Dem AIDA-Modell zufolge durch­lau­fen po­ten­zi­el­le Neu­kun­din­nen und Neukunden vier Phasen, denen das Wer­be­wir­kungs­mo­dell seinen Namen verdankt. Das Akronym AIDA steht für Awareness (Auf­merk­sam­keit), Interest (Interesse), Desire (Verlangen) und Action (Handlung). Damit markiert es vier Teilziele stra­te­gi­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men im Rahmen des Mar­ke­tings.

Was ist das AIDA-Modell?

Bereits 1898 for­mu­lier­te der US-ame­ri­ka­ni­sche Wer­be­stra­te­ge Elmo Lewis die drei­tei­li­ge Formel:

  • attract attention (dt. Auf­merk­sam­keit erregen),
  • maintain interest (dt. Interesse auf­recht­erhal­ten),
  • create desire (dt. Verlangen erzeugen).

Später ergänzte Lewis mit get action (dt. Handlung auslösen) eine Hand­lungs­pha­se, womit das AIDA-Modell geboren war.

Ur­sprüng­lich für die Glie­de­rung von Ver­kaufs­ge­sprä­chen ent­wi­ckelt, fand die Formel bald in allen Bereichen des Mar­ke­tings Anwendung. Noch heute gehört AIDA zu den be­kann­tes­ten Modellen der Wer­be­wir­kungs­for­schung. Das Modell ist fester Be­stand­teil von Lehr­plä­nen an Schulen und Uni­ver­si­tä­ten und wird in der Wer­be­pra­xis nach wie vor als Faust­re­gel für die Ge­stal­tung von Wer­be­mit­teln und deren Analyse her­an­ge­zo­gen. Doch so bekannt das Modell ist, so um­strit­ten ist in­zwi­schen auch seine Aus­sa­ge­kraft.

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Wie funk­tio­niert das AIDA-Modell?

Setzt man die Annahme voraus, dass die Mar­ken­wahr­neh­mung zum Großteil durch Werbe- und Mar­ke­ting­maß­nah­men gefördert wird und sich durch diese steuern lässt, bietet das AIDA-Modell (auch AIDA-Formel, AIDA-Konzept, AIDA-Prinzip oder AIDA-Schema) einen Er­klä­rungs­an­satz, wie Werbung und andere kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­ti­sche Maßnahmen in die Mar­ken­wahl in­vol­viert sind.

Dem AIDA-Modell zufolge müssen Werbende 4 Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zie­le erreichen, um po­ten­zi­el­le Kunden und Kundinnen von der ersten Wahr­neh­mung eines Produkts zum Erwerb desselben zu bewegen. Der AIDA-Ansatz zählt damit zur Gruppe der hier­ar­chi­schen Wer­be­wir­kungs­mo­del­le, die von einem linear-se­quen­zi­el­len Ablauf des Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses ausgehen, bei dem Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten eine Reihe ko­gni­ti­ver und af­fek­ti­ver Stadien durch­lau­fen, deren Höhepunkt dann eine (Kauf-)Handlung darstellt.

A – Attract Attention

Attention, please! – Damit sich adres­sier­te Personen überhaupt mit einer Wer­be­bot­schaft aus­ein­an­der­set­zen, müssen Werbende zunächst die Auf­merk­sam­keit ihrer Ziel­grup­pe erregen. Das Werbeziel der ersten Phase des AIDA-Modells ist es somit, Ak­ti­vie­rungs-, Wahr­neh­mungs- und Emo­ti­ons­pro­zes­se an­zu­sto­ßen. Werbung arbeitet zu diesem Zweck mit diversen Stra­te­gien, die sich auf den Inhalt einer Wer­be­bot­schaft, deren Auf­ma­chung oder die Plat­zie­rung beziehen.

Inhalte, die Auf­merk­sam­keit erregen, stechen in der Regel dadurch hervor, dass sie neue, wi­der­sprüch­li­che oder pro­vo­kan­te In­for­ma­tio­nen enthalten oder wichtige In­for­ma­tio­nen gezielt weglassen:

  • „Nur bei Lidl: eckige Melonen!“
  • „Aldi-Äpfel: das Kilo 0,95 €!“

Weitere klas­si­sche Elemente, durch die eine Wer­be­bot­schaft po­ten­zi­el­le Kundinnen und Kunden erreicht, sind folgende:

  • Grafische Ge­stal­tungs­ele­men­te: Die optische Auf­ma­chung ist für die Erregung von Auf­merk­sam­keit un­ver­zicht­bar. Auf Fes­ti­val­pla­ka­ten stechen zum Beispiel die Haupt-Acts fett­ge­druckt als Eye-Catcher hervor, während sich weniger wer­be­wirk­sa­me Künst­le­rin­nen und Künstler kaum lesbar in der letzten Zeile tummeln. Display-Werbung im Browser springt vor allem dann ins Auge, wenn sie sich verändert, bewegt oder blinkt. Hier gilt es al­ler­dings, die Schmerz­gren­ze der Ziel­grup­pe aus­zu­lo­ten und diese nicht zu über­schrei­ten.
  • Auditive Elemente: Im Fernsehen, Radio oder Internet sind Werbende auf auditive Elemente an­ge­wie­sen und gehen dabei mehr oder weniger subtil vor. Bei fast allen wer­be­fi­nan­zier­ten au­dio­vi­su­el­len Medien werden Wer­be­blö­cke deutlich lauter aus­ge­spielt als das ei­gent­li­che Programm. Zu­sätz­li­che Dezibel sollen si­cher­stel­len, dass die Wer­be­bot­schaf­ten ankommen, die wiederum mit ein­gän­gi­gen Jingles oder aktuellen Popsongs unterlegt sind.
  • Olfak­to­ri­sche Reize: Einige Werbende suchen auch mit olfak­to­ri­schen Reizen den Weg in die Kun­den­na­se. Ob sich po­ten­zi­el­le Abnehmer durch die Beduftung der Ge­schäfts­um­ge­bung tat­säch­lich in Ver­kaufs­räu­me locken lassen, ist jedoch um­strit­ten. Für den Le­bens­mit­tel­be­reich – ins­be­son­de­re Bä­cke­rei­en und Kon­di­to­ren – ist diese Strategie jedoch si­cher­lich nicht abwegig.
  • Schlüs­sel­rei­ze: Bestimmte Reiz­mus­ter eignen sich besonders gut, die mensch­li­che Auf­merk­sam­keit zu erregen. Zu diesen zählen bei­spiels­wei­se Augen, Gesichter, das Kind­chen­sche­ma oder Erotik (nach dem bekannten Motto: Sex sells).

I – Maintain Interest

Ist die Auf­merk­sam­keit eines Kon­su­men­ten oder einer Kon­su­men­tin gewonnen, gilt es im nächsten Schritt, deren Interesse zu wecken und lang­fris­tig auf­recht­zu­er­hal­ten. In dieser Phase der Customer Journey werden Produkte und Marken prä­sen­tiert, ihre Vorzüge betont, Nut­zungs­sze­na­ri­en de­mons­triert und ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten des Erwerbs vor­ge­stellt. Das Werbeziel der zweiten Phase des AIDA-Modells ist erreicht, wenn sich die Kundin bzw. der Kunde eingehend mit den dar­ge­bo­te­nen Wer­be­mit­teln be­schäf­tigt und Interesse an den dar­ge­stell­ten Produkten oder Dienst­leis­tun­gen zeigt.

Werbende punkten in der zweiten Phase des AIDA-Modells vor allem dann, wenn sie wissen, was die Ziel­grup­pe in­ter­es­siert, was ihr wichtig ist, welche Be­dürf­nis­se sie hat und welche Probleme sie gelöst haben möchte. KI-basierte Tools und Software zur Web­ana­ly­se geben On­line­shop-Be­trei­ben­den de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zum Wesen und Surf­ver­hal­ten der User und er­mög­li­chen es so, deren aktuellen Status in Bezug auf die Phasen des AIDA-Modells oder anderer Marketing-Modelle zu bestimmen – und dann an­ge­mes­sen zu reagieren.

D – Create Desire

In der dritten Phase des AIDA-Modells ent­wi­ckeln Kon­su­men­ten und Kon­su­men­tin­nen ausgehend von einem ge­ne­rel­len Interesse eine konkrete Kauf­ab­sicht. Jetzt gilt es, einer Person mit dem Interesse für Bluetooth-Kopfhörer zu ver­deut­li­chen, dass sie eines der Modelle kaufen sollte, die im be­wor­be­nen On­line­shop angeboten werden – und zwar, weil diese mehr können, günstiger sind oder besser aussehen als die Modelle der Kon­kur­renz!

In dieser Phase sollten Wer­be­maß­nah­men In­for­ma­tio­nen bieten, die die Vorzüge der eigenen Produkte und Marken gegenüber Kon­kur­renz­pro­duk­ten her­aus­stel­len. Ziel ist es, die Ein­stel­lung der Ziel­grup­pe zum werbenden Un­ter­neh­men, dessen Marken, Produkten und Dienst­leis­tun­gen positiv zu be­ein­flus­sen.

A – Get Action

Konnte bei der Ziel­grup­pe ein Verlangen nach be­stimm­ten Produkten oder Dienst­leis­tun­gen geweckt werden, muss dies in der letzten Phase des AIDA-Modells in eine Handlung münden. Das beworbene Produkt soll schließ­lich gekauft oder die an­ge­bo­te­ne Dienst­leis­tung genutzt werden. Werbung, die Hand­lun­gen anstoßen soll, be­inhal­tet in der Regel einen so­ge­nann­ten Call-to-Action (CTA). Klas­si­sche Hand­lungs­auf­for­de­run­gen dieser Art sind:

  • „Bluetooth-Kopfhörer jetzt bestellen!“
  • „Einfach anrufen und beraten lassen!“

Begleitet wird solch ein Call-to-Action mitunter von zeit­li­chen Be­schrän­kun­gen, die zu­sätz­li­chen Druck auf den po­ten­zi­el­len Käufer aufbauen sollen.

  • „Bluetooth-Kopfhörer – nur heute zum Schnäpp­chen­preis.“
  • „Bluetooth-Kopfhörer jetzt online bestellen und 20 Prozent sparen.“
  • „Limited-Edition. Nur für kurze Zeit.“

Steigern lässt sich die Hand­lungs­be­reit­schaft zudem durch ein ex­pli­zi­tes Ent­ge­gen­kom­men, das Kunden Si­cher­heit oder zu­sätz­li­che Leis­tun­gen ver­spricht.

  • „… im Probe-Abo kostenlos testen.“
  • „2 kaufen, 1 bezahlen.“
  • „10 Prozent Rabatt bei Erst­be­stel­lung.“
  • „Jetzt mit kos­ten­lo­sem Rück­ver­sand.“
  • „Doppeltes Da­ten­vo­lu­men bei Abschluss eines Neu­ver­trags.“

Das AIDA-Modell in der Praxis

Wer­be­er­folg-Formeln kommen im Marketing zum Einsatz, um Prozesse zu ver­an­schau­li­chen. Durch sie möchte man An­satz­punk­te gewinnen, mit denen sich Abläufe op­ti­mie­ren lassen. Hier­ar­chi­sche Wer­be­wir­kungs­mo­del­le wie die AIDA-Formel zeichnen die Ent­wick­lung nach, die Kon­su­men­ten und Kon­su­men­tin­nen im Rahmen des Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses durch­lau­fen.

Jede Phase ist dabei von anderen Be­dürf­nis­sen geprägt, die bei der Ge­stal­tung von Wer­be­maß­nah­men zu be­rück­sich­ti­gen sind. Die Anzahl po­ten­zi­el­ler Kundinnen und Kunden, die in die nächste Phase übergehen, nimmt im Rahmen des Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses fort­lau­fend ab: Man spricht vom so­ge­nann­ten Purchase-Funnel (deutsch: Kauf­trich­ter).

Bild: Die Phasen des AIDA-Modells: Attention, Interest, Desire, Action
Das AIDA-Modell: Während des Wandels zum Kunden durch­lau­fen Kon­su­men­ten die Phasen Attention, Interest, Desire, und Action

In der Praxis gibt das Modell Werbenden eine Art Check­lis­te an die Hand, mit der sich Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men im Rahmen der Werbung, bei Ver­kaufs­ge­sprä­chen sowie in Bezug auf Prä­sen­ta­ti­on und Mo­de­ra­ti­on ana­ly­sie­ren und op­ti­mie­ren lassen. Be­trei­ben­de eines On­line­shops könnten anhand der Formel bei­spiels­wei­se prüfen, ob bei der Pro­dukt­prä­sen­ta­ti­on alle Aspekte eines optimalen Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses be­rück­sich­tigt wurden. Mögliche Fragen wären:

  • Ist der Shop ohne Weiteres zu finden?
  • Weckt die Ge­stal­tung des Shops die Auf­merk­sam­keit der Ziel­grup­pe?
  • Bieten die Pro­dukt­be­schrei­bun­gen die nötigen In­for­ma­tio­nen, um das Interesse po­ten­zi­el­ler Kunden zu wecken?
  • Geben Bil­der­ga­le­rien, Pro­dukt­vi­de­os oder Augmented-Reality-Elemente In­ter­es­sen­ten einen Eindruck, wie die Produkte das eigene Leben be­rei­chern würden?
  • Erzeugt die Pro­dukt­prä­sen­ta­ti­on in ihrer Ge­samt­heit beim Kunden ein Gefühl des „Ha­ben­wol­lens“?
  • Enthält die Website Call-to-Action-Elemente, die In­ter­es­sen­ten den un­ver­züg­li­chen Erwerb nahelegen oder durch ein Ent­ge­gen­kom­men (Rabatt, kos­ten­lo­ser Versand etc.) sogar schmack­haft machen?
  • Wurde der Be­stell­pro­zess von sämt­li­chen Hürden und Barrieren befreit (un­an­ge­mes­se­ne Da­ten­er­fas­sung, ein­ge­schränk­te Be­zahl­op­tio­nen, un­kom­for­ta­ble Lie­fer­be­din­gun­gen etc.)?

Die Liste möglicher Prüf­punk­te auf Basis der AIDA-Formel ist damit noch lange nicht erschöpft.

Kritik am AIDA-Modell

Seit der Ent­wick­lung des AIDA-Modells vor mehr als hundert Jahren hat sich das Ver­ständ­nis von Werbung und Marketing-Kom­mu­ni­ka­ti­on vor allem im Hinblick auf die digitale Re­vo­lu­ti­on grund­le­gend verändert. Das Er­folgs­ge­heim­nis der Wer­be­er­folg-Formel ist ihre Ein­fach­heit. Diese er­mög­licht es, das Stu­fen­mo­dell auf viele Bereiche des Mar­ke­tings zu über­tra­gen. Grund­sätz­lich lassen sich ein­stu­fi­ge Kom­mu­ni­ka­ti­ons­maß­nah­men (An­zei­gen­wer­bung, B2C-Te­le­fon­ver­kauf) jedoch besser abbilden als mehr­stu­fi­ge Prozesse, wie sie bei dia­log­ori­en­tier­ten Medien zum Einsatz kommen.

Als veraltet gilt die Reduktion des Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses auf ein simples Reiz-Reaktions-Schema. Und auch der lineare Ablauf eines Stu­fen­mo­dells kann moderne Ver­kaufs­pro­zes­se und die immer sprung­haf­ter werdenden Customer Journeys kaum nach­zeich­nen. Zudem merken Kritiker und Kri­ti­ke­rin­nen an, dass Kauf­ent­schei­dun­gen auf einer Vielzahl weiterer Ein­fluss­fak­to­ren wie Ver­füg­bar­keit, Preis­vor­stel­lun­gen, Beratung, Kun­den­zu­frie­den­heit oder Emp­feh­lun­gen (User Generated Content, Re­zen­sio­nen, In­fluen­cer-Marketing etc.) beruhen. Auch der Einfluss emo­tio­na­ler Aspekte auf die Mar­ken­wahr­neh­mung wird im AIDA-Modell nur wenig be­rück­sich­tigt.

Bereits seit den 1990er-Jahren werden jedoch Er­kennt­nis­se der Emo­ti­ons­for­schung im Rahmen des Neu­ro­mar­ke­tings auch auf ab­satz­wirt­schaft­li­che Fra­ge­stel­lun­gen über­tra­gen und liefern wichtige Ein­sich­ten für die Ge­stal­tung, Analyse und Op­ti­mie­rung von Wer­be­maß­nah­men. Das AIDA-Modell sollte daher als das be­trach­tet werden, was es ist: eine ver­ein­fach­te Formel.

AIDA-Konzept: Er­wei­te­run­gen und Al­ter­na­ti­ven

Ein Haupt­de­fi­zit des AIDA-Modells ist, dass die Be­trach­tung des Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses mit dem Erwerb des je­wei­li­gen Un­ter­neh­mens­an­ge­bots endet. Sämtliche Nach­kau­f­ef­fek­te wie Zu­frie­den­heit, Un­zu­frie­den­heit, Kun­den­be­wer­tun­gen, Kauf­wie­der­ho­lun­gen oder Wei­ter­emp­feh­lun­gen bleiben un­be­ach­tet.

Im Laufe der Zeit wurden daher ausgehend von der AIDA-Formel diverse Ansätze ent­wi­ckelt, die das Modell erweitern oder anpassen und dabei zum Teil auch die Rolle moderner, dia­log­ori­en­tier­ter Medien wie Social Media be­rück­sich­ti­gen.

Das „Hierarchy of Effects“-Modell

Auch das „Hierarchy of Effects“-Modell von Lavidge und Steiner geht von einer hier­ar­chi­schen Abfolge ver­schie­de­ner Wer­be­wir­kun­gen aus und gliedert den Kauf­ent­schei­dungs­pro­zess in insgesamt sechs Stufen:

  • Awareness (Auf­merk­sam­keit): In der ersten Phase des „Hierarchy of Effects“-Modells zielen Wer­be­maß­nah­men darauf ab, po­ten­zi­el­le Kundinnen und Kunden von der Existenz der be­wor­be­nen Produkte in Kenntnis zu setzen.
  • Knowledge (Wissen): Auf die Awareness-Phase folgt die Knowledge-Phase, in der die Pro­duk­tei­gen­schaf­ten nä­her­ge­bracht werden.
  • Liking (Wert­schät­zung): In der dritten Phase sollen In­ter­es­sier­te eine Wert­schät­zung der be­wor­be­nen Produkte ent­wi­ckeln.
  • Pre­fe­rence (Präferenz): Die Wert­schät­zung mündet in der vierten Phase in eine Präferenz be­stimm­ter Produkte gegenüber Kon­kur­renz­an­ge­bo­ten.
  • Con­vic­tion (Über­zeu­gung): In der fünften Phase fällt die Kauf­ent­schei­dung. Der Adressat bzw. die Adres­sa­tin ist überzeugt von dem Produkt und strebt den Erwerb an.
  • Purchase (Kauf): Die letzte Phase des „Hierarchy of Effects“-Modells umfasst die be­ab­sich­tig­te Handlung: den Kauf.

Die DAGMAR-Formel

Aufbauend auf dem AIDA-Modell ver­öf­fent­lich­te der ame­ri­ka­ni­sche Wer­be­for­scher Russell H. Colley 1961 die so­ge­nann­te DAGMAR-Formel, ein Akronym des Buch­ti­tels Defining Adver­ti­sing Goals for Measured Adver­ti­sing Results. Auch bei DAGMAR handelt es sich um ein hier­ar­chi­sches Wer­be­wir­kungs­mo­dell, dem die Annahme zugrunde liegt, dass Werbung neben öko­no­mi­schen Zielen vor allem kom­mu­ni­ka­ti­ven Aufgaben gerecht werden muss. Diese lassen sich in vier Bereiche gliedern:

  • Awareness (Be­wusst­sein): Werbung muss Be­kannt­heit für die be­wor­be­nen Marken und Produkte schaffen.
  • Com­pre­hen­si­on (Ver­ständ­nis): Werbung muss für ein Ver­ständ­nis der Funktion und des Nutzens der be­wor­be­nen Un­ter­neh­mens­leis­tun­gen sorgen.
  • Con­vic­tion (Über­zeu­gung): Gute Werbung wirkt über­zeu­gend, indem sie den per­sön­li­chen Nutzen und die Vorzüge gegenüber Al­ter­na­ti­ven darlegt.
  • Action (Handlung): Am Ende des Kauf­ent­schei­dungs­pro­zes­ses steht der Erwerb der be­wor­be­nen Un­ter­neh­mens­leis­tung.

Das AIDAS-Model

Das AIDAS-Modell übernimmt die vier Phasen des AIDA-Modells und erweitert diese mit „Sa­tis­fac­tion“ um eine fünfte Phase, die den Nach­kau­f­ef­fekt bei Zu­frie­den­heit in das Wer­be­wir­kungs­mo­dell in­te­griert.

  • Attention (Be­wusst­sein)
  • Interest (Interesse)
  • Desire (Verlangen)
  • Action (Handlung)
  • Satis­fac­tion (Zu­frie­den­heit)

Was passiert, nachdem Kon­su­men­ten und Kon­su­men­tin­nen zu Kunden und Kundinnen geworden sind? Die Phase „Sa­tis­fac­tion“ be­rück­sich­tigt genau diese Frage. Wer­be­maß­nah­men enden nicht mit dem Erwerb der be­wor­be­nen Un­ter­neh­mens­leis­tung. Ziel der Werbenden ist eine zu­frie­de­ne Kund­schaft, die gerne wie­der­kommt und positive Er­fah­run­gen mit anderen teilt. Ist eine Person im Rahmen des Kauf­pro­zes­ses in der Phase „Sa­tis­fac­tion“ an­ge­kom­men, gilt es, diese nicht aus den Augen zu verlieren.

AIS­DALSLove

Auch das AIS­DALSLove-Modell von Bambang Sukma Wijaya betont die Bedeutung von Nach­kau­f­ef­fek­ten und ergänzt AIDA um die Phasen „Search“, „Like/dislike“, „Share“ und „Love/hate“.

  • Attention (Auf­merk­sam­keit)
  • Interest (Interesse)
  • Search (Recherche)
  • Desire (Verlangen)
  • Action (Handlung)
  • Like/dislike (Wert­schät­zung oder Ablehnung)
  • Share (Wei­ter­emp­feh­lung)
  • Love/hate (Liebe oder Hass)

Mit der Phase „Search“ be­rück­sich­tigt das Wer­be­wir­kungs­mo­dell, dass Kon­su­men­ten und Kon­su­men­tin­nen heut­zu­ta­ge gegenüber Wer­be­ver­spre­chen deutlich kri­ti­scher ein­ge­stellt sind. Mit dem Internet steht Ver­brau­chen­den ein um­fas­sen­des Recherche-Tool zur Verfügung, um Fakten nach­zu­prü­fen und Angebote zu ver­glei­chen.

Die „Like/dislike“-Phase be­rück­sich­tigt die Erfahrung nach dem Erwerb einer Un­ter­neh­mens­leis­tung. Bei Zu­frie­den­heit äußert sich dies in der Regel in Nach­kau­f­ef­fek­ten. Gleiches gilt für un­zu­frie­de­ne Kund­schaft. Hält ein Produkt, was die Werbung ver­spricht, steht ein erneuter Erwerb oder die Wei­ter­emp­feh­lung in Aussicht. Teilt eine Kundin bzw. ein Kunde Er­fah­run­gen mit anderen po­ten­zi­el­len Kundinnen und Kunden, spricht man vom Word-of-Mouth-Marketing. Im AIS­DALSLove-Modell werden Nach­kau­f­ef­fek­te dieser Art mit der Phase „Share“ als ei­gen­stän­di­ge Stufe be­rück­sich­tigt.

Darüber hinaus geht das AIS­DALSLove-Modell davon aus, dass sich durch Wer­be­maß­nah­men auch Lang­zeit­ef­fek­te erzielen lassen, die zu positiven oder negativen Gefühlen gegenüber Produkten, Marken oder Un­ter­neh­men führen. Ein Aspekt, der in der Phase „Love/hate“ in den Mit­tel­punkt rückt.

Das 5A-Modell

Während klas­si­sche Modelle wie AIDA und seine Er­wei­te­run­gen vor­wie­gend lineare Prozesse der Wer­be­wir­kung be­schrei­ben, be­rück­sich­tigt das von Philip Kotler ent­wi­ckel­te 5A-Modell die ver­än­der­ten Be­din­gun­gen im digitalen Zeitalter. Es stellt Kundinnen und Kunden und ihr ver­netz­tes Verhalten in den Mit­tel­punkt und versteht Kauf­ent­schei­dun­gen nicht mehr nur als Reaktion auf Werbung, sondern als Ergebnis eines viel­schich­ti­gen In­for­ma­ti­ons- und Be­zie­hungs­pro­zes­ses.

Das 5A-Modell gliedert die Customer Journey in folgende Phasen:

  • Aware (Be­wusst­sein): Erste Wahr­neh­mung einer Marke
  • Appeal (Anziehung): Marke wird als relevant oder attraktiv empfunden
  • Ask (In­for­ma­ti­ons­su­che): Gezielte Recherche – etwa durch Google-Suchen, Pro­dukt­be­wer­tun­gen oder Emp­feh­lun­gen in sozialen Netz­wer­ken
  • Act (Handlung): Pro­dukt­kauf bzw. In­an­spruch­nah­me der Dienst­leis­tung
  • Advocate (Wei­ter­emp­feh­lung): Bei positiver Erfahrung werden Kunden und Kundinnen selbst zu Mar­ken­bot­schaf­ten­den und empfehlen die Marke weiter – online oder im per­sön­li­chen Umfeld

Im Gegensatz zu klas­si­schen Funnel-Modellen verläuft der Ent­schei­dungs­pro­zess im 5A-Modell nicht immer ge­rad­li­nig. Durch Mög­lich­kei­ten wie digitale Kanäle und soziale Medien können Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten jederzeit flexibel zwischen den Phasen wechseln. Damit greift das Modell nicht nur emo­tio­na­le und rationale Aspekte der Ent­schei­dungs­fin­dung auf, sondern auch explizit den Einfluss von Com­mu­ni­tys, Platt­for­men und Reviews.

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