Wer mit Vintage-Kleidung Geld verdienen möchte, sollte in erster Linie Spaß an Mode haben. Auswahl und Vor­be­rei­tung der Kleidung bedeuten nämlich gerade zu Beginn viel Arbeit. Hinzu kommt die Auswahl der richtigen Ver­kaufs­platt­form und -strategie. Besonders flexibel sind Sie dabei mit einem eigenen On­line­shop für Vintage-Kleidung.

Was ist überhaupt „Vintage“?

„Vintage“ im ei­gent­li­chen Sinne meint Kleidung, die min­des­tens 20 Jahre alt ist. Manche Mode-Fans de­fi­nie­ren „Vintage“ sogar noch enger und be­zeich­nen nur Kleidung aus den 1920ern bis 1950ern als solche. Aktuelle oder nur ein paar Jahre alte Kleidung ist nicht „Vintage“, kann aber im Vintage-Stil gefertigt sein.

Bevor Sie Vintage-Kleidung verkaufen: Nische finden

Die Un­ter­schei­dung bzw. De­fi­ni­ti­on des Begriffs „Vintage“ ist wichtig, um sich zum Start des eigenen Mo­de­ge­schäfts darüber klar zu werden, was genau Sie überhaupt verkaufen wollen. Da das Angebot am Modemarkt un­glaub­lich groß ist, ist es wichtig eine Nische zu finden und auf dieser Basis eine Marke und eine Ver­triebs­stra­te­gie auf­zu­set­zen. Sich über sein Produkt und Al­lein­stel­lungs­merk­mal (USP) im Klaren zu sein, ist außerdem un­ver­zicht­bar bei der Arbeit an einem Busi­ness­plan.

Tipp

Aus einer Idee wird eine Marke. Mit dem Fir­men­na­men-Generator und dem Logo Generator geben wir Ihnen Tools an die Hand, mit denen Sie Ihre Marke gestalten können.

Mögliche Ansätze, eine Nische zu finden, sind etwa die Ab­gren­zung nach Jahrzehnt, Anlass, Stil oder Klei­dungs­stück. Konkrete Ideen können sein:

  • Vintage-Kleidung aus den 1920er Jahren
  • Vintage Brautmode oder Sport­be­klei­dung
  • Lässige oder ro­man­ti­sche Vintage-Kleidung
  • Vintage-Hosen oder -Mäntel
  • Vintage-Mode für Kinder oder für den Job
  • Vintage-Shirts mit Film­mo­ti­ven oder Bands

Vorteile und Her­aus­for­de­run­gen beim Verkauf von Vintage-Kleidung

Ein grund­le­gen­der Vorteil beim Verkaufen von Vintage-Kleidung ist, dass Ver­kaufs­ma­te­ri­al (also Kleidung) meist in großer Menge und zu kleinem Preis vorhanden ist. Womit wir jedoch auch bei einer Her­aus­for­de­rung sind, denn die Be­schaf­fung kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Haben Sie passende Kleidung gefunden, muss diese geprüft, eventuell gereinigt und repariert werden. Denn obwohl es sich um ge­brauch­te Kleidung handelt, erwarten Kunden eine gute Qualität. Sind die Artikel auf­be­rei­tet, müssen sie an­spre­chend fo­to­gra­fiert und sortiert gelagert werden.

Vintage-Kleidung verkaufen: Das ist wichtig bei der Planung

Aus diesen Her­aus­for­de­run­gen ergeben sich konkrete Punkte, die Sie für Ihr Geschäft mit Vintage-Mode vorab klären sollten:

  • Be­schaf­fung: Neben dem eigenen und den Klei­der­schrän­ken der Familie und Freunde sind Online-Markt­plät­ze und Klein­an­zei­gen, Floh­märk­te, Haus­halts­auf­lö­sun­gen, Auktionen und Second-Hand-Läden gute Quellen für Vintage-Kleidung. Auf pro­fes­sio­nel­ler Basis gibt es auch Groß­händ­ler, bei denen Sie ent­spre­chen­de Mode kaufen können. Achten Sie in jedem Fall auf die Qualität und den Preis.
  • Auf­be­rei­tung: Sofern Sie nicht selbst über ent­spre­chen­de Fä­hig­kei­ten und Mög­lich­kei­ten verfügen, finden Sie einen Rei­ni­gungs­ser­vice – auch für an­spruchs­vol­le Ma­te­ria­li­en – und eine Näherei, die kleinere Schäden pro­fes­sio­nell aus­bes­sert.
  • Prä­sen­ta­ti­on: Kümmern Sie sich um hoch­wer­ti­ge Pro­dukt­fo­tos und -be­schrei­bun­gen. Gerade Pro­dukt­fo­to­gra­fie spielt beim Online-Verkauf eine wichtige Rolle.
  • Lagerung: Stellen Sie sicher, dass Sie alle Klei­dungs­stü­cke trocken und sortiert auf­be­wah­ren. Klei­der­sä­cke und ge­pols­ter­te Bügel sind ebenso wichtig wie aus­rei­chend Platz und ein System, um die Ein­zel­stü­cke schnell wie­der­zu­fin­den.
Tipp

In­spi­ra­ti­on für Kreative: Erfahren Sie in separaten Ratgebern, worauf es beim Online-Verkauf von Möbeln, Online-Verkauf von Schmuck und dem Verkauf von Kunst im Internet ankommt.

Vorteile und Her­aus­for­de­run­gen beim Online-Verkauf

Neben den ar­ti­kel­spe­zi­fi­schen Vorteilen und Her­aus­for­de­run­gen birgt auch der Online-Handel ganz eigene Mög­lich­kei­ten und Stol­per­stei­ne.

Wenn Sie Vintage-Kleidung online verkaufen wollen, ist der größte Vorteil, dass Sie dank be­stehen­der Platt­for­men und nütz­li­cher Tools schnell und mit relativ geringem Aufwand starten können. Sie ent­schei­den selbst, wie groß Ihre Online-Präsenz (zu Anfang) ist, wie viel Zeit und Geld Sie in­ves­tie­ren und von wo aus Sie arbeiten möchten.

Die Her­aus­for­de­rung ist, die Mög­lich­kei­ten optimal zu nutzen und sich von der Masse ab­zu­set­zen. Hinzu kommt, dass Vintage-Kleidung online nicht vorab an­pro­biert und angefasst werden kann. Machen Sie sich also unbedingt Gedanken zum Thema Versand und Umgang mit Retouren. Eine Mög­lich­keit kann zum Beispiel die Zu­sam­men­ar­beit mit einem Drop­ship­ping-Anbieter sein – das kann auch eine Lösung für das Thema Lagerung sein.

Vintage-Kleidung online verkaufen: Diese Mög­lich­kei­ten gibt es

Die größte Fle­xi­bi­li­tät und damit auch die größten Chancen, sich von der Masse abzuheben, haben Sie mit einem eigenen On­line­shop für Vintage-Kleidung. Ob nur einige wenige oder hunderte Artikel: Sie ent­schei­den selbst, mit wie vielen Fotos, Videos und Texten die Produkte be­schrie­ben werden und welche Inhalte Sie außerdem anbieten möchten. So bieten sich bei­spiels­wei­se Inhalte zur Pflege oder Tipps zur Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Klei­dungs­stü­cke an.

Ent­wi­ckeln Sie eine Content-Strategie und erzählen Sie Ge­schich­ten rund um Ihre Mode, um Ihre Website bekannt zu machen. Bietet das Shop-System keine aus­rei­chen­den Mög­lich­kei­ten dafür, setzen Sie einen Blog für diese Themen auf und verzahnen Sie diesen eng mit dem Shop.

Social Media eignen sich ebenfalls für den Verkauf von Vintage-Kleidung. Wenn es schnell gehen soll, können Sie allein über Instagram oder Facebook verkaufen. Noch besser ist die Kom­bi­na­ti­on aus eigenem On­line­shop und Ver­län­ge­rung des Mar­ke­tings auf Ihre Social-Media-Präsenzen. Dort bietet sich auch die Zu­sam­men­ar­beit mit In­fluen­cern an. Die Stärke von Social Selling ist der un­mit­tel­ba­re Austausch mit der Community, Nachteile sind begrenzte Mög­lich­kei­ten der Prä­sen­ta­ti­on und ggf. laufende Kosten für die Bewerbung Ihrer Postings.

Tipp

Ob Vintage-Kleidung oder andere Produkte: Mit dem Social Buy Button von IONOS ver­wan­deln Sie Follower in Kunden bzw. Kundinnen.

Die dritte Mög­lich­keit, Vintage-Kleidung online zu verkaufen, ist über Online-Markt­plät­ze. Etsy bei­spiels­wei­se ist eine eta­blier­te Plattform, um Selbst­ge­mach­tes zu verkaufen, aber auch Vintage-Kleidung findet hier ein Publikum. Etsy-Al­ter­na­ti­ven für Kleidung sind z. B. Amazon und eBay, die beide zu den größten Online-Ver­kaufs­platt­for­men in Deutsch­land gehören. Ein Vorteil dieser Platt­for­men sind die vor­han­de­ne Reich­wei­te und In­fra­struk­tur. Gleich­zei­tig setzt das aber auch Grenzen bei der Prä­sen­ta­ti­on der Kleidung, außerdem zahlen Sie Provision für jeden Verkauf.

Auf einen Blick: Online-Ver­kaufs­ka­nä­le für Vintage-Kleidung

Vorteile Nachteile
On­line­shop
  • Maximale Fle­xi­bi­li­tät bei der Prä­sen­ta­ti­on
  • Alle Daten liegen auf eigenen Servern
  • Kann beliebig skaliert und angepasst werden
  • Ver­gleichs­wei­se hoher In­iti­al­auf­wand
  • Setzt gewisses Know-how und/oder Budget voraus
Social Selling
  • Vor­han­de­ne In­fra­struk­tur und Reich­wei­te
  • Einfach ein­zu­rich­ten
  • Ideale In­ter­ak­ti­ons­mög­lich­kei­ten mit Ziel­grup­pe
  • Begrenzte Dar­stel­lungs­mög­lich­kei­ten
  • Daten liegen auf fremden Servern
  • Laufende Kosten/Provision pro Verkauf
Online-Markt­plät­ze
  • Vor­han­de­ne In­fra­struk­tur und Reich­wei­te
  • Einfach ein­zu­rich­ten
  • Logistik und teilweise auch Marketing-Maßnahmen vorhanden
  • Daten liegen auf fremden Servern
  • Begrenzte Dar­stel­lungs­mög­lich­kei­ten
  • Laufende Kosten/Provision pro Verkauf
  • Hohe Kon­kur­renz

Vintage-Kleidung online über den eigenen Shop verkaufen: So geht’s

Wollen Sie Vintage-Kleidung online verkaufen, gilt es zuerst einige Grün­dungs­for­ma­li­en zu erledigen. Klären Sie bei­spiels­wei­se, ob Sie das Geschäft in Vollzeit als Gewerbe oder nebenbei als Klein­ge­wer­be betreiben möchten. Daraus ergibt sich eventuell auch die Wahl einer Rechts­form für Ihr Geschäft. Nehmen Sie sich außerdem die Zeit, einen Busi­ness­plan zu erstellen. Im Busi­ness­plan be­schrei­ben Sie nicht nur Ihre Idee, die gewählte Nische und woher Sie die Kleidung beziehen, sondern Sie be­schäf­ti­gen sich auch mit dem Markt, Ihrer Ziel­grup­pe und den Finanzen. Mit letzteren sind neben den initialen Kosten für den Start Ihres On­line­shops auch die laufenden Kosten und die Preis­kal­ku­la­ti­on für Ihre Artikel gemeint.

Tipp

So gelingt der Start mit Ihrem On­line­shop: Nutzen Sie den IONOS On­line­shop-Baukasten und buchen Sie mit Woo­Com­mer­ce Hosting schnellen und sicheren Spei­cher­platz.

Sind die Formalien geklärt, wird es konkret: Wählen Sie zuerst ein Shop-System aus. Je nach Know-how und Zeit können Sie Ihren On­line­shop mit WordPress erstellen oder auf einen Shop-Baukasten zu­rück­grei­fen. Parallel zur Sys­tem­aus­wahl sollten Sie sich mit Ihrer Marke, Ihrem Fir­men­na­men und Logo be­schäf­ti­gen, das Hosting klären und eine Domain re­gis­trie­ren.

Domain-Check

Nach der Auswahl folgt die Ge­stal­tung Ihres eigenen Shops. Das schließt sowohl grafische Elemente wie Schriften, Farben und Bilder ein als auch or­ga­ni­sa­to­ri­sche Punkte, bei­spiels­wei­se welche Ka­te­go­rien es gibt und wie die Na­vi­ga­ti­on funk­tio­niert. Im nächsten Schritt füllen Sie den Shop mit Leben: Laden Sie Fotos und Pro­dukt­be­schrei­bun­gen und alle weiteren Inhalte hoch. Beachten Sie schon hier wichtige Kriterien der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Außer den tech­ni­schen Aspekten können Texte ent­spre­chend optimiert werden, aber auch für Bilder gibt es SEO-Mög­lich­kei­ten. Stehen alle Inhalte, kann der On­line­shop live gehen.

Eine eigene Disziplin ist an­schlie­ßend das Marketing. Je nach Ziel­set­zung und -gruppe gelingt die Ver­mark­tung besonders gut über Social-Media-Kanäle wie Instagram oder TikTok, News­let­ter und die oben bereits genannte Content-Strategie. Wichtig ist, dass Sie einzelne Maßnahmen tracken, prüfen, was besonders gut funk­tio­niert (oder eben nicht), und immer wieder Ihre Ziel­grup­pen­de­fi­ni­ti­on nach­schär­fen und Maßnahmen anpassen.

Tipp

Neben dem Online-Verkauf konkreter Produkte ist der Online-Verkauf von Fotos eine eigene Disziplin. Erfahren Sie in einem separaten Ratgeber, wie Sie Ihre eigenen Fotos online verkaufen und dadurch dauerhaft ein (passives) Einkommen ge­ne­rie­ren können.

Fazit: Wie es gelingt, Vintage-Kleidung online zu verkaufen

Wer mit dem Online-Verkauf von Vintage-Kleidung Geld verdienen möchte, braucht zu­al­ler­erst ein Gespür für Mode und Spaß am Thema. Die Suche nach passender Kleidung auf Floh­märk­ten, in Second-Hand-Läden und (fremden) Klei­der­schrän­ken kann viel Zeit kosten, genauso wie die an­schlie­ßen­de Auf­be­rei­tung und Prä­sen­ta­ti­on. Auch der ei­gent­li­che Verkauf der Vintage-Kleidung erfordert Geduld und Krea­ti­vi­tät. Fotos und Texte zu den Produkten gelingen mit Herzblut besser, und die Ge­schich­ten, die rundherum erzählt werden wollen, klingen au­then­ti­scher. Das kommt auch bei der Ziel­grup­pe an. Die tech­ni­schen Rah­men­be­din­gun­gen, um Vintage-Kleidung online zu verkaufen, schaffen Sie mit passenden Tools und Baukästen.

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