber hinaus die Ver­kaufs­för­de­rung (Sales Promotion). Dies be­zeich­net zeitlich be­fris­te­te Aktionen, mit denen Sie Ihr Produkt speziell promoten (etwa über kurz­fris­ti­ge Rabatte, Ge­winn­spie­le, Pro­bier­stän­de u. ä.).

Tipp

Für die Promotion von Produkten sollten Sie ein festes Budget kal­ku­lie­ren. Preis­güns­tig und gleich­zei­tig er­folgs­ver­spre­chend sind in­zwi­schen ins­be­son­de­re On­line­kam­pa­gnen. Über E-Mail-Marketing, News­let­ter und Social-Media-Marketing können sie preis­güns­tig eine Vielzahl an po­ten­zi­el­len Kunden erreichen. Al­ler­dings ist nicht jedes Produkt für Mar­ke­ting­kam­pa­gnen über diese Kanäle geeignet.

Beispiel: Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik eines Mo­de­un­ter­neh­mens

Das neu ge­grün­de­te Be­klei­dungs­un­ter­neh­men plant, über folgende Mar­ke­ting­ak­tio­nen seine Ziel­grup­pe zu erreichen:

  • In der Stadt, in der das Mo­de­un­ter­neh­men seinen Sitz hat, werden Plakate rund um das neu eröffnete Geschäft und an den belebten Plätzen der Stadt auf­ge­hängt. Zudem lässt das Un­ter­neh­men Flyer drucken und in Ein­kaufs­pas­sa­gen mit vielen Mo­de­ge­schäf­ten verteilen, da dort mit hoher Wahr­schein­lich­keit die Ziel­grup­pe zu finden ist. Beide Wer­be­mit­tel verweisen auch auf den On­line­shop des Un­ter­neh­mens.
  • On­line­wer­bung soll per Social-Media-Ad­ver­ti­sing auf Facebook und Instagram platziert werden. Es werden aus­schließ­lich User an­ge­spro­chen, die laut ihres Social-Media-Profils mo­de­be­wusst sind.
  • Auf dem In­ter­net­auf­tritt des Un­ter­neh­mens bzw. dem eigenen Webshop können sich die Nutzer für einen News­let­ter eintragen.
  • Sobald das Un­ter­neh­men die ersten größeren Gewinne er­wirt­schaf­ten konnte, sollen Anzeigen in Mo­de­zeit­schrif­ten und auf Mode-Websites folgen.

Der 4P-Marketing-Mix am Beispiel der Klei­dungs­in­dus­trie

Die einzelnen Bereiche des 4P-Mar­ke­tings haben wir nach­fol­gend noch einmal über­sicht­lich für Sie zu­sam­men­ge­fasst:

  • Product (Pro­dukt­po­li­tik)
    • Haupt­pro­duk­te: Frauen-, Männer- und Kin­der­mo­de
    • Ne­ben­pro­duk­te: Ac­ces­soires
    • Spektrum: von sehr preis­wer­ten, in Mas­sen­pro­duk­ti­on fa­bri­zier­ten No-Name-Produkten bis hin zu in­di­vi­du­ell her­ge­stell­ter, lu­xu­riö­ser Haute-Couture-Mode
    • Meist keine (auf­wen­di­ge) Pro­dukt­ver­pa­ckung notwendig
  • Price (Preis­po­li­tik)
    • Von extrem günstigen Preisen bei No-Name-Produkten bis hin zu überaus hohen Preisen bei maß­ge­schnei­der­ten Designer-Stücken
    • Sale/Sai­son­schluss­ver­kauf
    • Rabatte und Aktionen
  • Place (Dis­tri­bu­ti­ons­po­li­tik)
    • Ver­kaufs­ort: eigene Filiale(n)/eigener On­line­shop und/oder Filialen und On­line­shops von Partnern im Ein­zel­han­del
    • La­ger­hal­tung
    • Transport zum Ver­kaufs­ort über Di­rekt­ver­sand/in­di­rek­ten Versand via Ver­mitt­ler/Mischform zwischen direktem und in­di­rek­tem Versand
  • Promotion (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik)
    • Klas­si­sche Wer­be­ka­nä­le: Print­me­di­en (Wer­be­pla­ka­te, Anzeigen in Zeit­schrif­ten, Flyer zu be­stimm­ten Ra­batt­ak­tio­nen usw.), Ra­dio­wer­bung, Fern­seh­wer­bung
    • Videos auf der Website und YouTube
    • Blog
    • Social-Media-Marketing und -Ad­ver­ti­sing (z. B. Facebook, Instagram, Twitter)
    • Mund­pro­pa­gan­da

Kritik am 4P-Modell und Er­wei­te­rung des Marketing-Mix

Für viele Un­ter­neh­men ist das 4P-Modell gut geeignet und hilft dabei, wirksame Mar­ke­ting­kam­pa­gnen zu erstellen. Al­ler­dings passt das Modell nicht für alle Un­ter­neh­men. Das gilt ins­be­son­de­re für all jene, bei denen in ersterer Linie Dienst­leis­tun­gen und nicht Produkte ver­mark­tet werden. Denn das 4P-Marketing kon­zen­triert sich sehr stark auf das Marketing für physische Produkte – für reine Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men ist es daher nicht optimal geeignet. In­zwi­schen gibt es al­ler­dings Marketing-Modelle, die das 4P-Marketing-Modell erweitern. So werden für den Dienst­leis­tungs­sek­tor bei­spiels­wei­se drei weitere Ps ein­ge­führt. Das 7P-Modell des Marketing-Mix besteht neben den vier bekannten In­stru­men­ten noch aus diesen dreien:

  • People (Per­so­nal­po­li­tik): Dieses Mar­ke­ting­in­stru­ment stellt die Mit­ar­bei­ter eines Un­ter­neh­mens in den Fokus. Das be­inhal­tet die Be­schäf­ti­gung von qua­li­fi­zier­tem Personal und Taktiken, um passende Fach­kräf­te zu gewinnen. Auch die lang­fris­ti­ge Bindung der Mit­ar­bei­ter an Ihr Un­ter­neh­men spielt in diesem Bereich eine Rolle.
  • Process (Pro­zess­po­li­tik): Umfasst alle Maßnahmen, um den an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tungs­pro­zess zu op­ti­mie­ren und die Kun­den­zu­frie­den­heit zu steigern. Kom­mu­ni­ka­ti­on und In­ter­ak­ti­on mit den Kunden verlaufen idea­ler­wei­se rei­bungs­los, denn nur zu­frie­de­ne Kunden nutzen denselben Service ein weiteres Mal.
  • Physical Fa­ci­li­ties/Physical En­vi­ron­ment (Aus­stat­tungs­po­li­tik): Auch das sichtbare Umfeld, in dem eine Dienst­lei­tung angeboten wird und die damit ver­bun­de­ne Aus­stat­tung be­ein­flusst den Mar­ke­ting­er­folg. So macht es einen Un­ter­schied für den Kunden, ob ein Be­ra­tungs­ge­spräch in einem kom­for­ta­blen Be­spre­chungs­raum angeboten wird, in dem man Inhalte auch am PC vi­sua­li­sie­ren kann, oder in einem staubigen Hin­ter­zim­mer. Auch das Anbieten von aus­rei­chend Park­plät­zen vor dem Geschäft gehört hierzu.

Welches Marketing-Modell das Beste für ein Un­ter­neh­men ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Nicht für jeden Betrieb eignet sich das 4P- oder 7P-Marketing-Mix-Modell glei­cher­ma­ßen gut. Al­ler­dings bilden diese beiden Modelle die Grundlage für um­fas­sen­de Kampagnen, in denen mehrere Mar­ke­ting­in­stru­men­te auf­ein­an­der ab­ge­stimmt werden. Ak­tu­el­le­re Modelle weichen meist nur in Details von ihnen ab. Wer sich eingehend mit den Be­stand­tei­len dieser Modelle aus­ein­an­der­setzt, behält die wich­tigs­ten Aspekte seiner Mar­ke­ting­ak­tio­nen im Blick und pro­fi­tiert von einer größeren Plan­si­cher­heit, wenn er im Vorfeld alle Abläufe skizziert und für jedes Marketing-Feld eine passende Strategie aus­ar­bei­tet.

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