Wenn Sie Ihre Website lokal testen möchten oder selbst ent­wi­ckel­te Skripte vor dem Live­schal­ten aus­pro­bie­ren wollen, benötigen Sie einen lokalen Test­ser­ver. Mit dem kos­ten­lo­sen Apache HTTP Server lässt sich eine solche Test­um­ge­bung auch auf dem eigenen Windows-Rechner schnell ein­rich­ten.

Free VPS Trial
vServer kostenlos testen für 30 Tage

Lassen Sie sich von den Vorteilen über­zeu­gen. Probieren Sie Ihren Virtual Server ganz in Ruhe 30 Tage lang aus!

Der Apache HTTP Server im Überblick

Der Apache HTTP Server (häufig einfach „Apache“ genannt) ist quell­of­fe­ne, freie Webserver-Software der Apache Software Foun­da­ti­on. Als ser­ver­sei­ti­ger Dienst lauscht er stan­dard­mä­ßig auf Port 80 und stellt HTML-Dokumente oder andere Res­sour­cen bereit. Dank seines modularen Aufbaus können zu­sätz­li­che Funk­tio­nen wie SSL/TLS, URL-Rewriting oder Skript­spra­chen wie PHP, Perl oder Python bei Bedarf hin­zu­ge­fügt werden. Apache ist Teil diverser Software-Pakete wie LAMP, MAMP, WAMP oder XAMPP, kann aber auch als Ein­zel­kom­po­nen­te betrieben werden. Seit Jahren zählt Apache zu den be­lieb­tes­ten Web­ser­vern und die Community ent­wi­ckelt die Software kon­ti­nu­ier­lich weiter. Die aktuelle stabile Version ist 2.4.66 (ver­öf­fent­licht am 4. Dezember 2025).

In­stal­la­ti­on durch­füh­ren

Um Apache unter Windows aus­zu­füh­ren, benötigen Sie lediglich das passende Binary-Paket für Ihr Be­triebs­sys­tem. Lauf­fä­hi­ge Bi­när­da­tei­en für Windows finden sich auf Community-Seiten wie Apache Lounge. Diese vor­kom­pi­lier­ten Windows-Binaries liegen in der Regel als ZIP-Archive vor. Laden Sie die aktuelle Version herunter und prüfen Sie ihre In­te­gri­tät (z. B. mittels PGP-Signatur), bevor Sie es verwenden.

ZIP-basierte Windows-Pakete lassen sich ohne klas­si­sche In­stal­la­ti­on nutzen. Gehen Sie in diesem Fall wie folgt vor:

  1. Speichern Sie das Software-Paket in Form einer ZIP-Datei in einem be­lie­bi­gen Ver­zeich­nis Ihres lokalen Windows-PCs.
  2. Entpacken Sie die ZIP-Datei mit einem Dop­pel­klick auf das Ordner-Icon.
  3. Markieren Sie den Ordner „Apache24“ und kopieren Sie diesen nach „C:\“.

Alle Dateien, die Sie für den Betrieb Ihres lokalen Apache-Web­ser­vers benötigen, befinden sich nun unter „C:\Apache24“.

Testlauf starten

Im Anschluss an die In­stal­la­ti­on empfiehlt es sich, einen Testlauf durch­zu­füh­ren. Na­vi­gie­ren Sie dazu nach „C:/Apache24“ und öffnen Sie den Da­tei­ord­ner „bin“. Hier finden Sie die Anwendung „httpd“. Führen Sie diese mit einem Dop­pel­klick aus, um Ihren Apache-Webserver zu starten.

In der Regel wird Ihr System zwei Feh­ler­mel­dun­gen anzeigen, die darauf hinweisen, dass Software-Kom­po­nen­ten nach­in­stal­liert werden müssen und der Apache-Webserver von der Firewall des Be­triebs­sys­tems blockiert wird.

Der httpd.exe-Sys­tem­feh­ler

In­stal­lie­ren Sie Apache zum ersten Mal auf Ihrem Windows-PC, wird Ihnen Ihr System vor­aus­sicht­lich melden, dass der Webserver nicht gestartet werden kann, da die Datei „VCRUNTIME140.dll“ nicht gefunden wurde.

Bild: Systemfehlermeldung beim Starten des Apache-Webservers
Sys­tem­feh­ler: die Datei VCRUNTIME140.dll wurde nicht gefunden

Beheben lässt sich dieser Fehler durch eine Nach­in­stal­la­ti­on ent­spre­chen­der Software-Kom­po­nen­ten. Da Apache in C++ ge­schrie­ben wurde, benötigt das Programm unter Windows eine ent­spre­chen­de Lauf­zeit­um­ge­bung. Diese wird durch die Compiler-Software Visual C++ zur Verfügung gestellt.

Fehlende Lauf­zeit­kom­po­nen­ten lassen sich über so­ge­nann­te Visual C++ Re­dis­tri­bu­ta­ble Packages nach­in­stal­lie­ren. Die ent­spre­chen­den Pakete stellt Microsoft kostenlos zum Download bereit und sie lassen sich lokal durch einen einfachen Dop­pel­klick auf die .exe-Datei in­stal­lie­ren.

Windows-Si­cher­heits­war­nung

Ihr PC ist in der Regel durch eine Firewall ab­ge­si­chert, die ver­hin­dert, dass externe Programme über ein Netzwerk un­be­rech­tigt auf das System zugreifen. Möchten Sie Ihren lokalen Apache HTTP Server jedoch in einem Heim- oder Ar­beits­netz­werk verfügbar machen, müssen Sie die Kom­mu­ni­ka­ti­on von Apache in diesem Fall explizit ge­neh­mi­gen. Das erfolgt im Rahmen des nach­ste­hen­den Si­cher­heits­hin­wei­ses, der Sie darüber in­for­miert, dass einige Funk­tio­nen Ihres Web­ser­vers von der Firewall blockiert wurden.

Bild: Windows-Sicherheitshinweis: Firewall blockiert Programmfunktionen
In der Stan­dard­kon­fi­gu­ra­ti­on blockiert die Windows-Firewall einige Funk­tio­nen des Web­ser­vers

Möchten Sie den Zugriff auf Ihren Server in einem der an­ge­ge­be­nen Netzwerke zulassen, setzen Sie ein Häkchen an der ent­spre­chen­den Stelle und klicken auf die Schalt­flä­che „Zugriff zulassen“. Für diese Aktion werden in der Regel Ad­mi­nis­tra­tor­rech­te benötigt.

Nach der In­stal­la­ti­on der Lauf­zeit­kom­po­nen­ten und der Freigabe in der Firewall starten Sie den Webserver erneut über die Datei „httpd“. Es öffnet sich ein Kom­man­do­zei­len­fens­ter. Schließen Sie dieses Fenster, um den Apache-Webserver zu beenden. Al­ter­na­tiv kann Apache auch als Windows-Dienst ein­ge­rich­tet werden, um dauerhaft im Hin­ter­grund zu laufen.

Bild: Kommandozeilenfenster des Apache-Webservers
Starten Sie das Kom­man­do­zei­len­fens­ter Ihres Apache Web­ser­vers mit einem Dop­pel­klick auf die Datei httpd

Um Ihren Webserver mit einem be­lie­bi­gen Web­brow­ser auf­zu­ru­fen, tippen Sie „localhost“ oder die Standard IP-Adresse „127.0.0.1“ in die Suchmaske.

Wurden alle Ein­stel­lun­gen korrekt über­nom­men, zeigt Ihr Web­brow­ser eine vor­ein­ge­stell­te „index.html“ mit folgendem Inhalt an: „It works!“ (dt. „Es funk­tio­niert!“). Sie können somit zur Kon­fi­gu­ra­ti­on Ihres Web­ser­vers übergehen.

Bild: Aufruf der Datei index.html via localhost im Webbrowser
Inhalt der Beispiel-index.html nach der korrekten Kon­fi­gu­ra­ti­on des Web­ser­vers: It works!

Apache HTTP Server kon­fi­gu­rie­ren

Grund­sätz­lich wird der Apache HTTP Server als Software-Paket so vor­kon­fi­gu­riert, dass er ohne weitere Ein­stel­lun­gen funk­ti­ons­fä­hig ist. Inhalte, die Sie über den Webserver abrufen möchten, werden in einem Ver­zeich­nis abgelegt, das in der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei „httpd.conf“ als „Do­cu­men­tRoot“ ge­kenn­zeich­net ist. In der Stan­dard­ein­stel­lung ist dies der Da­tei­ord­ner „htdocs“ unter „C:\Apache24“.

Bild: Die Konfigurationsdatei httpd.conf
In der Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei httpd.conf wird C:\Apache24\htdocs als „Do­cu­men­tRoot“ und „Directory“ aus­ge­wie­sen

Möchten Sie die Dokumente und Dateien für Ihre Website in einem anderen Ordner ablegen, muss dieser in der httpd.conf als „Do­cu­men­tRoot“ und „Directory“ ein­ge­tra­gen werden.

Zu De­mons­tra­ti­ons­zwe­cken erstellen wir unter „C:\“ einen neuen Ordner namens „Mei­ne­Home­page“, der als Web­sei­ten­ver­zeich­nis für eine fiktive Website dienen soll. In diesem Ordner legen wir die zwei HTML-Dokumente „test-1“ und „test-2“ ab. An­schlie­ßend passen wir in der „httpd.conf“ die Angaben für „Do­cu­men­tRoot“ und „Directory“ gemäß unseres neuen Web­sei­ten­ver­zeich­nis­ses an, indem wir „C:/Apache24/htdocs“ an beiden Stellen durch „C:/Mei­ne­Home­page“ ersetzen.

Bild: Anpassung der Angaben für „DocumentRoot“ und „Directory“ in der httpd.conf-Datei
In der httpd.conf-Datei werden die Stan­dard­an­ga­ben für Do­cu­men­tRoot“ und „Directory“ durch das neu erstellte Web­sei­ten­ver­zeich­nis ersetzt

Greifen wir nun nach einem Neustart des Apache via „localhost“ auf den Webserver zu, zeigt der Web­brow­ser den Index unseres Web­sei­ten­ver­zeich­nis­ses mit den HTML-Seiten „test-1.html“ und „test-2.html“ an.

Bild: Index des Webseitenverzeichnisses mit zwei HTML-Seiten
Ob Ihre Än­de­run­gen korrekt über­nom­men wurden, kon­trol­lie­ren Sie, indem Sie nach dem Neustart des Web­ser­vers via localhost auf den Index Ihres Web­sei­ten­ver­zeich­nis­ses zugreifen
Zum Hauptmenü