So werden Sie zum Influencer

Influencer sind die modernen Meinungsmacher, die Trendsetter des digitalen Zeitalters. Während es früher z. B. die Stars im Fernsehen waren, deren Frisuren, Mode und Konsumgüter massenhaft adaptiert wurden, folgen viele heute wie selbstverständlich Menschen aus der Mitte der Gesellschaft über soziale Medien wie YouTube und Instagram. Der Begriff „Influencer“ beschreibt dabei nicht nur eine soziale Rolle, sondern mittlerweile auch einen Beruf. Indem Influencer sich geschickt selbst vermarkten und ihre eigene digitale Präsenz als Marketingplattform anbieten, können sie ein erträgliches Einkommen erzielen. Stellt sich die Frage, wie man selbst zum Influencer wird.

Dabei ist zunächst eines klarzustellen: Man wird nicht per Rezept zum Influencer, vielmehr braucht es viel Geschick und einiges an Glück. Schließlich entscheidet die Öffentlichkeit der sozialen Medien – der „Schwarm“ – über Erfolg und Misserfolg. Wie viele Follower, Likes und Reposts Sie bekommen, hängt von Dynamiken ab, die nur schwer vorauszusagen sind. Popularität im Internet ist nicht programmierbar. Doch wie so oft gilt: Sind Sie zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Inhalten auf der richtigen Bühne, kann das Netz Sie mit der Aufmerksamkeit belohnen, die nötig ist, um ein Influencer zu werden. Haben Sie sich eine treue Anhängerbasis erarbeitet, können Sie durch Influencer-Marketing Geld verdienen.

„Influencer“ ist allerdings kein Titel, den man erwirbt und dann behält, sondern vielmehr ein Status, den man durch ständige Präsenz und Kreativität aufrechterhalten muss. Die berüchtigten „15 Minutes of Fame“ sind schnell vorbei, um aber zu einem „E-Celeb“ und damit zu einem potenziellen Influencer zu werden, muss die Aufmerksamkeit des Schwarms immer wieder zu einem zurückkehren. Unlautere Mittel wie das Kaufen von Followern sind dabei ebenso wenig hilfreich wie gehaltlose Posts und Inhalte, die die Zielgruppe verfehlen. Mithilfe unserer Tipps lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Chancen erhöhen, ein Influencer auf Instagram oder YouTube zu werden. Zuvor klären wir jedoch, wovon wir überhaupt sprechen, wenn wir „Influencer“ sagen.

Influencer – Definition, Kategorisierung und Beispiele

Als Influencer sind Sie eine Person, die auf eine gewisse Zahl von Mitmenschen Einfluss hat. Diese Mitmenschen oder ‚Follower‘ bekommen alle Inhalte mit, die Sie teilen: Fotos, Tweets, Blogbeiträge, Vlogs, eben alle Formen des digitalen Contents. Oft beeinflussen Sie so auch direkt das Konsumverhalten Ihrer Follower. Wenn Sie sich etwa mit einem bestimmten Kleidungsstück zeigen, hat das möglicherweise einen inspirierenden Effekt auf Ihre Follower, die dasselbe Kleidungsstück erwerben möchten.

Dabei kommt Ihnen nicht nur eine gewisse Macht, sondern auch eine Verantwortung zu. Denn mit dem, was Sie zeigen, sprechen Sie meist auch eine Empfehlung aus. Sind Sie beispielsweise ein Computerexperte, vertrauen Ihre Freunde womöglich so sehr auf Ihren Rat, dass Sie die Wahl des Herstellers direkt beeinflussen können. Tragen Sie im Büro ein witziges T-Shirt und erkundigen sich Ihre Kollegen nach dem Onlineshop, bei dem Sie das Shirt bestellt haben, machen Sie unweigerlich Werbung. So werden Sie – gewollt oder ungewollt – zum Trendsetter und Meinungsführer. Die sozialen Medien vervielfachen diesen Effekt. Allerdings gibt es verschiedene Arten von Influencern. Wenn Sie selbst Influencer werden möchten, sollten Sie sich zunächst mit ihnen vertraut machen.

Key Influencer

Diese Influencer genießen meist ein hohes Ansehen und werden als authentischer wahrgenommen als klassische Werbeträger. Key Influencer generieren ihren eigenenContent. Blogger, YouTuber und Twitch-Streamer gehören ebenso zu ihnen wie beliebte Persönlichkeiten auf Instagram. Aber auch Onlinemagazine zählt man teilweise zu den Key Influencern, wobei die Definition hier verwässert: Meist meint man mit ‚Influencer‘ eine Einzelperson, die einen wesentlichen Teil einer bestimmten Zielgruppe erreicht, z. B. Gamer, Teenager, Best Ager usw. Ist von Influencern die Rede, sind meistens Key Influencer gemeint.

YouTuber sind sehr beliebte Key Influencer. Häufig werden mit ihnen bestimmte Werbedeals vereinbart, damit ein Produkt aktiv beworben wird. Als YouTuber integrieren Sie z. B. kleine Segmente in Ihren Videos, in denen Sie auf ihre Sponsoren hinweisen und das Produkt vorstellen. Ihre Follower bzw. Zuschauer können Sie dann oft mithilfe eines sogenannten Affiliate Links aktiv unterstützen, indem sie über diesen Link einen Kauf tätigen. So verdienen Sie dann jedes Mal Geld, wenn eine solche Transaktion passiert.

Das funktioniert selbstverständlich auch auf anderen Plattformen. Wenn Sie z. B. auf Twitch ein Videospiel streamen und Ihre Zuschauer begeistert sind, können Sie diese zum Kauf animieren. Spieleherstellersponsern häufig die bekanntesten Streamer, um einen guten Werbeeffekt zu erzielen. Bekannte „Let’s Player“ erhalten häufig einen frühzeitigen Zugang zu Spielen, damit sie diese einem breiten Publikum präsentieren können. Auch Hersteller von Gaming-Zubehör springen gerne auf den Influencer-Zug auf und versorgen Streamer mit Gaming-Stühlen und Headsets. Immer häufiger werden auch eindeutige Werbedeals. So integrieren Streamer oft einen Link zu einem Onlineshop in ihr Streaming-Interface, wofür sie dann Geld bekommen.

Auf Instagram werden Key Influencer am ehesten Produkte vermarkten, die sich durch Bilder der eigenen Person effektiv bewerben lassen (etwa Kleidung und Kosmetik). Bekannte Instagrammer tragen häufig Kleidung einer bestimmten Marke, mit der sie einen Werbevertrag abgeschlossen haben. Key Influencer auf Instagram bekommen z. B. Gratisprodukte zugeschickt, damit sie sich damit zeigen. Oftmals fließt hier auch Geld für Instagram-Posts, die dieses Produkt aktiv bewerben. Hersteller machen sich dabei einen wichtigen Effekt zunutze: Gilt jemand als Experte oder Trendsetter auf dem Gebiet, in dem das Produkt angesiedelt ist, wirkt er besonders authentisch und kann die Werbebotschaft auf glaubhafte Weise vermitteln.

Blogger und Vlogger werden meist als Key Influencer eingesetzt, wenn es etwa um technische oder medizinische Produkte geht, bei denen Laien die Wahl zwischen einzelnen Herstellern oft schwer fällt. Als Blogger werden Sie beispielsweise mit gesponserten Produkten versorgt, damit Sie einen Testbericht schreiben oder drehen. Als Key Influencer werden Sie jedoch immer bestrebt sein, möglichst authentisch zu bleiben und nicht zur bloßen Werbefigur zu verkommen, womit Sie Ihren Status gefährden würden. Das heißt konkret, dass Sie auch einen negativen Werbeeffekt erzeugen können, wenn das getestete Produkt enttäuscht. Key Influencer schaffen diesen schwierigen Spagat zwischen Authentizität und Produktplatzierung.

Social Influencer

Diese Art von Influencern kommt den klassischen Meinungsführern aus dem Alltag am nächsten und bewegt sich zunächst im kleineren Rahmen. Social Influencer posten und kommentieren in sozialen Medien und werden als verlässliche Experten angesehen. Internetnutzer sind häufig Social Influencer, ohne sich dessen bewusst zu sein: Dazu reichen bereits wenige Posts, die einen messbaren Effekt wie Zustimmung, Kommentare, Teilen und Likes hervorrufen. Tatsächlich ist jeder elfte Deutsche laut einer Studie von Macromedia ein ‚Influencer‘, wobei es meist schon reicht, regelmäßig meinungsbildende Posts, Kommentare, Rezensionen usw. zu verfassen.

Wenn Sie etwa einen Facebook-Beitrag verfassen, in dem Sie einen Kinofilm bewerten, handeln Sie womöglich bereits als Social Influencer. Schließlich sehen Ihre Freunde den Post und machen von diesem vielleicht einen Kinobesuch abhängig. Wenn Sie nach einem Restaurantbesuch das Lokal auf Google bewerten, nehmen Sie möglicherweise Einfluss auf den Erfolg des Restaurants. Dasselbe gilt, wenn Sie als Reaktion auf einen Testbericht ein Gegenargument tweeten, sollten Sie nicht einverstanden sein. All diese Arten der Mikrokommunikation machen täglich tausende Nutzer zu Social Influencern ohne kommerzielle Absichten.

Wenn Sie gezielt Influencer werden möchten, um mit Werbedeals Geld zu verdienen, wird Ihre Absicht vor allem sein, Key Influencer zu werden. Allerdings fangen die meisten Key Influencer als Social Influencer an. Identifizieren Sie am besten für sich selbst, mit welcher Art von Beiträgen Sie in sozialen Medien bemerkenswerte Effekte erzielen. Posten Sie regelmäßig zu Videospielen, die Ihnen gefallen, und werden diese Posts zu florierenden Diskussionsthreads? Dann sollten Sie als nächsten Schritt vielleicht einen Games-Blog oder YouTube-Kanal in Erwägung ziehen. Zeigen Sie sich auf Instagram gerne mit ausgefallener Kleidung und erhalten dafür eine Vielzahl an Likes und Kommentaren? Vielleicht ist der Weg zum Modeblogger bereits vorgezeichnet. Sie können die Rolle als Social Influencer als Sprungbrett zum Key Influencer nutzen, indem Sie Ihre individuellen Stärken ausspielen.

Peer Influencer

Peer Influencer füllen die Lücke zwischen Key und Social Influencern. Sie sind soziale Meinungsführer in Netzwerken und verfügen meist über einen Expertenstatus in einem bestimmten Feld und über eine größere Reichweite als ‚gewöhnliche‘ Social Influencer. Darüber hinaus werden Peer Influencer von Firmen gesponsert, etwa mit Gratisprodukten, und in vielen Fällen gelten sie bereits als Geschäftspartner. Hersteller setzen auch gerne Mitarbeiter als Peer Influencer ein.

Als Peer Influencer haben Sie sich bereits auf einem bestimmten Gebiet als Experte etabliert und Ihre Inhalte werden schon mit Interaktionen wie Likes und Shares im dreistelligen Bereich belohnt. Sie setzen sich vom bloßen Social Influencer ab, indem Sie bewusst Einfluss auf Ihre Mitmenschen nehmen und aus Überzeugung bestimmte Produkte bewerben. Als Peer Influencer verdienen Sie möglicherweise noch kein Geld, aber Sie können mit bestimmten Firmen schon kleine Deals abschließen, um Gratisprodukte zu bekommen, die Sie dann im Gegenzug bewerben.

Nimmt Ihre digitale Karriere Fahrt auf, ist irgendwann der Schritt zum Key Influencer realistisch. Sobald Sie eine so große Reichweite haben, dass Sie allgemein als Meinungsführer auf Ihrem Gebiet gelten, werden Sie auch entsprechend bessere Angebote erhalten. Sie können sich den Aufstieg zum Key Influencer als einen wachsenden Kreis vorstellen, der immer weitere soziale Kreise umfasst.

Problem Schleichwerbung

Speziell in Deutschland müssen Influencer aufpassen, dass sie Werbung stets als solche kennzeichnen. Ansonsten können bei Verdacht auf Schleichwerbung Bußgelder, Schadensersatzklagen und Unterlassungsklagen auf den Influencer zukommen, wenn der Gesetzgeber ‚Irreführung durch Unterlassen‘ gemäß § 5a UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) feststellt. Demnach müssen Konsumenten stets darüber informiert sein, ob sie kommerzielle Inhalte präsentiert bekommen. Die Grenze zwischen einer persönlichen Empfehlung und Werbung ist bei Influencern jedoch fließend und es nicht immer eindeutig zu identifizieren, was bereits als kommerziell einzustufen ist

Im Fernsehen z. B. wird Werbung durch klar erkennbare Werbetrenner gekennzeichnet, in Zeitschriften findet sich meist der Vermerk „Anzeige“, ebenso auf YouTube. Ein Post auf Instagram, in dem sich eine Influencerin mit dem Kleidungsstück einer bestimmten Marke zeigt, ist weniger eindeutig. Meist kennzeichnen Influencer kommerzielle Posts auf Instagram z. B., indem sie auf den beworbenen Hersteller verlinken oder Hashtagswie „#Werbung“ oder „#Sponsored“ einsetzen. Eine klare Regelung für Werbung im Bereich Social Media gibt es aber bislang nicht. Vor allem die Hashtags sind noch nicht als vollwertige Alternative zum herkömmlichen ‚Anzeige‘-Hinweis anerkannt.

Wenn Influencer aber Werbung zu deutlich als solche kennzeichnen, geht wiederum ein Großteil der gewünschten Authentizität verloren. Es ist ja gerade die Stärke des Influencer-Marketings, dass die Werbeträger bei ihrer Zielgruppe als glaubwürdige Personen gelten und die Platzierung kommerzieller Produkte weniger wie klassische Werbung, sondern mehr wie die Empfehlung eines guten Freundes bzw. anerkannten Experten wirkt. Mit anderen Worten: Geschickt platzierte Schleichwerbung gehört zum Kernkonzeptdes effektivenInfluencer-Marketings.

Wenn Sie selbst Influencer werden möchten, sollten Sie sich dessen bewusst sein und auch in Rechtsdingen auf dem Laufenden bleiben, um sich Ärger zu ersparen. Wollen Sie den Sprung zu einem kommerziellen Influencer schaffen, müssen Sie sich Ihre Authentizität bewahren. Speziell in Deutschland ist das oft eine mühsame Gratwanderung.

Wie werde ich Influencer? Schritt für Schritt

Entgegen dem Aberglauben, der ‚Beruf‘ des Influencers sei mit wenig Arbeit verbunden, ist zunächst klarzustellen, dass Influencer ein Vollzeitjob ist. Die Mischung aus Content-Producing und Eigenvermarktung erfordert neben einer hohen Produktivität ein gutes Verständnis von Zeitgeschehen, Trends, State of Art und eben Marketing. Sie müssen bereit sein, sich neben Ihren bestehenden Fähigkeiten viele neue anzueignen. Ebenso wichtig ist ein gewisses Maß an emotionaler und sozialerKompetenz. Als Influencer präsentieren Sie sich auf einer großen Bühne – mit allen Tücken, die das Geschäft ausmachen. Verabschieden Sie sich vom Ideal des ‚Traumberufs Influencer‘ und informieren Sie sich möglichst genau, was auf Sie zukommt, wenn Sie z. B. Influencer auf Instagram oder YouTube werden möchten. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie Ihre persönlichen Grundsteine legen.

Schritt 1: Bereiten Sie sich emotional vor

Als Influencer sind Sie oft einem emotionalen Druck ausgesetzt. Ihre Performance wird ständig und in Echtzeit einer kritischen Analyse unterzogen (in Form von Likes, Follower-Zahlen, Kommentaren, Medienberichten etc.), die Zielgruppe reagiert äußerst empfindlich selbst auf kleinste Veränderungen. So schnell, wie der Ruhm kommen kann, kann er auch wieder verpuffen. Und weil Sie sich hauptsächlich in den sozialen Medien bewegen werden, müssen Sie mit positivem wie negativem Feedback umgehen können. Als Influencer haben Sie viele Fans, die Sie motivieren, aber auch viele ‚Hater‘, die hinter der anonymen Maske des Internets ungefiltert ihre Meinung auf Sie niedergehen lassen, im Extremfall in Form von Shitstorms.

Als Influencer ist Ihre eigene Person Ihr wichtigstes Produkt. Je nachdem, in welchem Feld Sie sich bewegen, müssen Sie sich mehr oder weniger damit abfinden, dass Beruf und Privatleben nur noch schwer zu trennen sein werden. Wenn Sie z. B. ein Instagram-Profil betreiben, auf dem Sie sich gerne als moderne, selbstbestimmte Person präsentieren, wird Ihre Follower-Basis womöglich auch Ihre anderen Aktivitäten auf der Plattform und auf anderen Netzwerken verfolgen. Liken Sie z. B. einen Instagram-Post mit dem Bild eines Schnitzeltellers, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie den Teil Ihrer Follower-Basis verlieren, die auf Fleisch verzichten. Das ist noch ein harmloses Beispiel. Seien Sie sich bewusst, dass jede Aktion Konsequenzen hat – im Guten wie im Schlechten. Nicht jede Person kann mit diesem psychosozialen Stress umgehen. Es hilft, sich vor Augen zu halten, dass man es nicht jedem Recht machen kann, schon gar nicht im Internet.

Viele Influencer scheitern auch immer wieder bei dem Versuch, ihre Arbeit zu kommerzialisieren. Gerade weil Sie in Deutschland keine Schleichwerbung betreiben dürfen, müssen Sie Ihre bezahlten Inhalte als solche markieren. Schnell wird der Vorwurf laut, Sie würden sich ‚verkaufen‘ (engl. ‚selling out‘) – und schon springt ein Teil Ihrer Follower-Basis wieder ab. Sobald Sie dabei helfen, etwas anderes zu vermarkten als sich selbst, leidet Ihre Authentizität darunter. Als Influencer müssen Sie mit Erfolgen ebenso wie mit Enttäuschungen umgehen können und diese richtig einordnen. Sie müssen sie nüchtern analysieren und wertvolle Schlüsse daraus ziehen. Als Influencer beeinflussen Sie nicht nur Ihre Mitmenschen, sie lassen sich auch bewusst beeinflussen. Machen Sie sich diese Wechselwirkung unbedingt bewusst.

Tipp

Stellen Sie sich nicht nur die Frage: „Wie werde ich Influencer (auf Instagram/YouTube)?“, sondern auch: „Warum möchte ich überhaupt Influencer werden?“ Machen Sie sich gut mit dieser Rolle vertraut, wenn Sie sie professionell ausfüllen wollen.

Schritt 2: Identifizieren Sie Ihre Stärken und Interessen

Als Influencer haben Sie eine Fähigkeit, die Menschen auf Sie aufmerksam macht. Sind Sie ein guter Fotograf? Können Sie besonders gut schreiben oder Grafiken entwerfen? Vielleicht haben Sie bereits Übung im Bereich Medien und verstehen, wie man ein gutes Video produziert. Bei Ihren Freunden kommt Ihr Kleidungsstil gut an und Sie werden als Modeexperte wahrgenommen. Oder Ihre Scherze gelten als besonders originell und Sie bringen Ihre Mitmenschen ohne Mühe zum Lachen. In jedem Fall steigen Ihre Chancen erheblich, wenn sie als charismatischePerson eingeschätzt werden. Außerdem ist ein gewisser Grad an physischer Attraktivität hilfreich, vor allem bei einer jüngeren Zielgruppe und bei visuellen Medien.

Interessenfelder sind ebenso wichtig. Nur, wenn Sie sich tatsächlich für einen Themenbereich interessieren, haben Sie die Möglichkeit, mit Authentizität zu punkten und dort als Influencer zu agieren. Verfolgen Sie schon tagtäglich das Musikgeschäft und teilen anderen Personen gerne Ihre Meinung zu den neuesten Musikalben mit? Dann ist der Schritt zum Musikblogger der nächstlogische. Reisen Sie gerne und schießen dabei Fotos, die gut bei Ihren Freunden ankommen? Ein Instagram-Profil oder ein Reiseblog könnte Ihnen über Ihren Freundeskreis hinaus Aufmerksamkeit bringen.

Die Stärken und Interessen eines digitalen Influencers spiegeln diejenigen der Person im ‚echten Leben‘. Nicht zuletzt der Wunsch, das ‚Hobby zum Beruf‘ machen zu können, macht den Influencer-Job so attraktiv. Denken Sie aber auch daran, dass viele Hobbys den Reiz der freiwilligen Freizeitgestaltung einbüßen können, sobald Sie in ein kommerzielles Tagesgeschäft und damit in eine Pflichtarbeit übergehen. Wägen Sie daher ab, ob Ihre Stärken und Interessen auch dann noch motivierend wirken, wenn Sie sie für ein ‚Business‘ einsetzen müssen.

Schritt 3: Machen Sie sich mit Ihrer Konkurrenz vertraut

Sobald Sie sich für Ihr Feld (Mode, Technik, Musik etc.) entschieden haben und eine ungefähre Vorstellung davon haben, was Sie machen möchten, lohnt sich in jedem Fall ein erster Blick auf dieKonkurrenz. Influencer müssen zwar nicht per se um Follower kämpfen, als seien diese eine begrenzte Ressource – schließlich kann man mehreren Influencern folgen. Jedoch sind Nutzer schwer dazu zu bewegen, anderen Nutzern zu folgen, wenn diese ihnen nichts Neues bieten. Warum sollten Menschen Ihnen folgen, wenn sie die gleichen Inhalte schon von anderen Influencern bekommen, möglicherweise in höherer Qualität?

Schauen Sie sich die guten Ideen der anderen Influencer an und versuchen Sie, selbst eine Marktlücke zu entdecken. Vermissen Sie bestimmte Informationen bei den Influencern, die in Ihrem Feld arbeiten? Fehlt ein gewisser Stil bei der Präsentation von Inhalten? Ist eine bestimmte Menschengruppe unterrepräsentiert? Wenn Sie sich z. B. als Frau in einer Männerdomäne bewegen, könnten Sie allein dadurch ein Alleinstellungsmerkmal erlangen. Kurz gesagt: Sehen Sie sich Ihre Konkurrenz an und überlegen Sie, wie Sie hervorstechen können.

Ebenso ist es hilfreich, bei der Recherche auf Kontroversen der Konkurrenz zu stoßen. Wenn Sie wissen, was bei Influencern in Ihrem Feld schon schief gelaufen ist, vermeiden Sie ebendiese Fehler umso effektiver. In Deutschland gilt das vor allem für Schleichwerbung, denn hierbei werden Fehler womöglich juristisch verfolgt. Deswegen ist es wichtig, Präzedenzfälle für Gesetzesverstöße zu finden, und zugleich die richtige Methode zu identifizieren, wie man Werbung richtig kennzeichnet.

Schritt 4: Wählen Sie Ihr Hauptmedium und Ihre Hauptplattform

Vor allem als ambitionierter Influencer sollten Sie sich zunächst auf ein Medium konzentrieren. Möchten Sie einen Blog starten, ein Influencer auf Instagram werden, einen YouTube-Kanal oder einen Podcast betreiben? Zwar ist es oft effektiv, die vielen sozialen Medien miteinander zu verbinden, und Key Influencer müssen das auch zwangsläufig tun. Allerdings sollten Sie sich zunächst auf eine Plattform und ein Medium festlegen, um fokussiert arbeiten zu können. Wenn Sie direkt versuchen, auf sämtlichen populären Plattformen omnipräsent zu sein, leidet darunter eventuell die Qualität Ihrer einzelnen Inhalte. Außerdem funktionieren die unterschiedlichen Plattformen meist etwas anders. Daher sollten Sie der Gefahr entgehen, sich zu überfordern.

Schritt 5: Informieren Sie sich über Ihre Zielgruppe

Als Influencer sprechen Sie direkt eine bestimmte Zielgruppean. Influencer-Marketing ist deswegen so beliebt, weil die Reichweite der jeweiligen gesponserten Inhalte so gut eingeschätzt werden kann. Schließlich geht ein Modelabel davon aus, dass ein gesponserter Instagram-Post von modeinteressierten Menschen gesehen wird, die eine entsprechende Kaufwilligkeit an den Tag legen. Aber nicht nur für die (spätere) Vermarktung Ihrer Inhalte ist es wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Zielgruppe auskennen. Sie reagieren auch viel besser auf entsprechende Trends in Ihrem Feld.

Die einfachste Methode ist, ein Teil seiner eigenen Zielgruppe zu sein. Das heißt konkret, dass Sie selbst auch den Influencern folgen, die in Ihrer Zielgruppe bereits fest verankert sind. Indem Sie die Trends aufgreifen, die in Ihrem Feld entstehen und durch Influencer verstärkt werden, gewinnen Ihre Beiträge an Relevanz. Allerdings sollten Sie nicht bloß einen aktuellen Trend kopieren, sondern ihm einen interessanten, neuen Aspekt hinzuzufügen. Nur dann stechen Sie hervor und werden von Ihrer Zielgruppe als bereichernd wahrgenommen.

Ein bekanntes Beispiel dafür war vor einiger Zeit der Fidget Spinner. Das beliebte Spielzeug war derart im Trend, dass viele Influencer aus mehreren Feldern diesen Trend aufnahmen und ihn ähnlich wie bei einem Meme abwandelten. Bald sah man Fidget Spinner in Verbindung mit Sport und Mode, aber auch Haustiere und Fidget Spinner wurden miteinander kombiniert, um den Rückenwind des Trends mitzunehmen. Als die Gadgets dann ebenso schnell wieder verschwanden, rückten auch die Influencer davon ab. Diejenigen, die dann immer noch Inhalte mit Fidget Spinnern verbreiteten, galten schnell als ‚von gestern‘ und mussten einen Verlust von Followern und Relevanz hinnehmen. Anhand des Hypes um die Fidget Spinner erkennen Sie, wie wichtig es ist, der Zielgruppe einer ständigen Analyse zu unterziehen.

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Schritt 6: Aktivieren Sie Ihr soziales und digitales Umfeld

Haben Sie einen Anfang gefunden, wird sich Erfolg erst mittelfristig einstellen. Nur selten werden Sie beim ersten Versuch den Nagel auf dem Kopf treffen. Sehen Sie den Weg zum Influencer eher als einen längerenProzess und weniger als eine vorgefertigte Leiter vom Social zum Peer bis zum Key Influencer. Das Wichtigste ist, dass Sie regelmäßigInhalte produzieren und teilen. Zunächst gilt es, das Feld mit diesen Inhalten zu testen.

Wahrscheinlich haben Sie schon eine Art Onlinepräsenz, auch wenn sich diese zunächst noch auf einen mehr oder weniger engen Bekanntenkreis beschränkt. Testen Sie dieses schon vorhandene soziale Feld mit gezielt reißerischen Inhalten. Teilen Sie Ihre Fotos, Videos, Artikel etc. mit Freunden, Bekannten und Kollegen und empfehlen Sie Ihre Inhalte gezielt an diejenigen, die Sie als grundsätzlich interessiert einschätzen würden. Im Idealfall verfügen diese Personen über eine schon beträchtliche Reichweite. Sie können Ihren Einflusskreis nur vergrößern, wenn Ihre Inhalte weiterverbreitet werden und ‚viral‘ gehen.

Auch im ‚echten Leben‘ können Sie für den Erfolg Ihrer Inhalte arbeiten. Werben Sie aktiv für Ihren Blog, Ihren Kanal oder Ihr Profil, etwa in Ihrem Freundeskreis oder im Büro. Natürlich sollten Sie vermeiden, dabei allzu aufdringlich vorzugehen. Fragen Sie am besten konkret nach der Meinung der betroffenen Person und beziehen Sie diese direkt ein. Das so gewonnene Feedback ist umso wertvoller, je besser die Person Sie kennt. Weil Authentizität für den Beruf Influencer so wichtig ist, kann eine Ihnen nahestehende Person am besten bewerten, wie gut Ihre digitale Präsenz tatsächlich zu Ihnen passt.

Bewerten Sie anschließend kritisch Ihre Inhalte. Welche Posts, Fotos, Videos etc. kamen gut an, welche nicht? Welche Inhalte haben Ihre Freunde und Bekannte am ehesten aktiviert und involviert? Anhand des ‚Feldtests‘ gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse über Ihre Stärken und Schwächen und können dann ggf. den Kurs korrigieren oder sich auf die Art Inhalte konzentrieren, die am erfolgreichsten waren.

Schritt 7: Interagieren Sie mit Ihren Followern

Sobald Sie eine solide Follower-Basis aufgebaut haben, gilt es, diese erstens zu halten und zweitens zu erweitern. Es ist ab jetzt nicht nur wichtig, konstant Inhalte zu liefern, sondern auch den regelmäßigen Dialog zu den Followern zu suchen. Beteiligen Sie sich aktiv an Diskussionsthreads, die sich um Ihre Inhalte drehen. Besuchen bzw. abonnieren Sie auch die Profile von einigen Ihrer Follower, nicht nur um eine Idee von den Menschen zu bekommen, die Ihnen folgen, sondern auch um Ihr persönliches Netzwerk auszuweiten.

Als Influencer bilden Sie den Kern einer Community, allerdings wird von Ihnen eine gewisse Zugänglichkeit und Nähe erwartet. Im Gegensatz zu klassischen Medien wie Zeitungen und Fernsehen sind Influencer nämlich dynamische und interaktiveContent-Producer. Ihre Inhalte erscheinen weder nach einem strikten Zeitplan noch lassen sie sich von ihrer Person trennen. Aus diesen Gründen suchen viele Follower ein quasi-soziales Verhältnis zum Influencer, der zu einer Mischung aus Prominentem, Journalist und Freund wird. Halten Sie sich aber bei der Interaktion mit Ihren Followern an die Prinzipien: nahbarer als ein Prominenter, authentischer als eine Werbefigur, professioneller als ein Freund.

Schritt 8: Vernetzen Sie sich mit anderen Influencern

Als Influencer haben Sie durchaus Konkurrenz, buhlen Sie doch um die Aufmerksamkeit Ihrer Follower. Allerdings heißt das nicht, dass eine freundschaftliche oder geschäftliche Beziehung zu einem anderen Influencer überflüssig ist. Schließlich ist Aufmerksamkeit im Internet keine begrenzte Ressource, weil eine Person ja mehreren Influencern folgen kann. Influencer können sich gegenseitig unterstützen oder auch gemeinsam Inhalte präsentieren, was im Idealfall beide Follower-Basen zusammenbringt. Das ist gute Publicity.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Influencer voneinander lernen können, z. B. was Produktionstechniken für Inhalte angeht (Tontechnik bei Vlogs, Fototechniken etc.). Es ist auch einfacher, aktuellen Trends zu folgen, wenn durch die freundschaftliche bzw. geschäftliche Beziehung zu einem Influencer das persönliche Informationsnetzwerk ausgebaut wird. Aus kommerzieller Sicht können sich befreundete Influencer an Firmen weiterempfehlen oder mit wichtigen Adressen und Telefonnummern versorgen. Abgesehen davon ist der gute Rat eines Experten immer wertvoll.

Schritt 9: Vermarkten Sie sich aktiv und geschickt

Sie sind als Influencer etabliert und verfügen über eine Follower-Basis in mindestens vierstelliger Höhe? Sie haben sich auf ein Feld spezialisiert, in dem es in irgendeiner Form um Produkte geht? In diesem Fall ist der vielleicht größte Schritt der zur Kommerzialisierung Ihrer Inhalte, zumindest der teilweisen. Dafür sollten Sie keinesfalls zur reinen Werbeplattform übergehen, sondern weiterhin größtenteils unkommerzielle Inhalte veröffentlichen.

Erfolgreiche Influencer, die sich als Werbeträger eignen, werden in der Regel von relevanten Firmen kontaktiert. Meist sind die ersten Deals relativ klein gehalten. Gratisprodukte werden Ihnen zugesandt, damit diese in irgendeiner Form in Ihren Inhalten vorkommen. Abhängig von Ihrer Reichweite werden Ihnen dann womöglich echte Werbeverträge angeboten, mit denen Sie schlussendlich Geld verdienen können. Einen Richtwert wie etwa eine Mindestfollowerzahl gibt es hierbei nicht.

Ab welcher Reichweite Sie als Key Influencer für einen Werbevertrag in Frage kommen, hängt u. a. von Ihrem Feld, Ihrer Konkurrenz, Ihrer Hauptplattform und der individuellen Bewertung Ihrer Person ab. Onlinemarketer investieren in Influencer oft willkürlich, basierend auf subjektiven Spekulationen: Wenn jemand in der Branche glaubt, Sie seien das ‚nächste große Ding‘, kann sich überraschend kurzfristig Erfolg einstellen. Ebenso kann es passieren, dass Sie trotz beträchtlicher Reichweite ignoriert werden.

Die Eigenvermarktung ist eine Fähigkeit, die neben Erfahrung und Expertise durchaus auch Talent erfordert. Influencer, die sich selbst vermarkten möchten, scheitern oft aus folgenden Gründen an dieser Hürde:

  • Aufstrebende Influencer werden selten ernst genommen. Nicht jede Branche ist vollends im digitalen Zeitalter angekommen und viele Vermarkter unterschätzen weiterhin die Reichweite und zielgruppenkonzentrierten Möglichkeiten des Influencer-Marketings. Auch der Ruf der Meinungsmacher ist nicht der beste, gibt es doch zu viele selbsternannte Influencer, die niemals über den ‚Social‘- und ‚Peer‘-Status hinauskommen. Influencer, die sich zu voreilig oder zu unprofessionell an Firmen wenden, werden oft ignoriert und als Laien abgetan. In extremen Fällen werden diese Fehlschläge publik, was dem Ruf des Influencers erheblich schaden kann.

  • Es gibt zu starke Konkurrenz. Firmen, die schon einige Werbeverträge mit Influencern abgeschlossen haben, brauchen handfeste Argumente dafür, einen weiteren unter Vertrag zu nehmen. Warum sollte eine Firma ihre Produkte über einen Influencer vermarkten, der nachweislich weniger Reichweite hat als derjenige, der schon unter Vertrag steht? Ein häufiger Fehler ist, sich als aufstrebender Influencer gleich an die bekanntesten Firmen einer Branche zu wenden und sich damit zu überschätzen. Am Anfang ist es sinnvoll, sich an kleinere Firmen und Labels zu wenden und sich sozusagen an den Firmen ‚hochzuarbeiten‘. Viele aufstrebende Influencer setzen zu Beginn schlicht zu hoch an und fallen ebenso tief.

  • Die Follower-Basis bestraft den Schritt zur Kommerzialisierung. Dieser Punkt hat sich ein wenig abgekühlt, weil Content-Producern im Internet mittlerweile ein gewisser Grad an Kommerzialisierung verziehen wird (schließlich „müssen die ja auch von irgendwas leben“). Jedoch ist die Vermarktung der eigenen Person weiterhin einem Risiko ausgesetzt. Wie hoch dieses ist, hängt vom jeweiligen Feld und der Plattform ab. YouTubern etwa wird die Einbindung von Werbung eher verziehen als Bloggern, die allzu früh ihre Inhalte mit penetranter Pop-up-Werbung oder Video-Ads versehen.
    Als Influencer müssen Sie stets darauf achten, Ihre Authentizität und Integrität zu wahren. Wenn Sie etwa ein gesponsertes Produkt bewerten und es dabei überschwänglich loben, glauben Ihre Follower Ihnen womöglich nicht mehr und Sie gelten als ‚verkauft‘. Gewisse Werbedeals müssen daher so verabredet werden, dass Ihre Inhalte möglichst wenigen Auflagen unterliegen und Ihre kreative Freiheit gewahrt bleibt.

Schritt 10: Veröffentlichen Sie regelmäßig

Als Influencer erzielen Sie nur einen nachhaltigen Effekt, wenn Sie regelmäßig in den Feeds Ihrer Follower auftauchen. Nur indem Sie ständig Präsenz zeigen, können Sie Ihre Follower-Basis konstant halten und sogar wachsen lassen. Influencer ist nicht nur ein Fulltime-Job, Sie werden auch selten wirklich Urlaub machen können. Veröffentlichen Sie Ihre Inhalte in möglichst kurzen Abständen, ohne dabei mit überflüssigen Postings zum Spamming überzugehen. Dann schaffen Sie den so überlebenswichtigen ‚Content Flow‘. Andernfalls dürften Sie von vielen Followern wieder fallen gelassen werden.

Auch der Content Flow hängt von Feld, Plattform und Zielgruppe ab. Instagram-Profile sollten etwa mindestens einmal pro Tag mit neuem Content gefüttert werden, während Influencer auf YouTube im Schnitt etwa zwei- bis dreimal pro Woche ein neues Video hochladen. Hierbei kommt es natürlich auch darauf an, wie viel Aufmerksamkeit Ihre Inhalte beanspruchen – wie „snackable“ sie sind. Posten Sie lediglich Bilder auf Instagram, die in Sekundenbruchteilen angesehen werden können, werden Sie Ihre Follower mit mehreren Posts pro Tag kaum überfordern. Drehen Sie minutenlange Videos, sollten Sie Ihre Follower nicht mit zu viel Content überreizen, vor allem nicht mit Werbung. Andernfalls haben Ihre Follower Schwierigkeiten, mit Ihrem Content Flow mitzuhalten und lassen Sie eher fallen, anstatt aufzuholen. Das gilt besonders dann, wenn Ihre Inhalte aufeinander aufbauen.

Für den richtigen Content Flow ist neben Fingerspitzengefühl auch eine Zielgruppenanalyse wichtig. Je nach Art der Durchschnittsfollower müssen Sie eine mehr oder weniger geringe Aufmerksamkeitsspanne einplanen. Betreiben Sie etwa einen Podcast, der sich vor allem an junge, berufstätige Menschen richtet, sollten Ihre Sendungen die Dauer einer halben Stunde möglichst nicht überschreiten – schließlich können Sie davon ausgehen, dass Ihre Follower Ihren Podcast z. B. auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause hören. Für diesen Zweck ist es auch sinnvoll, wenn Ihr Podcast unter der Woche täglich erscheint.

Content Flow ist aber auch oft von gewissen Ereignissen und Umständen im ‚echten Leben‘ abhängig. Sportblogs sind naturgemäß nach Sportereignissen besonders aktiv, also vor allem am Wochenende. Influencer auf Instagram, die sich z. B. aufs Wandern spezialisiert haben, werden eher im Sommer beachtet als im Winter. Kreativität ist gerade dann gefragt, wenn die Umstände den Content Flow erschweren.

Ebenso verlangen manche Felder möglichst kompakte Inhalte. Sportblogger müssen reißerisch formulieren und schnell auf den Punkt kommen, weswegen hier vor allem Tweets beliebt sind. Weil viele Sportler in gewisser Weise selbst Influencer auf Instagram sind, gestaltet sich dieses Feld auf der Plattform umso schwieriger. Ein Profisportler kann zudem viel einfacher interessanten Content generieren, weil er sich eben direkt an der Quelle befindet. Mit dem Content Flow der Profis zu konkurrieren, dürfte schwierig werden, eben weil sich der Flow dieser Personen in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Mittlerweile ist es durchaus üblich, dass Fußballspieler mindestens nach jedem Spiel auf Instagram posten. In einem schnelllebigen Feld wie dem Sport ist eine ebenso hohe Frequenz Ihrer Inhalte angebracht.

Schritt 11: Erweitern Sie Ihren Einflussbereich

Wachstum ist eines der wesentlichen Prinzipien unserer Wirtschaft und sollte auch für Sie als Influencer eine Rolle spielen. Natürlich kann man sich ab einem gewissen Punkt mit seiner Follower-Basis zufriedengeben. Viele Influencer streben aber stets danach, ihren Einflussbereich zu erweitern. Das gelingt mit diesen Strategien:

  • Breiten Sie sich auf andere Plattformen aus. Logischerweise überschneiden sich die Follower-Basen auf den verschiedenen Plattformen wie Instagram und YouTube, allerdings gibt es auch viele exklusive Nutzer, die Sie nur erreichen, wenn Sie auf beiden Plattformen aktiv sind. Wenn Sie etwa ein erfolgreiches Instagram-Profil zum Thema Mode betreiben, ist es durchaus sinnvoll, sich an einem Mode-Vlog auf YouTube zu versuchen. Andersherum sind Sie vielleicht schon ein bekannter YouTuber, der Filme rezensiert. Dann ist es sinnvoll, Ihre Videos in den vielen verschiedenen sozialen Netzwerken zu teilen und vielleicht über visuelle Plattformen wie Instagram einen Einblick in Ihre Arbeit abseits der Videos zu bieten.

  • Betreiben Sie offizielle Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Auch wenn Sie nur die Inhalte teilen, die Sie auf Ihrer Hauptplattform verbreiten, sind die Posts und Tweets ein wichtiger Baustein, um an Einfluss zu gewinnen. Außerdem bieten Sie so mehr Kanäle für Diskussionen, Likes und Shares an. Abhängig von Ihrem Feld ist es mittlerweile auch durchaus sinnvoll, sich mit Reddit zu beschäftigen und Ihre Inhalte ggf. auf einem relevanten Subreddit zu verlinken. Obwohl Reddit sicherlich im englischsprachigen Raum noch eine größere Rolle spielt als in Deutschland, sollte man die wachsende Beliebtheit dieser Plattform keinesfalls unterschätzen.

  • Erschließen Sie neue Felder. Sind Sie in Ihrem Feld (Mode, Sport, Kultur etc.) bereits eine etablierte Größe, müssen Sie diesem keinesfalls immer treu bleiben. Viele Interessenfelder lassen sich geschickt miteinander verbinden, um neue Zielgruppen zu erschließen. Als Modeblogger ist es etwa üblich, seine Inhalte mit Sport, Fitness und Gesundheit zu verbinden. Wenn Sie sich gerne auf Instagram als attraktiver und modebewusster Influencer zeigen, werden sich Ihre Follower eventuell dafür interessieren, wie Sie sich fit halten und wie Sie sich für Ihr Work-out kleiden. Dadurch zeigen Sie sich nicht nur abwechslungsreich, sondern machen sich eventuell auch für Sportausrüster als Werbeträger interessant. Ein anderes Beispiel sind YouTuber, die ihren Kanal mit einer neuen Art von Inhalten auffrischen wollen oder dafür einen neuen Kanal anlegen. Im Bereich Gaming ist es zudem üblich, Livestreams über Twitch oder YouTube zu betreiben.

  • Kooperieren Sie mit anderen Influencern. Wie erwähnt ist es häufig sinnvoll, ‚konkurrierende‘ Influencer als Projektpartner zu gewinnen, um deren Follower-Basis zu erreichen und einen Teil davon als eigene Follower zu gewinnen. Weil Follower nur selten von einem Influencer und zum anderen wechseln, kann jeder Teil des Projekts profitieren. Geschickt ist es auch, sich mit Influencern aus anderen oder verwandten Interessenfeldern zu zeigen. Dann ist es nämlich wahrscheinlicher, dass Sie mehr Follower erreichen, die Ihrem Feld sonst eher fern bleiben.

 

Schritt 12: Erschließen Sie neue Einnahmequellen durch Crowdfunding

Viele Influencer verdienen ihr Geld durch Affiliate Links, eingebundene Werbung oder gesponserte Beiträge. Vor allem YouTuber nutzen allerdings häufig auch die Möglichkeiten des Crowdfundings, insbesondere mit abonnementbasierten Plattformen wie Patreon. Wenn Sie regelmäßig Content veröffentlichen, ist es mitunter ratsam, eine solche Crowdfunding-Kampagne aufzusetzen, um weitere Einnahmen zu erschließen.

Im Gegenzug versprechen Sie Ihren Spendern einen regelmäßigen Output oder, je nach Höhe des Beitrags, gewisse Belohnungen ideeller (z. B. Erwähnung in einem Video) oder materieller Art (Merchandise und gesponserte Produkte, die Sie nicht mehr brauchen). Unterschätzen Sie aber keinesfalls den Aufwand, den Crowdfunding-Kampagnen bedeuten. Der Geldfluss erzeugt eine gesteigerte Erwartungshaltung, und Sie müssen wesentlich intensiver mit Ihrer Community interagieren.

Tipp

Lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Crowdfunding, wie diese Finanzierungsform funktioniert. Machen Sie sich anschließend mit den gängigsten Crowdfunding-Plattformen vertraut.

Schritt 13: Bleiben Sie sich treu

Langfristigen Erfolg erreichen Sie nur, wenn Sie als Person authentisch bleiben. Bei wachsendem Einfluss kommen Sie aber leicht in Versuchung, neue Felder und Branchen zu erschließen, indem Sie Ihren Content und Ihren sonstigen Output anpassen bzw. erweitern. Verlieren Sie dabei aber nie aus den Augen, was in erster Linie ausschlaggebend für Ihren Erfolg ist.

Sicherlich ist es keine schlechte Idee, als Kosmetik-Ikone auf Instagram auch Vorstöße in den Bereich Entertainment zu wagen, etwa mit einem YouTube-Kanal. Allerdings kann ein zu weiter Sprung unangenehme Folgen haben. Wenn Sie Instagram-Influencerin sind und anfangen, Videospiele auf Twitch zu streamen, weil ‚Gamer Girls‘ im Trend liegen, kann das Ihre Follower-Basis verunsichern und im schlimmsten Fall einen Gegenhype erzeugen. Erzwingen Sie in keinem Fall Inhalte, an denen Sie persönlich kein Interesse haben!

Die beliebtesten deutschen Influencer auf Instagram

Die erfolgreichsten deutschen Influencer haben vieles gemeinsam. Erstens sind sie attraktive junge Menschen (wobei das immer eine subjektive Wertung ist). Zweitens inszenieren sie sich alle als Privatpersonen aus der ‚Mitte der Gesellschaft‘, die ihren Erfolg und ihren Lebensstil teilweise sehr detailliert mit ihren Fans teilen. Drittens kombinieren sie mehrere Plattformen und haben ebenso aktive YouTube-Kanäle und Instagram-Profile wie Twitter- und Facebook-Accounts, auf denen sie häufig mit anderen Influencern und Fans interagieren.

Entgegen der populären Meinung, Influencer werden hauptsächlich durch Instagram groß gemacht, sei angemerkt, dass die erfolgreichsten deutschen Influencer eher als YouTuber bezeichnet werden. Wie wird man also Influencer auf Instagram? Ein erfolgreicher YouTube-Kanal scheint das beste Mittel zu sein.

Der Blick auf die Inhalte der erfolgreichsten deutschen Influencer lässt auf einen gehobenen Lebensstil schließen. Der Content Flow ist meist beeindruckend konstant, weil diese Menschen den Beruf des Influencers als Vollzeitjob ausüben. So lesen sich ihre Werdegänge häufig ähnlich. Studiengänge und Ausbildungen wurden oftmals abgebrochen, um sich voll und ganz der digitalen Karriere zu widmen.

Trotzdem: Follower sehen nur die Inhalte, die von den Influencern geteilt werden. Instagram-Bilder sind meist bis ins kleinste Detail inszeniert und mutmaßlich das Endprodukt vieler Versuche. YouTube-Videos sind bewusst reißerisch geschnitten und buhlen mit mehr oder weniger offensichtlichem Clickbaiting um die Klicks der Nutzer (etwa in Form von mit Emojis überladenen Vorschaubildern). Die erfolgreiche Selbstvermarktung ist auch die Belohnung für eine konsequente Selbstinszenierung.

Trotzdem haftet den meisten dieser Influencern immer noch eine Aura der Authentizität an, wovon sich Millionen Follower allzu gerne blenden lassen. Die gängige Kritik an diesen ‚digitalen Stars‘, sie würden sich als Vorbilder gerade für junge Follower zu perfekt inszenieren, ist durchaus berechtigt. Das Phänomen ist aber nicht wirklich neu, es hat sich nur von Film und Fernsehen zu einem beträchtlichen Teil auf die digitalen Netzwerke verlagert. Was gestern die Filmstars aus Hollywood waren, könnten heute oder morgen schon die YouTuber und Instagrammer sein, deren Erfolg sich mit Zahlen direkt messen lässt. Die folgenden Influencer wurden von ihren Fans schließlich zu den Stars gemacht, die sie heute sind.

BibisBeautyPalace

Die Erfolgsgeschichte von Bianca „Bibi“ Heinicke beginnt 2012 auf YouTube mit ihrem „BibisBeautyPalace“-Kanal, der sich seither um die Themen Lifestyle, Mode, Kosmetik und Popkultur dreht. Heinicke richtet sich dabei an eine junge, hauptsächlich weibliche Zielgruppe. Die Abiturientin brach ihr Studium der Sozialwissenschaften ab, um sich ganz der Internetkarriere zu widmen. Mit Erfolg: Heinicke ist mit über 5 Millionen Abonnenten (2018) nicht nur eine der erfolgreichsten deutschen YouTuberinnen, sondern gleichzeitig auch die beliebteste Influencerin auf Instagram.

Konzentrierte sich Heinicke anfangs noch auf ihre Kernthemen Mode und Kosmetik, begann sie relativ früh, auch ihr Privatleben in ihre Inhalte einfließen zu lassen. Häufiger Gast in ihren Videos ist seitdem ihr Freund Julian „Julienco_“ Claßen, mit dem sie sich häufig auf Reisen befindet und mit dem sie oft auf Instagram posiert. Der vorläufige Höhepunkt von Heinickes ‚Vermarktung‘ ihres Privatlebens war die groß inszenierte Bekanntmachung im Mai 2018, dass sie schwanger sei. Dies gipfelte in einem Bild auf Instagram, das Heinicke mit dem Ansatz eines Babybauchs zeigt.

Heinicke kooperiert häufig mit anderen YouTube-Größen wie Dagi Bee und Liont. Außerdem ist sie Gallionsfigur einiger Werbekampagnen, etwa für die Reiseveranstalter Neckermann und Thomas Cook. Heinicke versuchte sich im Mai 2017 auch an einer Karriere als Popmusikerin, als sie ihre erste Single „How It Is (Wap Bap…)“ veröffentlichte. Dafür hagelte es aber in vielen Netzwerken und Medien reichlich Häme. Heinickes Beruf als YouTuberin und Influencerin zahlt sich so oder so aus: Laut einer Schätzung des Manager Magazins verdient „Bibi“ monatlich um die 110.000 Euro. Rund die Hälfte davon würde Heinicke allein mit der Werbung auf YouTube verdienen.

Dagi Bee

Auch die Story von Dagmar „Dagi Bee“ Ochmanczyk beginnt auf YouTube, allerdings zunächst auf dem Kanal ihres damaligen Partners Liont, bevor sie 2012 ihren eigenen Channel startete. Dagi Bee beschäftigt sich vornehmlich mit Lifestyle und Internetkultur, wohingegen die meisten ihrer Videos grob als „Entertainment“ beschrieben werden. Dagi Bee hatte wesentlichen Anteil daran, dass die sogenannten Challenge-Videos populär wurden. Darüber hinaus veröffentlicht sie regelmäßig Ratgebervideos im „Do it Yourself“-Stil, die sich ähnlich wie BibisBeautyPalace mit den Themen Mode und Kosmetik beschäftigen. Dagi Bees YouTube-Kanal hat etwa 3,7 Mio. Abonnenten. Auf Instagram reiht sich Ochmanczyk hinter BibisBeautyPalace, mit der sie regelmäßig kooperiert, auf Rang 2 ein.

Ochmanczyks Wirken als Influencerin betrifft hauptsächlich den Sektor ModeundKosmetik, allerdings wagt sie hier und da Vorstöße in weitere Bereiche der Popkultur. So spielte Dagi Bee bereits in einigen deutschen Spielfilmen mit und kollaborierte mit dem Deutschrapper KC Rebell für das Video zum Song „Bist du real“. Dagi Bee gilt als medienkompetente Selbstvermarkterin, die es versteht, trotz des Erfolges als Influencerin authentisch zu bleiben, eben wie eine gute Freundin „von nebenan“. Mit diesem Konzept ist auch Dagi Bees Instagram-Profil sehr erfolgreich, auf dem sie weitere, oftmals intime Einblicke in ihr Privatleben gibt und das sie obendrein als direkte Werbeplattform nutzt.

Julienco_

Julian „Julienco“ Claßen bildet zusammen mit seiner Partnerin Bianca „Bibi“ Heinicke das wohl bekannteste deutsche YouTuber-Pärchen. Claßen startete seine YouTube-Karriere 2014 und konnte bis dato ca. 3,4 Mio. Abonnenten gewinnen. Seine Videos sind klar im Entertainment zuhause, u. a. gilt Claßen als Miterfinder der sogenannten Prank-Videos, bei denen er meistens seine Partnerin Bibi mit Streichen im Alltag überrascht. Seine Videos sind kurzweilig geschnitten und greifen aktuelle Trends auf. Dabei spricht er bewusst eine junge Zielgruppe an.

Die meisten von Juliencos erfolgreichsten Videos zeigen in irgendeiner Form seine Partnerin Bibi, entweder als Opfer seiner Pranks oder als Co-Moderatorin seiner anderen Videos, etwa der „Challenges“ und satirischen Ratgeber zum Thema Liebe und Beziehung. Ohnehin sieht man als Zuschauer bei Julienco exemplarisch, wie viel die erfolgreichsten Influencer von ihrem Privatleben offenlegen. Dank der durchaus glaubhaften Authentizität seiner Videos bekommen die Zuschauer ein Bild davon vermittelt, wie junge Influencer bzw. Vollzeit-YouTuber heute leben. Daran hat auch Juliencos abwechslungsreiches Instagram-Profil wesentlichen Anteil.

Shirin David

Shirin David wurde während ihrer Kindheit in klassischer Musik ausgebildet, später kamen noch Tanz und Gesang hinzu. Seit 2014 betreibt sie einen erfolgreichen YouTube-Kanal (ca. 2,2 Mio. Abonnenten), auf dem sie hauptsächlich Ratgebervideos zu Mode, Kosmetik, Lifestyle und Liebe hochlädt, aber auch regelmäßig Filme aus dem Bereich Entertainment publiziert. Dabei spielt sie häufig ihren Status als Deutsche mit litauisch-iranischem Migrationshintergrund aus. Neben dem Erfolg auf YouTube und Instagram trat David schon als Jurorin bei „Deutschland sucht den Superstar“ im Fernsehen in Erscheinung.

Davids Karriere als Sängerin spielt bisher eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn die Single „Du liebst mich nicht“ mit Ado Kojo schon ca. 35 Millionen Klicks auf YouTube erreichen konnte. Das Alleinstellungsmerkmal der ausgebildeten Musikerin spielt David eher selten aus; sie erinnert in ihrem Content eher an die führenden Influencerinnen Dagi Bee und BibisBeautyPalace. Auf Instagram inszeniert sich David zudem eher als Model; das Format der Plattform begünstigt allerdings auch die aufreizenden Bilder und belohnt diese mit einer Followerzahl jenseits der 4 Millionen (2018).

Melina Sophie

Melina Sophie ist eine bekannte Lifestyle-YouTuberin und bringt es mit ihrem Kanal auf rund 1,8 Millionen Abonnenten (2018). Mit einem weiteren Gaming-Kanal unterhält Sophie rund 500.000 Fans, für die sie hauptsächlich Let’s Plays hochlädt. Der Content auf ihrem Hauptkanal ist durchaus vielfältig: Unterhaltungsvideos wechseln sich hier mit Ratgebern und Vlogs ab, typisch sind auch die Zahlreichen Kollaborationen mit anderen deutschen YouTube-Größen.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist seit 2016 Melina Sophies ‚Coming Out‘ als homosexuelle Frau, was durchaus im Kontrast zum vorherigen Content stand, der eine deutliche Tendenz hatte, ein junges weibliches und eben heterosexuelles Publikum anzusprechen. Auch Sophies offener Umgang mit einer Depressionserkrankung und einer Essstörung hat dazu geführt, dass sich ihr Content mittlerweile von den größtenteils überpositiven Inhalten der ‚Konkurrenz‘ abhebt. All dies hat die Popularität Melina Sophies nur begünstigt, sodass wächst ihr Einfluss sowohl auf YouTube als auch auf Instagram. Die YouTuberin stellt so unter Beweis, dass Influencer für Authentizität belohnt werden.

Julien Bam

Der Erfolg von Julien Bam (bürgerlich Julien Zheng Zheng Budorovits) speist sich aus seinen Fähigkeiten als Tänzer, Musiker, Videoproduzent und Entertainer. Sein YouTube-Kanal ist mit rund 4,7 Mio. Abonnenten einer der beliebtesten deutschen Kanäle. Auffällig bei Bams Content ist das durchweg hohe Produktionsniveau, vor allem bei seinen Musikvideos und (Fake-)Filmtrailern. Sehr beliebt ist seine satirische Reihe „Songs in Real Life“, bei der er bekannte Popsongs eindeutscht und textuell so verändert, dass sie zu Alltagssituationen passen.

Durch seinen Erfolg wurde Julien Bam zum Geschäftsmann. Werbeverträge – u. a. mit Fanta und got2b – machten ihn auch über YouTube hinaus bekannt. Mit der Gründung seiner eigenen Tanzschule, der BamSchool, baut Julien Bam in diesem Jahr seine Marke weiter aus. Laut eigenen Angaben erfüllt sich Bam damit einen Kindheitstraum. Der ausgebildete Breakdancer möchte darüber hinaus in ganz Deutschland Workshops unter seinem Namen anbieten. Die Entwicklung der Tanzschule dokumentiert Bam zusätzlich auf seinem YouTube-Kanal und auf Instagram.

Paola Maria

Paola Maria spezialisiert sich auf ihrem YouTube-Kanal auf den Themenkomplex Beauty, Mode, Lifestyle und Kosmetik. Die Deutschitalienierin bildet mit ihrem Partner Alexander „Sascha“ Koslowski, der Teil der bekannten Gruppe DieAussenseiter ist, ein glamouröses YouTube-Pärchen. Maria ist außerdem Teil der Gruppe TubeOne, zu der u. a. Dagi Bee und Shirin David gehören. Maria kooperiert bevorzugt mit YouTubern, die dieser Gruppe angehören.

Für Aufsehen sorgte Maria 2014 mit einem Video, in dem sie über ihre Kindheit mit einem gewalttätigen Vater spricht und das Thema häusliche Gewalt in den Fokus nimmt. Das Video steht in starkem Kontrast zum restlichen Content, der das Bild eines schillernden Influencer-Lebens zeichnet. Ansonsten geht Maria eher wenige innovative Wege, so ähneln ihre Videos stark denen der ‚Konkurrenz‘ und greifen Trends wie Listen, Pranks und Challenges auf. Auch Marias Privatleben kommt auf YouTube und Instagram nicht zu kurz, so wurde ihre Hochzeit mit einigem Aufwand inszeniert und dokumentiert.


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