Wenn Sie eine Website erstellen, wollen Sie in der Regel auch deren Ladezeit möglichst gering halten. Denn können Besucher Ihre Seite schnell aufrufen, wirkt sich das positiv auf deren Surf­ver­hal­ten aus. So führt eine Ge­schwin­dig­keits­op­ti­mie­rung häufig zu einer nied­ri­ge­ren Ab­sprungra­te und einer längeren Ver­weil­dau­er, was Such­ma­schi­nen wie Google wiederum mit einem besseren Ranking belohnen. Zu den vielen Mög­lich­kei­ten, der Website zu mehr Speed zu verhelfen, zählt auch die Op­ti­mie­rung der ver­wen­de­ten Skript­spra­che. Ins­be­son­de­re Ent­wick­ler dy­na­mi­scher Websites, die auf PHP setzen, pro­fi­tie­ren seit dem PHP7-Release von einer noch besseren Per­for­mance, die mit den mitt­ler­wei­le ver­öf­fent­lich­ten Nach­fol­ge­ver­sio­nen 7.1 und 7.2 sogar noch weiter ver­bes­sert werden konnte.

Hinweis

Die Ver­wen­dung ver­al­te­ter PHP-Versionen, zu denen ab Dezember 2018 unter anderem auch PHP 7.0 zählt, stellt ein po­ten­ti­el­les Si­cher­heits­ri­si­ko dar. Die PHP-Community un­ter­stützt lediglich aktuelle Versionen wie PHP 7.1, PHP 7.2 oder künftig PHP 7.3.

Dass kurz nach Ablauf des Si­cher­heits-Supports für PHP 7.0 auch der of­fi­zi­el­le Support für das beliebte PHP 5.6 im Dezember 2018 ausläuft, ver­deut­licht den Vormarsch der neuen Version der Skript­spra­che. Zwei Jahre nach dem ersten Release ist PHP7 spä­tes­tens zu diesem Zeitpunkt endgültig im Web an­ge­kom­men.

Was ist PHP ei­gent­lich?

PHP ist eine Skript­spra­che zur Er­stel­lung von dy­na­mi­schen Websites. Sie wird unter der PHP-Lizenz ver­brei­tet. Dadurch ist es möglich, Quell­tex­te kos­ten­frei wei­ter­zu­ver­wen­den oder zu verändern. Die Grund­funk­ti­on von PHP besteht darin, For­mu­lar­da­ten aus­zu­le­sen und diese in PHP-Variablen um­zu­wan­deln. An­schlie­ßend lassen sich die Variablen wei­ter­ver­wen­den, indem sie bei­spiels­wei­se in eine Datenbank ein­ge­tra­gen oder via E-Mail ver­schickt werden. Die Vorteile von PHP sind u. a. die Ein­bin­dung des In­ter­net­pro­to­kolls sowie eine breite Un­ter­stüt­zung un­ter­schied­lichs­ter Da­ten­bank­mo­del­le. Die Skript­spra­che wird von rund 82 Prozent aller Websites genutzt und ist daher bei den meisten Web­hos­tern vor­in­stal­liert.

Tipp

Mit dem PHP Hosting von IONOS pro­fi­tie­ren Sie von den besten Features der neusten PHP-Version. Bei Fragen steht Ihnen jederzeit Ihr per­sön­li­cher Berater zur Seite.

Alle PHP-Codes werden ser­ver­sei­tig ver­ar­bei­tet. Das bedeutet, dass PHP-Skripte direkt auf dem Server aus­ge­führt werden – im Gegensatz zu anderen Pro­gramm­codes wie Ja­va­Script, die auf der Seite des An­fra­gen­den ablaufen. Wenn ein Nutzer eine Anfrage an einen Server stellt, wird das jeweilige PHP-Skript an den PHP-In­ter­pre­ter auf dem Server gesendet. Dieser ver­ar­bei­tet das Skript und gibt es an den Browser aus. Es handelt sich dabei meist um HTML-Dokumente, aber mitunter auch um andere Da­tei­ty­pen. PHP er­mög­licht es nämlich unter anderem auch, JPG- oder PDF-Dokumente zu ge­ne­rie­ren und an den Browser zu senden.

Was bietet PHP7 an Neue­run­gen?

Da die Ent­wick­lung von PHP6 ein­ge­stellt worden ist, trat PHP7 mit Release-Zeitpunkt die Nachfolge von PHP5 an und ist damit ei­gent­lich erst die sechste Haupt­ver­si­on von PHP. Die Skript­spra­che an sich hat sich kaum geändert, weswegen PHP7 wei­test­ge­hend ab­wärts­kom­pa­ti­bel ist. Dadurch laufen die meisten An­wen­dun­gen, die bisher mit PHP5.6 funk­tio­nier­ten, auch mit der neuen PHP-Version. Pro­ble­ma­tisch ist nur die Kom­pa­ti­bi­li­tät mit einigen älteren, nicht mehr ge­pfleg­ten Er­wei­te­run­gen. Das beste Beispiel hierfür ist die Er­wei­te­rung zum Zugriff auf MySQL-Da­ten­ban­ken, die mit Version 7 nun endgültig nicht mehr un­ter­stützt wird – hier empfiehlt sich ein Umstieg auf die ver­bes­ser­te Version MySQLi oder das ver­gleich­ba­re Plug-in PDO (PHP Data Objects).

Die wich­tigs­te Neuerung von PHP7 ist der Per­for­mance-Schub, den das Ent­wick­ler­team durch diverse Op­ti­mie­run­gen am PHP-Kern erzielen konnte. Neben der höheren Ge­schwin­dig­keit (PHP7 ist rund doppelt so schnell wie der Vorgänger) bietet die neue Version zudem den Vorteil, dass sie weniger Ar­beits­spei­cher be­an­sprucht. Doch nicht nur der Befehle (Bytecode) aus­füh­ren­de Teil des Kerns wurde grund­sa­niert – auch Kom­po­nen­ten wie Parser, Lexer und Bytecode-Generator haben große Ver­än­de­run­gen erfahren. So wird mit PHP7 nun zunächst ein abs­trak­ter Syn­tax­baum kreiert, der die Grundlage für die Erzeugung von Bytecode-Befehlen bildet, anstatt den Code direkt aus dem Parser heraus zu erstellen. Das ver­ein­facht Än­de­run­gen an der PHP-Syntax enorm.

Tran­skrip­ti­on:

Welche Rolle spielt die Per­for­mance im modernen Web­hos­ting?

Heut­zu­ta­ge erwarten die Nutzer, dass alles zu jeder Zeit verfügbar ist – das gilt auch für die Webseiten unserer Kunden. Diese müssen in kürzester Zeit aus­ge­lie­fert werden, um einen Be­su­cher­rück­gang zu vermeiden. Um eine Webseite schnell aus­zu­lie­fern, haben wir mit http/2, PHP7.1 und unserer SSD-Plattform die perfekte Grundlage ent­wi­ckelt. Zu­sätz­lich haben wir nun die IONOS Per­for­mance-Level ent­wi­ckelt. Dadurch ge­währ­leis­ten wir im Web­hos­ting-Bereich beste Per­for­mance – jederzeit flexibel anpassbar.

Wofür benötige ich welches Per­for­mance-Level?

Eine einfache wenig komplexe Webseite benötigt lediglich ein niedriges Per­for­mance-Level. Ein um­fang­rei­cher On­line­shop mit bei­spiels­wei­se vielen Artikeln oder vielen Besuchern benötigt dem­entspre­chend ein hohes Per­for­mance-Level. Aber genau hier ist man mit den Per­for­mance-Leveln sehr flexibel. Benötigt man mehr Leistung, weil plötzlich mehr Besucher auf die Webseite strömen, ist es kein Problem ein höheres Per­for­mance-Level zu buchen. Genauso umgekehrt, verändern sich die Be­dürf­nis­se nach unten, ist es kein Problem, das Per­for­mance-Level zu­rück­zu­stu­fen.

Wie kann ich das Per­for­mance-Level anpassen?

Unser neues Web Hosting bietet im IONOS Control Center einen Per­for­mance-Level Dashboard. Unsere Kunden können hier den aktuellen Verbrauch des Web­hos­ting-Pakets als auch die emp­foh­le­ne Leistung direkt und einfach einsehen. Der Wechsel ist ebenfalls einfach gehalten. Auch Un­er­fah­re­ne können hier mit wenigen Klicks die Per­for­mance-Levels wechseln. Ein Ta­rif­wech­sel ist hierfür nicht nötig.

Ein weiteres neues Feature ist die Mög­lich­keit, skalare Da­ten­ty­pen – also solche, die nur einen einzelnen Wert speichern – sowie Rück­ga­be­ty­pen im Pro­gramm­code zu de­fi­nie­ren. Auf diese Weise wird PHP um die Typen Integer, Boolean, Float und String erweitert.

Die wich­tigs­ten Neue­run­gen und Vorteile von PHP7
stark ver­bes­ser­te Per­for­mance, etwa doppelt so schnell wie PHP5.6
Ar­beits­spei­cher­be­darf ist niedriger
Im­ple­men­tie­rung eines abs­trak­ten Syn­tax­bau­mes zur Bytecode-Erzeugung
kon­se­quen­te Un­ter­stüt­zung von 64-Bit-Systemen
ver­bes­ser­te Feh­ler­be­hand­lung, Fehler führen seltener zu Abstürzen
kryp­to­gra­fisch sicherer Zu­falls­ge­nera­tor
Ent­fer­nung alter und nicht mehr un­ter­stütz­ter Er­wei­te­run­gen und Server-In­ter­faces
De­fi­nie­ren von skalaren Da­ten­ty­pen und Rück­ga­be­ty­pen

So ver­bes­sert PHP7 die Per­for­mance von WordPress und Co.

Der Grund­stein für die ver­bes­ser­te PHP7-Per­for­mance wurde durch die In­te­gra­ti­on der Zweig­ver­si­on PHPNG (PHP Next Ge­ne­ra­ti­on) in die PHP-Haupt­ver­si­on ge­schaf­fen. Der als Projekt ge­star­te­te Branch zeichnet sich vor allem durch einen re­fak­to­rier­ten Kern inklusive der neuen Zend Engine 3.0 aus. Noch vor dem PHP7-Release gab Zend Tech­no­lo­gies die Er­geb­nis­se erster Benchmark-Tests bekannt, in denen die Vorteile der neuen Version für Online-Shop-Software, Content-Ma­nage­ment-Systeme oder Frame­works nur allzu deutlich werden.

Tipp

IONOS sorgt als einziger Hoster auch nach dem Ende des PHP-Community-Supports dafür, dass alte PHP-Versionen ohne Si­cher­heits­pro­ble­me laufen können. So kann der Kunde dank PHP Extended Support selbst ent­schei­den, wann oder ob er umstellen will.

Die Shop-Software Magento lässt sich im Vergleich zu PHP5.6 bei­spiels­wei­se doppelt so schnell ausführen – bei einer Re­du­zie­rung des Spei­cher­ver­brauchs um rund 30 Prozent. Außerdem er­mög­licht PHP7 in derselben Zeit bis zu drei Mal so viele Aufrufe durch Benutzer wie die Vor­gän­ger­ver­si­on. Ähnlich sehen auch die Er­geb­nis­se bei den Tests mit den Content-Ma­nage­ment-Systemen Drupal und WordPress aus: Während Drupal 8 um etwa 72 Prozent schneller läuft, zeigten die WordPress-Tests, dass ein Aufruf mit PHP7 im Vergleich zu einem mit PHP5.6 nur etwa ein Viertel der CPU-In­struk­tio­nen vor­aus­setzt. Beide CMS-Systeme zeigten hin­sicht­lich möglicher Sei­ten­auf­ru­fe eine Stei­ge­rung von rund 50 Prozent. Auch die Frame­works Laravel und Zend sowie die CRM-Software SugarCRM lassen mit PHP7 etwa doppelt so viele Zugriffe pro Sekunde zu.

PHP7 er­mög­licht im Vergleich zur Vor­gän­ger­ver­si­on auch bei hohem Traffic niedrige Zugriffs- und La­de­zei­ten. Ein teures Aufrüsten der Hardware ist so selbst bei wach­sen­den Be­su­cher­zah­len nicht unbedingt notwendig. Die neue PHP7-Per­for­mance erlaubt Ihnen also, Ihr WordPress-, Magento- oder sonstiges Web­pro­jekt auch ohne zu­sätz­li­che Kosten einer größeren Be­su­cher­zahl zu­gäng­lich zu machen.

Die gesamten Benchmark-Daten können Sie im Einzelnen auch in der von Zend Tech­no­lo­gies ver­öf­fent­lich­ten In­fo­gra­fik nachlesen.

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