Sie hören gerne Podcasts und möchten nun einen selber machen? Doch das Thema Podcast-Erstellen ist für Sie noch eine Blackbox? Keine Sorge, so kom­pli­ziert ist das gar nicht. Zumindest, wenn Sie die Podcast-Basics be­rück­sich­ti­gen. Es geht darum, ein Thema zu finden, das Sie selbst in­ter­es­siert und in dem Sie im besten Fall Experte sind. Das Grund­wis­sen zum Equipment, zur (Post-)Pro­duk­ti­on und Ver­mark­tung bekommen Sie hier. Viel Spaß!

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Podcast erstellen: Worauf es wirklich ankommt!

  1. Sich ein Konzept überlegen und sein „Warum“ kennen.
  2. Equipment? Ein USB-Mikrofon und Kopfhörer reichen erst einmal völlig aus.
  3. Nehmen Sie in mö­blier­ten Räumen auf (Mi­kro­fon­check nicht vergessen!).
  4. Post-Pro­duk­ti­on: Weniger ist mehr! Haupt­sa­che, nicht zu leise und WAV-Format!
  5. Publikum, wo bist du? Ohne Podcast-Hosting wird’s schwer!
  6. Ver­mark­tung? Fokus auf 1–2 Social-Media-Platt­for­men und Mund­pro­pa­gan­da!

Die viel­leicht wich­tigs­te Regel beim Podcast-Erstellen: Einfach machen!

Wie erstelle ich einen Podcast? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Das Podcast-Konzept erstellen und sein Warum kennen

Neben Punkt 7 ist das Konzept das wich­tigs­te Element, wenn Sie einen Podcast erstellen. Gerade als Anfänger un­ter­schätzt man schnell den Aufwand eines Podcasts. Dann wollen nämlich viele To-dos abgehakt werden: Themen- und Ziel­grup­pen­re­cher­che, für ein Format ent­schei­den, Branding und Ver­mark­tung, Podcast-SEO, Equipment und Software kaufen bzw. testen, eventuell auch Termine mit In­ter­view­gäs­ten ver­ein­ba­ren, Skripte für die Episoden schreiben, Recording und Upload beim Hoster, Promotion auf Social Media – ein Podcast ist viel Arbeit. Aber wenn Sie sich zu Beginn ein Konzept auf­schrei­ben, werden Sie struk­tu­riert arbeiten, Ihre Ziele erreichen und auch Spaß dabei haben.

Tipp

Für ein optimales Zeit­ma­nage­ment setzen Sie sich am besten Ziele, die nach der SMART-Methode funk­tio­nie­ren.

Zum Podcast-Konzept gehören außerdem folgende Aspekte:

  • Setzen Sie auf das für Sie passende Format (So­lo­auf­nah­men und/oder In­ter­views, Epi­so­den­län­ge und Ver­öf­fent­li­chungs­fre­quenz).
  • Ein Oberthema finden: Sehr beliebt sind Comedy, Wissen, News, Fitness und True Crime.
  • Am besten besetzen Sie eine Nische (idea­ler­wei­se sind Sie darin Experte).
  • Wenn Sie kein Experte sind, können Sie mit Per­sön­lich­keit und einer neuen Per­spek­ti­ve auf ein Thema bzw. Problem genauso über­zeu­gen und be­geis­tern.
  • Content mit Mehrwert: Ihre Inhalte sollten in­for­mie­ren, erklären, un­ter­hal­ten, exklusiv und relevant sein (und niemals lang­wei­len).
  • Erstellen Sie einen Re­dak­ti­ons­plan.
  • Podcast-Branding: Überlegen Sie sich Name, Logo und Sound­de­sign.
Tipp

Mit dem Logo Generator von IONOS können Sie in wenigen Schritten Ihr Podcast-Logo erstellen und an­schlie­ßend kostenlos her­un­ter­la­den.

Das alles zu be­rück­sich­ti­gen, kann am Anfang über­for­dern. Wichtig ist, dass Sie sich einen rea­lis­ti­schen Zeitplan erstellen, die Podcast-Basics umsetzen und sich nicht in zu vielen Details verlieren. Ein sehr hilf­rei­cher Podcast, um das alles um­zu­set­zen, ist das Podcast Studio, bei dem einmal die gesamte „Journey“ inklusive aller wichtigen Schritten Folge für Folge in mehreren Staffeln nach­skiz­ziert wird – perfekt für alle Podcast-Quer­ein­stei­ger!

Schritt 2: Das richtige Equipment kaufen (und testen!)

Wenn das Konzept steht, können Sie sich um die passende Aus­rüs­tung kümmern. Die ent­schei­den­de Frage, die Sie sich hierbei stellen sollten: Erfüllt das Equipment seinen Zweck? Denn es bringt wenig, sich direkt zu Beginn der Podcast-Reise mit Technik-Details aus­ein­an­der­set­zen zu wollen. Beim Thema Au­dio­tech­nik gibt es einfach zu viele Aspekte, die (theo­re­tisch) für ein pro­fes­sio­nel­les Podcast-Setup relevant sein können. Ob ein Podcast „pro­fes­sio­nell“ ist bzw. klingt, hängt nicht zwangs­läu­fig vom Preis­schild des Mikrofons ab. Es geht vielmehr darum, mit der Technik richtig umgehen zu können – das macht einen Podcast pro­fes­sio­nell und ga­ran­tiert gute Ton­qua­li­tät.

Die gute Nachricht: Um einen Podcast zu erstellen, braucht es kein teures High-End-Equipment! Im Netz gibt es unzählige Reviews zum „besten Podcast-Equipment“ – der emp­foh­le­ne Gold­stan­dard ist hierbei in der Regel ein XLR-Mikrofon mit Audio-Interface. Doch als Grund­aus­stat­tung für Podcast-Anfänger ist dieses Setup nur bedingt geeignet. Machen Sie es sich zu Beginn nicht zu kom­pli­ziert. Besorgen Sie sich gute Kopfhörer und ein USB-Mikrofon von einem der führenden Her­stel­ler wie Shure oder Rode. Beides verbinden Sie mit dem von Ihnen fa­vo­ri­sier­ten Endgerät zur Aufnahme und Nach­be­ar­bei­tung der Podcast-Folgen. Am besten eignet sich hierfür das Notebook; es gibt aber auch Podcast-Apps, die das Pod­cas­ting am Tablet und Smart­phone er­mög­li­chen. Wer sich für die mobile Aufnahme mit dem Handy ent­schei­det, sollte sich ein externes Ansteck-Mikrofon zulegen. Mehr braucht es im Prinzip erst einmal nicht, um einen Podcast zu erstellen. Wenn Sie ein Webinar erstellen wollen, reicht sogar schon ein Headset.

Fakt

XLR- vs. USB-Mikrofon – was ist besser? Es kommt drauf an! Der Un­ter­schied liegt beim Ka­bel­an­schluss. Ein XLR-Mikrofon geht über ein XLR-Kabel zunächst in ein so­ge­nann­tes Audio-Interface, das als Converter re­spek­ti­ve „Dol­met­scher“ fungiert. Das Interface wandelt das analoge Au­dio­si­gnal in ein digitales um und verstärkt es. Erst dann wird das Au­dio­si­gnal über einen USB-Anschluss an das Endgerät, z. B. Notebook, wei­ter­ge­lei­tet. USB-Mikrofone werden direkt mit dem Endgerät zur Aufnahme bzw. Nach­be­ar­bei­tung verbunden. Für Ein­stei­ger ist das deutlich un­kom­pli­zier­ter, auch wenn man dadurch während der Aufnahme weniger Spielraum bei der Au­dio­qua­li­tät hat.

Wenn die Basics zur Au­dio­tech­nik sitzen und die ersten Podcast-Episoden ver­öf­fent­licht sind, können Sie sich nach und nach mit fort­ge­schrit­te­nen Themen aus­ein­an­der­set­zen. Folgende Fragen könnten dann in­ter­es­sant sein:

  • Was sind dy­na­mi­sche Mikrofone und was Kon­den­sa­tor-Mikrofone?
  • Welcher Mi­kro­fon­typ eignet sich für welche Raum­um­ge­bung? (Stich­wor­te sind hier z. B. Raum­schall, Akustik, Richt­cha­rak­te­ris­tik, Hin­ter­grund­rau­schen)
  • Welche Mikrofone benötigen eine Vor­ver­stär­kung? (Stichwort FetHead)
  • Worauf kommt es bei Audio-In­ter­faces an? (Nehme ich allein auf oder mit Gästen? Art und Anzahl der Eingänge, sind Features wie Direct Mo­ni­to­ring oder ein Level Meter dabei?)
  • Was gibt es für mobile Audio-In­ter­faces, um Podcasts von unterwegs zu erstellen? (Stich­wor­te: Zoom-Rekorder, Podcast-Apps wie Anchor oder Podbean)

Sobald das Equipment besorgt ist, geht es ans Testen! Die Wich­tig­keit von Test-Aufnahmen wird gerade bei Anfängern oft un­ter­schätzt. Wer denkt, es reicht ein, zwei Unboxing- bzw. How-to-Videos auf YouTube zu schauen, dem könnte die Technik bei der Aufnahme einen Strich durch die Rechnung machen. Solange man lediglich Solo-Aufnahmen plant, mag das keinen großen Un­ter­schied ausmachen. Doch spä­tes­tens dann, wenn andere zum Podcast-Interview zu Gast sind, sollte man wissen, wie Mikrofon & Co. funk­tio­nie­ren.

Schritt 3: Lernen, worauf es bei der Aufnahme ankommt

Jetzt wird es ernst! Das Setup steht, alle Funk­tio­nen sind bekannt und getestet, nun geht’s ans Recording. Damit die erste Aufnahme-Session er­folg­reich wird, sollten Sie folgende Aspekte im Hin­ter­kopf haben:

  • Nehmen Sie in möglichst kleinen, schall­ge­dämpf­ten Räumen auf.
  • Auf­ge­la­de­ne Akkus bzw. Ladekabel am Notebook nicht vergessen.
  • Handy auf Flugmodus oder stumm schalten.
  • Bei Remote-Aufnahmen braucht es eine stabile In­ter­net­ver­bin­dung.
  • Vor der Aufnahme die Laut­stär­ke einpegeln (Ziel: -6 Dezibel, kurz „dB“).
  • Podcast-Gäste in­stru­ie­ren (Mund-Mi­kro­fon­ab­stand, Kör­per­hal­tung, Ablauf etc.).
  • Immer testhören (prüfen, ob Stör­ge­räu­sche zu hören sind).

Wenn die Tonspur zu viele Stör­ge­räu­sche enthält oder die Stimme zu leise klingt, womöglich sogar über­steu­ert, liegt das nicht zwangs­läu­fig am Podcast-Setup, sondern am falschen Abstand zum Mikrofon. Ist es zu weit entfernt, ist das Tonsignal (besonders bei USB-Mi­kro­fo­nen) zu leise; geht man dagegen zu nah an die Kapsel des Mikrofons, steigt die Gefahr des „Clippings“ – dann wird das Tonsignal durch den zu hohen Au­dio­pe­gel verzerrt. In der Regel lässt sich dieses Problem umgehen, indem Sie ca. eine Hand­brei­te Abstand zwischen Mund und Mikrofon lassen. Da USB-Mikrofone etwas an­fäl­li­ger für Clipping sind, können Sie das Mikrofon auch leicht unterhalb der Sprech­rich­tung plat­zie­ren. So mi­ni­mie­ren Sie gleich­zei­tig störende Atem- und Plopp­ge­räu­sche.

Tipp

Pod­cas­ting in der Ab­stell­kam­mer? Klingt wie ein Gag, ist aber ein bewährtes Prinzip bei Pod­cas­tern, um hall­frei­en Sound zu bekommen. Damit Stör- und Ne­ben­ge­räu­sche so gut es geht minimiert werden, empfiehlt sich ein kleines, mö­blier­tes Zimmer. Alles was den Raum­schall minimiert – dazu gehören Couch, Teppiche, Wand­bil­der, Decken –, erfüllt seinen Zweck: nämlich ein klares und hall­frei­es Tonsignal zu pro­du­zie­ren. Ein ähnliches Ergebnis wie in der Ab­stell­kam­mer erreicht man mit einem ge­öff­ne­ten Klei­der­schrank.

Was ist besser: Die Podcast-Folge online erstellen oder lokal auf­zeich­nen?

Im Prinzip gibt es zwei Optionen, eine Podcast-Folge auf­zu­zeich­nen: Entweder nutzen Sie eine Software – im Fach­jar­gon heißt diese Digital Audio Workspace, kurz DAW –, mit der Sie lokal auf dem eigenen PC aufnehmen, oder Sie setzen auf web­ba­sier­te Recording-Tools. Letztere un­ter­tei­len sich wiederum in Programme, die das Tonsignal über die In­ter­net­ver­bin­dung auf­zeich­nen (z. B. Zoom und Skype) und in solche, die zwar web­ba­siert sind, aber dennoch lokal auf­zeich­nen. Das mag im ersten Moment ver­wir­rend klingen – und ist auch ein heiß­dis­ku­tier­tes Thema in der Podcast-Szene. Während einige Podcaster Programme wie Zoom und Skype aufgrund der (zu schlech­ten) Au­dio­qua­li­tät ver­teu­feln, nutzen und empfehlen andere diese.

Tipp

Bei Remote-In­ter­views ist es hilfreich, Mimik und Gestik des Gastes zu sehen, statt ihn nur zu hören. Wenn die fa­vo­ri­sier­te Auf­nah­me­soft­ware lediglich die Audiospur auf­zeich­net, aber keine Video-Option bietet, können Sie parallel eine Vi­deo­kon­fe­renz-Software wie Zoom nutzen. Wenn Sie Zoom nicht nutzen möchten, stehen Ihnen mehrere Zoom-Al­ter­na­ti­ven zur Auswahl. Bei IONOS können Sie ebenso den kos­ten­lo­sen Online Video Chat nutzen.

Aber was sollten Sie nun tun?

Der Vorteil von web­ba­sier­ten Tools, die lokal auf­zeich­nen

Fakt ist: Zoom, Skype und Co. heißen nicht umsonst Vi­deo­kon­fe­renz-Software. Sie wurden ent­wi­ckelt, um Meetings online statt­fin­den zu lassen, ohne dabei riesige Da­ten­men­gen zu be­an­spru­chen. Kurzum: Die Au­dio­qua­li­tät kann nicht über­ra­gend sein. Deshalb gibt es seit einigen Jahren web­ba­sier­te Recording-Tools, die un­ab­hän­gig vom Internet aufnehmen und dadurch eine konstant hohe, ver­lust­freie Au­dio­qua­li­tät ga­ran­tie­ren (sollen). Hierbei werden bei mehreren Be­tei­lig­ten separate Tonspuren lokal auf dem eigenen Endgerät auf­ge­nom­men und an­schlie­ßend au­to­ma­tisch in das Dashboard der Auf­nah­me­soft­ware hoch­ge­la­den. In der Regel hat man dann die Mög­lich­keit, die Tonspuren in un­ter­schied­li­chen Formaten (z. B. MP3, WAV, FLAC) zu down­loa­den. Beliebte Anbieter sind Riverside.fm, Zencastr, Cleanfeed und Studio-Link.

Die Al­ter­na­ti­ve für So­lo­auf­nah­men: Lokal über ein DAW auf­zeich­nen

Wie eingangs erwähnt, können Sie Ihren Podcast aber auch lokal über ein in­stal­lier­tes DAW aufnehmen. Diese haben im Gegensatz zu den eben genannten On­line­tools den Vorteil, dass sie oft kostenlos sind und trotzdem die wich­tigs­ten Funk­tio­nen zur Au­dio­op­ti­mie­rung bieten. Wenn Sie solo aufnehmen, ist das der bessere Weg. Bei In­ter­views müssten entweder beide ein DAW nutzen oder man geht eben den Weg über die web­ba­sier­ten Tools.

Aber zurück zur lokalen DAW-Methode. In der Praxis haben sich hier vor allem Audacity (Windows, iOS, Linux) und Ga­ra­ge­Band (iOS) bewährt. Wer ein Abo der Adobe Creative Cloud besitzt, kann sich auch Adobe Audition anschauen. Ohne das Abo lohnt es sich aber eher nicht, dann tut es auch eines der erst­ge­nann­ten Freeware-Programme.

Schritt 4: Post-Pro­duk­ti­on – worauf es bei der Nach­be­ar­bei­tung wirklich ankommt

Sobald die Podcast-Folge auf­ge­nom­men und die Tonspur ge­spei­chert ist, geht es ans Schneiden. Auch hier sei der Tipp erwähnt, Tonspuren immer separat auf­zu­zeich­nen (eine so­ge­nann­te Double-Ender-Aufnahme), damit die Post-Pro­duk­ti­on nicht unnötig lange dauert. Die Audio-Datei(en) laden Sie sich in das DAW, also bei­spiels­wei­se in Audacity. Hierfür gibt es viele hilf­rei­che Tutorials auf YouTube, sodass die Nach­be­ar­bei­tung der Tonspur keine allzu große Blackbox bleiben sollte. Anfangs können die vielen Funk­tio­nen und Effekte über­wäl­ti­gend wirken – am besten kon­zen­trie­ren Sie sich daher auf die Basics. Dazu gehören:

  • Start und Ende der Tonspur ab­schnei­den und gegen Intro- und Outro-Sound­ef­fek­te ersetzen.
  • Zu lange Sprech­pau­sen vermeiden.
  • Die Tonspur (wenn nötig) lauter machen, um mehr Spielraum für die Nach­be­ar­bei­tung zu haben – hierfür gibt es bei Audacity den Effekt „Ver­stär­ken“.
  • Optional: Das Au­dio­si­gnal sollte rausch- und hallfrei sein – hierfür gibt es die Funk­tio­nen „Rausch­ver­min­de­rung“, „Equalizer“ und „Kom­pres­sor“.
  • Die be­ar­bei­te­te Tonspur am besten als WAV-Datei speichern – hierbei handelt es sich um ein un­kom­pri­mier­tes, hoch­wer­ti­ges Audio-Format.
Hinweis

Viele Podcast-Anfänger fragen sich, wie laut eine Podcast-Folge sein soll. Hierfür kann man sich an den LUFS-Vorgaben der Streaming-Dienste wie Spotify, TIDAL und Apple Music ori­en­tie­ren. LUFS ist eine neue Maß­ein­heit zur nor­mier­ten Messung der Audio-Laut­stär­ke und zugleich eine Art Richt­li­nie für Podcaster. Die Ziel­laut­stär­ke sollte bei -16 LUFS liegen. Um her­aus­zu­fin­den, wie laut die eigene Podcast-Folge ist, hilft das kos­ten­lo­se On­line­tool Loudnesss Penalty Analyzer.

Schritt 5: Warum Sie einen Podcast-Hoster haben sollten

Ver­ein­facht gesagt bringt ein Podcast-Hoster Ihre Folge(n) zum Publikum. Prin­zi­pi­ell geht das auch manuell, aber das Podcast-Hosting spart sehr viel Zeit und stellt viele Features zur Verfügung, die bei der Dis­tri­bu­ti­on und Ver­mark­tung hilfreich sind.

Würde man sich für die Variante ohne Hoster ent­schei­den, müsste man sich bei jedem Streaming-Dienst einen Creator-Account anlegen und jeweils jede Folge einzeln hochladen – das ist mühsam und wenig sinnvoll. Das Hosting funk­tio­niert so: Sie melden sich bei der Hosting-Plattform Ihrer Wahl an und laden dort die Audio-Datei hoch. Auf dem Server werden alle Audio-Files ge­spei­chert und zu­sätz­lich ein so­ge­nann­ter RSS-Feed des eigenen Podcasts generiert. Dieser wird an die Streaming-Platt­for­men, auch „Pod­cat­cher“ genannt, wei­ter­ge­ge­ben, sodass sich der Podcast-Feed beim je­wei­li­gen Streaming-Dienst bei jeder neuen Episode ak­tua­li­siert.

Welcher der zahl­rei­chen Hoster der richtige ist, hängt vom konkreten An­wen­dungs­fall und den eigenen Prä­fe­ren­zen ab. Folgende Fragen sollten Sie sich bei der Suche nach dem passenden Podcast-Hoster stellen:

  • Wie be­nut­zer­freund­lich und intuitiv ist der Dienst?
  • Wenn der Hoster kos­ten­pflich­tig ist, welche Features stehen dann zur Verfügung?
  • Möchte ich, dass meine Audio-Datei au­to­ma­tisch ent­spre­chend der Hosting-Richt­li­ni­en kodiert wird?
  • Be­schränkt der Hoster die mo­nat­li­che Upload-Zahl (in Folgen oder Stunden)?
  • Welche Features zur Ver­mark­tung werden be­reit­ge­stellt? (z. B. Tools zur Ge­ne­rie­rung von Au­dio­gram­men oder Ko­ope­ra­tio­nen mit externen Crowd­fun­ding-Platt­for­men wie Patreon
  • Welche Ana­ly­se­tools gibt es, um Podcast-Sta­tis­ti­ken auswerten zu können?

Die be­kann­tes­ten Podcast-Hoster sind Libysn, Anchor, Buzzsp­rout, Captivate, Tran­sis­tor.fm und Podigee. Letzterer ist ein deutscher Hoster und wird von Pod­cas­tern vor allem wegen der DSGVO-Kon­for­mi­tät geschätzt. Das Thema Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung wird al­ler­dings nur dann wirklich relevant, wenn es um Branded Podcasts von Un­ter­neh­men oder Podcast-Pro­duk­tio­nen für kom­mer­zi­el­le Zwecke geht.

Schritt 6: Ver­mark­tung – wie mache ich meinen Podcast bekannt?

Der Podcast ist fertig und die ersten Episoden beim Hoster hoch­ge­la­den. Und siehe da: Sie er­schei­nen auf den Streaming-Platt­for­men. Aber was jetzt? Wie erfahren andere von Ihrem neuen Podcast?

Sie kommen nicht darum herum, die Wer­be­trom­mel zu rühren. Doch damit ist nicht bezahlte Werbung gemeint. Bezahlte Anzeigen zu schalten, kann ein ef­fek­ti­ves Marketing-Tool für mehr Publikum sein, braucht es zum Anfang der Podcast-Karriere aber noch nicht. Statt­des­sen hilft Mund­pro­pa­gan­da – und die ist voll­kom­men kostenlos! Sie können Ihr Podcast-Vorhaben bei­spiels­wei­se vorab mit Ihren Freunden, Ar­beits­kol­le­gen und der Familie teilen. Wenn er gut ankommt, werden sie Ihren Podcast wahr­schein­lich au­to­ma­tisch mit anderen Menschen teilen.

Da Sie sich bereits Gedanken über die Ziel­grup­pe gemacht haben, sollten Sie zudem genau dort Ihren Podcast promoten, wo sich diese aufhält. Finden Sie also heraus, auf welchen Social-Media-Platt­for­men po­ten­zi­el­le Hörer aktiv sind. Wenn Sie bei­spiels­wei­se einen Podcast über Fo­to­gra­fie oder Fitness erstellen, ist wahr­schein­lich Instagram die ideale Plattform zur Selbst­ver­mark­tung. Mit der Story-Funktion von Instagram können Sie Ihre Podcast-Folge teilen und seit neuestem direkt den Link zum Streaming-Dienst plat­zie­ren.

Wenn Sie hingegen ein Business-Thema besetzen, könnte LinkedIn zur Ver­mark­tung besser funk­tio­nie­ren. Es kann sinnvoll sein, sich am Anfang auf eine oder maximal zwei Platt­for­men zu fo­kus­sie­ren – auch wenn im Netz oft die Rede davon ist, auf möglichst vielen sozialen Netz­wer­ken vertreten zu sein. Der Grund dafür ist schnell aus­ge­macht: die fehlende Zeit!

Und hier noch ein paar Ge­dan­ken­an­stö­ße zur Ver­mark­tung:

  • Nutzen Sie markante Epi­so­den­ti­tel, z. B. „How to“, „7 Tipps für“, „Wie erstelle ich einen Podcast?“ (die Stich­wor­te lauten hier Podcast-SEO und Evergreen Content).
  • Kol­la­bo­ra­tio­nen mit anderen Pod­cas­tern können die eigene Reich­wei­te erhöhen.
  • Community-Aufbau über Social Media (Hör­wün­sche und Feedback be­rück­sich­ti­gen).
  • Snackable Content pro­du­zie­ren, der Key-Aussagen der Podcast-Folge anteasert.
  • Erstellen Sie eine eigene Website, damit Sie in den Such­ma­schi­nen-Rankings auf­tau­chen.

Den Podcast mit einer Website und eigenen E-Mail-Adresse noch bekannter machen

Sicher, eine eigene Podcast-Website bedeutet natürlich auch wieder viel Arbeit. Aber gerade, wenn Sie anfangs keine Reich­wei­te haben und somit keiner Ihren Podcast kennt, kann eine SEO-op­ti­mier­te Website nützlich sein. Wichtig ist, dass sie über Ihre Person und Mission Auskunft gibt und der Podcast auf Un­ter­sei­ten für die ver­schie­de­nen Streaming-Dienste abonniert werden kann. Hierfür gibt es zahl­rei­che WordPress-Podcast-Plugins, mit denen Sie Ihre Podcast-Inhalte besser in Ihre WordPress-Website in­te­grie­ren können.

Wenn Sie sich ent­schei­den, eine Podcast-Website auf­zu­set­zen, dann sollte diese unbedingt dem Mobile-First-Ansatz ent­spre­chen und somit für Mo­bil­ge­rä­te optimiert sein.

Tipp

Bei IONOS können Sie in wenigen Schritten Ihre eigene Domain re­gis­trie­ren und Ihre Website optional mit dem Homepage-Baukasten pro­fes­sio­nell aufsetzen. Bonustipp: Mit einer eigenen E-Mail-Adresse si­gna­li­sie­ren Sie bei Interview-Anfragen und (Werbe-)Ko­ope­ra­tio­nen Pro­fes­sio­na­li­tät und Se­rio­si­tät.

Fazit

Sie haben nun alle re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen, um einen Podcast selber zu machen. Dazu müssen Sie kein Ton­tech­ni­ker sein und es braucht kein High-End-Equipment. Viel wichtiger sind Inhalte mit Mehrwert und dass Sie für Ihr Thema brennen. Und die viel­leicht wich­tigs­te Regel: Einfach machen! Starten Sie am besten heute noch! Ihre ersten Folgen dürfen feh­ler­haft sein, das Streben nach Per­fek­ti­on ist beim Podcast-Erstellen eher hin­der­lich – also Kopfhörer auf, Mikrofon an und bitte: Wir sind on Air!

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