Wer OneDrive nutzt, speichert, or­ga­ni­siert und teilt Daten mit Mi­cro­softs Cloud-Dienst. Ob Microsoft dabei einen aus­rei­chend hohen Da­ten­schutz­stan­dard erfüllt, nehmen wir in diesem Artikel unter die Lupe.

OneDrive-Si­cher­heit: Kurz und knapp zu­sam­men­ge­fasst

Eigenen Angaben zufolge nutzt Microsoft für Uploads, Downloads und Backups eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung mit dem Ver­schlüs­se­lungs­stan­dard AES-256-Bit.

Zu­sätz­lich ergänzen eine Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung und der Ver­schlüs­se­lungs­stan­dard TLS bzw. SSL die OneDrive-Si­cher­heit und bieten so eine zu­frie­den­stel­len­de Si­cher­heit für Cloud-Daten. Trotz guter Ver­schlüs­se­lung steht jedoch durch die US-Ser­ver­stand­or­te eine mögliche Da­ten­wei­ter­ga­be an US-Behörden im Raum. Deshalb stellen andere Anbieter mit deutschen oder eu­ro­päi­schen Ser­ver­stand­or­ten in puncto Da­ten­schutz grund­sätz­lich bessere Al­ter­na­ti­ven dar.

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Ihr sicherer Online-Speicher
  • Daten zentral speichern, teilen und be­ar­bei­ten
  • Ser­ver­stand­ort Deutsch­land (ISO 27001-zer­ti­fi­ziert)
  • Höchste Da­ten­si­cher­heit im Einklang mit der DSGVO

Was ist OneDrive?

Mit OneDrive speichern und or­ga­ni­sie­ren Sie Ihre Dateien und Dokumente sowie weitere Daten wie Kontakte, Notizen, Pass­wör­ter oder Fotos in Mi­cro­softs Cloud. OneDrive ist für gängige Windows-Systeme verfügbar, setzt jedoch ein Microsoft-Konto voraus. Wer Microsoft 365 nutzt, besitzt au­to­ma­tisch OneDrive.

Auf Wunsch syn­chro­ni­sie­ren Sie OneDrive-Daten ge­rä­te­über­grei­fend oder ak­ti­vie­ren die OneDrive-Syn­chro­ni­sie­rung nur für aus­ge­wähl­te Apps und Geräte. Zudem können Sie mit OneDrive au­to­ma­ti­sche Backups erstellen und per Frei­ga­be­op­tio­nen mit anderen an Ihren Dateien arbeiten. Ein weiterer Vorteil: Der Cloud-Dienst ist mit 5 GB kos­ten­lo­sem Cloud-Speicher in jedes Microsoft-Konto in­te­griert.

Welche OneDrive-Ver­schlüs­se­lung kommt zum Einsatz?

De­tail­lier­te Angaben zu Mi­cro­softs Si­cher­heits­maß­nah­men für OneDrive finden sich auf der Microsoft-Sup­port­sei­te. Microsoft betont, dass für zu­sätz­li­chen Da­ten­schutz und Da­ten­si­cher­heit eine Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung mit dem Ver­schlüs­se­lungs­stan­dard AES-256-Bit zum Einsatz kommt. Zur Ver­an­schau­li­chung: Um eine solche Ver­schlüs­se­lung zu knacken, braucht es selbst mit einem Su­per­com­pu­ter mehrere Mil­li­ar­den Jahre. Als Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren bietet AES-256-Bit somit einen aus­rei­chen­den Schutz, selbst bei groß­an­ge­leg­ten Brute-Force-Attacken. Für zu­sätz­li­che Si­cher­heit und Ver­schlüs­se­lung bei der Da­ten­über­tra­gung zwischen Client und Server kommt zudem TLS zur Anwendung.

Zu­griffs­rech­te für Daten in OneDrive

Ähnlich wie in Google Drive lassen sich Dateien und Ordner in OneDrive für aus­ge­wähl­te Personen zum Lesen, Öffnen und Be­ar­bei­ten freigeben. Bei je­wei­li­gen Ordnern oder Dateien finden Sie zu diesem Zweck das Menü „Freigeben“. Sie wählen dort die be­tref­fen­den Personen aus, ge­ne­rie­ren einen Frei­ga­be­l­ink oder versenden diesen direkt per E-Mail an Adressen Ihrer Wahl. Sie können die Freigaben nach­träg­lich be­ar­bei­ten oder beenden. Sie behalten somit stets die Kontrolle über Zu­griffs­rech­te und bestimmen, wer Dateien sehen und be­ar­bei­ten darf.

Microsoft betont, dass ein „Zero-Standing-Access“ hin­sicht­lich Mi­cro­softs Zu­griffs­rech­te auf Ihre Daten gilt. Das heißt, selbst Tech­ni­ke­rin­nen und Techniker dürfen in Aus­nah­me­fäl­len nur mit ex­pli­zi­ter Erlaubnis und unter erhöhten Si­cher­heits- und War­tungs­auf­la­gen auf Ihre Daten zugreifen. Eine Ausnahme gilt jedoch für staat­li­che US-Behörden. Microsoft ver­pflich­tet sich dazu, be­rech­tig­ten Aus­kunfts­er­su­chen von US-Behörden zu folgen und den Zugriff auf OneDrive-Daten zu gewähren. Da US-Gesetze wie der **Cloud Act und der Foreign In­tel­li­gence Sur­veil­lan­ce Act (FISA)**die Hürden für Über­wa­chung und Da­ten­wei­ter­ga­be niedrig ansetzen, besteht die Gefahr, dass US-Behörden Ihre OneDrive-Daten relativ pro­blem­los sichten können.

OneDrive und der Cloud Act

Beim US-Gesetz Cloud Act handelt es sich um eine 2018 ver­ab­schie­de­te Regelung, die Über­wa­chungs­be­fug­nis­se der US-Behörden deutlich ausweitet. US-Firmen wie Microsoft sind ver­pflich­tet, Daten an US-Behörden wei­ter­zu­ge­ben, selbst wenn diese sich auf Servern außerhalb der USA befinden. Microsoft ist somit gezwungen, OneDrive-Daten her­aus­zu­ge­ben, wenn US-Behörden einen ent­spre­chen­den rich­ter­li­chen Beschluss vorlegen. In be­stimm­ten Fällen ist der Zugriff sogar ohne rich­ter­li­che Anordnung möglich.

Eine weitere Lücke in der OneDrive-Da­ten­si­cher­heit: Da die USA aufgrund von ver­schärf­ten Über­wa­chungs­maß­nah­men nicht länger eu­ro­päi­schen Da­ten­schutz­stan­dards ent­spre­chen, erklärte der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof den „EU-US Privacy Shield“ 2020 für ungültig. Un­ter­neh­men, die Daten in die USA über­tra­gen, müssen selbst dafür sorgen, dass die Über­tra­gung und die Spei­che­rung von Geschäfts- und Kun­den­da­ten den eu­ro­päi­schen Richt­li­ni­en zu Da­ten­ho­heit im Cloud Computing ent­spre­chen. Microsoft sorgt nach eigenen Angaben jedoch dafür, dass Da­ten­an­fra­gen der Regierung wenn möglich rechtlich an­ge­foch­ten werden. Zwar hat sich Microsoft für das EU-US Data Privacy Framework, dem Nach­fol­ger des Privacy Shields, zer­ti­fi­ziert. Da es sich hierbei al­ler­dings um einen Selbst-Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess handelt, ist nicht gesichert, inwieweit Nut­ze­rin­nen und Nutzer sich auf die Angaben des Un­ter­neh­mens verlassen können.

OneDrive-Si­cher­heit: Ist der Schutz vor Cy­ber­at­ta­cken zu­ver­läs­sig?

Grund­sätz­lich bietet Microsoft ähnlich wie Google und Apple eine solide, zu­ver­läs­si­ge Si­cher­heit für Cloud Storage. Das gilt vor allem, wenn Sie OneDrive für private Zwecke oder die Sicherung nicht ge­schäfts­kri­ti­scher Daten nutzen.

Zu den OneDrive-Schutz­maß­nah­men gegen Cy­ber­an­grif­fe und un­be­rech­tig­ten Zugriff zählen:

  • Pass­wort­schutz mit einem sicheren Passwort
  • Zwei-Faktor-Au­then­ti­fi­zie­rung
  • AES-256-Bit-Ver­schlüs­se­lung
  • TLS-Ver­schlüs­se­lung
  • Zero-Standing-Access
  • Netz­werk­schutz durch isolierte Netzwerke und Firewalls
  • Mobile Ver­schlüs­se­lung von Daten mit OneDrive-App
  • Account-Wie­der­her­stel­lung (durch E-Mail, Te­le­fon­num­mer oder Si­cher­heits­fra­ge)
  • Account-Be­nach­rich­ti­gun­gen bei ver­däch­ti­gen An­mel­dun­gen
  • Spam­fil­ter für OneDrive-Mail und Vi­ren­scans durch Microsoft Defender
  • Ran­som­wa­re-Schutz (bei Microsoft 365)
  • Per­sön­li­cher OneDrive-Tresor
  • Sichere Re­chen­zen­tren durch Geo­red­un­danz
  • Au­to­ma­ti­sche OneDrive-Backups
  • Syn­chro­ni­sie­rung von Daten mit ver­bun­de­nen Geräten
  • Uploads werden au­to­ma­tisch auf Malware oder illegale Inhalte gescannt
  • Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung für Backups, Uploads und Downloads

Wo stehen die OneDrive-Server?

Die Microsoft-Server für OneDrive befinden sich vorrangig in den USA, jedoch auch in Asien und in der EU. Die Über­tra­gung und Spei­che­rung Ihrer Daten in den USA oder anderen Nicht-EU-Ländern ist somit sehr wahr­schein­lich. Aufgrund dieser Tatsache liegt gemäß EU-Re­ge­lun­gen eine Dritt­land­über­mitt­lung vor, die eu­ro­päi­schen Da­ten­schutz­stan­dards wi­der­spricht und keine recht­li­che Da­ten­schutz­grund­la­ge bietet. Un­ter­neh­men müssen daher aus eigenem Antrieb Maßnahmen ergreifen, um Da­ten­si­cher­heit für Kun­den­da­ten zu ge­währ­leis­ten und staat­li­che Zugriffe ju­ris­tisch ab­zu­weh­ren. Durch eine EU-Da­ten­gren­ze bietet Microsoft eu­ro­päi­schen Kundinnen und Kunden seit Mai 2021 jedoch die Mög­lich­keit, Daten aus­schließ­lich in der EU ver­ar­bei­ten zu lassen.

Tipp

Sie wollen lieber deutsche Ser­ver­stand­or­te, die DSGVO-Vorgaben erfüllen sowie zu­ver­läs­si­ge Si­cher­heit und höchsten Da­ten­schutz bieten? Genau das ga­ran­tiert Ihnen der HiDrive Cloud-Speicher von IONOS. Ihre Daten liegen sicher in zer­ti­fi­zier­ten, DSGVO-konformen Ser­ver­stand­or­ten in Deutsch­land und bleiben ver­schlüs­selt vor Fremd­zu­grif­fen geschützt.

OneDrive-Da­ten­schutz: Werden DSGVO und EU-Da­ten­schutz erfüllt?

Aufgrund der besagten Über­mitt­lung von Daten an US-Server und Server in Nicht-EU-Ländern gilt OneDrive als nicht konform mit der DSGVO. Durch die Ver­tei­lung an Ser­ver­stand­or­te außerhalb der EU un­ter­lie­gen Daten keinem aus­rei­chen­den Da­ten­schutz. Microsoft räumt sich in der Nut­zungs­ver­ein­ba­rung zudem Rechte zur Nutzung von ge­spei­cher­ten Daten ein. Eine DSGVO-konforme Auftrags- und Da­ten­wei­ter­ver­ar­bei­tung ist mit OneDrive daher ebenfalls nicht ga­ran­tiert.

Die Spei­che­rung und Ver­ar­bei­tung von OneDrive-Daten erfolgt laut Microsoft in geo­gra­fisch ver­teil­ten Regionen und Ver­füg­bar­keits­zo­nen. Zu welcher geo­gra­fi­schen Region die ver­wen­de­ten OneDrive-Server letztlich gehören, bleibt für Nut­ze­rin­nen und Nutzer jedoch unklar. Eine weitere Grauzone: Microsoft scannt OneDrive-Uploads wie Dokumente und Fotos zur Ver­bes­se­rung der Si­cher­heit auf Malware und illegale Inhalte. Auf welchen tech­ni­schen Grund­la­gen die Da­ten­scans basieren und was mit den Ana­ly­se­da­ten konkret passiert, bleibt für Nut­ze­rin­nen und Nutzer ebenfalls in­trans­pa­rent. Es lässt sich somit klar sagen, dass OneDrive die DSGVO ohne eigene Schutz­maß­nah­men von Un­ter­neh­men nicht einhalten.

Ist OneDrive sicher für Un­ter­neh­men und Com­pli­ance?

Auch aus Sicht von Da­ten­schutz und Com­pli­ance erweist sich OneDrive als pro­ble­ma­tisch. Möchten Sie OneDrive ge­schäft­lich nutzen, müssen Sie in Ei­gen­in­itia­ti­ve EU-Da­ten­schutz­richt­li­ni­en für den Schutz von Geschäfts- und Nut­zer­da­ten umsetzen. Alle in­di­vi­du­el­len Vor­keh­run­gen ändern jedoch nichts daran, dass es sich um ein US-Un­ter­neh­men mit in­ter­na­tio­na­len Servern, in­trans­pa­ren­ter Dritt­land­über­mitt­lung, Haf­tungs­aus­schlüs­sen und Her­aus­ga­be­ver­pflich­tun­gen handelt. Es lässt sich daher selbst mit tech­ni­schen und ju­ris­ti­schen Vor­keh­run­gen nicht aus­schlie­ßen, dass US-Behörden Zugriff auf Ihre Daten erhalten. Auch die Konferenz der un­ab­hän­gi­gen Da­ten­schutz­auf­sichts­be­hör­den des Bundes und der Länder (DSK) erklärte im Jahr 2020, dass OneDrive für Un­ter­neh­men als nicht DSGVO-konform gilt.

Un­ter­neh­men, die OneDrive dennoch nutzen, müssen in der Da­ten­schutz­er­klä­rung folgende In­for­ma­tio­nen be­reit­stel­len:

  • Aus welchen Gründen kommt OneDrive zur Da­ten­spei­che­rung zum Einsatz?
  • Welche Rechts­grund­la­ge gilt für Spei­che­rung und Ver­ar­bei­tung der Daten?
  • Wurde ein Vertrag zur Auf­trags­ver­ar­bei­tung mit Microsoft ge­schlos­sen?
  • Wie können Personen der Da­ten­er­he­bung und -ver­ar­bei­tung wi­der­spre­chen?
  • Wo lassen sich geltende Nutzungs- und Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen von Microsoft finden?

Gemäß Artikel 28 der DSGVO müssen Un­ter­neh­men einen Vertrag zur Auf­trags­ver­ar­bei­tung mit Microsoft ab­schlie­ßen, wenn Daten ge­schäft­lich in OneDrive ge­spei­chert werden. Darin sind folgende Aspekte zu de­fi­nie­ren:

  • Welche per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten erhält Microsoft?
  • Warum erfolgt die Da­ten­wei­ter­ga­be an Microsoft?
  • Wie lange speichert Microsoft die Daten?
  • Welche Rechte, Pflichten und Haf­tungs­aus­schlüs­se gelten?

Wenn Sie OneDrive DSGVO-konform und gemäß Com­pli­ance-Richt­li­ni­en verwenden möchten, halten Sie sich an folgende Punkte:

  • Holen Sie eine Nut­zer­ein­wil­li­gung per Opt-in für es­sen­zi­el­le und nicht­es­sen­zi­el­le Cookies ein.
  • Schließen Sie einen Vertrag zur Auf­trags­ver­ar­bei­tung mit Microsoft ab.
  • Passen Sie Ihre Da­ten­schutz­er­klä­rung mit trans­pa­ren­ten In­for­ma­tio­nen und Hinweisen zur Da­ten­ver­ar­bei­tung durch Microsoft an.
  • Prüfen Sie Mi­cro­softs Stan­dard­ver­trags­klau­seln.
  • Do­ku­men­tie­ren Sie Risiken bei der Da­ten­über­mitt­lung und sichern Sie sich ju­ris­tisch gegen Da­ten­schutz­ver­stö­ße ab.

Welche Al­ter­na­ti­ve gibt es zu OneDrive?

Falls Sie Zweifel an Mi­cro­softs Da­ten­schutz­maß­nah­men haben und sich weiterhin fragen, welche Cloud am si­chers­ten ist, dann ver­glei­chen Sie deutsche Cloud-Anbieter. Zu den­je­ni­gen mit höchstem Da­ten­schutz und DSGVO-konformen Ser­ver­stand­or­ten zählen u. a. IONOS mit dem sicheren HiDrive Cloud-Speicher, die leit­zcloud by vBoxx und die Secure Cloud. Mit einem Cloud-Speicher-Vergleich ver­schaf­fen Sie sich einen Überblick über die be­reit­ge­stell­ten Leis­tun­gen und ein größt­mög­li­ches Si­cher­heits­ni­veau im weiten Feld der OneDrive-Al­ter­na­ti­ven.

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