Der Apache-Server ist durch seinen modularen Ansatz eine besonders flexible Ser­ver­lö­sung. Unter anderem aus diesem Grund setzen weltweit fast die Hälfte aller Websites auf Apache. Gerade bei hohem Traffic kann es al­ler­dings mitunter zu Per­for­mance-Problemen kommen, weshalb vor allem stark fre­quen­tier­te Online-Auftritte auf Al­ter­na­ti­ven aus­wei­chen.

Was ist besonders an Apache?

Der Apache-Server ist einer der ältesten und weltweit am häu­figs­ten ein­ge­setz­ten Webserver. Bereits 1995 wurde Apache als Er­wei­te­rung einer Server-Software des NCSA (National Center for Su­per­com­pu­ting) der Uni­ver­si­tät von Illinois ent­wi­ckelt. Das Ent­wick­ler­team ver­öf­fent­lich­te den Apache-Server im April als erstes Projekt der Apache Software Foun­da­ti­on, welche die Server-Software bis heute betreut und ak­tua­li­siert. Der Apache HTTP Server, wie das Server-Programm offiziell heißt, ist quell­of­fen und kostenlos.

Je nach Studie wird Apache von rund der Hälfte aller Websites weltweit genutzt. Der Name geht auf einen Stamm der indigenen Be­völ­ke­rung Nord­ame­ri­kas zurück und steht deshalb seit vielen Jahren in der Kritik.

Tipp

Wie führt man einen Neustart sicher durch, ohne einen Da­ten­ver­lust zu riskieren? Lernen Sie, wie der Apache-Neustart funk­tio­niert und worauf Sie dabei achten sollten.

Wie kann der Apache-Server kom­bi­niert werden?

Der Apache-Server ist in der Pro­gram­mier­spra­che C ge­schrie­ben und war ur­sprüng­lich für UNIX-Systeme optimiert. Mitt­ler­wei­le ist Apache al­ler­dings kom­pa­ti­bel mit allen gängigen Platt­for­men und wird häufig in Kom­bi­na­ti­on mit Linux oder Windows genutzt.

Seit der Version 2.0 gibt es für den Apache-Server ver­schie­de­ne Bi­blio­the­ken, die optimal auf die An­for­de­run­gen und Ei­gen­hei­ten der ver­schie­de­nen Be­triebs­sys­te­me ein­ge­stellt sind und somit best­mög­li­che Er­geb­nis­se erzielen.

Wofür wird Apache genutzt?

Der Apache-Server erfüllt zahl­rei­che Aufgaben. In seiner Funktion als Webserver nimmt er Anfragen von Clients entgegen und antwortet diesen mit den Inhalten der ent­spre­chen­den Websites. Dabei wandelt er Daten, die in ver­schie­de­nen Web­spra­chen verfasst sind, in statische HTML-Dateien um, die dann zum Beispiel an die Browser der Be­su­che­rin­nen und Besucher eines Online-Auftritts gesendet werden.

Da Apache selbst al­ler­dings kein phy­si­scher Server ist, fungiert er als eine Art Brücke zwischen dem phy­si­schen Server auf der einen und den Client auf der anderen Seite. Dank seiner zahl­rei­chen Module, auf die wir später noch eingehen, kann Apache aber zahl­rei­che weitere Funk­tio­nen bieten.

Tipp

Wenn Sie eine Website betreiben, die auf Apache läuft, sollten Sie wissen, welche Version auf Ihrem Server in­stal­liert ist. Es ist ent­schei­dend, um die Si­cher­heit Ihres Systems und die Kom­pa­ti­bi­li­tät Ihrer Website mit anderen An­wen­dun­gen zu ge­währ­leis­ten. Wir stellen Ihnen ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten vor, wie Sie schnell und einfach die aktuelle Apache-Version anzeigen können.

Wie funk­tio­niert Apache?

Auch wenn man vom Apache-Server spricht, handelt es sich ge­nau­ge­nom­men um eine Software, die mit einem phy­si­schen HTTP-Server zu­sam­men­ar­bei­tet. Als ele­men­ta­rer Teil der Client-Server-Struktur übernimmt Apache die Kontrolle über den ei­gent­li­chen Da­ten­ver­kehr. Klickt zum Beispiel ein Nutzer oder eine Nutzerin auf eine bestimmte Website, so sendet sein oder ihr Browser mittels HTTP-Protokoll eine Anfrage an den Server.

Apache spielt daraufhin eine Antwort zurück, die sämtliche Daten (zum Beispiel Text, Bilder, Videos oder ähnliches) der an­ge­for­der­ten Page enthält. Gleich­zei­tig sorgt der Apache-Server nicht nur für die voll­stän­di­ge und prompte Lieferung, sondern auch für eine sichere Über­tra­gung. Kon­fi­gu­riert wird Apache über .htaccess.

Tipp

Der Apache-Webserver ist durch seine leis­tungs­star­ken Module und seinen offenen Quellcode eine beliebte Wahl zum Hosten einer Website. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, wie Sie unter Ubuntu Apache in­stal­lie­ren und kon­fi­gu­rie­ren.

Welche Module gibt es für den Apache-Server?

Eine ganz ent­schei­den­de Be­son­der­heit, die den Apache-Server aus­zeich­net, ist sein modularer Aufbau. In Kom­bi­na­ti­on mit dem Open-Source-Ansatz der Software bedeutet dies, dass Be­nut­ze­rin­nen und Benutzer Apache voll und ganz nach Ihren eigenen in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen aufbauen und anpassen können. Das macht den Server nicht nur – je nach Bedarf – schlanker oder leis­tungs­fä­hi­ger, sondern kann ihn auch mit zahl­rei­chen sinn­vol­len Features aus­stat­ten, die die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Client und Server op­ti­mie­ren. Diese Module beginnen immer mit „mod_“. Zu den be­lieb­tes­ten Optionen gehören unter anderem folgende:

  • mod_deflate: Dieses Modul kom­pri­miert Websites vor der Aus­lie­fe­rung an den Client. Das führt zu deutlich schnel­le­ren La­de­zei­ten.
  • mod_headers: Dieses Modul erlaubt es Ihnen, die Daten im Header einer Website an­zu­pas­sen. So können Sie Browsern un­kom­pli­ziert zu­sätz­li­che Optionen zur Verfügung stellen.
  • mod_php und mod_python: Diese Module er­mög­li­chen die Ein­bin­dung und Ver­wen­dung dy­na­mi­scher Skritpt­spra­chen, wie in diesen Fällen PHP und Python.
  • mod_proxy: Dieses Modul sorgt für eine Wei­ter­lei­tung an andere Server.
  • mod_rewrite: Dieses Modul ist ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung sehr beliebt. Es bietet die Mög­lich­keit, dy­na­mi­sche URLs in statische um­zu­schrei­ben und so Anfragen sinnvoll wei­ter­zu­lei­ten.
  • mod_ssl: Dieses Modul wird genutzt, um die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwischen Server und Browser mit Hilfe eines SSL-Zer­ti­fi­kats zu ver­schlüs­seln. Weitere In­for­ma­tio­nen erhalten Sie in unserem Ratgeber zum Thema Apache-SSL.

Eine Übersicht über die ver­füg­ba­ren Apache-Module für Linux Hosting und Managed Server finden Sie in unserem Hilfe-Center.

Tipp

Sie möchten einen eigenen Webserver aufsetzen? Fle­xi­bi­li­tät, starke Si­cher­heits­fea­ture und eine über­zeu­gen­de Per­for­mance: Mit Linux Hosting von IONOS pro­fi­tie­ren Sie von zahl­rei­chen Vorteilen. Finden Sie den passenden Tarif für Ihre Zwecke!

Welche Vor- und Nachteile hat der Webserver?

Nun wissen Sie also, was Apache ist. Stellt sich die Frage, wie gut der Webserver ab­schnei­det. Um dies zu be­ant­wor­ten, lohnt zunächst ein ehrlicher Blick auf die Vor- und Nachteile des Apache-Servers. Seine große Ver­brei­tung spricht dafür, dass er einiges zu bieten hat und auch zahl­rei­che Nut­ze­rin­nen und Nutzer überzeugt. Völlig feh­ler­frei ist diese Lösung al­ler­dings nicht.

Vorteile

  • Fle­xi­bi­li­tät: Der modulare Ansatz sorgt dafür, dass der Apache-Server eine der fle­xi­bels­ten Lösungen auf dem Markt ist. Egal, welche An­for­de­run­gen Ihre Website be­wäl­ti­gen und welche Features sie bieten soll: Apache hat sehr wahr­schein­lich ein passendes Modul und erlaubt Ihnen dadurch eine In­di­vi­dua­li­sie­rung, die ih­res­glei­chen sucht.
  • Open-Source: Der zweite große Vorteil ist die Tatsache, dass eine solch maß­ge­schnei­der­te Lösung im Fall von Apache keine großen Kosten ver­ur­sacht. Im Gegenteil: Der Apache-Server ist kostenlos und quell­of­fen, was zu­sätz­li­che Mög­lich­kei­ten der in­di­vi­du­el­len Anpassung bietet.
  • Viel­sei­tig­keit: Von der ur­sprüng­li­chen Kon­zen­tra­ti­on auf UNIX-Platt­for­men ist Apache längst abgerückt. Statt­des­sen gibt es eine hohe Kom­pa­ti­bi­li­tät mit zahl­rei­chen ver­schie­de­nen Be­triebs­sys­te­men. Ob Linux, Mac oder Windows: Apache ist eine gute Wahl und für jedes System optimiert. Ganz ähnlich sieht es mit der Anbindung an Da­ten­ban­ken und der Ein­bin­dung von zahl­rei­chen Skript­spra­chen aus.
  • Do­ku­men­ta­ti­on und Support: Die große Ver­brei­tung des Apache-Servers hilft Usern auch im Alltag. Pro­blem­quel­len werden schnell erkannt und behoben. Die Software ist sehr gut do­ku­men­tiert und wird von zahl­rei­chen Nutzern und Nut­ze­rin­nen wei­ter­ent­wi­ckelt. Sollten doch einmal Fragen auf­tau­chen, steht Ihnen eine en­ga­gier­te Community mit Rat und Tat zur Seite.
  • Ver­läss­lich­keit: Nicht nur die Hilfe be­geis­ter­ter User sorgt für eine zumeist rei­bungs­lo­se Nutzung. Grund­sätz­lich gilt Apache als sehr sichere und ver­läss­li­che Software. Auf eine wichtige Ein­schrän­kung gehen wir al­ler­dings im Contra-Teil ein.
  • SEO: Die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ist für die meisten Websites ein ganz zentraler Punkt. Der Apache-Server bietet zahl­rei­che Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten und sorgt dafür, dass die ent­spre­chen­den Online-Auftritte deutlich besser ranken.

Nachteile

  • Per­for­mance: Insgesamt ist die Per­for­mance von Apache-Servern definitiv nicht schlecht. Her­aus­ra­gend ist sie al­ler­dings auch nicht, was ins­be­son­de­re bei stark fre­quen­tier­ten Websites zu einem Problem werden kann. Wird ein Online-Auftritt gleich­zei­tig von vielen Browsern aus an­ge­steu­ert, kann dies bei Apache im Vergleich schneller zu Problemen führen. Es gibt aber Mög­lich­kei­ten, wie man die Per­for­mance eines Apache-Web­ser­vers ver­bes­sern kann.
  • Si­cher­heit: Dass der Faktor Si­cher­heit bei den Vor- und Nach­tei­len zu finden ist, liegt an einer kleinen Ein­schrän­kung. Ei­gent­lich gilt der Apache-Server als sehr sichere Lösung. Unter Umständen können ihm al­ler­dings seine vielen An­pas­sungs- und Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten zum Ver­häng­nis werden. Sind diese nicht gut auf­ein­an­der ab­ge­stimmt, kann es zu Si­cher­heits­pro­ble­men kommen.

Welche Al­ter­na­ti­ven gibt es zu Apache?

Die Antwort auf die Frage, ob Apache für Ihre Zwecke der richtige Server ist, hängt somit auch ein wenig von der Kon­kur­renz ab. Zwar sind Apache-Server nach wie vor mit am häu­figs­ten an­zu­tref­fen, gerade bei Websites mit viel Traffic sind die Zahlen al­ler­dings rück­läu­fig. Als beliebte Al­ter­na­ti­ve hat sich NGINX entpuppt.

Auch diese Option ist Open-Source und kostenlos, dabei al­ler­dings deutlich jünger (der erste Release war 2014) und dazu optimal auf hohe Klick­zah­len vor­be­rei­tet. Wenn Sie im Detail erfahren möchten, was die beiden Webserver eint und un­ter­schei­det, finden Sie den großen Vergleich NGINX vs. Apache im Digital Guide.

Eine weitere Al­ter­na­ti­ve kommt aus dem Haus Apache selbst. Die Apache Software Foun­da­ti­on hat mit Tomcat einen zu­sätz­li­chen Webserver auf den Markt gebracht, der ins­be­son­de­re für den Einsatz dy­na­mi­scher Web­in­hal­te kon­zi­piert wurde. Gerade im Zu­sam­men­spiel mit ver­schie­de­nen Java-Apps ist der kleine Bruder von Apache auch eine ernst­zu­neh­men­de Kon­kur­renz.

Tipp

Apache Hive be­zeich­net ein Data-Warehouse-System für Apache Hadoop auf Open-Source-Basis. Wir erklären, wie es funk­tio­niert und zum Einsatz kommt..

Apache-Server: In­stal­la­ti­on und Kon­fi­gu­ra­ti­on

Wenn Ihre Ent­schei­dung auf den Apache-Server fällt, sind die weiteren Schritte ganz einfach. Besuchen Sie die of­fi­zi­el­le Seite des Apache HTTP Server Projekts und down­loa­den Sie dort die ent­spre­chen­den In­stal­la­ti­ons­da­tei­en für Ihr Be­triebs­sys­tem. Einmal in­stal­liert, können Sie den Apache-Server zumindest in der Ba­sis­ver­si­on bereits nutzen. Sinnvoll ist für Linux-User in der Regel ein Aufbau als LAMP-Server, also Linux, Apache, MySQL und PHP. Wie Sie die Software unter Windows für Ihre Zwecke op­ti­mie­ren, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema Apache-Webserver ein­rich­ten und kon­fi­gu­rie­ren.

Tipp

Die optimale Hilfe für Ihren Server: Managed Service bietet Ihnen neben leis­tungs­star­ker Hardware pro­fes­sio­nel­le Hilfe bei der Ad­mi­nis­tra­ti­on und Wartung Ihres Servers. So können Sie sich beruhigt auf Ihr Business kon­zen­trie­ren.

Zum Hauptmenü