Das CMS papaya ist für um­fang­rei­che Web­pro­jek­te optimiert und richtet sich vorrangig an Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen. Es besitzt einen modularen Aufbau und viele flexible Funk­tio­nen, die in­di­vi­du­ell ab­ge­än­dert werden können. Dank dieser An­pas­sungs­fä­hig­keit eignet sich das Content-Ma­nage­ment-System äußerst gut für die Ent­wick­lung bar­rie­re­frei­er In­ter­net­an­ge­bo­te.

High Per­for­mance vom Rhein

In den ersten Jahren wurde papaya CMS noch als kom­mer­zi­el­le Software ver­trie­ben, doch bereits seit 2005 ist es quell­of­fen und kos­ten­frei. Die Kölner papaya Software GmbH ist für die Ent­wick­lung des Programms ver­ant­wort­lich und stellt den Usern fort­lau­fend Ak­tua­li­sie­run­gen bereit. Neben der Rea­li­sie­rung von klas­si­schen In­ter­net­prä­sen­zen eignet sich die Software auch als Ap­pli­ca­ti­on Framework für die Ent­wick­lung in­di­vi­du­el­ler Web-Apps und -an­wen­dun­gen sowie für die Rea­li­sie­rung von Intranet- und Ex­tra­net­pro­jek­ten.

papaya CMS ist in PHP ge­schrie­ben und kann mit den Da­ten­ban­ken MySQL, SQLite und Post­greS­QL verwendet werden. Das Programm ist frei ska­lier­bar und wartet mit einer hohen Per­for­mance auf. Letzteres ist vor allem auf das um­fas­sen­de Caching des CMS zu­rück­zu­füh­ren: Bei der Zwi­schen­spei­che­rung der Daten im XML-Format entfällt die Da­ten­bank­ab­fra­ge, sodass der Content nur noch ins Ziel­for­mat (etwa HTML oder PDF) um­ge­wan­delt werden muss.

Wenn Fle­xi­bi­li­tät im Aus­ga­be­for­mat nicht notwendig ist, kann papaya CMS auch diese Um­wand­lung über­sprin­gen und die CMS-Inhalte gleich in Form sta­ti­scher HTML- oder PDF-Inhalte cachen. Dabei lässt sich se­kun­den­ge­nau ein­stel­len, wie lange das CMS die Webseiten-Inhalte im Cache vorhalten soll.

Hinweis

Die aktuelle Version von papaya CMS ist 6.15.3. Das letzte Update wurde am 02.02.2022 ver­öf­fent­licht. Derzeit gibt es keine öf­fent­li­chen Hinweise darauf, dass weitere Updates oder neue Versionen geplant sind.

Große For­mat­viel­falt und Bar­rie­re­frei­heit

Wie bei vielen anderen CMS ist auch bei papaya das Front- und Backend von­ein­an­der getrennt. Die im Backend als XML-Dateien ge­spei­cher­ten Website-Inhalte werden im Frontend mit XSLT-Templates umgesetzt. Durch den Einsatz von XSLT (einer offenen, auf XML ba­sie­ren­den Pro­gram­mier­spra­che) können papaya-Templates beinahe alle text­ba­sier­ten Formate ausgeben (z. B. HTML, News-Feed, PDF etc.).

Die Ba­sis­ver­si­on des Programms enthält bereits einige ver­schie­de­ne Web­sei­ten­lay­outs und Vorlagen, die mit CSS verändert und angepasst werden können. Weiterhin ist es möglich, komplett eigene papaya-Templates zu erstellen – hierfür benötigen Sie al­ler­dings zwingend XSLT-Kennt­nis­se.

Eine andere Be­son­der­heit des CMS papaya ist die Nutzung der UTF-8-Zei­chen­ko­die­rung. UTF-8 ist die am ver­brei­tes­te Kodierung für Unicode-Zeichen und ga­ran­tiert somit die korrekte Ver­wen­dung der Schrift­zei­chen in allen Sprachen.

Bar­rie­re­frei­heit seit 2025

Da papaya CMS gänzlich mit offenen Standards (wie PHP, XML und XSLT) arbeitet, eignet es sich sehr gut für die Umsetzung von bar­rie­re­frei­en Websites. Die strikte Trennung von Inhalt und Layout sowie die Ausgabe von sauberem, validem Markup können helfen, Websites nach den Vorgaben des 2025 in Kraft ge­tre­te­nen und ver­pflich­ten­den Bar­rie­re­frei­heits­stär­kungs­ge­set­zes (BFSG) um­zu­set­zen.

Al­ler­dings stellen diese Standards Bar­rie­re­frei­heit nicht „au­to­ma­tisch“ sicher: Moderne ac­ces­si­bi­li­ty-spe­zi­fi­sche Funk­tio­nen wie ARIA-Op­ti­mie­run­gen, Ac­ces­si­ble Na­vi­ga­ti­on Patterns oder kom­po­nen­ten­ba­sier­te UI-Logiken müssen in­di­vi­du­ell ent­wi­ckelt werden. Da papaya keine aktuellen Ac­ces­si­bi­li­ty-Features wei­ter­ent­wi­ckelt und die Template-Ent­wick­lung XSLT-Know-how erfordert, hängt die tat­säch­li­che Bar­rie­re­frei­heit stark vom Pro­jekt­team, dem gewählten Frontend und der Ent­wick­lungs­qua­li­tät ab.

Papaya-Features im Überblick

papaya CMS wartet mit vielen Grund­funk­tio­nen auf, wie die folgende Zu­sam­men­fas­sung zeigt:

  • frei ska­lier­bar
  • fa­cet­ten­rei­che Caching-Funk­tio­nen
  • fein­glied­ri­ges Be­nut­zer­rol­len- und Rech­te­sys­tem für die Ver­wal­tung von Inhalten
  • mehr­spra­chi­ge Inhalte un­ein­ge­schränkt möglich
  • Er­stel­lung und Ver­wal­tung von mehreren Websites
  • Ver­sio­nie­rung der Inhalte jederzeit möglich
  • um­fas­sen­de Nut­zungs­ana­ly­se der Ak­ti­vi­tä­ten im Front- und Backend über Statistik-Modul
  • WYSIWYG-Editor
  • Logisch auf­ge­bau­te, schritt­wei­se zu be­die­nen­de Be­nut­zer­ober­flä­che
  • Me­di­en­da­ten­bank

Ferner sorgt papaya auch für SEO-gerechte In­ter­net­auf­trit­te, da zu den Stan­dard­funk­tio­nen des Programms einige Features für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung zählen (Metadaten, such­ma­schi­nen­freund­li­che URLs, valides XHTML etc.).

Beispiele für die Anwendung von papaya CMS sind die In­ter­net­auf­trit­te von DRadio Wissen, von der AGOF (Ar­beits­ge­mein­schaft Online Forschung) und von Ge­sund­heits­in­for­ma­ti­on.de, die allesamt mit dem Content-Ma­nage­ment-System aus Köln umgesetzt wurden.

Er­wei­te­run­gen und Vor­aus­set­zun­gen für papaya CMS

Die von Anfang an in die Software in­te­grier­ten Module können um zu­sätz­li­che erweitert werden. Dabei gibt es sowohl kos­ten­lo­se als auch kos­ten­pflich­ti­ge Er­wei­te­run­gen. Im Vergleich zu den CMS-Markt­füh­rern WordPress, Joomla und TYPO3 ist die Auswahl an freien Plugins al­ler­dings relativ klein. Kos­ten­freie Module können auf GitHub her­un­ter­ge­la­den werden. Spezielle Er­wei­te­run­gen können Sie – al­ler­dings gegen Bezahlung – direkt über den Her­stel­ler beziehen. Weitere ge­büh­ren­pflich­ti­ge Angebote von papaya Software umfassen den Kun­den­sup­port, papaya-Schu­lun­gen und die komplette Kon­zep­ti­on und Umsetzung von Sites.

Un­er­fah­re­ne­re Webmaster benötigen bei der Ein­rich­tung und Mo­di­fi­ka­ti­on des eigenen papaya-Projekts durchaus Hil­fe­stel­lun­gen, denn es handelt sich um ein an­spruchs­vol­les CMS. Auch papaya-Ent­wick­ler sollten deshalb gewisse Vor­kennt­nis­se besitzen. Davon aus­ge­nom­men sind Re­dak­ti­ons­ar­bei­ten mit dem Content-Ma­nage­ment-System (also das Editieren und Anlegen von Seiten). Hier reicht in der Regel eine über­schau­ba­re Ein­füh­rung in das Programm aus. Wenn es aber um die Er­wei­te­rung eines Moduls oder gar die Ent­wick­lung eines eigenen Moduls geht, benötigt man we­sent­li­che Kennt­nis­se in ob­jekt­ori­en­tier­ter Pro­gram­mie­rung sowie in den Sprachen PHP, XML, XSLT und SQL.

Ein­schrän­kun­gen von papaya

Auch wenn papaya viele Features und Vorteile mit sich bringt, gibt es einige Dinge, die vor der Anwendung beachtet werden sollten:

  • Kleine Community: Im Vergleich zu WordPress, Joomla oder TYPO3 ist die Ent­wick­ler- und Nut­zer­ba­sis sehr klein, was Support, Austausch und Er­wei­te­run­gen ein­schränkt.
  • Begrenzte Plugin-/Er­wei­te­rungs­land­schaft: Nur wenige freie Er­wei­te­run­gen; viele Module müssen selbst ent­wi­ckelt oder kos­ten­pflich­tig beim Her­stel­ler erworben werden.
  • Nicht ideal für moderne Frontend-Frame­works: Der klas­si­sche XSLT-basierte Rendering-Ansatz har­mo­niert weniger gut mit modernen Headless-, API- oder SPA-Ar­chi­tek­tu­ren.

Fazit: Um­fang­rei­ches, aber auch an­spruchs­vol­les CMS

Wer noch keine aus­gie­bi­gen Er­fah­run­gen mit der Ein­rich­tung und Ad­mi­nis­tra­ti­on eines viel­schich­ti­gen Content-Ma­nage­ment-Systems hat, sollte sich nicht zu viel von papaya CMS erhoffen: Ein leis­tungs­fä­hi­ges CMS bringt einige An­for­de­run­gen mit sich. Tech­ni­sches Know-how ist im Übrigen auch bei der In­stal­la­ti­on von Vorteil, die ebenfalls komplexer ausfällt als bei so mancher Kon­kur­renz-Software.

Doch sollte man sich hiervon nicht grund­sätz­lich ab­schre­cken lassen: Wer grund­le­gen­de Kom­pe­ten­zen hin­sicht­lich der Ein­rich­tung und Ver­wal­tung eines Content-Ma­nage­ment-Systems mitbringt, erhält mit dem CMS papaya ein leis­tungs­star­kes Programm. Dennoch sollten erste Er­fah­run­gen im Umgang mit den genutzten Pro­gram­mier­spra­chen von papaya vorhanden sein.

Die Redaktion und Benutzung eines bereits ein­ge­rich­te­ten Systems ist aber auch für Laien leicht erlernbar. Solange also die Im­ple­men­tie­rung des Web­pro­jekts in fähigen Händen ist, sind dem Webdesign mit papaya CMS kaum Grenzen gesetzt. Zudem zeichnet sich das Programm durch seinen un­ge­wöhn­li­chen XML/XSLT-Ansatz und der damit ver­bun­de­nen Taug­lich­keit für ein bar­rie­re­frei­es Webdesign aus. Die Kölner Ent­wick­ler beweisen mit ihrer Software, dass sich auch ein CMS aus Deutsch­land nicht vor der Kon­kur­renz zu ver­ste­cken braucht.

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